Neue Alu-Fenster - Kondenswasser auf der Dichtung?

Diskutiere Neue Alu-Fenster - Kondenswasser auf der Dichtung? im Fenster/Türen Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, wir haben in unserer Maisonette-ETW in einem 70er-Jahre Hochhaus die Fassadenkonstruktion aus Aluminium austauschen lassen. Die...

  1. NikoG

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    Hallo zusammen,
    wir haben in unserer Maisonette-ETW in einem 70er-Jahre Hochhaus die Fassadenkonstruktion aus Aluminium austauschen lassen. Die neuen Fenster sehen schick aus. Seit etwa Mitte Dezember haben wir allerdings zum Teil recht erhebliche Mengen Kondenswasser auf der Dichtung an der Unterkante des Rahmens.
    Ich will die Frage nicht mit allzu vielen laienhaften Beobachtungen und Spekulationen aufladen und versuche mich daher kurz zu halten:
    • Fenster/Fassadensystem: Heroal W72
    • Stulpfenster
    • Das Haus hat eine Belüftungsanlage mit einer kontinuierlichen Zuluft über der Wohnungseingangstür (erwärmte, aber nicht befeuchtete Außenluft) und Abluft in Bad und Klo.
    • Wir haben die Kondenswasserbildung an allen Fenstern mehrere Tage dokumentiert mit Temp/rel.LF in allen Zimmern etc. Die Menge an Kondenswasser haben wir allerdings nur geschätzt und einen Wert zwischen 0 (trocken) und 5 (eine durchgehende Pfütze) vergeben. Ich ziehe aus der recht umfangreichen Tabelle folgende Schlüsse:
      • Die Außentemperatur schwankte im Messzeitraum zwischen -2 und + 2 Grad und um die 80 % LF, ein Zusammenhang mit dem Kondenswasser war nicht ersichtlich.
      • Ein klarer Zusammenhang mit der Luftfeuchtigkeit innen (genauer dem Taupunkt) hat sich für mich nicht ergeben. So gab es etwa im Schlafzimmer keinen Unterschied zwischen den Messungen abends und morgens.
      • Auffällig war, dass im Schlafzimmer ein Fenster deutlich weniger betroffen war als das andere (dieselbe Konstruktion, dieselbe Ausrichtung)
    Auch weil der Monteur vom Fensterbauer größte Mühe beim Einstellen hatte (war allein damit ca. 12 Stunden beschäftigt bei 5 Fenstern und hat zwischendrin ganz stolz erzählt, dass er sich nun von ChatGPT hat erklären lassen, an welcher Schraube er drehen muss), habe ich die Hoffnung, dass man das Problem noch in den Griff kriegen kann. Papiertest bestehen die Fenster, allerdings ist mir aufgefallen, dass die Dichtungen im Bereich der Scharniere nicht wie in der Montageanleitung (Siegenia Alu 5200) vorgesehen unterbrochen sind, sondern gequetscht. Ich vermute daher, dass die Flügel zumindest im Bereich der Scharniere insgesamt 1 bis 2 mm zu weit vom Rahmen entfernt sind. Den Papiertest bestehen die Fenster wie erwähnt, allerdings kann ich das Papier teilweise sehr leicht zwischen die innenseitige Dichtung und Rahmen schieben.

    Daher meine Fragen:
    • Wie viel Kondenswasser ist bei derartigen Alu-Stulp-Fenstern normal?
    • Ist das alles Einstellungssache oder haben wir eventuell ein grundlegenderes Problem?
    • Was haltet Ihr von meiner Vermutung mit den gequetschten Dichtungen?
    • Lohnt es sich für die Dichtigkeit, auf ein komplett im Rahmen integriertes Beschlagsystem zu wechseln, das dann eine ununterbrochene Dichtung nach innen ermöglichen würde?
    • Was habe ich übersehen?
    • Wie finde ich einen seriösen, kompetenten Fensterbauer, der sich so eine angefressene Geschichte im Raum Nordbaden anschaut und ggfs fixt?
    Vielen herzlichen Dank!

    Es folgen noch ein paar Fotos:

    Übersichtsaufnahme der Fassade unserer Wohnung:

    Beispiel für Kondenswasser auf der Dichtung (nach einer Nacht, mal ist es weniger und nur die Lippe benetzt, mal steht da eine deutlich größere Pfütze):


    IMG_20260108_083212.jpg


    Die folgenden Bilder zeigen die gequetschte Dichtung:

    IMG_20251228_113658.jpg IMG_20260103_120407.jpg

    Und zur Orientierung noch eine Überblicksaufnahme auf die Fassade (zu Beginn einer Nachbesserung, bei der unter anderem Statikprofile ergänzt wurden (ja, es hat einen Grund, warum ich hier gelandet bin)):
    IMG_20250902_150045 (copy).jpg

    PS: WEG-seitig ist der Austausch natürlich abgestimmt
     

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    Meine Glaskugel sagt das die "vorhandene" Alte Lüftungsanlage im Haus einen Überdruck erzeugt.... überdruck (warum auch immer der Vorhanden ist...) sorgt fast immer genau für, dass was Sie beschreiben.
    Durch die Neuen Fenster/Fassade wurde sehr wahrscheinlich die Luftdichtheit erhöht/verbessert... somit ändert sich der Druck im Gebäude, wenn die Lüftungsanlage mit Unveränderter Auslegung/Einstellung/... weiterhin betrieben wird.

    Zur Info:
    Schimmelpilz im Fensterfalz - Metallbau
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    Schimmelpilz im Fensterfalz
     
  3. ichweisnix

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    Wäre sinnvoller gewesen die Dichtungen in den Bereichen auszuschneiden.
     
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    Nein das ist total falsch!
     
  5. ichweisnix

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    Doch das ist total richtig, weil dann die Dichtung nach dem Beschlagteil direkt am Rahmen anliegt und nicht noch ein paar cm weggequetscht ist.
     
  6. NikoG

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    Vielen, vielen Dank! Ich bin ganz aus dem Häuschen wegen des Hinweises auf den Überdruck durch die Belüftungsanlage. Da bläst es nämlich schon ordentlich in die Wohnung, auch weil viele Bewohner ihre Zuluft abkleben, weil ihnen die Luft zu trocken ist, und die Anlage so weit ich weiß keine Regelungstechnik hat.

    Ich habe nun als kleinste Maßnahme mal die Abluft-Teller maximal weit aufgedreht. Morgen früh sollten wir wissen, ob das geholfen hat. Im zweiten Schritt würde ich die Zuluft abkleben. Das sollte ein geeigneter Test sein, oder?

    Die Diskussion unter zwei renommierten Forumsexperten zur Frage der gequetschten Dichtungen und die Folgefrage, ob man das fixen lassen sollte, würde ich aufgreifen, sobald klar ist, ob das Kondenswasser-Problem über die Belüftung gelöst ist :angel:.

    Gute Nacht und einen schönen Sonntag
     
  7. #7 NikoG, 12.01.2026 um 00:17 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 12.01.2026 um 00:30 Uhr
    NikoG

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    Ich habe die letzten 24 hs mit verschiedenen Experimenten verbracht:
    • Abluft-Teller maximal aufgeschraubt - kein Effekt
    • Zuluft abgedichtet - kein Effekt. Dafür aber zum Teil Gerüche der Nachbarn. Bei genauerer Überlegung nicht so überraschend. Ich hole mir so den Überdruck von den anderen Wohnungen.
    • Laufendes Experiment: Zuluft wieder ein bisschen auf (lässt sich über mechanische Klappen in Grenzen einstellen), nun Lüfter vor die beiden Abluft-Öffnungen. Ich hatte da zufällig zwei Gaming-Lüfter (BeQuiet PureWing 2 mit je 104 m^3/h). Die Hoffnung: Der Luft wird es nun einfacher gemacht, über die Abluftkanäle zu entweichen und sie quält sich nicht mehr oder weniger durch die Fenster. Was meint Ihr, kann das klappen?

    IMG_20260111_232151.jpg
     
  8. simon84

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    Was heißt kein Effekt genau ?
     
  9. ichweisnix

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    schöner Aktionismus wegen den paar Tropfen die in ein paar Tagen, wenn es wärmer, wird wieder weg sind.
     
    BaUT gefällt das.
  10. NikoG

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    @simon84: d.h. dass keine Verbesserung zu den Vortagen erkennbar ist - auf der Dichtung eine ca. 2-Euro-Münze große Pfütze auf Höhe des Stulps und die Lippe nach außen benetzt. Und ja, streng genommen ist meine Aussage nicht haltbar, da es ja sein kann, dass die Witterung eine andere ist und ohne die Maßnahmen noch mehr Wasser da wäre. Und es kommt hinzu, dass ich (aus Zeitgründen) den Wasserstand jeweils schätze und keine saubere Fotodokumentation habe. Da können also Wahrnehmungsverzerrungen drin sein. Sagen wir also so: Wir haben noch nicht den großen Durchbruch.

    @ichweisnix: Aktionismus ist meine Stärke!

    Im Ernst: Für eine Einordnung, wie gravierend das Problem ist, wäre ich natürlich dankbar. Das Wasser ist nicht die Hauptsorge, sondern möglicherweise daraus resultierender Schimmel?

    Das bezieht sich auch auf Deine erste Antwort: "Wäre sinnvoller gewesen die Dichtungen in den Bereichen auszuschneiden" - Sollte das aus Deiner Sicht nachgebessert werden oder siehst Du das als vernachlässigbar an, jetzt wo es so ist, wie es ist?

    @profil: Kannst Du Deine Einschätzung noch etwas erläutern? Zunächst leuchtet es ja schon ein, dass die gequetschte Dichtung den Flügel vom Rahmen fernhält und wir dort, wo die Quetschung beginnt, eine kleine Lücke haben. Und da ja bei aller Lüftungsanlagenproblematik ein sauber eingebautes und eingestelltes Fenster hilft, damit der einfachste Weg der Luft eben über die Abluft führt, kann das doch durchaus helfen, den Effekt zumindest zu verringern?
     
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    Wenn deine Angaben stimmen, sind das "Alte" Lüftungsanlagen die Bauartbedingt Überdruck erzeugen ... dass deine Improvisierten "Experimente" nicht zum Zielführen wundert mich nicht.
    Moderne Lüftungsanlagen saugen (in den meisten Fällen) verbrauchte Luft ab wobei die Zuluft und Abluft genau aufeinander abgestimmt... optimal ist es das (fast) kein Druckunterschied vorhanden ist, geringer Unterduck ist erlaubt
    Lüftungsanlagenbauer haben Messgeräte, mit denen den Druck unterschiede, exakt gemessen werden können.
     
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    Das Passgenaue Ausschneiden der Fensterdichtungen im Bereich unter den Bändern könnte eine Geringe Verbesserung bringen... es könnte aber auch sein das nicht der Fall ist.... weil der Stulp die eigentliche Schwachstelle ist.
    Bei diesem Gebäude wäre der Verzicht auf Stulp Fenster und der Einbau von Komplett Verdeckt liegenden Beschlägen vermutlich das beste gewesen... wobei ich das aber auch nicht mit Sicherheit sagen kann.

    Hinweis: Jürgen Sieber vor vielen Jahren sinngemäß gesagt.... In Gebäude mit Überdruck Lüftungsanlagen sollte man keine Fenstereinbauen... das gibt nur Ärger für den Fensterlieferanten.
     
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