Kreuzlattung (Holz) für Dielenboden auf Betonhohldielen

Diskutiere Kreuzlattung (Holz) für Dielenboden auf Betonhohldielen im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hi, hoffe das Thema dem richtigen Unterforum zugeordnet zu haben. Wir sanieren einen 70er Jahre DDR Bungalow energieeffizient. Der Rohboden im...

  1. #1 Paulchenfragt, 02.06.2024
    Zuletzt bearbeitet: 03.06.2024
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    Hi,

    hoffe das Thema dem richtigen Unterforum zugeordnet zu haben.

    Wir sanieren einen 70er Jahre DDR Bungalow energieeffizient. Der Rohboden im EG besteht aus Betonhohldielen (120 cm), die zwischen Stahlträgern eingesetzt sind, über den Hohldielen ist nochmal eine dünne Betonschicht. Die Stahlträger ragen 3-5 cm höher heraus als die Betonfelder dazwischen. Sowohl die Stahlträger insgesamt, als auch zueinander, als auch die "Betonfelder" sind nicht in waage und unterschiedlich hoch. Geheizt wird mit einer Deckenheizung. Damit wir die Kellerdecke nicht dick dämmen müssen, ist mir die Dämmung des EG-Bodens wichtig.

    Die einfachste Lösung wäre vermutlich eine gebundene Schüttung bis Oberkante des höchsten Stahlträgers und von dort in waage abziehen, anschließend ein Estrich (max. 40 mm dick, bei 7 mm Korkbodenaufbau). Hier müsste ich aber immernoch 60-70 mm mit 0,022er PIR Dämmung die Kellerdecke dämmen, bei 213 cm Deckenhöhe nicht sooo toll. Da wir zudem möglichst ökologisch sanieren wollen (ja PIR Dämmung ist nicht ökologisch, wie dick eine Holzfaser oder Steinwolldämmung mit 0,035-0,038 sein dürfte, kann man an dieser Stelle erahnen), würde ich gerne keinen Standardestrichaufbau vornehmen.

    Meine Idee ist eine Kreuzlattung mit anschließendem Dielenboden. Nun weiß ich noch nicht so recht, wie ich das Gefälle und die unterschiedlichen Höhen benachbarter Betonfelder ausgleichen könnte. Das ganze soll ja auch zeitsparend sein. Grundsätzlich wäre es möglich an den Stahlträgern orientiert, längs die erste Lattung auszulegen und zwar so hoch (50 mm), dass der höchste Stahlträger gerade so überragt würde. (Dann hätte ich jedoch nur noch 30 mm für die zweite Lattung.) Die Latten müsste ich dann, um das Gefälle auszugleichen, abgeschrägt zuschneiden. Da es sich um einen Rohboden handelt sind natürlich hier und da mal Dellen und kleinere Beulen auf der Oberfläche.

    Eine andere Variante wäre eine ebenfalls längs zum Stahlträger erste Lattung, die nur 40 statt 50 mm hoch wäre und eine Kreuzlattung, welche an den hohen Stellen am jeweiligen Stahlträger ausgeklinkt werden müsste (in den tiefen Bereichen wäre die zweite Lattung auch so schon über den Stahlträgern). So wäre eine zweite Lattung mit mindestens 40 mm möglich und damit stabiler. Wobei natürlich 40 mm hoch von "stark belastbar" auch noch einiges entfernt ist.

    Variante drei ist eine einfache Lattung mit Fixierung am Rohboden, längs zu den Stahlträgern. Hier müsste auch jede Latte in der Höhe schräg zugeschnitten werden um Gefälle und Höhenunterschied anzupassen.

    Ein vorheriges Ausnivellieren des Bodens mittels Fließestrich, Nivelliermasse o.ä. erscheint mir als Großprojekt, da jedes Betonfeld einzeln auf Höhe gebracht werden müsste und mir dann für die Lattung und Dämmung noch mehr Höhe verloren ginge.

    Ich würde mich über weitere Lösungsansätze freuen und vor allem wie ich relativ einfach die Nivellierung vornehmen kann.
     

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  2. #2 Tikonteroga, 02.06.2024
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    Welche Höhe hast du denn zwischen Oberkannte (höchster) Stahlträger und
    1. der Unterkannte der Roh- bzw. Ferigdecke?
    2. der Unterkannte der Türöffnung?
     
  3. #3 Paulchenfragt, 02.06.2024
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    Vom höchsten Stahlträger bis Oberkante Fertigfußboden sind es 50 mm und vom Rohboden bis Oberkante Dtahlträger ca 40 mm.

    Vom höchsten bis zum niedrigstem Stahlträger über die Etage gesehen sind es 45 mm.
     
  4. #4 Tikonteroga, 02.06.2024
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    Nach meinem Verständnis musst du einerseits die Anlage 7 Nummer 6 Buchstabe c einhalten, aber mindestens den Mindestwärmeschutz der DIN 4108-2.

    GEG

    Quelle: Anlage 7 Nummer 6 Buchstabe c GEG

    Mindestwärmeschutz: R = 0,9 m²K/W => U = 1/R = 1,11 W/m²K

    Quelle: DIN 4108-2:2013-02

    Um diese Anforderungen zu erfüllen könntest du z. B. oberhalb der Oberkannte des höchsten Stahlträgers einen Unterboden mit:

    Holz:
    1. 22 mm OSB
    2. 20 mm Holzfaserdämmstoff (WLS 045)
    Mineralisch:
    1. >= 20 mm Dünnschichtestrich (Knauf N440) oder Fertigteileestrich mit 18, 20, 23, ... mm
    2. 20 mm XPS (WLS 035, 200 kPa)
    Den Höhenausgleich für die Stahlträger würde ich wenn es technisch und rechtlich möglich ist, nicht als Dämmung ansehen. Ich würde da wenn möglich eher möglichst schwere Schüttung verwenden, damit der Schallschutz der Decke verbessert wird. Ich glaube die Decke mit den Stahlträgern und den Betonhohldielen mit ihren 12 cm ist nicht so gut auch wenn darunter kein anderer Wohnraum ist. Natürlich nur, wenn es die Tragfähigkeit erlaubt.

    Lass dich da auch von jemandem Beraten. Auch z. B. ob man die Dämmplatten bedenkenlos direkt auf die Schüttung auflegen kann.
     
  5. #5 Paulchenfragt, 03.06.2024
    Zuletzt bearbeitet: 03.06.2024
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    Das Haus wird nach KfW 55 saniert, die einzuhaltenden Dämmwerte sind bekannt und werden jeweils mit dem Energieberater abgestimmt. Daher ist mir ein möglichst hoher Dämmwert AUF der Decke wichtig, damit ich darunter (Kellerdecke) möglichst wenig Raumhöhe verliere. Den Schallschutz sehe ich zweirangig da darunter nur Nutzfläche als Kellerraum vorhanden ist.

    Wie ich eingangs auch schrieb, wäre die konventionelle Lösung eine gebundene Schüttung bis Oberkante höchster Stahlträger und dann auf einem Niveau abziehen. Trockenestrich wäre hier meine erste Wahl. Wenn man jedoch in den Bereich ökologisch wo möglich eintaucht, sind wir eher wieder bei der Holzkonstruktion. Bezüglich der Dämmöglichkeiten: wenn ich mittels Holzkonstruktion eine 80 mm Hohe Dämmung (klar die Balken selbst dämmen eher weniger) mit WLG 038 einbringe ist das natürlich wesentlich effizienter als Trockenestrich mit 20 mm XPS drunter.

    Ich habe im Eingangsposting mal ein Bild angehangen.
     
  6. #6 Andreas Teich, 03.06.2024
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    Gebundene Schüttungen haben schlechtere Dämmwerte.
    Da die Belastbarkeit der Hohldielen vermutlich unbekannt ist und für bessere Dämmung am besten quer zu den Trägern KVH 60/60 bzw. nach Dämmstandard ggf höher im Abstand von ca 50 cm verlegen,
    Höhenausgleich ggf unter jedem Auflagepunkt,
    Hohlraum mit Zellulose dämmen,
    als Bodenbelag Holzdielen verlegen.
    Dann trägt der gesamte Aufbau zur Dämmung bei und ist kostengünstig zu errichten.
     
  7. #7 Tikonteroga, 03.06.2024
    Zuletzt bearbeitet: 03.06.2024
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    Ok, dass du die KfW-55-Anforderungen erfüllen musst, hatte ich nicht gewusst. Gibt es durch die Gesamtplanung eine Vorgabe für den U-Wert für die Decken die beheizte Räume nach unten gegen unbeheizte Räume oder Erdreich abgrenzen?

    Kannst du bestätigen, dass die maximale Höhe zwischen Oberkannte höchster Stahlträger und Oberkannte des fertigen Fußbodens (einschließlich Fußbodenbelag) 5 cm beträgt?
     
  8. #8 Paulchenfragt, 04.06.2024
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    So ist mein Gedanke auch. Nun habe ich mir heute nochmal mit dem Fokus auf dieses Thema den Rohboden angesehen. Dieser Betonboden ist natürlich alles andere als glatt und eben. Ich habe in einem Video eines Zimmermanns gesehen, dass der die Balken in der Feinabstimmung durch Kunststoffunterlegkeile in waage gebracht hat. Nun denke ich mir laienhaft, dass so sehr punktuell, auf Kunststoff die größte Lastverteilung des Bodens verteilt wird?! Die Balken würden ja nie plan auf dem Boden stehen, gibt das Holz dann nicht irgendwann nach und der Boden sackt hier und da im Millimeterbereich ab?

    Ja, 0,25 müssen eingehalten werden. Die Kellerdecke ist nur 213 cm hoch, so dass ich hier um jeden cm kämpfen will.

    Ja, das sind genau 50 mm
     
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