Fußbodenheizung bei durchlaufender Stahlbetondecke, Innendämmung und geringer Aufbauhöhe?

Diskutiere Fußbodenheizung bei durchlaufender Stahlbetondecke, Innendämmung und geringer Aufbauhöhe? im Estrich und Bodenbeläge Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, ich bin am Gewerk Estrich inklusive Fußbodenheizung eines Hauses aus den 70er Jahren dran und will es vergeben. Das Gebäude...

  1. Tesaroller

    Tesaroller

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    Hallo zusammen,

    ich bin am Gewerk Estrich inklusive Fußbodenheizung eines Hauses aus den 70er Jahren dran und will es vergeben. Das Gebäude besitzt ein zweischaliges Kalksandsteinmauerwerk mit einer alten Innendämmung aus ca. 3 cm Styropor und 12,5 mm Rigips. Die Geschossdecken sind aus Stahlbeton und laufen nach außen durch, zusätzlich gibt es einen auskragenden Balkon aus Beton. Deshalb beschäftige ich mich aktuell intensiv mit den Themen Wärmebrücken, Tauwasser und Schimmel.

    Installiert ist bereits eine Bosch BOPA CS704 Wärmepumpe (noch nicht in Betrieb). Die Fußbodenheizung soll im Zuge der Estricharbeiten mit eingebaut werden.

    Verfügbare Aufbauhöhen:
    • EG: ca. 11 cm
    • OG: ca. 10 cm
    Bisherige Erkenntnisse zum Gebäude:
    • Baujahr ca. 1970er Jahre
    • Zweischaliges Kalksandsteinmauerwerk
    • Innenseitig ca. 3 cm Styropor + Rigips
    • Durchlaufende Stahlbetondecken bis zur Außenfassade
    • Auskragender Stahlbetonbalkon
    • Teilweise massive Garagen (~60 m²) - und Betonanschlüsse
    • Sichtmauerwerk soll möglichst erhalten bleiben
    • Außendämmung ist deshalb aktuell nur die letzte Option
    • Das Haus war jahrzehntelang bewohnt
    • Es gab lediglich vereinzelt Schimmel in schlecht belüfteten Ecken
    • Bei bisherigen Öffnungen an verschiedenen Stellen wurden keine offensichtlichen verdeckten Schimmelschäden hinter der Innendämmung festgestellt
    Ursprüngliches Angebot des Estrichlegers:

    • Ausgleichsschicht 30-40 mm (Thermobound)
    • Katja-Bahn im EG
    • Randdämmstreifen
    • 6 mm Trittschall-Entkopplungsbahn
    • Noppensystem Protec U
    • Fußbodenheizung mit 16x2 PE-Rohr
    • Rohrabstände 15 cm Wohnbereiche, 10 cm Bäder
    • 50-70 mm UZIN Express Schnellestrich CT-C30-F5
    Nach einem weiteren Telefonat mit dem Estrichleger und eigener Recherche haben wir inzwischen auch über PUR/PIR-Dämmung für das OG gesprochen.

    Im OG wäre PUR/PIR größtenteils möglich, da dort nur wenige Leitungen auf der Rohdecke liegen.

    Im EG liegen dagegen zahlreiche Leitungen. Laut Estrichleger werden dort ohnehin mindestens ca. 3,5 cm Thermobound benötigt, um alles sauber zu überdecken und einen vernünftigen Niveauausgleich herzustellen.

    Mein aktueller Gedanke wäre deshalb:

    • EG (Bodenplatte/Streifenfundament): Thermobound als Ausgleichsschicht und Dämmung gemäß Angebot
    • OG: möglichst PUR/PIR-Dämmung nutzen, soweit es die Höhe zulässt
    • DG: Ist in den Estrich bereit Fussbodenheizung eingefräßt. (Geringe Aufbauhöhe)
    Alternativ könnte ich natürlich auch einfach auf beiden Etagen dem ursprünglichen Vorschlag des Estrichlegers folgen und komplett mit Thermobound arbeiten.

    Da mir zeitlich inzwischen etwas der Spielraum fehlt, möchte ich möglichst keine komplette Neuplanung mehr beginnen. Mir geht es auch nicht um das letzte Prozent Energieeinsparung oder den letzten Euro Unterschied, sondern darum, eine technisch saubere und dauerhaft funktionierende Lösung zu bekommen.

    Meine Fragen an die Experten:

    1. Würdet ihr bei diesen Randbedingungen im OG PUR/PIR bevorzugen und im EG Thermobound verwenden?
    2. Oder würdet ihr auf beiden Ebenen einfach den vorgeschlagenen Thermobound-Aufbau umsetzen?
    3. Seht ihr aufgrund der durchlaufenden Stahlbetondecken, des Balkons und der vorhandenen Innendämmung besondere Risiken bezüglich Tauwasser oder Schimmel in Abhängigkeit zu irgendeiner Variante die man nehmen kann?
    4. Würdet ihr vor dem Estricheinbau an den Außenwänden im Sockelbereich noch besondere Maßnahmen treffen? z.B. den Rigpis im Sockelbereich abschneiden und das die Dämmung und der Estrich weiter nach außen geht?
    5. Styropor wäre natürlich auch möglich, aber glaub das wäre wohl die schlechteste Dämmvariante?
    6. Bisher ist aufgrund des Sichtmauerwerks eine Aussendämmung die letzte Option. Dazu wäre auch die Frage ob das überhaupt mit der Innendämmung möglich wäre oder ob ich dann weitere Probleme bekomme, weil z.B. Tote Wand?
    Fotos vom Gebäude, den Deckenanschlüssen, dem Balkonanschluss und dem aktuellen Bauzustand hänge ich an.

    Das ist die Aussenfassade mit der sichtbaren Geschossdecke:

    [​IMG]

    Dieses Bild soll verdeutlichen dass es eine durchgehende Geschossdecke ist. Die Glasbausteine darunter wurden rausgenommen und es war auch durchgehend. Das Bild ist von Anfang der Baustelle und zeigt schon das OG welches Hanglage hat, im EG ist einseitig Perimeterdämmung angebracht worden:

    [​IMG]

    Bisher ist aufgrund des Sichtmauerwerks eine Aussendämmung die letzte Option. Dazu wäre auch die Frage ob das überhaupt mit der Innendämmung möglich wäre oder ob ich dann weitere Probleme bekomme, weil z.B. Tote Wand?

    Vielen Dank für eure Einschätzungen und Erfahrungen!
     
  2. chris84

    chris84

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    Meine persönliche Meinung: das Ding schreit förmlich nach einem WDVS.
    Ohne WDVS muss da wohl einiges gerechnet werden, damit das schimmelfrei funktioniert.
    Hast du einen entsprechenden Experten eingebunden, oder planst du das alles in Eigenleistung?
    10cm Bodenaufbau auf einem nicht unterkellerten Betonboden ist sportlich. Da würde ich nach einem Dünnschichtsystem schauen und so wirksam dämmen wie irgendwie möglich.
    Das was ich da so raus lese führt vermutlich zu einer Auslegungs-VL-Temperatur um 40°C. Ggü einem fast ungedämmten Boden ist das kein Spaß...
    Wer hat denn die Heizlastberechnung und Auslegung der FBH gemacht?
     
  3. #3 Tesaroller, 27.09.2026 um 21:33 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 27.09.2026 um 21:39 Uhr
    Tesaroller

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    Inwiefern gerechnet werden? Das Problem ist das das ein riesiger zusammenbetoniertes Haus ist bei welchem die Garage auf Grundstücksgrenze in mehreren Richtungen gebaut ist. In eine Richtung ist Nachbars Doppel-Garage eine Etage höher (weil Hanglage) auch auf Grundstücksgrenze, die müsste man ja dafür untertunneln. Das wäre m.M. utopisch.

    So sieht das im Schnitt aus:

    upload_2026-9-27_21-36-39.png

    Natürlich soll auch das Klinkermauerwerk erhalten bleiben.

    Ich hatte schon einen Bauleiter zu Anfang der Baustelle eingebunden und auch mir mehrere Angebote geholt für eine schlüsselfertige professionelle Durchführung. Architekten da gehabt etc., diverse Bauleiter. Irgendwie hat das aber alles nicht so funktioniert und das viel wichtigere ist das keiner ein WDVS für möglich hielt. Auch die Angebote die ich von Sanierungsexperten erhalten habe, waren alle ohne WDVS.

    OK, es ist ein Streifenfundament, welches so wie ich gesehen habe mit Kies aufgefüllt ist.

    Hmm..

    Das hat der Heizungsbauer schon gemacht, ich denke daher kommt auch die 13 KW Wärmepumpe. Der ist aber erkrankt und der Betrieb ist in die Insolvenz gegangen. Gesendete oder irgendwelche Unterlagen habe ich nicht dazu.
     
  4. chris84

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    ... ich denke dann solltest du das Projekt erst mal vom Kopf auf die Füße stellen und:
    - Eine raumweise Heizlastberechnung durchführen lassen
    - Eine darauf passende Auslegung der FBH durchführen lassen.
    Dann braust du m.E. eine Wärmebrückenberechnung, die dir die erforderlichen Maßnahmen zur Taupunktvermeidung im Inneren zusammenstellt.
    Wie sieht denn das Lüftungskonzept aus?
     
  5. Tesaroller

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    Hmm..
    Naja, wir haben aufgrund dessen dass die Wand nicht besonders gedämmt ist nur wenige Fenster angepasst und mit neuen versehen. Es soll ja die Wand besser sein als das Fenster. Die vorhanden Kunststofffenster aus 2005 sind zweifach verglast. Ansonsten haben wir das Haus eigentlich komplett 180 Grad gedreht, Bad und Küche sind an andere Orte gewandert. Die Öffnungen der zwei damaligen Küchen für den Dunstabzug haben wir bisher noch nicht stramm zugemacht und könnten dort noch irgendwelche Belüftungen reinmachen. Des weiteren gab es an mehreren Stellen auch solche Lüftungsöffnungen welche auch erhalten blieben.
    Wenn neue Fenster gekommen sind, dann gleich welche mit Stoßlüftungsmöglichkeit.

    Hat jemand anderes noch Erfahrungswerte, der Estrichleger hat mich auf Mittwoch eingeplant.
     
  6. chris84

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    Ok, ich bin raus. Ich sehe hier min. 3 Monate Planungsvorlauf um das Ding in eine Richtung zu bringen, mit der ich persönlich zufrieden sein könnte.
    Ohne Berechnung der Heizleistung, der Heizflächen und der Wärmebrücken kann ich hier keine Ausführungsempfehlungen geben.
     
  7. Tesaroller

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    Wir haben die Zeit leider nicht. Da im November die Förderung der Heizungsanlage ausläuft und auch nicht mehr verlängert werden kann. Übrigens hatten wir auch noch einen Energieberater bzw. haben. Der macht ja das mit der Förderung.

    Trotzdem danke dir!

    Zu den oben genannten Punkten/Fragen kann nix mehr dazu beigetragen werden?
     
  8. nordanney

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    Was soll im OG dämmen, wenn unten drunter das beheizte EG ist? Völlig irrelevant, was du da hinlegst.
    Alleine das wäre für mich schon ein KO-Punkt. Wer "plant" so einen Murks? In einer energetischen "Bruchbude", in der nichts weiter gemacht wird, vorsätzlich so einen Mist zu verbauen, ist schon fast Körperverletzung. Aber klar, geht einfach und billig und "machen wir immer so".

    Den Ertrag der Förderung heizt Du ganz schnell wieder raus. Ich würde gut planen und erst dann umsetzen.

    Was für eine Förderung? KfW 458 läuft z.B. auch 2027 noch.
     
    chris84 gefällt das.
  9. #9 Tesaroller, 28.09.2026 um 10:43 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 28.09.2026 um 11:04 Uhr
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    Habe mal eben nachgeschaut kein anderes Angebot welches ich für Fussbodenheizung habe, hat andere Rohrabstände. Wäre eine 10er Rohrabstand und 7,5er im Bad besser, was darf das bei ca. 200 m² Aufpreis kosten?

    Was mir auch auffällt, viele wollen die Hälfte der Rechnungssumme als Anzahlung.

    Das ist eine BAFA-Förderung aus der BEG-Einzelmaßnahme (BEG EM) für den Heizungstausch auf Wärmepumpe, keine KfW-Effizienzhausförderung.
    Die wurde schon verlängert und 80000€ förderfähige Kosten, wovon 50% der Fördersatz sind.
     
  10. nordanney

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    Ist die KfW-Förderung auch nicht. Die ist ausschließlich für die Heizung.
    Mal ehrlich. Du hast Ende 2023 die Förderzusagen bekommen und musst jetzt spitz auf Knopf eine nicht ausgereifte Planung mal eben umsetzen? Wie kann man so vorgehen? Geht einfach nicht in mein kleines Hirn...
    Was hast Du in den letzten drei Jahren gemacht? Warum hast Du Dich nicht vernünftig damit beschäftigt?

    Sorry, ich bin raus. Vor allem bei der "Planung", die man eh nicht mal eben retten kann und zur Katastrophe wird.
     
  11. Tesaroller

    Tesaroller

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    Jobwechsel + Umzug, Nachwuchs, Geheiratet, Garten mehrmals aufgraben lassen, weil immer nicht zufriedenstellend (Wassereindringung, Noppenbahn falschrum), mit Handwerkern rumgeärgert, Dachboden ausgebaut und gedämmt, Dachfenster und viel viel Elektrik verlegt und umgesetzt.
     
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