Sanierung Dach Turnhalle

Diskutiere Sanierung Dach Turnhalle im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo liebe Bauexperten, ich bin in der Liegenschaftsverwaltung einer kleinen Kommune tätig. Auf einer unserer Mehrzweckhallen befindet sich ein...

  1. #1 FelixBSS, 31.03.2026
    FelixBSS

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    Hallo liebe Bauexperten,

    ich bin in der Liegenschaftsverwaltung einer kleinen Kommune tätig. Auf einer unserer Mehrzweckhallen befindet sich ein ca. 32 Jahre altes Flachdach, dessen Sanierung wir für dieses Jahr planen.

    Es handelt sich um ein industrielles Leichtdach mit folgendem Aufbau(laut alten Plänen): Stahltrapezprofil (Thyssen T 148, ca. 3 % Gefälle), Dampfsperre,10 cm Dämmung (vermutlich Styrodur) sowie eine FPO-Abdichtung (evtl. Wolfin). Die Dachfläche umfasst rund 700 m². Zudem sind eine Blitzschutzanlage sowie Außengeräte für Lüftung und eine Luftwärmepumpe installiert, z.T. nachträglich.

    Aktuell habe ich einen ersten Entwurf für ein Leistungsverzeichnis erstellt und stehe nun vor der Frage, ob der neue Dachaufbau zwingend ab dem Stahltrapez erneuert werden muss oder ob auch eine Sanierung des bestehenden Aufbaus möglich ist. Ich kenne solche Bahnen nur von Bitumendächern.

    Daher würde mich interessieren, ob jemand bereits Erfahrungen mit der Sanierung von Flachdächern mittels Kunststoffbahnen gesammelt hat. Oder muss das sowieso neu wegen GEG?

    Es würde mich echt freuen, wenn ich da eine Einschätzung bekommen würde
     
  2. BaUT

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    GEG sagt "neu", wenn du die gesamte Dachabdichtung entfernst. Da kommst du nur drum rum, wenn ihr nachweisen könnte, dass das Tragwerk die Mehrlasten eines dickeren Dämmstoffaufbaus nicht nicht trägt.

    Wie ist denn die Bahn aktuell befestigt? Schienensystem in der Nahtüberdeckung?
     
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  3. ToTi

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    Ich zitiere mal Didi , "der Doppelgänger" Hallervorden : " Ich brauche mehr Details" bzw. Bilder.

    Es ist ganz sicherlich kein XPS verbaut, das wäre zu der damaligen und auch heutigen Zeit sehr ungewöhnlich. Normalerweise wurde damals EPS WLG040 kPa100 (ddh?) verlegt. Dampfbremse könnte auch nur eine PE-Folie sein, denn dieser Aufbau wird/wurde gerne bei solchen "Industriedächern" gemacht. Also dampfdicht eher nicht.
    Vor der Sanierung sollte geprüft werden ob Schadstoffe wie HBCD im EPS vorhanden ist.
    Das Bundesland wäre noch nett zu wissen, denn wenn Lastreserven vorhanden sind und das Bundesland eine PV-Pflicht hat, wäre das zu Berücksichtigen bei der Planung.
    Aber so BaUT schon richtig gesagt hat, wenn Sanierung, dann richtig und die alte Dämmung muss runter.
     
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  4. #4 Fabian Weber, 31.03.2026
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    FPO ist nach 32 Jahren eigentlich noch gar nicht fällig. Warum soll saniert werden? Gibt es Schäden?
     
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    Tja, das ist die Frage, was es wirklich ist. Wolfin ist kein FPO, sondern nur poppeliges PVC. Auch wenn das der Hersteller nicht gerne hört.
     
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  6. grozema

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    Man könnte die vorhandene Abdichtung mit Polyurea-Hotspray beschichten.
     
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    Ist der Aufbau geeignet um PV-Anlagen zu installieren, mit Auflast oder mech. befestigt?
     
  8. grozema

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    darum ging es den Fragesteller doch gar nicht, sondern um eine Sanierung - von daher habe ich in Richtung Abdichtung geantwortet.
     
  9. ToTi

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    Das war auch nur eine allgemeine Frage
     
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  10. grozema

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    Polyurea-Hotspray ist alleinig eine im Heißverfahren aufzutragende Beschichtung von vielleicht 3 mm Dicke.
    Diese trägt nicht zur Erhöhung der Tragfähigkeit der Konstruktion bei sondern dichtet dauerhaft ab.
    Das Material ist quasi unkaputtbar und hat eine Dehnbarkeit von bis zu 1000%.
    Das wird oft bei Flachdächern, Parkdecks, Industrieböden etc eingesetzt.
     
  11. FelixBSS

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    Hallo,

    erstmal vielen Dank für die konstruktiven Antworten!

    Wir hatten einen großen Wasserschaden und in mehreren Gutachten wurde z.T. meteorisches Wasser gefunden (Hauptursache war allerdings Leitungswasser aus einem Gastro-Bereich). Die Reparatur der Leckage sowie die Erneuerung des Innenausbaus wurde schon durchgeführt, allerdings möchten wir uns auch
    gegen Regenwasser absichern. In der Vergangenheit wurden schon diverse Reparaturen mit Flüssigkunststoff durchgeführt, das letzte Mal allerdings vor einigen Jahren.

    Das Dach ist wohl nur punktuell in der Überdeckung befestigt, zumindest würde ich die Vertiefungen so interpretieren(siehe Bild).
    Hausintern können wir eine Probeöffnung durchführen (dies ist bisher jedoch noch nicht geschehen) dann werde ich gerne auch Updates liefern.

    Ich hatte eigentlich gehofft, wir würden um einen statischen Nachweis herumkommen, mit der neuen Dämmung erhöht sich vermutlich aber auch die Last/m², daher müssen wir dies wohl neu prüfen lassen und es erscheint sinnvoll, auch eine mögliche Nachrüstung von PV und deren statische Anforderungen zu
    berücksichtigen.

    Als Verantwortlicher muss ich einen "wasserdichten" Fahrplan vorlegen und begründen können, warum ein deutlich teurer Neuaufbau die bessere Variante ist.
    Ob die Dampfsperre noch intakt ist und ob bei den zahlreichen Reparaturen und Nachrüstungen immer sauber angeschlossen wurde können wir nicht überprüfen.

    Gibt es eine Möglichkeit, ohne Prüfinstitut zu testen, ob die Bahn FPO oder PVC ist?


    Viele Grüße
     

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  12. ToTi

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    Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um eine PVC-Bahn handelt. Kann man gut erkennen an der Nahtsicherung und dem gitterförmigen Gewebe in der Bahn. Eine FPO-Bahn hat beides nicht.
    Wenn das Gewicht ein Problem ist, dann kann man leicht auf PIR-Dämmung umschwenken. PIR 120mm WLG023 hat einen U-Wert 0,19W/m2k. GEG also erfüllt.
    160mm hätte einen U-Wert von 0,14W/m2k.
    Es gibt Systeme für PV-Anlagen, die belasten die UK gerade mal 16kg/m2, also Halter und Module .
    Ihr müsst auf alle Fälle eine Gefährdungsbeurteilung für die Wartung und Instandhaltung der auf dem Dach befindlichen Anlagen erstellen. Ich denke, ihr werdet um ein Geländer nicht herumkommen. Anseilsysteme könnte man auch machen, aber hier muss der Eigentümer immer prüfen, ob der nach oben steigende Handwerker die Unterweisung/Schulung zum tragen der PSA! Die jährliche Wartung/Prüfung kostet auch eine Stange Geld. Im Endeffekt macht ein Geländer mehr Sinn. Für die Optik kann man auch ein klappbares Geländer nehmen.
    Lichtkuppeln sollten auch erneuert werden. Ich empfehle da immer welche aus Echtglas. Die 2-fach-verglaste Variante (1,3w/m2k) kosten vielleicht 300€ mehr als die 3-schaligen Kunststoffkuppeln (2,1W/m2k). Zumal die Kunststoffkuppeln gegen Durchsturz gesichert werden müssen. Die Echtglasvariante ist durchsturzsicher!

    Ob die Dampsperre intakt ist oder nicht, wäre mir als Auszuschreibender egal, ich würde das immer anbieten, mit der Option (EP) nur ausbessern der vorhandenen Dampsperre auf Nachweis.

    Zu guter Letzt muss die Entwässerung rechnerisch nachgerechnet werden und diese eventuell nachgebessert werden.
     
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