Absturzsicherung begrüntes Flachdach mit PV

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  1. blackfriday

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    Hallo,

    wir bauen mit einem Architekten ein 2-Familienhaus. Das Dach muss gem. Vorschriften begrünt werden (extensiv) und mit PV versehen. Der Solateur hat jetzt einen Vorschlag gemacht, der von PV-Seite ok ist und das Dach maximal ausnutzt. Jetzt kommt die Frage der Absturzsicherung auf, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Ein umlaufendes Geländer oder eine Fallschutzschiene ist sicher die beste Lösung - zu Preisen von 20-40k, bin ich nicht bereit zu. Alternativ Sekuranten in dem Wartungsgang, der leider nach der Planung nicht in der Mitte liegt, so dass das mit der Dachform und der geplanten PV-Anordnung m. E. überhaupt nicht zusammen passt. Wie seht ihr das? Muss überhaupt eine Absicherung in einem Privathaus sein? Wie muss die beschaffen sein? Wie oft muss ein extensives Dach gepflegt werden? Von nie bis jährlich hab ich schon alles gehört....Für preiswerte Tips bin ich dankbar. Hier ist die Dachform und die geplante Belegung.

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  2. nordanney

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    1. rechtlich musst du, wenn Handwerker aufs Dach sollen
    2. wie wäre es mit einer Seilsbsicherung für kleines Geld
    3. pragmatische Lösung, wie du sie tagtäglich findest: keine Absicherung und die Dachplege sonst machen (1-2x im Jahr)
     
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  3. Hark

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    Sekuranten sind die einfachste Lösung, die Solarflächen entsprechend anpassen. Sekuranten sollen jährlich „überprüft“ werden und bei einem Flachdach ist es sehr sinnvoll, auch eine jährliche Wartung machen zu lassen, (z. B. die Dachabläufe zu kontrollieren, ob die sich nicht zugesetzt haben).
    Es bietet sich an, mit der Firma, die die Dachabdichtung erstellt, einen entsprechenden Wartungsvertrag abzuschließen.
     
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  4. blackfriday

    blackfriday

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    @nordanney @Hark Danke für eure Antworten. Die Variante mit den Sekuranten gefällt mir am besten. Ich habe sie jetzt auf der Skizze in einem Abstand von ca. 6-7m angeordnet. Die Handwerker zur Pflege brauchen dann eine PSA mit Höhensicherungsgerät. Der Abstand der Solarmodule von er Innenkante der Attika ist überall mindenstens 60cm.

    Wäre das so ok? Dann hab ich eine Grundlage, die ich mit dem Dachdecker besprechen kann.

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  5. Dominick

    Dominick

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    Nö, funktioniert nicht so!!
    Wie soll der Handwerker in die unteren Ecken kommen mit seiner PSA? Soll er dauernd über die Solarmodule mit dem Stahlseil drüber rutschen?(unzulässig )Oder soll er drum herum laufen?(halbwegs zulässig)Wie lang soll sein Seil im Höhensicherungsgerät sein 20m?(gibt's schlicht und ergreifend nicht, max 10m zulässig)


    Lass bei der Dachform entweder an jeder!! Ecke/Rundung mindestens einen Sekuranten setzen oder gleich ein vernünftiges Linersystems setzten, wenn wirklich immer 60cm Platz ist.

    Wir würden so jedenfalls die Pflege/Wartung definitiv ablehnen, bauen tun wir so blödsinn leider öfters...
     
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  6. Deliverer

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    Bezüglich der Module: mindestens 15° aufständern, dann müssen zumindest die nicht gewartet werden. Wie oft das Grünzeug gemäht werden muss, kann ich allerdings nicht einschätzen.
     
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  7. blackfriday

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    @Dominick Nach Gesprächen mit Solateur und Dachdecker sind es anscheinend 2 verschiedene Sichtweisen (abgesehen davon, dass mir einer von beiden gesagt hat, dass sowieso keiner eine PSA benutzt....): der Solateur sagt, es ist zulässig, dass Module demontiert werden müssen, falls ein Modul defekt ist, an das man nicht direkt drankommt. Der Dachdecker hat bislang Sekuranten nach Aufwand angeboten, deswegen hätte ich gern eine Einschätzung von euch als Gesprächsgrundlage. Ich überlege nochmal einen weiteren Vorschlag und zeichne mal die Entwässerung ein.
    @Deliverer Danke, guter Tip! Da die Module zeltmäßig fast Ost-West-Ausrichtung haben, passt das!
     
  8. Deliverer

    Deliverer

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    Jop, die Belegung ist gut. Nur eben darauf achten, dass der Sola nicht spart und die günstigeren 10° Aufständerungen verwendet. Die fünf Grad mehr machen wirklich den Unterschied zwischen einmal oder zehnmal putzen in der Lebenszeit der Anlage aus.[/user]
     
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  9. Dominick

    Dominick

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    Es ist für gewerbliche schlicht und ergreifend verboten ohne PSA zu arbeiten. Das gefühlt 95-99% der Mitarbeiter es anders handhaben und ohne drauf rumturnen ist was völlig anderes. Trotzdem bist du als Auftraggeber mit im Boot, sollte was passieren!


    Desweiteren ist es doch völlig egal ob und wie das Modul getauscht wird, die Begrünung muss mindestens ein besser zweimal im Jahr auf Sämlinge und andere Wurzelkräuter kontrolliert werden.
    Ansonsten ist nach maximal 3-4 Jahren Schluss mit Solar bzw sogar der Abdichtung, wenn sich die richtigen Sämlinge da oben breit machen (Robinie,Birke,Weiden z.B).

    Entwässerung ist völlig Banane,die brauchst du so oder so, egal wo die aufm Dach ist. Je nach Aufteilung vom Gefälle werden das 6-10 Normale plus die gleiche Anzahl Notüberläufe, wenn nach Außen entwässert werden soll. Nach innen macht ja kaum einer, was auch gut so ist.... Sehr viel Ärger, wenn was sein sollte..

    Bezüglich der Aufständerung, gibt von Optigrün,Bauder und Zinco(die drei größten Dachbegrünungsfirmen, welche Planung,Material,Schulungen etc an Partner weiterverkaufen bzw weitergeben) haben die alle immer zwischen 10-25° Neigung und sind Auflast gehalten. 15° ist der Standard.
    Weiterer Vorteil, auch wenn zum Teil deutlich teurer, es sieht nichts aufgesetzt oder fehl am Platze aus...
     
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  10. ToTi

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    Da Privat gilt hier das Baurecht, wobei aber es dann noch sowas wie BGUV, DIN-Normen, LBO und andere Regularien gibt.
    Du kommst nicht herum eine Absturzsicherung zu montieren.
    Abhängig davon wie oft auf dem Dach gearbeitet werden muss und welche Personengruppen dort arbeiten. Daraus ergibt sich die Ausstattungsklasse A, B oder C. Eine Dachbegrünung sollte mind. 2x jährlich gewartet werden ( https://www.gebaeudegruen.info/wp-c...hinfo_Instandhaltung20220412_DS_FINAL_low.pdf )
    Dazu kommen die Wartungsarbeiten der Dachabdichtung und der PV-Anlage.
    1- bis 2-mal jährlich (Frühjahr & Herbst): Laut der aktuellen DIN 18531-4 und der ZVDH-Flachdachrichtlinie ist eine jährliche professionelle Kontrolle Pflicht. Die Praxis empfiehlt zwei Termine im Jahr (Frühjahr zur Winterschadens- und Entwässerungsprüfung, Herbst zur Vorbereitung auf Frost und Winter)
    Nach ArbSchG und DGUV 201-056 haben kollektive Schutzeinrichtungen (z. B. Geländer) Vorrang. Die zunehmende Nutzung von Flachdächern und der Aufbau von Dachtechnik machen Kollektivschutzmaßnahmen sinnvoll und erforderlich, also beispielsweise Bauder Geländersysteme nach DIN EN 13374 Klasse A. Dachdeckern, Dachbegrünern, Haustechnikern oder Solarteuren ermöglichen sie unabhängig ihrer persönlichen Ausrüstung eine geschützte Dachbegehung. Auch können mehrere Personen gleichzeitig die Dachfläche betreten.

    Einzelanschlagspunkte sind also quasi durch die Hintertüre verboten. Es gibt so viele Anforderungen an die Platzierung/Anordnung, dass du das fast nicht hinbekommst, mit einer PV-Anlage schon gar nicht.
    Du könntest rein theoretisch mit einem Seilsystem arbeiten. Aber du musst als Betreiber immer kontrollieren, ob die Person die hoch auf das Dach geht die entsprechende Schulung für eine PSA hat. Du bist immer persönlich haftbar als Betreiber der Sicherungsanlage!
    Es gibt Kombinationen aus PV-UK und Sicherungssysteme. Sowas. z.B.
    Absturzsicherung für Flachdach & PV
    https://www.bauder.de/fileadmin/bau...FD_Absturzsicherung/BauderSECUTEC_0126_DE.pdf

    Zu Beachten ist aber, egal welches System, ob Sekurant, Seilsicherung usw , muss diese mind 2,50m vom Dachrand entfernt montiert werden. Daraus resultiert, das die Module erst nach 2,60m vom Dachrand beginnen können! Das kostet dann verdammt viel Belegungsfläche.
    Einbauteile wie Sekuranten, Seilsicherung, Dunstrohre, Gullys usw müssen frei zugänglich sein und dürfen nicht überbaut werden.
    Für die Montage von Absturzsicherungen benötigt man einen fachkundigen Schulung. Das darf also auch nicht jeder machen.


    Ich baue seit sicherlich 4-5 Jahren keine Sekuranten oder Seilsicherungssysteme mehr ein. Ein Geländer ist in der Anschaffung sicherlich teurer, aber nach ca 7 Jahren hat es sich amortisiert. Seilsicherungssysteme müssen zwingen jährlich geprüft werden. Je nach Größe der Anlage kostet das zwischen 500€ und 1500€ bei der Dachgröße. Ein Geländer muss nur 2-jährlich geprüft werden und wird hier um die 400€ kosten.
    Wem das Geländer nicht gefällt, kann ich die Variante "klappbar" empfehlen.
     
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  11. blackfriday

    blackfriday

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    @ToTi Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag! Die Unterlage von Bauder habe ich auch heute gefunden, unser Dachdecker verwendet auch den Bauder Dachaufbau für die Begrünung.

    Ich glaube gern, dass das Geländer die bessere Lösung ist - das Problem ist nur, der Dachumfang beträgt knapp 80m ! Was schätzt du, wie teuer wird ein Seilsystem oder ein Geländer ?

    Noch eine Frage: Ist das wirklich so, dass die Sekuranten mindestens 2,5m vom Dachrand entfernt sein müssen und erst DANACH die PV-Module beginnen dürfen?
     
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Absturzsicherung begrüntes Flachdach mit PV

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