Schlechte Versickerung

Diskutiere Schlechte Versickerung im Baugesuch, Baugenehmigung Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo, wir haben aktuell ein Problem bzgl. der Versickerung auf unserem Grundstück. Wir warten aktuell noch auf die finale Baugenehmigung, da...

  1. NickNash710

    NickNash710

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    Hallo,

    wir haben aktuell ein Problem bzgl. der Versickerung auf unserem Grundstück.

    Wir warten aktuell noch auf die finale Baugenehmigung, da noch ein Versickerungsantrag nach DWA A138 gestellt werden muss.

    Nach Rücksprache mit der unteren Wasserbehörde habe ich mich an ein Planungsbüro gewandt, welches mir mitgeteilt hat, dass sie für die Berechnung den kf-Wert des Bodens benötigen.

    Hierzu wurde im Anschluss mit einem Erdbaulabor ein Versickerungsversuch durchgeführt, bei dem mit einem Bagger ein ca. 1,5m tiefes Loch ausgehoben wurde, in welches 1.000l Wasser geschüttet wurden.

    Der hieraus bestimmte kf-Wert war leider so schlecht, dass ein wasserrechtlicher Antrag laut dem Planungsbüro "wenig bis gar keine Aussichten auf Genehmigung" hätte.

    Nach erneuter Rücksprache mit dem Planungsbüro haben wir daraufhin bei der Verbandsgemeinde nachgehört, ob es möglicherweise ein 2-Kanal-System gibt, sodass man das Wasser in den Kanal leiten könnte, aber es gibt leider nur einen Schmutzwasserkanal.
    Nun empfiehlt uns das Planungsbüro (als letzte Möglichkeit), erneute Versickerungsversuche auf dem Grundstück durchzuführen, um eine Stelle mit einem geeigneten kf-Wert zu finden, da es sonst nicht möglich sei die Versickerungsgenehmigung zu erhalten. Gegebenenfalls soll hierzu auch etwas tiefer gegraben werden.
    Nachdem wir das dem Erdbaulabor mitgeteilt haben, wurden Bedenken geäußert, dass auf unserem Grundstück "überall die gleichen ungünstigen Verhältnisse bestehen, so dass erneute Untersuchungen vermutlich keine wesentlich anderen Ergebnisse bringen".

    Die Situation ist aktuell ziemlich ernüchternd und wir befürchten sogar, dass wir unser geplantes Hausbauprojekt nicht realisieren können.

    Daher hier meine Fragen/Bitten:

    Hat jemand eine alternative Idee für eine Lösung des Versickerungsproblems?
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht mit Grundstücken mit schwierigen Versickerungsverhältnissen?
    Könnt ihr evtl. jemanden empfehlen, der uns noch weiterhelfen kann, um eine Lösung zu finden?

    Abschließend noch ein paar Eckdaten zu unserem Bauvorhaben:

    Es handelt sich um ein geplantes Einfamilienhaus mit ca. 165 m² Wohnfläche.
    Das Grundstück ist ca. 1.500 m² groß und relativ eben. (2-3 m Gefälle auf 50m)
    An dem Ort befand sich früher ein Steinbruch, was wohl die schlechten Versickerungsverhältnisse erklärt.
    Es gibt keinen Bebauungsplan, sodass sich die Bauvorgaben an der Nachbarbebauung orientieren.
    Es gibt auch ringsherum Nachbargebäude (anscheinend mit funktionierender Versickerung), aber diese sind alle schon etwas älter.

    Als Laie würde ich denken, dass es möglich sein muss, eine funktionierende Versickerung zu gewährleisten, da es bei den Nachbarn auch funktioniert, aber die Aussagen der oben genannten Ansprechpartner klangen leider nicht sehr optimistisch.

    Bitte entschuldigt den langen Text, aber danke, wenn ihr diesen gelesen habt. :)
    Und vielen Dank im Voraus für eure Anregungen und Ideen.

    Viele Grüße

    Niklas

    PS: Falls das der falsche Thread für meine Frage sein sollte, dann gerne verschieben.
     
  2. thomenec

    thomenec

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    Hallo,
    da Du von keinem Sumpfgebiet als Bauplatz gesprochen hast, muss ja eine für den natürlichen Niederschlag ausreichende Versickerungsfähigkeit grundsätzlich gegeben sein.

    Ist ein lokal begrenzter Bodenaustausch am Ort der geplanten Versickerung eine zulässige Option um die Versickerungsleistung zu erhöhen ?
    Letzten Endes wird doch nur eine Versickerung und Vorklärung durch die belebte Bodenzone gefordert, oder ?
    Und ob die Bodenschichten nun dort natürlich vorliegen oder hergestellt wurden sollte doch nicht relevant sein, oder übersehe ich etwas ?

    Bevor das Grundstück gar keine Baugenehmigung erhält kann man auch ein paar Euros für so eine Maßnahme in die Hand nehmen.

    Grüße
     
  3. BaUT

    BaUT

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    Du hast bisher gar nichts über die Art des Bodens geschrieben. Massiver Fels?

    Wieviel Liter Wasser müssen denn bei einem Bemessungsregen (r5,5) und wie viel bei einem Starkregenereignis (r5,100) bei euch versickert werden? Kann man da nicht eine Sickerschachtgruppe oder eine Kastenrigole mit vorgeschaltetem Vorfluter (Sickerschacht) bauen, die groß genug ist um diesen Regen als Einstauvolumen komplett aufzunehmen und ihn dann später langsam zu versickern?
     
  4. chris84

    chris84

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    Bei 1500m² könnte man wohl sogar über einen "Teich" zur oberflächigen Versickerung nachdenken...
     
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  5. BaUT

    BaUT

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    Ja - auch eine solche Kombi wäre denkbar - ein sog. Mulden-Rigolen-System

    Guck mal hier:
    Versickerung von gesammeltem Niederschlagswasser - LfU Bayern
    oder hier:
    Rigolenversickerung | Josef's Regenwasser-Versickerungs-Blog

    Eigentlich gibt es genug Lösungen, aber scheinbar stellen sich die Fachleute da etwas sperrig an bei euch. Oder Der Fels ist echt so dicht, das gar nichts geht.
     
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  6. chris84

    chris84

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    Die Muldenversickerung ist übrigens die mit dem geringsten technischen und monetären Aufwand umsetzbare Art der Regenwasser"entsorgung" - und gleichzeitig auch die ökologisch wertvollste...
    Das einzige, was sie kostet, ist Platz...
     
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