Feuchte Außenwand im Altbau. Hinterlüftete Vorwand sinnvoll oder erst komplett sanieren?

Diskutiere Feuchte Außenwand im Altbau. Hinterlüftete Vorwand sinnvoll oder erst komplett sanieren? im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich stehe aktuell vor einem Problem mit einer feuchten Außenwand im Altbau und würde gerne eure Einschätzung einholen. Zur...

  1. QuincyCurry

    QuincyCurry

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    Hallo zusammen,
    ich stehe aktuell vor einem Problem mit einer feuchten Außenwand im Altbau und würde gerne eure Einschätzung einholen.

    Zur Ausgangssituation:
    • Altbau, Außenwand ca. 30 cm (genauer Aufbau unbekannt)
    • In einer Ecke (ca. 70 × 30 cm) starker Schimmelbefall
    • In diesem Bereich war über mehrere Jahrzehnte eine Küche direkt davor
    • Hinter dem Putz befindet sich Heraklit (siehe Fotos)
    • An der Wand ist keine Außendämmung
    Was mir noch aufgefallen ist:
    • Direkt an der Wand ist ein altes Fahrsilo
    • Das Gelände hat dort ein Gefälle
    • Die Höhe des Fahrsilos passt an der Stelle ziemlich genau zur Fußbodenhöhe innen
      • Meine Vermutung: Feuchtigkeit drückt von außen genau in diesem Bereich in die Wand
    Langfristig planen wir, dass ein WDVS angebracht wird. (Innerhalb der nächsten 2 Jahre)

    Da der Raum künftig als Schlafzimmer genutzt werden soll, würde ich das Problem gerne zumindest „in den Griff bekommen“ bis die Außensanierung erfolgt.
    Ich habe an eine hinterlüftete Vorwand gedacht, um die feuchte Wand vom Innenraum zu entkoppeln und durch die belüftung Schimmelbildung zu vermeiden.

    Zusätzliche Info: Die Elektrik im Raum wird ebenfalls komplett erneuert. Statt zu Schlitzen, könnte man doch die Kabel direkt an der Wand führen und unter der Wand verstecken.

    Meine Fragen:
    1. Macht eine hinterlüftete Vorwand in so einem Fall überhaupt Sinn
    oder verschlimmere ich das Problem (z. B. versteckter Schimmel hinter der Konstruktion)?
    2. Wäre es sinnvoller, den bestehenden Putz (inkl. Heraklit) komplett zu entfernen
    und die Wand innen einmal sauber neu zu machne?
    3. Gibt es eine empfohlene „Übergangslösung“ bis zur Außendämmung (WDVS) die aus eurer Sicht sinnvoll ist?

    Vielen Dank euch schon mal für eure Einschätzungen!

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  2. BaUT

    BaUT

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    Hinterlüftete Vorwand ist in diesem Fall die Vollkatastrophe - da zücktest du die Pilze in der Hinterlüftungsebene.

    Ich vermute, dass es sich um ein 70er Jahre Haus mit einer Außenwand aus 24 cm Hbl-Mauerwerk inkl. Innendämmung aus HWL-Platten handelt.
    In einem solchen Fall muss die Ursache der Pilze gar nicht Feuchtigkeit von außen sein, sondern ...

    Die Ursache der Feuchtigkeit ist evtl. die geometrische Wärmebrücke, verschärft wurde das Problem vermutlich durch die Küchenschränke, die eine Erwärmung und Trocknung der Ecke verhindert haben. Da hat sich dann in jedem Winter die feuchtwarme Küchenluft in der kalten Ecke hinter den Küchenschränken niedergeschlagen.

    An solch lausig gedämmten Außenwänden (U-Wert > 1,0 W/m²K) sollten grundsätzlich keine Möbel stehen!

    Wenn du ein Provisorium von innen brauchst, dann würde ich mindestens 20mm Jackoboard bzw. Wedi-Platten empfehlen (je dicker je besser) und wenn mit der Innendämmung etwas Dauerhaftes werden soll, dann nimm Linitherm PAL SIL (Fa. Linzmeier).
     
  3. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    1. Nein
    2. Ja, wenn der Raum erneuert wird, würde ich Putz, Heraklit-Verkleidung, Fliesenkleber, usw. sorgfältig entfernen und die Wand neu verputzen. Falls es sich wie vermutet um Hohlblocksteine aus Leichtbeton handelt, würde ich die Wände mit einen Kalk-Leicht-Grundputz mit mineralischen Leichtzuschlägen (Putzstärke ca. 15 mm, Rohdichte: ca. 1000 kg/m³, Lamda: ca. 0,36 W/m*K, Wasserdampfdiffusionswiderstandzahl: 10, W0) als Unterputz verputzen. Dann eine Kalk-Glätteputz (Putzstärke ca. 2-3 mm, Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl = 10, W0) und Kalkfarbe.
    3. Wie wird denn der Raum beheizt?
     
  4. QuincyCurry

    QuincyCurry

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    Hallo zusammen,
    vielen Dank euch beiden für eure Einschätzungen!

    Zur Beheizung:
    Der Raum wird über einen Heizkörper beheizt (der alte wird vom Heizungsbauer ersetzt). Früher wurde generell über einen Herdofen geheizt.

    Vielen Dank auch für den Hinweis zur hinterlüfteten Vorwand. Schimmel zu züchten und zu verstecken ist natürlich keine Option.
    Die Erklärung über die Wärmebrücke ist für mich super zur Einordnung.
    Ich nehme aus euren Antworten mit, dass ein Rückbau bis aufs Mauerwerk notwendig ist.

    Werden Jackoboard/Wedi bzw. Linitherm-Platten direkt auf das Mauerwerk geklebt oder sollte vorher wieder ein Putzaufbau drauf?
    Würdet ihr in meinem Fall eine dünne Innendämmung als Übergang bis zur geplanten Außendämmung empfehlen oder eher mit dem Kalkputz neu aufbauen und beobachten?

    Zum Baualter:
    Der betroffene Gebäudeteil ist vermutlich älter, das genaue Baujahr werde ich noch klären. Vermutlich eher so um 1960.

    Vielen Dank euch!
     
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