Fragen zu Architekt Ja oder Nein bzw. Bauunternehmer inkl. Planung

Diskutiere Fragen zu Architekt Ja oder Nein bzw. Bauunternehmer inkl. Planung im Bauen mit Architekten Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, ich habe aktuell folgendes Thema bzw. einige Fragen. Wir planen den Bau eines Einfamilienhauses. Zwei Vollgeschosse sowie ein...

  1. nalasimba

    nalasimba

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    Hallo zusammen,

    ich habe aktuell folgendes Thema bzw. einige Fragen.

    Wir planen den Bau eines Einfamilienhauses. Zwei Vollgeschosse sowie ein Keller sind gemäß Bebauungsplan zulässig. Wir haben uns bereits etwas informiert und tendieren derzeit klar zu einem Massivbau. Vom Fertighaus haben wir bewusst Abstand genommen – das ist eine persönliche Entscheidung.

    Aktuell haben wir zwei Bauunternehmer gefunden, die einen schlüsselfertigen Bau anbieten. Aus beruflichen und zeitlichen Gründen ist uns das sehr wichtig, da wir für eine eigenverantwortliche Koordination nicht ausreichend Zeit haben werden. Beide Anbieter übernehmen auch die komplette Planung. Daneben gibt es natürlich noch den klassischen Weg über einen Architekten.

    So wie ich es verstanden habe, würde der Architekt eine vollständige Planung erstellen (abgesehen von der Statik). Mit diesen Plänen könnten wir dann zu verschiedenen Generalbau- oder Bauunternehmen gehen, die Unterlagen einreichen und mehrere Angebote einholen.
    Der Architekt kostet allerdings Geld – nach meinem Verständnis etwa 10–15 % der Gesamtbausumme. Wenn hingegen die Bauunternehmer auch die Planung übernehmen, ist diese Summe zumindest nicht separat ausgewiesen.

    Dazu ergeben sich für uns folgende Fragen:
    Ich gehe davon aus, dass Bauunternehmer, die auch planen, ebenfalls einen gewissen Anteil für Planungs- bzw. Architektenleistungen einkalkulieren. Dieser ist jedoch nicht direkt vergleichbar. Ein Architekt erstellt hingegen eine unabhängige Planung, mit der man mehrere Unternehmen vergleichen kann und eventuell insgesamt günstiger kommt.
    Gibt es hierzu Erfahrungen oder Empfehlungen, welchen Weg man unterm Strich eher wählen sollte?

    Eine weitere wichtige Frage betrifft den Massivbau und die Haustechnik. Da wir aufgrund der Lage und des Baugrundstücks an Nahwärme angeschlossen sind, planen wir im gesamten Haus eine Fußbodenheizung. Zusätzlich möchten wir für den Sommer jedoch eine Klimaanlage, insbesondere für Büro/Homeoffice und Schlafzimmer.

    Ich habe gehört, dass es die Möglichkeit gibt, mit einem Außengerät (z. B. Mitsubishi, Daikin o. Ä.) und zwei bis drei Innengeräten zu arbeiten. Gleichzeitig wurde mir gesagt, dass moderne Häuser aufgrund der Energieeffizienz ohnehin über eine zentrale Wohnraumlüftung mit Lüftungskanälen verfügen müssen. Es hieß, dass man heutzutage praktisch kein Haus mehr ohne eine dichte Gebäudehülle baut und deshalb eine kontrollierte Belüftung notwendig ist – unabhängig davon, ob es sich um ein Passivhaus oder KfW-40/50 handelt. Wir haben keinen entsprechenden Förderkredit aufgenommen und sind daran nicht gebunden.

    Daher meine Frage:
    Ist eine zentrale Lüftungsanlage heutzutage verpflichtend bzw. Standard?
    Und inwiefern lässt sich diese sinnvoll mit einer Klimaanlage kombinieren oder ersetzen?

    Ich würde mich sehr über Meinungen, Erfahrungen und Informationen freuen.

    Vielen Dank im Voraus!
     
  2. nordanney

    nordanney

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    Schaut Euch die passenden Beiträge zum Hausbaufahrplan von @11ant an.

    Alle Wege führen nach Rom. Manche mit mehr Problemen als andere. Preislich alle relativ ähnlich bei vergleichbaren Leistungen. Es gibt nicht "den" Weg.
    Ist sinnvoll. Kontrolliert kann - neben den energetischen Vorteilen - zentral (passend für Neubau) oder dezentral (eher Sanierung oder zu wenig Budget für zentral) erfolgen. Natürlich kann man auch kontrolliert die Fenster 5x am Tag öffnen oder passive Lüftungen verbauen. Ansonsten: Ja, nicht nur praktisch heutzutage, sondern 100% aller Neubauten sind dicht.
    Verpflichtend? Nein. Standard? Im Prinzip ja. Auch wenn es einige Menschen gibt, die sagen: brauche ich nicht, zu teuer, macht keinen Sinn.
    Aber: Spart Betriebskosten, beugt Schimmel vor, IMMER frische Luft, mit Pollenfilter die perfekte Lösung bei Allergien usw.
    Praktisch gar nicht. Sind zwei unterschiedliche Dinge. Kombiniere im Auto Scheinwerfer mit Innenraumbeleuchtung - hat beide mit Licht zu tun, aber nichts miteinander.
     
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  3. Kriminelle

    Kriminelle

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    Ja, die Architektenkosten sind bei einem Bau mit GU/GÜ mit drin. Alles, was man für ein Haus braucht. Das steht dann in der BLB vom BU.
    Das kommt drauf an, was man dem Architekten beauftragt. Er kann nur die Planung machen, kann aber auch für weiteres beauftragt werden. Das nennt man Leistungsphasen. Andere User hier kennen sich besser damit aus als ich. Ich hatte nie den Anspruch an mich, das mal für mich zu lernen, da ich mich mehr mit Grundrissplanungen und Optimierungen von Standardgrundrissen auseinandersetze.
    Das kommt drauf an. Und zwar auf das Grundstück, auf das Haus und auf die geforderte Ausstattung. Unterm Strich kann man sagen: wenn Grundstück, Haus oder Ausstattung herausfordernd sind, dann wäre ein Architekt besser, da er individueller an die Planung herangeht. Das bekommt er dann natürlich auch honoriert und somit kostet er dann auch einiges mehr an Geld.
    Beispiele:
    Grundstück hat einen Hang, Grundstück ist verschnitten, schlechten BPlan oder gar keinen, Grundstück erlaubt nicht das, was man sich an Haus vorstellt. Der Architekt kennt oftmals das Bauamt und kann vermitteln. Dafür hat und nimmt er sich Zeit. So soll es zumindest sein. Und manchmal bringt er es fertig, ein Quadrat in einen Kreis zu schieben. Ein BU ist da etwas einfacher in der Planung.
    Wenn der Bauherr eine bestimmte Hausform, Erker, Finessen in der Fassade haben möchte. Wenn er barrierefrei bauen möchte, aber Hürden zu meistern sind. Oder, oder, oder.
    Der BU gibt meist nur wenig Ausstattungsspielraum. Sanitär vom Unternehmen x und y, Architekt kann auch aus Übersee liefern lassen.
    Bei innovativen technischen Rafinessen ist der BU oftmals auch nicht up to date und hat es gern konservativ.
    Wer ein schlicht bebaubares Grundstück im Neubaugebiet erworben hat und mit einem (wertungsfrei) Standardhaus zufrieden ist, der kann auch direkt mit einem schlüsselfertigen BU bauen.
    Sie ist natürlich nicht verpflichtend, aber sehr praktisch und komfortabel, da sie automatisch das luftdichte Haus auch bei Abwesenheit oder nachts kontrolliert belüftet. Komfort kostet, hat aber eben den Vorteil, dass man nicht gezwungen ist, 3 x am Tag stosszulüften. Einem Haus der heutigen Zeit merkt man es an, wenn nicht gelüftet wird, denn es gibt so ohne weiteres keinen Luftaustausch, wie es in alten undichten Häusern war. Folge können Schimmel und Feuchtigkeit sein. Eine Klimaanlage ersetzt keine Lüftung, eine Lüftung ersetzt keine Klimaanlage.
    Eine kluge Ausrichtung und Positionierung von Schlaf-, Büro und Aufenthaltsräumen wie auch deren Fensterflächen vermindert das Aufheizen von Räumen.
     
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  4. #4 11ant, 18.01.2026 um 16:24 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 18.01.2026 um 16:39 Uhr
    11ant

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    Da tendiert Ihr entschieden zu früh. Ich mache das beruflich und mit über vierzig Jahren Erfahrung in Eigenheimplanung, Baufirmen und Haushersteller finden zu gehen, und treffe die Bauweisenentscheidung niemals als Vorfestlegung. Auch wenn bei Hanggrundstücken die Steiner im Vorteil sind, frage ich im Rahmen der > Weichenstellung während der > Teigruhe (zwischen den ersten beiden von drei Planungsmodulen) grundsätzlich auch die Holzer mit an.

    Verpflichtend ist die Anwendung des GEG, und auch in Verbindung mit Förderprogrammen nicht zwingend eine KWL. "Standard" kann man bei einem Neubau faktisch bejahen; eine KWL wegzulassen beschädigt praktisch den Wiederverkaufswert (was ja nicht nur beim gewollten Verkauf gilt). Je mehr Räume in eine KWL eingebunden sein sollen, desto wirtschaftlicher wird (nicht nur kostentechnisch) eine zentrale Anlage.
    Ja, es gibt mehrere Angebote, entweder nur eine Kühlfunktion oder auch eine vollwertige Klimaanlage zu integrieren.

    Daß Ihr als Inklusivleistung eines Geschäftspartners nur die "notwendigen" Architektenleistungen und auch diese nicht transparent ausgewiesen bekommt, habt Ihr zutreffend erkannt. Mein (kostenlos öffentlich nachlesbarer) Hausbau-Fahrplan berücksichtigt stets den für die Baufamilie günstigsten Weg und kombiniert deshalb die Wege der Planung "mit" und "ohne" den Architekten. (Auch) zu diesem Zweck werden die ausführenden Unternehmen (sowohl einzeln als auch als Generalunternehmer) in einem zweistufigen Verfahren angesprochen und ausgewählt.
    Meine Empfehlung lautet auf den folgenden Weg:
    1. Beauftragung eines freien Architekten mit dem "Modul A" siehe vorgenanntem Hausbau-Fahrplan - OHNE ihm mit eigenen Planungsversuchen auf´s Pferd helfen zu wollen; am besten nur mit einem Anforderungsprofil / Raumprogramm;
    2. Einlegen der Teigruhe und Durchführung der Weichenstellung (selbst, unterstützt oder direkt durch einen freien Berater);
    3. der weitere Weg wird dann bereits durch das Ergebnis der Weichenstellungs-Anfragerunde gewiesen: wenn ich eine solche durchführe, geht es in der Frage 2 immer um das dem Vorentwurf des Architekten (nicht optisch gemeint) ähnlichstmögliche Katalog-Hausmodell der angefragten Anbieter (meist insgesamt eine Handvoll Steiner und Holzer, mehr braucht es in diesem Schritt nicht).

    Ein freier Architekt ist grundsätzlich sinnvoll, und insbesondere das nominell recht viele Honorar für die Leistungsphase 5 ist bestangelegtes Geld. Läßt man diese weg, wird das Haus nicht günstiger, aber Kainsmale in Form von Trockenbau-Umkleidungen von Leitungsführungen zeugen dann von unterschätzter Planung. Die LP5 ist auch ein Filter für "Gerddieter warnt" Architekten: Grundrißmaler mit empfindlichem Mangel an Fähigkeit zur Budgettreue, mit anderen Worten: PL (Planung ohne Ahnung).
     
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  5. Cedric de Boer

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    Hallo,
    1. Architekt vs. Bauunternehmen mit Planung
    Beides funktioniert, aber ich persönlich würde den Weg über ein Bauunternehmen mit integrierter Planung vorziehen – vor allem, wenn schlüsselfertig gebaut werden soll.
    Der große Vorteil: Die planen in der Regel so, wie sie später auch bauen, weil dahinter Handwerker und feste Abläufe stehen. Beim klassischen Architekten erlebt man nicht selten, dass nach Beauftragung erstmal umgeplant wird. Das kostet Zeit, Nerven und oft zusätzlich Geld.
    Ja, Architektenplanung ist unabhängiger und besser vergleichbar – in der Praxis ist sie aber auch teuer (10–15 %) und nicht automatisch wirtschaftlicher.


    2. Lüftungsanlage und Klimaanlage
    Eine zentrale Wohnraumlüftung ist nicht verpflichtend, aber heute faktisch Standard bei Neubauten wegen der dichten Gebäudehülle. Sie sorgt für Frischluft und Feuchteschutz, ersetzt aber keine Klimaanlage.
    Split-Klimaanlagen (1 Außengerät, mehrere Innengeräte) sind problemlos möglich und sinnvoll für Schlaf- und Arbeitsräume. Lüftung = Luftqualität, Klima = Kühlen. Kombinieren lässt sich das gut, ersetzen tut sich das nicht.
     
  6. 415B

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    Ich würde mir auf jedenfalls einen UNABHÄNGIGEN Sachverständigen mit ins Boot holen.
    Ja das sind noch mal 10% mehr aber der sollte dafür Fehler nicht übersehen und man kann auch Verträge so gestalten das der prozentual an akzeptablen Einsparungen beteiligt wird.
     
  7. nordanney

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    Jep, die planen so, wie sie halt bauen. Und genau das ist das Problem. Das Bauunternehmen mit seinen eingefahrenen Prozessen/Produkten und dem "Geld verdienen" steht im Mittelpunkt. Nicht die perfekte Planung für den Kunden, denn das kostet Aufwand und damit Geld. Dann lieber den vom Kunden mitgebrachten Entwurf (oder den "das machen wir immer so Entwurf) so optimieren, dass es für das Unternehmen die beste Lösung gibt...
    Es stimmt, dass Architektenhäuser gerne teurer werden. Aber nicht, weil es Architektenhäuser sind, sondern weil der Kunde Wünsche äußert, die Geld kosten und umgesetzt werden. Genau die Wünsche, die der Anbieter mit den Häusern von der Stange einfach nicht anbietet oder anbieten will.
    Bestenfalls wird ein 08/15 Standardhaus aus dem Katalog günstiger. Weil dieses dann schon zig-fach gebaut wurde, Pläne vorliegen, Mengen und Qualitäten bekannt sind, Statik besteht etc.
     
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  8. 11ant

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    "Notwendige Architektenleistungen" (mehr ist da typischerweise nicht inkludiert) sind nicht wirklich eine "Planung", die sind nämlich im wesentlichen eine alleinstehende Leistungsphase 4 (im Sinne von Königswinter, nichts davor und nichts dahinter) plus Schal- und Bewehrungsplänen und einschließlich Statik. Die Ausführungsplanung interessiert den Bauunternehmer nämlich nur für seine selbst erbrachten Leistungen (beim "Massiv"bau Mauern und Betonbauen) einschließlich der Leistungen seiner eigenen Hilfsarbeiter (Trockenbau, Fugen und WDVS oder Verklinkern). Betreffend seiner Subunternehmer sieht er sich nicht als Hüter seiner Brüder. Da tut ihm sehr häufig der dumme Bauherr den Gefallen, ihn bei der Aufmusterung zu umgehen und damit auch gewährleistungsrechtlich Verträge direkt mit den Subs zu schließen.
    Die für den Bauherrn beste Planung ist in einer anderen Weise perfekt, als was sich der Bauherr als Laie selbst darunter vorstellt. Nämlich tatsächlich am besten, wenn die Anpassung des Grundentwurfes an die Bedürfnisse der konkreten Baufamilie fachgerecht vorgenommen wird. Dem gegenüber (und sich selbst damit im Weg) steht oft die Vorstellung, der FOMO durch Einbau aller Traumhausfeatures zu begegnen. Für den Bauunternehmer ist die Unterschrift der Startschuß zu einem größtmöglichen Gewinn und nichts anderem. Den erzielt er, wenn er wie ein Panzer zu seiner größtmöglichen Marge als Value added Baustoffhändler durchrollt. Subs werden danach ausgewählt, per Saldo effektiv den besten Beitrag zur Marge zu leisten (im Einkauf billig, minus wenig Ärger durch Gewährleistung). Ein Traum für einen GU ist, wenn der Kunde selber Architektenzauberlehrling spielt und einen genehmigungsfähigen Entwurf aus dem Internet klaut und per Freeware Malprogramm "optimiert". An den schreibt man ihm dann einen überzeugenden "Fest"preis dran und fertig.
    Umplanungen und Ummusterungen sind ein großer Kostentreiber, aber das gilt unabhängig von der Herkunft der ursprünglichen Planung. Plopp das heißt Stop - wenn danach weiter gehoppt wird, kostet das Strafgeld. Vergleichbarkeit entsteht durch fachgerechte Ausschreibung statt "Preisanfragen so unprofessionell als ginge es nur um den Auftrag an einen Maler oder Tapezierer". Und nicht die Planung mit einem Architekten an sich ist teuer, sondern die Planung explizit mit einem "Gerddieter warnt" Architekten, also einem Grundrißmalkünstler ohne Ausführungs- und Abrechnungserfahrung. Ein guter Architekt bringt sein Honorar gleich zweifach aus Bauherrensicht ins Verdienen: zuerst durch einen Entwurf, der ohne Verlust an Wohnqualität darauf verzichtet, etwa 20% mehr Fläche (gleichbedeutend mit im selben Maße mehr Kosten) allein dadurch zu erzeugen, daß der Laie die Speckröllchenquadratmeter nicht erkennt; und danach in der nur nominell honorargewichtigen, sich jedoch wie keine andere selbsttragenden Leistungsphase 5. Die 5 ist die Basis der 6-und-7, später der 8 und im übrigen auch der vermiedenen Trockanbauumkastelungs-Kainsmale. Nur Schmiede ihres eigenen Unglückes verzichten auf diese Leistungsphase, die man keineswegs nur auf Individualplanungen, sondern auch auf angepaßte Katalogentwürfe anwenden sollte. Ein Katalogentwurf ist immer eine gute Basis und man sollte ihn mit Bedacht variieren, also zumindest als Normalfamilie 2E2K und mit einem Flachgrundstück außer formatgleich lediglich positionsverschobenen Türen und Fenstern nichts daran ändern. Die Statik ist ebenfalls beizubehalten, also nur nichttragende Wände (aussteifend dürfen sie sein) sind verschiebbar. Wie man klug damit umgeht, ein Hanggrundstück oder eine Drei- oder Mehrkinderfamilie zu haben, kann man alles bei mir nachlesen. Wichtig ist auch zu beachten, daß es keine transgenen Kataloghäuser gibt, d.h. die wesentlichsten Vorteile eines Kataloghauses in die Tonne getreten sind, wenn man einen Entwurf aus dem Meier-Katalog mit Huber baut oder umgekehrt. Und immer schön das "Steine"mantra beachten (auch bei hölzernen Häusern) !
     
  9. 11ant

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    Ein guter unabhängiger Sachverständiger ist der Architekt. Und selbstverständlich - aber von erschreckend wenigen Baufamilien auch praktiziert - kann man die Budgettreue zum Honorar(bonus)bestandteil des Architektenvertrages machen !
    Allerdings funktioniert das im Zusammenhang mit einer Compliance, zu der viele Baufamilien wegen des vorstehend beschriebenen FOMO-Problems nicht bereit sind.
     
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