Dachdämmung

Diskutiere Dachdämmung im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich saniere aktuell ein Reihenhaus, Baujahr 1988. Bisheriger Dachaufbau (von außen nach innen): Betondachstein Lattung...

  1. #1 Mcfly84, 08.10.2025
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    Hallo zusammen,

    ich saniere aktuell ein Reihenhaus, Baujahr 1988.

    Bisheriger Dachaufbau (von außen nach innen):

    • Betondachstein
    • Lattung
    • Konterlattung
    • Unterspannbahn Dörken Delta SPF (perforiert, nicht verklebt, sehr guter Zustand, endet ca. 10 cm unterhalb des Firstes)
    • Sparren 15 x 7 cm
    • Dazwischen alukaschierte Mineralwolle, 10 cm stark
    Geplanter neuer Aufbau (von außen nach innen):

    • Aufdoppelung der Sparren mit z. B. Konstruktionsvollholz 7 x 6 cm
    • Zwischensparrendämmung WLG 032, 16 cm stark
    • Dampfbremse bzw. Dampfsperre (noch unklar, welche geeignet ist)
    • Lattung 3 x 5 cm
    • Dazwischen Untersparrendämmung 3 cm
    • Gipskartonplatten als Innenverkleidung
    Nach meinen bisherigen Erkenntnissen ist die vorhandene Unterspannbahn eher diffusionsdicht. Ich gehe davon aus, dass ein Abstand von etwa 5 cm zwischen Unterspannbahn und Dämmung ausreichen müsste.
    Unsicher bin ich mir aber bei folgenden Punkten:

    • Welche Dampfbremse (sd-Wert, Material etc.) ist bei diesem Aufbau sinnvoll?
    • Brauche ich eine Hinterlüftung, und wenn ja, wo genau?

      • Zwischen Unterspannbahn und Dämmung?
      • Oder zwischen Unterspannbahn und Dachsteinen?
      • Oder ist es schon belüftet, wo kann ich das sehen?Es gibt auf dem Dach keine Belüftungssteine,nur bei den obersten Steinen auf der Dachrist sehe ich Belüftungslöcher

    • An der Traufe ist auf dem Foto zu sehen, dass „ungewollt“ ein Luftspalt vorhanden ist. Dieser war ursprünglich mit Kompriband verschlossen, das im Laufe der Jahre herausgefallen ist.
      Kann dieser vorhandene Luftspalt als Hinterlüftung genutzt werden, oder sollte er besser wieder vollständig verschlossen werden?

    • Falls die Luftzirkulation sinnvoll ist: Sollte man dort ein Insektenschutzgitter anbringen, oder bringt das wenig, da ohnehin an anderen Stellen Mäuse oder Insekten eindringen können? Beim Öffnen des Daches habe ich zwei verlassene Wespennester und größere Mengen Mäusekot gefunden – offenbar gab es also bereits „Bewohner“.
    Zu den Bildern:
    Die Fotos zeigen

    1. den geplanten Dachaufbau laut Bauzeichnung,
    2. den Luftspalt an der Traufe
    3. Die Unterspannbahn
    4. die Öffnung am First.
    Ich wäre sehr dankbar für eine Einschätzung, ob der vorhandene Luftspalt als funktionierende Hinterlüftungsebene dienen kann und welcher Aufbau hier insgesamt technisch sinnvoll und dauerhaft sicher wäre – insbesondere in Bezug auf Feuchtigkeit, Belüftung und Schädlingsschutz.

    Vielen Dank schon mal für eure Hilfe und Erfahrungen!
     

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  2. Hark

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    Sowohl zwischen Unterspannbahn und Dämmung (mind. 2cm) als auch zwischen Unterspannbahn und Dachsteinen (2,4cm .. meist realisiert durch eine Konterlattung)

    In der Regel ist die Be- und Entlüftung von Betondachsteindächern (in der Ebene zwischen Dachstein und Unterspannbahn) unkritisch, auch wenn keine speziellen Lüftersteine vorhanden sind. Zwischen den einzelnen Dachsteinen ist immer etwas Luft .. und an der Traufe sind die Wellen der Dachsteine normalerweise "offen". Firste und Grate sind (sofern nicht vermörtelt) mit Trockenelementen verlegt, die eine ausreichende Belüftung gewährleisten.

    Die passende Dampfbremse kannst du mit dem Ubakus ermitteln.

    der sollte mindestens erhalten bleiben, besser noch etwas vergrößern und mit einem Insektenschutz (der den Lüftungsquerschnitt um ca. 50% verkleinert) abdecken.
     
  3. #3 Mcfly84, 08.10.2025
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    Danke für die schnelle Aufklärung!

    Ich habe die Berechnung mal mit Ubakus gemacht und verschiedene Dampfsperren getestet – zum Beispiel mit einem sd-Wert von 2,3 und einmal mit sd=100. Das Ergebnis unterscheidet sich aber kaum.
    Außerdem wird mir bei der Auswertung angezeigt, dass die Speicherfähigkeit mangelhaft ist.
    Mache ich da etwas falsch oder übersehe ich etwas?

    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass es sich um Wohnraum handelt und im Dach Dachflächenfenster eingebaut sind. Diese würden doch die Belüftung von der Traufe bis zum First unterbrechen, oder sehe ich das falsch?
     

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  4. #4 Hark, 09.10.2025
    Zuletzt bearbeitet: 09.10.2025
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    Die Speicherfähigkeit beschreibt nach meinem Verständnis, die Fähigkeit des Aufbaus Wärme zu speichern. Die ist bei einem leichtem Aufbau (der auf Wärmedämmung optimiert ist) naturgemäß wesentlich schlechter als z.B. bei einer massiven Wand. Oder anders .. wenn eine massive Wand aus Stein erwärmt wird, speichert sie die Wäme wesentlich besser und über einen längeren Zeitraum als eine leichte Isolierung in einer Dachschräge.

    Theoretisch ja, aber praktisch ist das eher weniger der Fall, z.B. ist die Unterspannbahn in dieser Zeit (BJ 1988) nicht so luft- bzw winddicht an Dachfenster angeschlossen worden wie es heute der Fall sein sollte, dort findet in der Regel immer ein gewisser Austausch statt. Da gibt es eigentlich selten Probleme, wenn dann meist in Räumen mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. Badezimmer).

    Wenn du jetzt den Standard der Dämmung so sehr anhebst, sollte bei den Dachfenstern aber beachtet werden, daß die gesamte Innenlaibung gedämmt wird, auch (mit geeignetem Material) zwischen den Dachlatten. Ich würde ernsthaft darüber nachdenken die Fenster zu erneuern, um die heute üblichen Dämmrahmen einsetzen zu können und die Fenster sind natürlich auch besser als vor 37 Jahren .)
     
  5. #5 Mcfly84, 09.10.2025
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    Die Dachfenster wurden bereits getauscht – es sind Velux-Fenster mit 3-fach-Verglasung.
    Allerdings scheint kein Dämmrahmen verbaut worden zu sein,oder?

    Auch sieht es an manchen stellen so aus als wenn kaum Platz zwischen Balken und Verkleidung zum Dämmen zur verfüfung steht, ich habe mal ein paar Bilder gemacht zur veranschaulichung.

    Kann ich den Dämmrahmen nachträglich installieren ohne das Fenster ausbauen zu lassen, oder geht es auch anders?
     

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  6. Hark

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    nein, da ist keiner

    ja, teilweise passt kaum mehr als die Laibungsbekleidung rein, bei einigen (die Velux mit Wechsel) sieht es besser aus, da kann man handwerklich Dämmung einbringen.

    Nachträglich (ohne Ausbau der Fenster) geht nicht. Die Dämmrahmen erfordern auch 5cm extra Einbaubreite, dh. bei einigen Fenstern müsste dann auch noch gewechselt werden.

    Man kann es (so gut es eben geht) mit einer handwerklichen Dämmung versuchen und ins Risiko gehen. Kann funktionieren oder nicht .. hängt auch von weiteren Faktoren ab .. Wohnverhalten, Position der Heizkörper etc.

    Die notwendigen Luftschicht erhöht aber nach meiner Meinung das Risiko, dass es bei den Velux zu Problemen (Kondensation) kommen kann, wenn die Laibung nicht vernünftig gedämmt werden kann.
     
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