Anstehende Erneuerung der Heizung, EFH KfW 70

Diskutiere Anstehende Erneuerung der Heizung, EFH KfW 70 im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, bei mir steht in den nächsten Jahren der Austausch des mittlerweile 20 Jahre alten Pelletbrenners an. Damit ich nicht von heute...

  1. DocBrown

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    Hallo zusammen,
    bei mir steht in den nächsten Jahren der Austausch des mittlerweile 20 Jahre alten Pelletbrenners an.

    Damit ich nicht von heute auf morgen eine überhastete Entscheidung treffen muss, mache ich mir gerade
    ein Bild, welche Varianten für meine Situation sinnvoll wären.

    Ich habe unten die derzeitige Situation und meine Überlegungen zur neuen Heizung beschrieben.
    Ein mir sehr wichtiger Punkt ist die Autarkie im Ernstfall,
    d.h. ein Betrieb über ein bereits vorhandenes einphasiges Notstromsystem muss möglich sein.
    Die mir noch unklaren Punkte habe ich mit ? markiert.

    Es wäre super, wenn ich von euch ein paar klärende Gedanken oder Hinweise bekommen könnte.

    Derzeitiger Stand:

    Freistehendes EF-Haus, KfW 70, BJ 2006, erworben 2012
    140 m2 beheizte Wohnfläche, Fußbodenheizung, bewohnt von 2 Personen
    Pelletbrenner Froeling P2 10 kW
    Kaminofen 6 kW, kann über Konvektion fast das ganze Haus beheizen
    Warmwasser im Sommer fast vollständig über Solarthermie, im Winter vom Brenner.

    Verbräuche von Oktober bis April im Schnitt der letzten 14 Jahre
    Pellets 1.800 kg
    Brennholz 400 kg trockene Buche
    Stromverbrauch 1.500 kWh

    Damit komme ich auf einen mittleren jährlichen Wärmebedarf von
    0.8 * 1.800 * 5 = 7.200 kWh (Heizung)
    0.8 * 400 * 4 = 1.280 kWh (Kaminofen)
    1.500 kWh Strom
    => 9.980 kWh gesamt (~ 57 kWh pro m2 und Jahr)

    Geschätzter Energieeintrag für die kältesten Tage der letzten 14 Jahre (-8 Grad Durchschnittstemperatur)
    Brenner 80 kWh
    Kaminofen 15 kWh
    Strom 15 kWh

    Entspricht einem mittleren Wärmeeintrag von 110 kWh / kältestem Tag (inklusive Warmwasser)
    Durchschnittliche Heizleistung des Brenners an diesen Tagen 3.3 kW.

    Mögliche Varianten für den Austausch:

    Neuer Pelletbrenner
    Vorteile

    + am einfachsten, da Infrastruktur vorhanden
    + daher insgesamt niedrigster Preis für den Austausch
    + günstigster Brennstoff, vor Ort gelagert (autark)
    + wenig Risiken, dass beim Austausch etwas schiefgeht oder später nicht funktioniert
    Nachteile
    - Brennstoff muss angeliefert werden
    - Heizungsraum bleibt unbenutzbar wegen Pelletlager
    - Wartungsaufwand für Pelletbrenner (meine Erfahrung)
    - vermutlich wieder zu hohe Leistung für das Haus:
    ohne Pufferspeicher muss die Fußbodenheizung mit 45 Grad im Vorlauf gefahren werden,
    um die Wärme des Brenners aufnehmen zu können. Ansonsten taktet der Brenner sehr oft.
    Für einen Pufferspeicher ist aber kein Platz.​

    Gastherme mit Flüssiggastank
    Vorteile

    + wartungsarm
    + gut dimensionierbar
    + nimmt im Haus wenig Platz weg
    + Pelletlager wird frei für andere Dinge
    + Brennstoff vor Ort gelagert (autark)
    Nachteile
    - Brennstoff muss angeliefert werden
    - Gastank wird benötigt, zur Miete oder zum Kauf, nur unterirdisch akzeptabel
    - teuerster Brennstoff
    - rechtliche Situation unberechenbar ("Weltklimarettung" durch Deutschland)

    Luftwärmepumpe (einphasig)
    Vorteile

    + wartungsarm?
    + nimmt im Haus wenig Platz weg
    + Pelletlager wird frei für andere Dinge
    + keine Brennstoffanlieferung
    Nachteile
    - hoher Geräte- / Installationspreis?
    - komplexe Systemplanung, wenig Raum für Fehler?
    - einphasig möglicherweise nicht ausreichend dimensionierbar?
    mehrphasig vom Stromnetz abhängig (einphasiges Notstromsystem)
    => eingeschränkte Autarkie?​
    - zukünftiger Strompreis schwer kalkulierbar
    meine Annahme: jährliche Kosten zwischen den beiden anderen Varianten​
    - Gerät steht im Garten rum
    - niedrige Warmwassertemperatur?

    Das wars erstmal, aber der Text ist ja auch schon lange genug.
    Ich bin derzeit noch komplett unentschieden, jede Variante hat Vorteile und Nachteile.
    Bei der einphasigen Wärmepumpe ist mir nicht klar, ob das überhaupt machbar ist.
    Einmalig höhere Kosten sind weniger ein Problem, wenn dadurch z.B. im Haus ein halber Raum frei wird.
    Wo liege ich falsch, was habe ich noch nicht bedacht?

    Viele Grüße, und danke im Voraus für eure Informationen,
    Winfried
     
  2. chris84

    chris84

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    Wo ist das Problem?
    Wenn du eine FBH hast, die vom 10kW Pelleter die Leistung bei 45°C abnimmt, Pack ne <5kW Luftpumpe dran - dann klappt das auch mit 35°C VL.
    Wird die Hütte mit 35°C VL warm?

    Installationsaufwand? Pumpe vors Haus stellen, die 2 Rohre anschließen und fertig.
    Der Rückbau des Pelleters dürfte mehr Aufwand sein als der Einbau der Luftpumpe.

    Autarkie spielt doch keine Rolle wenn du Holz in den Kamin werfen kannst. ne kleine WP <10kW ist darüber hinaus eigentlich immer 1- phasig, abgesehen vom Heizstab...

    Flüssiggas willst du nicht. Den Tank im Garten vergraben dürfte teurer sein als die ganze Luftpumpe...
     
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  3. Deliverer

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    Alles außer WP wäre teurer Unsinn.
     
  4. nordanney

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    Stimme zu. Noch mal berechnen lassen und 200€ in die Hand nehmen. Aber ne 5er dürfte reichen.
     
  5. DocBrown

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    Danke erstmal für eure Beiträge!

    Davon gehe ich aus. Für die 80 kWh an kalten Tagen läuft der Brenner nur etwa 9 Stunden, die Hauptpumpe nur 8 Stunden.
    Die Stellventile der FBH sind derzeit alle komplett offen (bis auf Schlafzimmer), damit die Pumpe möglichst wenig Widerstand hat.
    Die Wärmeverteilung ist trotzdem gut, glücklicherweise. Die meiste Wärme bleibt im EG, und kann über Treppenhaus und Galerie
    ins 1.OG aufsteigen. Nur das Bad im 1.OG kriegt noch einen richtig warmen Boden. aber genau so soll es m.E. sein.

    Wenn das alles so einfach ist, was geht dann bei anderen Hausbesitzern mit WP schief?
    Dann liest man was von Hydraulikproblemen, falsch ausgelegt, taktet zu oft, Schäden an der Elektrik usw.
    Der Erfolg hängt offenbar primär an der Qualität des Handwerksbetriebs,
    und da fühle ich mich in den letzten Jahren wie vor Gericht und auf hoher See: In Gottes Händen...
    Zumal ich bei dem Thema Heizung kaum etwas selbst überprüfen kann. :(

    Wie läuft das bei 35 Grad VL mit dem Warmwasser? Eigene Brauchwasser-WP? Die muss ja eingerechnet werden.

    Der Heizstab macht bei einem Stromausfall wohl wenig Sinn. Selbst bei einer Arbeitszahl von nur 2.0 kriegt
    man über die WP immer noch doppelt so viel Energie rein wie über den Heizstab, oder verstehe ich da was falsch?
    Der Kaminofen macht das im Ernstfall deutlich besser.
     
  6. Deliverer

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    Man liest ja nur, wenn was nicht klappt. Die meisten WPs laufen ganz wunderbar. Ich würde soweit gehen und behaupten, dass mehr Menschen Ärger mit Pelletern haben, als mit WPs.
    Wenn man sich selbst ein wenig bemüht (und das machst du, du bist schon im Forum, bevor was schiefgegangen ist! ;-) ) läuft es fast garantiert gut und mit Arbeitszahlen jenseits der 4.
    Deine Hydraulik ist - ohne sie gesehen zu haben - ziemlich sicher voll WP-tauglich.
    Heizlastberechnung lässt du noch machen, dann gibts auch keine falsche Dimensionierung.
    Klar: Ein Sani, der gerne und lange WPs einbaut ist immer von Vorteil. Aber inzwischen reicht auch ein Kumpel, der zwei Flexschläuche dicht kriegt und ne Kernbohrung machen kann. Geplant wird mit Hilfe des Internets.
    Das Warmwasser macht auch die Heizungs-WP. Dann natürlich nicht mehr mit 35° sondern mit 55°. Das ist aber für moderne R290er-WPs kein Problem. Die gehen auch auf 75.
    Der Heizstab kommt bei ordentlicher Auslegung nie zum Einsatz. Bei Stromausfall läuft der natürlich nicht. Genausowenig wie die Wärmepumpe oder die Gasheizung oder der Pelletbrenner. Da hilft nur noch der Kaminofen, der bei dir ja sogar schon zur Verfügung steht. Du hast also schon dein Netz mit doppeltem Boden.
     
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  7. chris84

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    1. Man liest und hört vorwiegend von Problemen, nicht von Lösungen
    2. Die Hydraulik ist das a und o. Wenn ein unfähiger Heizi in eine verkorkste Hydraulik ne WP einbaut, geht das natürlich schief. Eine klassische Feuerstätte juckt das eher wenig, die fährt im Notfall einfach mit >75°C da rein.
    3. Schäden an der Elektrik gibts nur, wenn ein Pfuscher dran rumpfuscht. Ne WP ist da nix anderes wie ein sehr viel größerer Kühlschrank.
    Ist natürlich ein Unterschied, ob ein 15kW-Monster mit 5kW elektrischer Dauerlast läuft, oder ne 5kW-Maschine, die meist unter 1kW bleibt. Natürlich sollte der Anschluss der WP fachgerecht für eine derartige Dauerleistung hergestellt werden.
    Genau so wie jetzt auch - zur Wasserbereitung schaltet der Wärmeerzeuger über ein 3-Wege-Ventil auf den Wasserspeicher und fährt dann natürlich die VL-Temperatur dafür hoch, wenn es sein muss bis 65°C bei der WP. Wenn es nicht langt, nimmt er ggf. den Heizstab dazu. In der WW-Bereitungszeit wird die FBH natürlich nicht bedient, aber das ist bei der "klassischen" Heiztechnik nicht anders.
    Eine extra WWWP macht nur in wenigen Ausnahmefällen Sinn.
    Da du WW bereiten musst, würde ich auch min. ne 5kW Maschine wählen, sonst dauert das einfach zu lange.
    Der Heizstab ist NUR ein Backup. Bei entsprechender Auslegung wird der üblicherweise NIE gebraucht, nur wenn der Verdichter wg. defekt ausfällt (Redundanz).
    Du wirst du WP bei Stromausfall zum Heizen nicht nuztzen. Hast du 1-phasig Backup, kannst du aber mit der WP dennoch Warmwasser bereiten, solange dein Akku genug liefern kann. In dem Fall muss man ja nicht auf 65°C WW-Temperatur hoch...
     
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  8. DocBrown

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    Das mit den zwei Vorlauftemperaturen für FBH und WW war mir nicht klar, danke!
    Auch, dass so kleine Wärmepumpen regelmäßig verbaut werden, ist eine wichtige Information.

    Naja, da steht auch noch ein 5 kW Diesel Inverter, der kann ins Notstromsystem einspeisen, darüber die Wärmepumpe versorgen
    und gleichzeitig den Akku wieder aufladen. Und bei Sonnenschein macht das die PV, im Winter natürlich eher nicht.

    Das Warmwasser habe ich jetzt auch schon nur auf 55 Grad, das reicht völlig. Bei den 65-70 Grad über die Solarthermie
    im Sommer verbrüht man sich ja nur. Obwohl, meine Frau hält das irgendwie aus, die ist da schmerzbefreit.

    Sollte ich die Aktion zeitnah angehen, oder warten, bis der Pelletkessel das Zeitliche segnet?
    Derzeit läuft alles so weit ok, es besteht diesbezüglich kein Handlungsdruck.
    Es sei denn, irgendwelche Förderungen laufen aus, oder es sind signifikante Preiserhöhungen zu erwarten.
     
  9. Deliverer

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    Planung und Anbietersuche sollte man immer machen, wenn die Heizung noch läuft. Und dann zu einem passenden Zeitpunkt umsteigen. Vielleicht hast du ja auch Lust, selbst etwas zu tun. Damit spart man am meisten.
     
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Anstehende Erneuerung der Heizung, EFH KfW 70

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