Unterputzdosen (Schalter, Thermostat) in Schornstein

Diskutiere Unterputzdosen (Schalter, Thermostat) in Schornstein im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir haben ein EFH BJ. 1954 kernsaniert und dabei einen zuvor nicht genutzten Schornstein im Spitzboden hochgemauert und an ihn im EG einen...

  1. Martinnn

    Martinnn

    Dabei seit:
    11.10.2023
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    wir haben ein EFH BJ. 1954 kernsaniert und dabei einen zuvor nicht genutzten Schornstein im Spitzboden hochgemauert und an ihn im EG einen 5kW Kaminofen angeschlossen. Leider haben weder wir noch die diversen beteiligten Gewerke (Bauleitung, Elektriker) bemerkt, dass einige Elektroinstallationen am Schornstein vorgenommen worden sind: Im EG eine Steckdose (unterhalb des Kaminanschlusses), ein Lichtschalter (etwa auf Höhe des Kaminanschlusses), zwei Thermostate für die Fußbodenheizung (30 cm oberhalb des Kaminanschlusses); im OG dann nochmal ein Lichtschalter und ein Thermostat.

    Die Außenmaße des Kaminzuges sind ca. 42 cm * 48 cm; Innenmaße soweit ich das durch die beiden Klappen messen kann ca. 15 * 18 cm. Mauerwerk und Putz dementsprechend ca. 13,5 - 15 cm. Installiert sind Gira E2 für den flachen Einbau, Gerätedosen also mit ca. 6cm Tiefe, weshalb zu befürchten ist, das sich zwischen den verlegten Kabeln und dem Kaminzug nur etwa 7-9 cm Mauerwerk befinden.

    Immerhin sitzt die Elektroinstallation nicht genau mittig auf dem Schornstein, die Mitte des Schalters im EG ist in etwa 16cm rechts vom Mauerwerk, also ungefähr dort, wo der Innenzug beginnt.

    Zulässig dürfte das so sicher nicht sein, weshalb sich mir schon auch die Frage stellt, weshalb das weder unserem Bauleiter noch den Handwerkern aufgefallen ist, und warum auch der Schornsteinfeger, der während der Bauphase und jetzt auch zur Feuerstättenschau im Haus war, keine Einwände hatte.

    Was mich gewundert und ein klein wenig optimistisch gestimmt hat, war, das die von den im Schornstein installierten Termostaten (Gira System 3000) angezeigte Temperatur nach zwei Stunden Kaminbetrieb lediglich bei 28 Grad Celsius lag, bei einer Raumtemperatur von 24 Grad. Ich hätte angesichts der Nähe zum Zug deutlich höhere Temperaturen erwartet. Habt ihr dafür eine Erklärung?

    Die praktische Frage ist: Wir werden den Kaminofen nur gelegentlich, vielleicht 10-30 mal im Jahr betreiben. Ist das aus eurer Sicht vertretbar, was sind die Risiken?

    Vielen Dank!
     
  2. thomenec

    thomenec

    Dabei seit:
    08.02.2017
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    241
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Berlin
    Hallo,
    das ist ja doof gelaufen...

    Ich würde sagen das Problem steckt darin, dass niemand sagen kann was bei den Stemm- und Schlitzarbeiten passiert ist. Wahrscheinlich wurde für die 6 cm tiefen Dosen nicht genau 6.5 cm tief gebohrt und gestemmt. Es könnte sogar mal lokal durchgebohrt worden sein oder die Reststärke verschwindend gering sein. Der Schornstein könnte Haarrisse und Undichtigkeiten bekommen haben.

    Was könnte passieren ? Es könnte zu Rausgasdurchtritt kommen oder lokaler Überhitzung und Beschädigung von Teilen der Elektroinstallation bis zum Durchbrand.

    Niemand kann halt sagen wie es genau aussieht und vermutlich auch nicht feststellen können. Mehrdimensionales Röntgen Deines Schornsteines wird auch Niemand tun. Je nach Einstellung des Schornsteinfegers dürfte dieser Dir vielleicht auch den Schonstein sperren wenn er davon erfahren würde, am Ende wird er nicht großzügig sagen "passt schon" und dafür Verantwortung übernehmen wollen.

    Nicht umsonst wurde der Schornstein mit seiner Wandstärke für eine Anschlussleistung X eines Kamins ausgelegt und abgenommen. Mit (lokaler) Wandstärke "Unbekannt" dürfte die Zulässigkeit in Frage stehen.

    Ich sehe das ausführende Unternehmen in der Haftung wenn es durch die Bauunterlagen von dem Kamin wusste, evtl. auch der Bauleiter. Man kann auch den Schornstein abreissen und neu errichten und die Installationen daneben verschieben. Aufwändig und teuer ohne Frage, evtl. ein Fall für die Haftpflichtversicherung des Unternehmens.

    Grüße
     
  3. Martinnn

    Martinnn

    Dabei seit:
    11.10.2023
    Beiträge:
    9
    Zustimmungen:
    0
    Vielen Dank für deine Antwort!

    Hast du denn eine Erklärung dafür, dass die Thermostate nur 28 Grad gemessen haben, also etwa 4-5 Grad über Raumtemperatur?

    Ich habe noch überlegt, ob es etwas nützen würde, nach zwei Stunden Kaminbetrieb mal die Temperatur in den Unterputzdosen zu messen; da müsste es ja Grenzwerte geben, ab denen eine Beschädigung der Elektronik auftreten kann.

    Verlegen der Elektroinstallation stelle ich mir sehr aufwändig vor. Die Kabel neu zu ziehen würde ja bedeuten, die Decke und die Wände an der Stelle wieder auf zu machen. Ist ja gerade alles neu gemacht worden vor einem Jahr ..
     
  4. driver55

    driver55

    Dabei seit:
    22.02.2008
    Beiträge:
    6.851
    Zustimmungen:
    1.784
    Beruf:
    Dipl.-Ing.
    Ort:
    Pforzheim
    So blind kann man normalerweise nicht sein. Und dann auch noch alle Beteiligten!

    Der Vorbesitzer hatte das durchgeführt oder ihr habt das bei der Kernsanierung vorgenommen? (Das geht aus der Beschreibung nicht hervor.)
    Es liest sich doch so, als ob dies bei der Kernsanierung …

    zeig mal die betreffenden Bereiche…
     
    Fred Astair gefällt das.
  5. thomenec

    thomenec

    Dabei seit:
    08.02.2017
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    241
    Beruf:
    Ing.
    Ort:
    Berlin
    Ich denke einfach niemand kann und will (wegen Haftung) genau sagen was wo wie stark an dem Schornstein beschädigt wurde und welche Gefahren so entstehen könnten. Frage den Schornsteinfeger, ich vermute er wird Dir den Schornstein sperren wenn er die Fakten wie hier geschildert erfährt.

    In diesem Fall kannst Du die ausführenden Firmen in Haftung nehmen und Abriss und Neuerrichtung verlangen. Oder Du verzichtest auf die zukünftige Nutzung des Schornsteins, dann kann alles bleiben wie es ist.

    Tut mir leid für Dich ...
     
  6. chris84

    chris84

    Dabei seit:
    15.08.2023
    Beiträge:
    1.753
    Zustimmungen:
    1.019
    Wenn du schon Grenzen ausloten willst, musst du einen Kaminbrand "simulieren". Informiere aber bitte vorher die Feuerwehr :closed:

    Der Kamin muss eine definierte Feuerwiderstandsklasse aufweisen. Kein Mensch wird dir so aus dem Stehgreif sagen können, ob er die noch einhält, nachdem dort Dosen eingebaut worden sind.
     
    Fred Astair gefällt das.
Thema:

Unterputzdosen (Schalter, Thermostat) in Schornstein

Die Seite wird geladen...

Unterputzdosen (Schalter, Thermostat) in Schornstein - Ähnliche Themen

  1. Unterputzdosen stehen über – Was kann ich noch retten?

    Unterputzdosen stehen über – Was kann ich noch retten?: Hallo zusammen, ich wende mich mit einer Frage an euch, die mir ehrlich gesagt etwas unangenehm ist. Ich habe die Rohinstallation im Neubau...
  2. Luftdichte Unterputzdosen

    Luftdichte Unterputzdosen: Hallo, es gibt Winddichte Unterputzdosen. Ich bin mir mit folgendem Unsicher und würde mich freuen, wen ihr mich beratet: In einem Mauerwerk aus...
  3. Unterputzdose schließen um Aufputzlampe zu montieren?

    Unterputzdose schließen um Aufputzlampe zu montieren?: Hallo zusammen. Wir sind gerade dabei den Außenbereich unsere Neubaus zu machen und sind nun auf ein Problem gestoßen. Interessanterweise hat...
  4. Trafo ohne Unterputzdose in die Wand legen?

    Trafo ohne Unterputzdose in die Wand legen?: Hallo zusammen, ich hätte folgende Frage: Darf man einen Tarfo ohne Unterputzdose in eine Trockenbaudecke legen? Möchte mir das Aufschneiden...
  5. Ölflex durch Unterputzdose

    Ölflex durch Unterputzdose: Hallo zusammen, bevor ich nun wieder meinen Elektriker nerve, ist es grundsätzlich erlaubt eine 4x1,5 Ölflex Leitung (z.B...