Kellersanierung 1958: Abdichtung Bims-Hohlblock auf -2,40m in Hanglage

Diskutiere Kellersanierung 1958: Abdichtung Bims-Hohlblock auf -2,40m in Hanglage im Abdichtungen im Kellerbereich Forum im Bereich Neubau; Guten Tag liebes Forum, ich lese hier schon eine Weile still mit und bin beeindruckt von der Fachkompetenz. Nun steht bei meinem eigenen...

  1. #1 Stampfbeton58, 01.02.2026 um 13:53 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 01.02.2026 um 14:21 Uhr
    Stampfbeton58

    Stampfbeton58

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    Guten Tag liebes Forum,

    ich lese hier schon eine Weile still mit und bin beeindruckt von der Fachkompetenz. Nun steht bei meinem eigenen "Altbau-Projekt" eine größere Maßnahme an, bei der ich gerne eure Einschätzung hätte, bevor ich (oder der Bagger) loslege.

    Ich habe einen Kellerraum, den ich gerne trocken bekommen möchte. Aktuell dringt dort Feuchte ein, vor allem an den erdberührenden Außenwänden bzw. dem Putz.

    Zu dem Haus:

    - EFH, Baujahr 1958, Hanglage.

    - Gründung: Streifenfundament (vermutlich Stampfbeton). In dem Bauplan von 1958 ist keine Bodenplatte eingezeichnet, sondern nur ein nachträglich eingegossener Estrich

    - Lehmboden

    - Mauerwerk: Hohlblockstein/Bimsstein

    - 1993 wurde in dem Kellerraum Putz & Estrich bei Umbaumaßnahmen (Umbau ZFH) erneuert bzw. eingebaut, bereits kurz nach 1993 begann der Putz dann zu bröckeln.

    - Der Kellerraum ist im Nordwest-Eck des Hauses, Richtung Berg.

    - Bodenniveau: Nordseite komplett -2,40 Meter unter der Erde. Westseite von -2,40m zu -0,3m nach Süden hin abfallend.

    Nordseite_außen.jpg Westseite_außen.jpg

    - Neben dem Kellerraum liegen außen Abwasser- und Regenrohre, die in die Kanalisation gehen. Außerdem ist ein Abwasserrohr durch die Außenwand des Kellerraums geführt. Durchbruch um das Abwasserrohr sieht aber unauffällig aus, nur ein paar Salze sichtbar

    Durchbruch_Abwasserrohr_2.jpeg Durchbruch_Abwasserrohr.jpeg

    Aktueller Stand: Ich habe den geschädigten Innenputz vor 5 Jahren großflächig abgeschlagen, dort wo er locker ist (d.h. unten). Seitdem keine weitere Schädigung des verbliebenen Putzes sichtbar. Schäden vor allem im Bereich Nordseite und Ostseite, Westseite abnehmend betroffen, Südseite ganz leicht.

    Der Putz im Sockel zwischen Mauerwerk und Estrich ist fühlbar und sichtbar sehr feucht, hier scheint mir aktuell der größte Teil der Feuchte einzudringen. Das Mauerwerk oberhalb des Sockels scheint nicht sehr feucht zu sein, der Estrich auch nicht.

    Westseite_innen.jpeg Nordseite-innen.jpeg Ostseite_innen.jpeg Feuchter_Gips_2.jpeg Feuchter_Gips.jpeg

    Wie würde man das am besten fachgerecht aufarbeiten?

    Mein Ansatz, basierend auf Threads in diesem Forum, wäre:

    - 1. Außen aufgraben (mit entsprechender Böschung 45°), Reinigen, Hohlkehle am Streifenfundament, 2x KMB, XPL, Noppenbahn, Drainage

    - 2. Ggf. innen Estrich auch raus, Bitumenschweißbahn, Dämmung, neuer Estrich

    - 3. Innen dann ein Sanierputz.

    Was sagt ihr dazu? Kann man das so machen oder bringt alles nix? Ich würde vermutlich alles machen lassen, außer die groben Tätigkeiten, Buddeln und Abbruch

    Vielen Dank im Voraus!

    Beste Grüße, Stampfbeton58
     
  2. Stampfbeton58

    Stampfbeton58

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    Guten Tag,

    ich lade nochmal ein paar Bilder aus den Plänen hoch.

    Einmal 2 Bilder aus dem Bauplan von 58, der Raum jeweils unten links.

    In dem originalen Plan ist auf der Nordseite nicht so viel Erde aufgeschüttet, wie jetzt in wirklichkeit da ist. Jetzt geht es wirklich fast bis zum Erdboden des Erdgeschosses.

    Plan_Westansicht_2.jpeg Plan_Westansicht.jpeg

    Anbei hab ich nochmal versucht, die Intensität bildlich festzuhalten, in einem Planausschnitt von 1993. Je dicker die rote Linie ist, desto stärker ist das Problem an der Stelle.

    feuchtigkeit.jpeg
     
  3. Fasanenhof

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    Naja, mal ehrlich:
    du hast einen Nassen Keller, der offensichtlich ohne Dichtebene zum Boden oder zu den Seiten gebaut wurde.
    Dieser Keller steht gegen einen Hang, an dem ganz natürlich die Feuchtigkeit gegen drückt, wenn es durch die oberen Erdschichten nach unten fließt.

    Da kann man herrlich wenig machen, denn:
    - Du kannst nicht ohne weiteres die Wand von außen abdichten. Erdarbeiten, äußere Dichtebene... kompliziert und riskant.
    - du hast gar keine Chance, die Bodenplatte von unten abzudichten... weil es keine Bodenplatte gibt.

    Du könntest:
    - damit leben
    - eine Ringdrainage vor dem Fundament setzen, um die Feuchtigkeit zu reduzieren (Erdarbeiten, Grunddruck?)

    Manche Sachen kannst du nicht besiegen. Ein altes Fundament an einem Hang gehört zu diesen Dingen.
     
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  4. Stampfbeton58

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    Hallo Fasanenhof,

    vielen Dank für deine Antwort und Hinweise.

    Du hast davon gesprochen, dass es riskant und kompliziert ist, von außen abzudichten. Meinst du mit "riskant", dass die Stabilität des Hauses gefährdet ist? Das möchte ich natürlich nicht riskieren. Ich hatte mal einen Statiker hier, wegen einer anderen Sache. Den hab ich auch dazu gefragt, ob man an diesem Raum das Fundament freilegen darf, über welche Länge etc. Ich hatte ihn explizit auch auf Grundbruch angesprochen. Er hat mir damals gesagt, dass das hier kein Problem sei und das Eck auf einmal freigelegt werden könne.

    Generell ist es so, dass es neben dem von mir beschriebenen Raum noch einen anderen Kellerraum gibt, der auch an den Hang grenzt, nur nicht am Eck, sondern ehr in der Mitte des Hauses. Der ist erstaunlicherweise deutlich trockener.

    In dem Eckraum wurde im Außenbereich über die Jahre verschiedenes verändert. Man sieht es auf dem einen Bild, es ist eine Gartenmauer zu sehen. Außerdem ist der Erdboden auf Nordseite abschüssig zu diesem Raum hin. Ich frage mich, ob ich mit Änderungen an der lokalen Topographie Besserung erzielen könnte, also z.B. Gartenmauer weg vom Haus, Bodengefälle weg vom Haus, vielleicht 1 oder 2 Meter pflastern, sodass es von dort besser wegfließen kann. Das wären ja vergleichsweise einfache Anpassungen.

    Kurz eine Rückfrage zur Ringdrainage - die müsste auch auf der Höhe der Oberkante des Streifenfundaments eingebaut werden, oder?

    Besten Dank und viele Grüße

    Stampfbeton58
     
  5. VollNormal

    VollNormal

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    Zuallererst mal braucht die Drainage eine gesicherte und den Vorschriften entsprechende Ableitung. Die meisten Kanalnetzbetreiber untersagen die Einleitung in die Kanalisation und auf fremde Grundstücke darf generell nicht abgeleitet werden. Wo also soll das Wasser hin?
     
  6. Stampfbeton58

    Stampfbeton58

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    Hallo VollNormal,

    vielen Dank für deinen Beitrag und Anmerkungen zum fachgerechten Anschluss.

    Ich dachte bzgl. Drainage, wenn sinnvoll, an folgende zwei mögliche Optionen:

    1. Das Wasser könnte in unseren den Brunnen geleitet werden. Am unteren Ende des Grundstücks befindet sich, von dem Eckraum aus nach Süden 15 Meter den Hang hinab, ein tiefer, gemauerter Brunnen zur Gartenbewässerung. In den könnte man das Wasser einleiten. Er fasst etwa 5 qm und wird aktuell von einem Dach eines Carports gespeist, was ihn so mittelmäßig auslastet, insbesondere im Sommer nicht ausreichend, wenn ich Hecke etc bewässere. Es ist im prinzip ein Loch, 5 Meter tief, 1x1 Meter Querschnitt. Vielleicht könnte man die Drainage mit einem kleinen AbsetzSchacht oder ähnliches anschließen, damit mögliche Erdbestandteile sich dort und nicht im Brunnen absetzen, der wurde erst vor 5 Jahren gereinigt.

    2. Überschüssiges Wasser, was der Brunnen nicht aufnehmen kann, könnte in eine Sickergrube, wo es langsam versickern kann.

    Ich tue mir schwer, abzuschätzen, um wieviel Wasser es geht. Wenn es sich wie das aktuell angeschlossene Dach verhält (Dachfläche etwa 20qm), dann sollte das locker passen. Wenn ich mehr Wasser hätte, würde ich ggf. noch einen weiteren Speicher anschließen (Tank etc) für die Sommer, wie wir sie mittlerweile haben.

    Müsste ich die Drainage eigentlich komplett um das Haus legen, also als echten Ring? Die restlichen Räume des Kellers sind trocken und mir auch wirklich nicht so wichtig. Eigentlich geht es mir nur um den Eckraum, dessen Länge zum Erdreich über die 2 Seiten etwa 8 Meter beträgt. Dort hätte ich die Drainage eingebracht. Oder nicht zu empfehlen, nur komplett als Ring?

    Besten Gruß
    Stampfbeton58
     
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Kellersanierung 1958: Abdichtung Bims-Hohlblock auf -2,40m in Hanglage

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