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Zwischensparrendämmung unter diffusionsdichter Unterspannbahn

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  1. #1

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    Zwischensparrendämmung unter diffusionsdichter Unterspannbahn

    Hallo,
    ich habe schon viel im Forum gelesen, bin mir bzgl. meines Problems aber irgendwie unsicher.

    Ich habe einen Altbau und möchte im 1.OG die Dachschrägen besser dämmen. Der derzeitige Aufbau von außen nach innen ist wie folgt: Dachpfannen - Lattung - diffusionsdichte Unterspannbahn - von innen zwischen die Sparren genagelte Dachpappe, Sparren (11cm) - Sauerkrautplatten (3cm) - Putz (2cm). In den Zwischenraum zwischen USB und Sauerkrautplatten wurde irgenwann mal lose Glaswolle gestopft oder geblasen. Der Vorbesitzer (er hat das Haus selber geerbt) wusste gar nichts von dieser Dämmung. Ich habe im Bad ein Sparrenfeld geöffnet, die dort vorhandene Dämmung war eher punktuell, da die Dachpappe ausgebeult war, und es waren auch Schimmelspuren an der USB zu erkennen. Die Sparren sind ok.

    Nun möchte ich gerne die Sparren aufdoppeln und mit Glaswolle dämmen +Untersparrendämmung. Ich hatte Dachdecker, Trockenbauer und einen Architekten da und alle haben die diffusionsdichte Unterspannbahn als Problem identifiziert. Architekt und Dachdecker meinten, dass auf jedenfall eine Hinterlüftung von mind. 3cm zwischen Dämmung und Unterspannbahn bleiben muss. Der Trockenbauer meinte, dass dies nicht ausreiche, da bei unserem Dach keine richtige Belüftung stattfindet (unten und oben dicht, keine Lüftungsziegel). Der Dachdecker meinte daraufhin, dass man hier mit Lüftungsziegel und so Manschetten, mit denen man man die Unterspannbahn durchbricht, für ausreichend Hinterlüftung sorgen kann, ohne die Schutzfunktion der USB zu beeinträchtigen.
    Der Trockenbauer schlug auch vor, eine nicht ganz diffusiondichte Dampfsperre zu verwenden, sd=20 glaube ich, meinte er, damit evtl. vorhandene Feuchtigkeit aus der Dämmung auch zusätzlich in den Raum diffundieren kann.
    Was sagt ihr dazu, ich bin irgendwie unsicher. Funktioniert das mit den Ziegeln? Kann man als Dampfsperre auch eine Klimamembran nehmen? Oder doch lieber eine relativ diffusionsdichte Folie? Oder den Dachaufbau so lassen wir er ist, bis in 10-15 Jahren das Dach neu gedeckt werden muss? Das Dach ist von 1985 und in recht gutem Zustand, so dass ich da aktuell nicht dran gehen möchte.

    Ein weiteres eventuelles Problem habe ich im Spitzboden. Hier wurde in jüngerer Zeit zu Wohnraumzwecken gedämmt und die Glaswolle direkt an die Unterspannbahn gedrückt. (Das sieht man jetzt, wenn man vom Bad aus nach oben schaut). In dem so zugänglichen Bereich ist die Wolle aber nicht schimmelig o.ä. Aber es ist halt auch keine weitere Belüftung nach oben möglich. Sollte ich die Dämmung sicherheitshalber auch noch irgendwann mal nach selben Prinzip wie im 1.OG austauschen?
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  2. Zwischensparrendämmung unter diffusionsdichter Unterspannbahn

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    @Spikewjw,

    das ist ein heikles und tatsächlich extrem kompliziertes Thema, das ich leider erst jetzt entdecke.
    Dennoch:

    Sie schreiben:
    Zitater derzeitige Aufbau von außen nach innen ist wie folgt: Dachpfannen - Lattung - diffusionsdichte Unterspannbahn - von innen zwischen die Sparren genagelte Dachpappe, Sparren (11cm) - Sauerkrautplatten (3cm) - Putz (2cm). In den Zwischenraum zwischen USB und Sauerkrautplatten wurde irgenwann mal lose Glaswolle gestopft oder geblasen.
    Zitat Ende:
    Demnach ist der volle Sparrenquerschnitt bereits heute mit Glaswolle "irgendwie" gefüllt und es gibt heute keine funktionierende "Hinterlüftung".
    aber:
    Zitat:
    Ich habe im Bad ein Sparrenfeld geöffnet, die dort vorhandene Dämmung war eher punktuell, da die Dachpappe ausgebeult war, und es waren auch Schimmelspuren an der USB zu erkennen.
    Zitat Ende

    Das gibt zu denken.
    Im Bereich mit voller dämmung ist demnach kein schimmel. Dagegen sind im partiell gedämmten Bereich an der USB-Schimmelospuren zu finden.

    Soweit die scheinbar unnötigen Zitate.

    Sie müssen wissen:
    Im Bereich der verputzten HERAKLITH ist eine vollflächige und perfekte Luftdichtheit anzunehmen und regelmäßig gegeben. In diesem Bereich brauchts keiner Folien und keiner diskussion. Dieser Bereich ist - insbesondere mit aussenseitig diffusionshemmender USB sogar geradezu ideal.

    Lassen Sie den Unsinn sein mit "feuchtvariabler" Folie. Derartige "Intellenzfolien" erhöhen die wetrtschöpfung für Hersteller und Handwerker ohne Nutzen für sie.
    ZWINGEND erforderlich ist IMMER die perfekte luftdichte Ebene. Das ist aber mit Folien, gleich welcher Art, ob "dumm oder gescheit, NICHT zuverlässig zu schaffen.

    Der ideale ad-Wert innen liegt bei 2 ,0 m. (nicht bei 0,5 bis 10 und nicht bei 20 oder sonstwie.
    Die ideale innere Luftdichtebene ist eine PLATTE, keine Folie.

    Wenn sie dies so umsetzen, benötigt die äußere USB weder Hinterlüftung noch Lüfterhauben und Ihr Dach bkleibt trochken und gesund.

    Frage.
    Wie möchten swie ausbauen - was plaqnen Sie4?
    Dicke, U-Wert, Material, Konstruktion?
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Dachmann,
    vielen Dank für die ausführlich Antwort.
    Zuerst einmal: Ich möchte nicht unbedingt ausbauen. Wenn der derzeitige Aufbau als "gesund" erachtet wird, kann ich damit leben. Da es sich um verhältnismäßig kleine Flächen handelt (in drei Zimmern je ca. 6qm Dachfläche, der Rest sind Gauben, diese werden von außen gedämmt) und diese Flächen ja schon mit 10 cm gedämmt sind, werde ich vermutlich gar nicht so viel Energie einsparen. Die Investitionen müssten sich zudem auch bis zur Dacherneuerung in 15-20 Jahren amotisiert haben. Mir ging es vielmehr um das Feuchtigkeitsproblem, da die Räume bisher nur sporadisch genutzt wurden und von uns zukünftig als Kinder-/Schlafzimmer. Da habe ich Angst, dass wir doch ein Feuchtigkeitsproblem bekommen.
    Der geplante Aufbau sähe wie folgt aus:
    Dachziegel-Lattung-Unterspannbahn Delta Fol SPF mit Lüftungsöffnungen - 4cm Luft - 10-14cm Glaswolle - Dampfsperre sd= 2m - Lattung mit 4cm Untersparrendämmung - Gipskarton. UWert lt Rechner bei 10cm Glaswolle+Untersparrendämmung: 0,232.

    Ich habe in der Zwischenzeit mit den Vorbesitzern gesprochen. So wie es aussieht, ist die vorhandene Dämmung schon immer da gewesen. Ein Feuchtigkeitsproblem gab es bisher anscheinend nicht. Im offenen Sparrenfeld an der ausgebeulten Bitumenschicht habe ich ein defektes Lüfterrohr entdeckt, wo Regenwasser und Luftfeuchte aus dem falsch angeschlossenen Abflussrohr eingedrungen sein muss. Dies kann natürlich auch ursächlich für die Schimmelspuren sein.

    Also besser alles so lassen wie es ist? Dann muss ich wenigstens nicht mit dieser üblen alten Glaswolle hantieren.
    Oder doch besser ausbauen, weil man schonmal dabei ist? Da keine Durchdringungen der Dampfsperre vorhanden sind, könnte die luftdichter Verarbeitung der Dampfsperre vermutl. annähernd erreicht werden.

    Gruß
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  5. #4
    Inkognito
    Gast
    Bitte beachten Sie, dass DACHMANN, höflich umschrieben, eine Vielzahl von Mindermeinungen vertritt, wobei er bislang wohlwissend jegliche Begründung für sich behält.
    Ihr Dachaufbau ist bauphysikalisch recht komplex - vertrauen Sie niemanden, der bereits bei der Berechnung nach Glaser kläglich versagt und nicht einmal versteht wann welcher Dampfdiffusionswiderstand angesetzt werden muss.

    Einfach irgendwas als Allheilmittel mit einem sd Wert von 2m einzubauen und aufs Geratewohl auf Rücktrocknung zu hoffen ist grob fahrlässig. Gegebenenfalls kann hier eine feuchtevariable Dampfbremse helfen.
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  6. #5

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    @Themenstarter,
    Sie brauchen keinen "Inkognito" als "Sachbearbeiter" mit Beraterhonorar und schlecht laufendem Büro.

    Kümmern Sie sich um den Fehler am Rohrdurchgang.
    Sichern Sie die Dichtheit des Daches von aussen. (Dachdeckerservice)
    Die geringe Nutzungserweiterung von bisher zum Kinderzimmer wird Ihr Dach problemlos verdauen.

    Sie können - auf meine Verantwortung - die HERAKLITH mit Putz belassen und ganz einfach innen zusätzlich dämmen.
    Gerne reiche ich bei Interesse Vorschläge nach.

    WICHTIG:
    Innenseitig dürfen keine Löcher, Fugen, Ritzen oder Beschädigungen an der sichtbaren Decke mit Verputz sein - dann ist alles paletti.

    @Hallo Inkognito,
    Genau die "feuchtevariable" Folie wird von Dummis eingesetzt, ohne Sinn und Verstand, ohne Nutzen und Wirkung und ohne Sicherheit für das Ergebnis.

    Sie haben doch angeblich eine offensichtlich ungenutzte Hausbibliothek ?
    Bitte lesen Sie dort z.B. Künzel oder Oswald Aachen oder...beim Hersteller derartigen Unsinns, in "wissenwiki", der Hauspostille für Dummis.

    Was Sie nicht verstehen, dürfen Sie hier nachfragen.
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