Sanierung Haus Baujahr 1965

Diskutiere Sanierung Haus Baujahr 1965 im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo liebe Community, ich habe vor Jahren das Haus meiner Großeltern geerbt. Basics Baujahr: 1965 Bauweise: alleinstehendes Einfamilienhaus...

  1. Andreas800

    Andreas800

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    Hallo liebe Community,

    ich habe vor Jahren das Haus meiner Großeltern geerbt.

    Basics
    Baujahr: 1965
    Bauweise: alleinstehendes Einfamilienhaus
    Wohnfläche: 130m²
    Gesamtfläche: ich schätze ca. 200m² wenn man alle Flure und Dachschrägen mitrechnet

    Baulicher Zustand
    Satteldach in Holzkonstruktion mit Wärmedämmung aus 200mm Isover Klemmfilz (Saniert 2010)
    Massiv mit roten Klinkern und vermutlich doppelschaligem Mauerwerk
    Kunststofffenster mit Isolierverglasung (2 fach verglast) und Kunststoffrolläden (ca. aus dem Jahr 1990)
    Wasserleitungen erneuert ca. 2005 (ich weiß aber nicht ob auch die Abwasserleitungen erneuert wurden)
    Vissmann Vitogas Heizung aus 2003, teilweise Gusseisenheizkörper, teilweise wohl neuere von vielleicht 1990
    Sicherungskasten 2010 erneuert
    Küche und Bad ca. 2010 erneuert
    Keine größeren Schäden erkennbar aber einige Setzrisse zur Garage hin

    Ich würde gerne euren Rat einholen, welche Sanierungsschritte ihr für diese etwas über 60 Jahre alte Immobilie empfehlen würdet. Ich habe mir selber eine Liste erstellt, was in Frage kommt - was aber nicht heißt, dass ich unbedingt alles davon machen will (Siehe Anhang):

    upload_2026-3-9_7-24-47.png

    Ich möchte nach Möglichkeit bis zu meinem Lebensende in der Immobilie leben, was 40-50 Jahre sein könnte. Daher geht es mir nicht um den Verkaufswert und es geht mir primär auch nicht um Klimaschutz. Es soll um Substanzerhalt, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit gehen.

    Meine Tendenz ist daher auf einige teure Punkte wie eine Solaranlage zu verzichten und auch nur bedingt zu dämmen, weil ich Sorge vor Schimmel habe. Ich habe demnächst einen Termin mit der Verbraucherzentrale und werde mich danach an einen Energieeffienzexperten wenden. Ich bin für jeden Ratschlag dankbar!

    Liebe Grüße
    Andreas
     
  2. chris84

    chris84

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    Das ist Widerspruch Nr. 1
    und
    Das ist Widerspruch Nr. 2.

    Bei 50 Jahren Eigennutzungsdauer wird sich die Wirtschaftlichkeit in erster Linie an der Gebäudeeffizienz spiegeln. Und ein effizientes Gebäudes ohne Maßgebliche energetische Mängel ist die beste Versicherung vor Schimmel...
     
  3. Andreas800

    Andreas800

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    Wirtschaftlichkeit spiegelt sich in meinen Augen nicht einzig an der Gebäudeeffizienz, sondern an dem Kosten/Nutzen Aufwand. Wenn jemand ein Gebäude für 100.000 € energetisch saniert, ist es vielleicht ein sehr effizientes Gebäude aber das heißt nicht, dass er diese 100.000 € in 50 Jahren an Energieaufwand einspart.

    Beispiel:
    Ich habe aktuell Stromkosten von 900 € und Gaskosten von 1800 €. Auch wenn ich von steigenden Kosten ausgehe, glaube ich nicht, dass eine Solaranlage von 15.000 € sich für mich amortisiert. Umgekehrt könnte sich eine Einblasdämmung durchaus lohnen, weil diese ein besseres Kosten/Nutzen Verhältnis hat.

    Zum Schimmel: Ja du hast Recht, dass energetische Sanierung Schimmel vorbeugen kann. Eine gedämmte Wand hat eine höhere Innentemperatur und verhindert damit Kondensat und folgenden Schimmel. ABER dadurch können dann andere Stellen (verbleibende Wärmebrücken wie z.B. die Fensterleibung) umso eher schimmeln. Und ich möchte wissen, wie ich sicher stelle, dass dies nicht geschieht. Das heißt, was und wie muss ich dämmen?
    Deswegen z.B. meine Idee, die Tapeten durch Kalkanstrich zu ersetzen, da Tapeten und Kleister (gerade auf Fensterleibungen) schneller zu Schimmel neigen.
     
  4. nordanney

    nordanney

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    Glaube ist fehl am Platz. Das kann man mit Fakten berechnen. Wobei es schon echt schwer ist, eine PV-Anlage so zu rechnen, dass sie sich nicht in kurzer Zeit amortisiert - wenn dann noch optimierter Selbstverbrauch dazu kommt oder eine WP oder ein eAuto oder deutlich steigende Gaskosten, wird es echt schnell gehen.
    Nö, denn die Laibung bekommt im Rahmen der Sanierung eine dünne Laibungsplatte für nen 10er und das Thema ist erledigt.
    Schöne Idee. Hilft nur leider als alleinige Maßnahme gar nicht.
     
  5. Andreas800

    Andreas800

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    Danke für deine Antwort. Ich brauche genau solche Aussagen um mehr Klarheit zu bekommen.

    Zu den Themen die du ansprichst:

    Solaranlage: Nehmen wir an ich nehme eine überschaubare 3kWP Anlage mit 7 Modulen (da mein Dach viele Giebel hat, passen da auch nicht viel mehr drauf), Preis inklusive Installation und Speicher, da bin ich bei knapp 7.000 €. Ich habe kein E-Auto und keine Wärmepumpe. Nehmen wir an, ich spare von meinen Stromkosten von 900€ optimistisch 600€ im Jahr ein. Dann brauche ich zur reinen Amortisation 7000/600=11,6 Jahre. Ok es wird besser wenn ich irgendwann ne Wärmepumpe kaufe, wobei gerade wenn ich im Winter heize, scheint kaum die Sonne. Für mich klingt das nach etwas, das man machen kann, aber was nur im Gesamtpaket Sinn macht und das Gesamtpaket ist teuer. Ich weiß schlicht nicht ob sich einer energetische Sanierung wirtschaftlich lohnt.

    Laibung: Habe ich auch schon gehört, dass die Laibung durch eine Kalziumsilikatplatte geschützt werden kann. Ich bin dennoch verunsichert, weil ich dennoch immer wieder von Schimmel in gedämmten Altbauten höre. Wirklich jeder, von Kollege bis Freund sagt sofort "spinnst du? Willst du Schimmel im Haus?" Auch Aussagen wie "man muss 4-5 mal lüften" verunsichern mich. Alleine weil ich berufstätig bin, schaffe ich es nicht so oft zu lüften. Bestenfalls lüfte ich einmal morgens und einmal Abends. Auch weil ich alleine in dem Haus lebe, will ich nicht 10 Mal am Tag durchs Haus laufen und 5mal Fenster auf und 5mal Fenster zu machen.

    Kalkanstrich: Sehe ich nicht als alleinige Maßnahme. Meine Idee war eher -> Wenn ich schon saniere und auch die Wände für die Elektrik aufmache, dann tapeziere ich anschließend nicht, sondern streiche mit Kalkanstrich drüber. Wobei ich lese, dass Kalkanstrich sehr teuer ist und Tapeten wirken natürlich wohnlicher. Also vielleicht doch nur Kalziumsilikatplatte auf die kritischen Stellen und den Rest tapezieren.
     
  6. nordanney

    nordanney

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    Nimm das nicht an. Das ist Unsinn.
    Entweder nimmst Du - falls wirklich so ein absolute Mini-Dach vorhanden ist, was ich mir nicht vorstellen kann - ein Balkonkraftwerk mit 2kWp und Speicher für ab 1.200€ oder halt eine "richtige" Anlage. Wobei ich von letzterem ausgehe. Nur 7 Module auf ein Dach ist eigentlich eine Unmöglichkeit.
    Insofern vergiss Deine Berechnung. Geh mal davon aus, dass Du bei normaler Nutzung etwa bei +/- 10 Jahren zur Amortisierung landest. Wird es eine WP oder ein eAuto, dann wird es (zum Teil deutlich) besser. Oder rechne mit möglichen bis quasi sicheren Preissteigerungen.
    Am Ende ist eine PV so gut wie nicht kaputt zu rechnen - außer Du willst es unbedingt.
    Das ist der 1.000fach funktionierende Standard.
    Das sind alles Bauexperten oder haben die ihr "Wissen" vom Stammtisch. Frage doch einfach mal die Kollegen und Freunde, mit welchen Taupunkten und welchen relativen Luftfeuchtigkeiten bei welchem Lüftungsverhalten die rechnen. Die Antwort wird garantiert ein "Hä?" sein.
    Zum Thema Lüften: Ja, man muss so oft lüften. Das hat aber nichts mit irgendwelchen Sanierungen zu tun. Das ist Standard. Oder man verbaut Lüfter (auch gerne dezentral bei einer Sanierung), die die Arbeit übernehmen. Oder man lässt sich gar ein Lüftungskonzept erarbeiten - was beim Fenstertausch z.B. sogar Pflicht ist, gerade damit Schimmelthemen nicht auftreten.
    Kannst Du machen. Wird Dir aber nicht gegen Schimmel helfen. Eine kalte Wand wird Dir egal mit welcher Farbe wegschimmeln. Spätestens, wenn etwas Staub drauf ist, wird dieser nämlich zur Heimat des Schimmels. Was hast Du denn für einen Putz drunter? Gipsputz ist z.B. kacke für reine Kalkfarbe.
     
    BaUT gefällt das.
  7. Andreas800

    Andreas800

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    Danke für deine Antwort und ja, das ist Stammtischgeschwätze von meinen Bekannten.

    Nur mal unter uns: Wer lüftet wirklich 5 mal jeden Tag ein komplettes Haus durch? Wer kann das überhaupt? Wer berufstätig ist, kommt einmal morgens und vielleicht zweimal Abends zum Lüften. Diese "5 mal Lüften" klingt für mich immer nach der "du kommst aus dem Gefängnis frei Karte" aus Monopoly. Nach dem Motto: Es ist immer der Bewohner Schuld, weil der nicht genug lüftet. Ich glaube im Leben nicht dass Menschen im Schnitt 5 mal am Tag lüften.

    Mein Idee wären da eher Pfalzlüftungen für die Fenster und vielleicht wie du schreibst dezentrale Lüftungsanlagen. Werde ich alles mit meinem Energieeffizenzexperten im Rahmen des Sanierungsplanes durch sprechen.
     
  8. nordanney

    nordanney

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    Tja, das ist dann tatsächlich das Problem des Bewohners. Oder des Mieters, wenn er Schimmel bekommt. Dafür gibt es dann Lüftungskonzepte, damit ein ordentlicher Luftaustausch erfolgen kann.

    Als Einzelbewohner, der tagsüber nicht zuhause ist, hast Du den Vorteil, dass Du relativ wenig Feuchte ins Haus transportierst.

    Die machen Dir das Leben wirklich leicht. Nicht nur wegen Schimmel. Auch energieeffizient, immer frische Luft und Pollen bleiben draußen (falls Du Heuschnupfen hast, auch ein nicht zu unterschätzender Punkt - eigene Erfahrung).
     
    BaUT und Andreas800 gefällt das.
  9. chris84

    chris84

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    Frische Luft ist ein absolutes Grundbedürfnis des Menschen, noch vor Wasser, Essen und Wärme.
    "Alte" Gebäude lüften sich häufig von selbst durch Undichtigkeiten und Wind. Folge: Bei Windstille reicht es bisweilen nicht, und bei kaltem Ostwind wird es arg unbehaglich, schnell zu trocken und teuer bzgl. der Heizkosten.
    --> Für jedes popeilge Auto gibt es ein "Lüftungskonzept", aber bei Häusern hat man das lange lange Zeit dem Zufall überlassen.

    Du musst dabei immer beachten, dass es kaum eine energetische Sanierung gibt, die nicht "sowieso-Kosten" beinhaltet. Wenn du die Fassade machen musst, ist am Ende nur 50% der Kosten für den energetischen Aufwand, den Rest hättest du sowieso gebraucht.
    Hinzu kommt der Komfortgewinn, der sich nicht monetarisieren lässt.
    Eine PV hat nicht direkt etwas mit (energetischer) Sanierung zu tun - das ist ein zusätzlicher Anlageninvest, etwa so als würdest du dir ein Windrad in den Garten stellen. Das rechnet man sauber durch, und entscheidet dann, ob man das macht oder nicht. Die aktuell noch gültige Einspeisevergütung macht eine PV bis dato noch zum "no-brainer" - wenn man es nicht ganz falsch angeht lohnt es sich also immer.
     
  10. VollNormal

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    Da empfehle ich, eine Fachplanerin für Wärmeschutz hinzuzuziehen. Die kann dir genau diese Fragen beantworten.

    Keine Tapeten ist immer gut. Sieht auch regelmäßig besser aus. Statt des Kalkanstrichs würde ich aber eine (echte!) Silikatfarbe nehmen.
     
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Sanierung Haus Baujahr 1965

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