Glaswolle als Dachdämmung, raumseitig keine Diffusionsfolie. Was tun?

Diskutiere Glaswolle als Dachdämmung, raumseitig keine Diffusionsfolie. Was tun? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Liebe Bauspezialisten, ich habe ein Entscheidung zu treffen in Bezug auf die bestehende Dachdämmung. Meine Partnerin und ich leben in einem Haus...

  1. Dominik F

    Dominik F

    Dabei seit:
    Dienstag
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Liebe Bauspezialisten,

    ich habe ein Entscheidung zu treffen in Bezug auf die bestehende Dachdämmung.
    Meine Partnerin und ich leben in einem Haus Baujahr 1980, kürzlich haben wir festgestellt, dass die Dämmung unseren Dachs problematisch ist. Der Dämmstoff ist Glaswolle aus den 80ern, somit also gesundheitlich sehr bedenklich. Der Aufbau ist so, dass raumseitig nur Nut- und Federbretter verbaut sind, dahinter kommt gleich die Schicht aus Glaswolle. Diffusionsfolie wurde hier keine eingebaut, offenbar war das früher normal diffusionsoffen zu bauen. Die Glaswolle ist in unterschiedlichem Ausmaß schwarz verfärbt.

    Nun stellt sich für uns die Frage, was hier getan werden kann.

    1, Wir überlegen nachträglich eine Diffusionsfolie einzubauen, aber die schwarze Glaswolle an Ort und Stelle zu belassen. In der Hoffnung, dass damit der Faserstaub nicht weiter in die Raumluft austreten kann.

    • Ist das realistisch, dass das den gewünschten Effekt hat?
    • Ist die schwarz verfärbte Glaswolle anderweitig bedenklich, oder kann die grundsätzlich noch gute Dienste leisten?

    2, Die zweite Möglichkeit wäre, die alte Glaswolle zu entfernen und durch neue zu ersetzen. Diese würden wir dann wiederum mit einer Dampfbremse versehen.

    • Ist es ratsam die Entfernung der alten Wolle selber vorzunehmen?
    • Ich habe auf anderen Seiten gelesen, dass das mit Hilfe von Plastikfolienabdeckungen, gutem Lüften und einem Staubsauger der Filterklasse M möglich wäre.

    3, eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, und dann die Dämmung und Folie selbst erneuern.

    • Was könnte hier ein realistischer Preis für die Entfernung und Entsorgung sein?

    Das sind die Fragen, die wir uns zu dieser Thematik im Moment stellen, ich wäre für jede informative Antw
    ort äußerst dankbar!
     
  2. Hark

    Hark

    Dabei seit:
    19.04.2010
    Beiträge:
    239
    Zustimmungen:
    160
    Beruf:
    Dachdecker
    Ort:
    Schleswig Holstein
    Die psychologische Wirkung ist vermutlich größer als die physikalische, aber ja ... eine korrekt verarbeitete Dampfbremse läßt wohl keine Partikel durch.

    Die schwarze Verfärbung ist nach ein paar Jahren bei so gut wie jeder mineralischen Isolierung anzutreffen .. ist nur Staub und Verschmutzung, vielleicht auch durch etwas Kondensation verstärkt, aber i.d.R unbedenklich für die Funktion der Isolierung. Und die Isolierung wird natürlich auch noch in Zukunft ihre (inzwischen allerdings nicht mehr zeitgemäßen) wärmedämmenden Eigenschaften erfüllen. Oft fällt die Dämmung allerdings im Lauf der Jahrzehnte etwas in sich zusammen.

    Wenn man etwas sparen oder etwas selbst machen möchte, halte ich das (unter Beachtung der gängigen Schutzmaßnahmen und der Entsorgungs-/Verpackungsvorschriften) für durchaus möglich.

    Dann würde ich eher dazu raten, den Abbruch selbst zu machen, und die Neuverlegung von einem Profi vornehmen zu lassen :)
     
  3. artibi

    artibi

    Dabei seit:
    08.02.2014
    Beiträge:
    1.256
    Zustimmungen:
    430
    Beruf:
    ITler
    Ort:
    Ludwigsburg
    Ich hab ca. 30m3 alte Glaswolle rausgebaut. Wichtig: Gescheite PSA, Sauger und entsprechende Säcke. Aber unterschätz die Arbeit und die Masse nicht. Mit Mülltüten brauchst da gar nicht anfangen. Und zuvor mit nem Entsorgungsbetrieb reden. Mit Gartenanhänger kommst nicht weit.
     
  4. Dominik F

    Dominik F

    Dabei seit:
    Dienstag
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Vielen Dank für eure Antworten und die Einschätzungen dazu. Ja, es ist sicherlich ein großer Aufwand das ganze Material auszubauen ohne den ganzen Wohnraum zu verseuchen. Von den Kosten für die fachgerechte Entsorgung ganz zu schweigen.

    @Hark
    Version 1 klingt ja fast schon zu einfach. Aber wenn ich schon den Aufwand betreibe und nachträglich eine Dampfbremse einbaue, das würde ich nicht nur für den psychologischen Effekt machen wollen. Wieso denkst du, dass das für die Raumluft wenig Unterschied zum Status quo machen würde?

    Außerdem mache ich mir auch Gedanken wegen der Bauphysik. Wenn wir das Dach von diffusionsoffen auf (relativ) dampfdicht ändern, müsste dann ja zb.
    die Wand mehr Dampf aufnehmen als das jetzt der Fall ist. Wäre es da nicht klug sich bauphysikalisch ausrechnen zu lassen, welche Art der Dampfbremse verwendet werden soll, und auch, welche Auswirkungen das hat? Im Grunde genommen funktioniert ja das Haus (diffusionsoffen) ganz gut. Kein Schimmel oder ähnliches, aber natürlich Dampf der in die Dämmung geraten ist über die Jahre. Das einzige wirkliche Problem dabei ist aber das gesundheitsgefährdende Material an sich.

    Ich überlege inzwischen auch, eine Raumluft-Untersuchung machen zu lassen, dann wüssten wir was Sache ist.
     
  5. GreatScott83

    GreatScott83

    Dabei seit:
    14.10.2023
    Beiträge:
    254
    Zustimmungen:
    130
    Beruf:
    Steuerzahler
    Ort:
    BW
    Wir standen auch vor der gleichen Frage in unserem Haus, ähnliches Baujahr.
    Nach reiflicher Überlegung sind wir bei "erstmal so lassen" gelandet.

    Wenn bedenken bzgl. Raumluft bestehen, kannst du eine Dampfbremsfolie mit dem niedrigsten SD-Wert nehmen den du finden kannst und als "Rieselschutz" verkleben, wenn du Stellen hast an denen du befürchtest, dass Fasern in die Raumluft gelangen.

    Warum?
    Über kurz oder lang ist mal eine Sanierung des Daches fällig. Nach rund 45 Jahren kann man mal Anfangen daran zu denken. In dem Zuge werden dann eh diversteste Themen relevant wie Sparrenaufdopplung, Solaranlagen, Aufsparrendämmung, GEG usw. und dann lieber ein schlüssigen Gesamtkonzept, als jetzt mal Geld auszugeben was später vielleicht gar nicht mehr ins Konzept passt. Beim einem Nachbarn haben sie kürzlich das Dach komplett neu gemacht. Dazu wurde die Decke innen abgeklebt (ausgebautes, bewohntes Dachgeschoss) und nach dem Abdecken des Dachs das ganze Zeugs von Aussen ausgeräumt. War wohl wegen potentieller Kontamination des Wohnraums die einfachere Lösung.

    Man KÖNNTE die Dämmung austauschen ja, aber sinnvoller halte ich persönlich es "im Gesamtpaket" zu machen.

    Falls du trotzdem daran fest hältst es zu tauschen, kannst du dir natürlich überlegen wieder eine Wolle rein zu klemmen, das könnte der günstigste Fall sein. Ideal ist das zwar nicht, aber was jetzt 45 Jahre "gehalten hat", hält auch bis zur nächsten Dachsanierung. Alternativen sind dann noch Dämmsäcke oder natürliche Dämmstoffe wie Stopfhanf (den man nach Meinung mancher Lieberhaber dieses Dämmstoffes auch direkt gegen den Ziegel ohne Unterspannbahn dämmen kann). Aber ist halt alles eine Preisfrage und deiner persönlichen Planung was du da mal vor hast.
     
  6. Hark

    Hark

    Dabei seit:
    19.04.2010
    Beiträge:
    239
    Zustimmungen:
    160
    Beruf:
    Dachdecker
    Ort:
    Schleswig Holstein
    Aufgrund dieser Studie Raumluftuntersuchungen in öffentlichen Gebäuden in Schleswig-Holstein und meiner eigenen subjektiven Erfahrung und Beobachtung (habe das Zeug damals mit meinen Kollegen über Jahrzehnte tonnenweise verarbeitet), die natürlich nicht den Anspruch erhebt allgemeingültig zu sein oder gar irgendwelchen wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen, vorsorglich distanziere ich mich vom zweiten Teil meiner Begründung und erwähne es nur aus anekdotischen Gründen.



    Ja, das wird am Besten sein.

    Aber ich fürchte, das ist nur hilfreich für die Firma, die diese Untersuchung durchführt ... was wirst du machen, wenn die Untersuchung negativ ist, wird das deine Entscheidung wirklich beinflussen?
     
Thema:

Glaswolle als Dachdämmung, raumseitig keine Diffusionsfolie. Was tun?

Die Seite wird geladen...

Glaswolle als Dachdämmung, raumseitig keine Diffusionsfolie. Was tun? - Ähnliche Themen

  1. Dachdämmung Glaswolle wie lange ohne Dampfsperre möglich

    Dachdämmung Glaswolle wie lange ohne Dampfsperre möglich: Hallo Ich muss im Dachboden Zwischensparrendämmung (120mm Glaswolle) unter einer Aufsparrendämmung (PIR) einbringen. Da noch andere Arbeiten...
  2. Dachdämmung - Glaswolle mit schwarzen Stellen

    Dachdämmung - Glaswolle mit schwarzen Stellen: Hallo zusammen, wir haben vor kurzem unser Haus, Bj. 82 bezogen und haben innen sehr viel neu gemacht. Im 1.OG haben wir auch die Holzdecken...
  3. Glaswolle oder Steinwolle für Dachdämmung?

    Glaswolle oder Steinwolle für Dachdämmung?: Hallo Leute! ich mache gerade Bauarbeiten in meinen Haus (Bau von 1983), und will eine neue Dachdämmung bauen. Ich habe schon mit einem Freund...
  4. Dachdämmung - Unterschied Glaswolle / Steinwolle

    Dachdämmung - Unterschied Glaswolle / Steinwolle: Guten morgen, kann mir einer sagen, ob es gravierende Unterschiede zwischen Steinwolle und Glaswolle gibt? Besonders interessiert mich hier...