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Alt 13.07.2010, 12:22   #1
Schreiber
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Registriert seit: 05.2010
Ort: Frankfurt
eigene Artikel: 0
EEG: Eigenverbrauch Solarstrom

Hallo liebe Fachleute,

ich hätte zwei Detailfragen zur Förderung des Eigenverbrauchs von selbst auf dem Gebäude erzeugtem Solarstrom, der ja seit 2009 über das EEG gefördert wird:

Die erste bezieht sich auf die bisherige Praxis: Gibt es irgendwo bereits belastbare Untersuchungen oder zumindest Richtwerte aus der Praxis, welchen Anteil der selbst erzeugten Energie ein normaler Haushalt in einem Einfamilienhaus verbraucht? Ich habe bisher lediglich Schätzungen gefunden, die für diesen Fall von rund 40 Prozent ausgegengen sind.

Zur Technik: Müssen die Wechselrichter zum Verbrauch im eigenen Haus anders aufgebaut oder gesteuert sein, als bei einer Anlage, die ausschließlich ins Stromnetz einspeist?

Übrigens: Falls jemand von euch aus dem erweiterten Rhein-Main-Gebiet kommt und Interesse daran hat, kann ich ihn auch gerne mit ein, zwei Zitaten in einem Beitrag für die Immobilienteile von FNP und Rhein-Main-Zeitung einbauen. In dem Fall einfach per PN bei mir melden.

Besten Dank schon mal im Voraus!
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Alt 13.07.2010, 13:11   #2
R.B.
Bauexpertenforum
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eigene Artikel: 0
Zitat:
Zitat von Schreiber Beitrag anzeigen
Die erste bezieht sich auf die bisherige Praxis: Gibt es irgendwo bereits belastbare Untersuchungen oder zumindest Richtwerte aus der Praxis, welchen Anteil der selbst erzeugten Energie ein normaler Haushalt in einem Einfamilienhaus verbraucht? Ich habe bisher lediglich Schätzungen gefunden, die für diesen Fall von rund 40 Prozent ausgegangen sind.
Das kann man nicht beantworten, denn hier spielt auch die Größe der installierten PV Anlage eine Rolle. Bei einer kleinen Anlage können die Erträge fast vollständig verbraucht werden, bei großen Anlagen nur ein kleiner Bruchteil.
Dann kommt noch das Nutzerverhalten hinzu. Heute, meist beide berufstätig, verlagern sich die Zeiten des maximalen Stromverbrauchs eher in die Abendstunden. Die hohe Energieausbeute der PV Anlagen während der Mittagszeit wird daher nur selten genutzt.

Zitat:
Zitat von Schreiber Beitrag anzeigen
Zur Technik: Müssen die Wechselrichter zum Verbrauch im eigenen Haus anders aufgebaut oder gesteuert sein, als bei einer Anlage, die ausschließlich ins Stromnetz einspeist?
Nein, die Wechselrichter sind die gleichen. Der Unterschied liegt in der Verschaltung im Zählerschrank. Wie das auszuführen ist, steht in den Erläuterungen der TAB die von den Versorgern veröffentlicht werden. Deshalb spare ich mir die Details.

Gruß
Ralf
R.B. ist offline  
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Alt 13.07.2010, 13:52   #3
Julius
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Hallo Schreiber,

zumindest mir ist nicht bekannt, daß derartige Feststellungen existieren.

Der genannte Schätzwert dürfte sich wohl auch nicht darauf beziehen. Er gibt vermutlich lediglich das Verhältnis an, welche Energiemenge im Schnitt verbraucht und eingespeist wird. Hierbei wird aber das Netz als kostenloser "Zwischenspeicher benutzt!

Der tatsächlich Eigenverbrauchsanteil wird (ohne besondere Steuerungsmaßnahmen) DEUTLICH darunter liegen. Ist ja auch nachvollziehbar, wenn man sich die tageszeitliche Verteilung der Solarstromerzeuigung und der Haushaltslasten ansieht.

Die WR unterscheiden sich nicht zwischen Anlagen mit Volleinspeisung und mit Eigenverbrauchserfassung. Aber die Zähler müssen grundlegend anders angeordnet sein. Es ist also i.d.R. ein Anlagenumbau nötig.

Kannst auch mal im Fachforum: http://www.photovoltaikforum.com/ fragen.
Nähere Angaben kann evtl. der SFV machen: http://www.sfv.de/


Gruß,
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Alt 13.07.2010, 15:43   #4
Schreiber
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Zitat:
Zitat von Julius Beitrag anzeigen
Der tatsächlich Eigenverbrauchsanteil wird (ohne besondere Steuerungsmaßnahmen) DEUTLICH darunter liegen. Ist ja auch nachvollziehbar, wenn man sich die tageszeitliche Verteilung der Solarstromerzeuigung und der Haushaltslasten ansieht.
Die Bundesregierung scheint nach der neuesten Änderung und Verkomplizierung vor wenigen Tagen von 30 Prozent für normale Wohnhäuser auszugehen. Das ist zumindest der Richtwert, ab dem es für Anlagen bis 30 kW den vollen Eigenverbrauchs-Zuschuss gibt.

Ich habe mich jetzt mal durch den Kompromissvorschlag für den Bundesrat aus der vergangenen Woche gekämpft: Das ist wirklich ein Musterbeispiel, wie eine relativ klare Regelung an allen Ecken und Enden verkompliziert werden kann.

Vielen Dank für die Hinweise!
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Alt 13.07.2010, 16:18   #5
Julius
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Registriert seit: 03.2004
Ort: Franken
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Die Bundesregierung geht (leider) von vielem aus, was (teils offenkundig) bar jeder Realität ist.
Aber was sagt das zur Sache aus? Nichts!

Sie geht ja anscheinend auch davon aus, das Stromerzeugung auf der Basis von Fotovoltaik in Deutschland überhaupt sinnvoll sei.
Schon das kann man mit Fug und Recht bezweifeln...

Der genannte Wert ist schlicht und ergreifend willkürlich festgelegt. Auf welcher (falschen) Datenbasis, will ich gar nicht wissen.
Julius ist offline  
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Alt 15.07.2010, 10:13   #6
Schreiber
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Ich habe inzwischen Antwort vom SFV bekommen. Auch die sehen die 30-Prozent-Marke sehr skeptisch: "In den meisten Fällen ist es schwer möglich, mehr als 30 % des gesamt erzeugten Solarstroms im Hausnetz selbst zu verbrauchen."
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Alt 15.07.2010, 10:22   #7
R.B.
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Zitat:
Zitat von Schreiber Beitrag anzeigen
Ich habe inzwischen Antwort vom SFV bekommen. Auch die sehen die 30-Prozent-Marke sehr skeptisch: "In den meisten Fällen ist es schwer möglich, mehr als 30 % des gesamt erzeugten Solarstroms im Hausnetz selbst zu verbrauchen."
Ich erinnere noch einmal an meinen Beitrag.....an dieser Stelle mit Prozentangaben zu hantieren ist sinnlos.

Ich mache mal ein Beispiel.

Hat die PV Anlage nur 1kW, dann kann ich sicherlich mehr als 50% der Erträge verwerten.
Kann die PV Anlage 10kW oder 20kW erzeugen, dann sind wahrscheinlich 10% schon eine sportliche Herausforderung, die Realität wird wohl eher 1stellig sein.

Gruß
Ralf
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Alt 15.07.2010, 10:38   #8
Schreiber
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Ich hatte schon gezielt für eine Anlage knapp an den 30 kW angefragt, da die meisten privaten Betreiber wohl bestrebt sein werden, nahe an diese erste Größenabstufung nach EEG heranzukommen.
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Alt 15.07.2010, 10:44   #9
R.B.
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Zitat:
Zitat von Schreiber Beitrag anzeigen
Ich hatte schon gezielt für eine Anlage knapp an den 30 kW angefragt, da die meisten privaten Betreiber wohl bestrebt sein werden, nahe an diese erste Größenabstufung nach EEG heranzukommen.
30kW auf einem Einfamilienhaus?
Dafür braucht´s, je nach Modultyp, mal so locker 250m2 freie Dachfläche. Bei Dünnschicht noch deutlich mehr. Das muss schon ein ganz ordentliches EFH sein.

Im EFH Bereich reden wir eher von Anlagen in der 5-10kW Klasse.

Gruß
Ralf
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