Einschätzung Pelletheizung EFH Bj. 1984 – Angebot 60.000 € realistisch?

Diskutiere Einschätzung Pelletheizung EFH Bj. 1984 – Angebot 60.000 € realistisch? im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo zusammen, ich wende mich heute mit einer Mischung aus fachlicher Unsicherheit und auch etwas persönlicher Betroffenheit an euch und hoffe...

  1. FrolleinVonNee

    FrolleinVonNee

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    Hallo zusammen,

    ich wende mich heute mit einer Mischung aus fachlicher Unsicherheit und auch etwas persönlicher Betroffenheit an euch und hoffe sehr auf eure ehrliche Einschätzung.

    Es geht um mein Elternhaus, ein freistehendes Einfamilienhaus (Baujahr 1984/85) mit ca. 240 m² in Bayern. Gebäudenutzfläche laut Energieausweis (Effizienzklasse H). Aktuell ist eine Ölheizung von 1985 verbaut.

    Der bisherige Heizölverbrauch lag bei ca. 1.100–1.200 Litern/Jahr. Allerdings wurde das Haus zuletzt nur von einer Person bewohnt, mehrere Räume waren unbeheizt und zusätzlich gibt es einen Holzofen im Wohnzimmer. Perspektivisch soll das Haus jedoch von einer fünfköpfigen Familie bewohnt werden, sodass künftig mit deutlich höherem Wärme- und Warmwasserbedarf zu rechnen ist.

    Vorliegendes Angebot für eine Pelletheizung (Fröling, 18 kW) umfasst:

    -Pelletkessel 18 kW mit Partikelabscheider
    -Pufferspeicher ca. 850 Liter
    -Frischwasserstation
    -Sacksilo ca. 2,3 x 2,3 m
    -Heizkreisset mit Mischer und Hocheffizienzpumpe
    -ca. 50 m Edelstahlverrohrung inkl. Dämmung nach GEG
    -Magnetitabscheider
    -Ausdehnungsgefäß 140 l
    -Nachfüllstation nach VDI 2035
    -Rückbau und Entsorgung der alten Ölheizung inkl. Tankanlage (200 l Restöl enthalten)
    -Wasseraufbereitung (Enthärtungsanlage bzw. Kalkschutz)


    Nicht enthalten sind eventuell notwendige Kaminsanierung sowie Elektroarbeiten.

    Der Angebotspreis liegt bei rund 60.000 € brutto vor Förderung. Es handelt sich nicht um einen klaren Festpreis; mehrere Positionen werden nach tatsächlichem Material- und Zeitaufwand abgerechnet.

    Ich verstehe, dass gute Technik und Handwerk ihren Preis hat und auch haben soll.
    Aber wir reden hier von 60.000 € (tendenziell eher mehr), für eine Heizungsanlage in einem Bestandsgebäude von 1984. Das steht für mich in keinem Verhältnis, vor allem wenn noch Elektroarbeiten oder eine mögliche Kaminsanierung dazukommen.

    Daher meine ehrliche Frage in die Runde:

    • Ist das marktüblich oder bewege ich mich hier deutlich über einem realistischen Rahmen?
    • Sind 18 kW überhaupt sauber hergeleitet oder eher pauschal angesetzt?
    • Sollte ich bei diesen Summen zwingend Alternativen wie eine Luft-Wärmepumpe prüfen lassen?
    Mir ist bewusst, dass eine genaue Beurteilung nur mit Heizlastberechnung möglich ist. Es geht mir vor allem um eine grundsätzliche Einordnung.

    Bitte habt Nachsicht mit mir, Heizungstechnik ist sehr offensichtlich nicht mein Spezialgebiet, man merkt’s wahrscheinlich. ich bemühe mich um Würde, während ich gleichzeitig google, was ich da eigentlich unterschreiben soll.

    Vielen Dank für eure Einschätzung
    Liebe Grüße!
     
  2. nordanney

    nordanney

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    Finde ich schon heftig.
    Sauber hergeleitet wäre eine raumweise Heizlastberechnung. Also ist das Angebot ein "Pi mal Daumen passt scho"
    Klasse H und 240qm wird schon eine ordentlich große WP benötige und vor allem jedem Menge Heizflächen. Ob das mit ggf. nur Heizkörpern klappt? Kann, muss aber nicht.

    Würde mir eher mal Gedanken über eine Reduzierung des Verbrauchs machen, als über die Heizung. Denn dann kann sie kleiner ausfallen. Also mal ein paar energetische Maßnahmen andenken.
     
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  3. Ettlin

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    Wir haben im Dezember 2022 eine neue Pelletheizung einbauen lassen. Lager war bereits vorhanden. Preis: 28 Tsd. ETA PC20 mit 900 Liter Pufferspeicher. Standort: Baden-Württemberg. Der dir angebotene Preis ist viel zu hoch.
     
  4. hanghaus2000

    hanghaus2000

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    Mich verwundert die Befuellung mit Sackware. Ist das Stand der Technik?
     
  5. Ettlin

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    Ein Sacksilo wird mit einem Tankwagen mit losen Pellets befüllt.
     
  6. Tikonteroga

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    Ein Pelletkessel ist an sich ich verkehrt, da Pellets einen Primärenergiefaktor von 0,2 haben. Mit einer LWWP wärst du zwar auch deutlich unter 1,0 aber um 0,2 zu erreichen benötigst du eine sehr hohe JAZ. Du solltest aber eine Heizlastberechnung für das Gebäude und für die Frischwassererzeugung erstellen. Ich habe das Gefühl, dass die 18 kW zu viel sind. Der Pufferspeicher ist auch größer, als es für die BAFA-Förderung erforderlich ist. Lauf BAFA-Richtlinie sind 30 Liter pro kW an Nennleistung erforderlich.
     
  7. Ettlin

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    Der angegebene Verbrauch entspricht - wie der TS schreibt - nicht dem realen Verbrauch. Überschlägig halte ich den angebotenen Kessel nicht für zu groß. Den Pufferspeicher ebenfalls nicht. Kleiner würde ich den auf keinen Fall nehmen. Aufgrund des Puffers ist eine genaue Ermittlung der benötigten Heizlast m.E. nicht erforderlich.
     
  8. 415B

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    Eine Pelletheizung macht die genau so abhängig wie von Öl oder Gas. Nimm lieber eine Heizung wo man richtiges Holz nutzen kann.
     
  9. nordanney

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    Um dann abhängig von Holz zu sein? Wo gerade Holz in den letzten Jahren richtig teuer geworden ist. Oder wurdes etwas von "ich habe einen eigenen Wald und komme günstig an Holz ran" geschrieben?

    Welche Heizung macht nicht abhängig?
     
  10. Oehmi

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    Bei dem Preis würde ich über eine Geothermiebohrung und eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nachdenken.
    Wobei Baujahr 1985 und Energieklasse H auch schon komisch klingt.
     
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  11. Tikonteroga

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    Ich habe ja nicht geschrieben, dass die 18 kW bei einem Verbrauch von 1200 Liter zu viel sind. Das ist mir schon klar, dass das nicht den gesamten Verbrauch darstellt.

    Es gibt eine Faustformel nach der man den Jahresverbrauch in Litern durch 250 dividiert. Das Ergebnis ist die erforderliche Nennleistung in kW.

    x [Liter] / 250 [Liter/kW] = y [kW]

    Wenn man das jetzt auf die 18 kW anwendet und die Formel entsprechend umstellt, dann käme man auf einen Gesamtverbrauch von 4500 Liter.

    y [kW] * 250 [Liter/kW] = x [Liter]

    Bei 4500 Liter habe ich dann erst mal Zweifel. Das ist sehr viel für 240 m² Nutzfläche, die ja nur anteilig beheizt ist.
     
  12. nordanney

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    Warum? Objektzustand wie vor 40 Jahren (damals energetisch nur das nötigste gemacht) und seitdem nichts mehr dran gemacht - daher auch die Heizung aus dem Ursprungsbaujahr. H ist nicht unplausibel.
     
  13. 415B

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    Dann solltest du wissen das nicht der Waldbesitzer das Geld macht sondern die Sägewerke und der Transport. Ich habe auch einen Stück Wald und freue mich wenn andere das Totholz sich holen.
    Geh mal zur Forstbehörde dann wirst du sehen wie günstig du dir Holz aus dem Wald holen kannst. Bei Brennholz kannst du selbst Hand anlegen aber beim pressen der Pellets wird es schon schwer.
    Wenn die Pellets aufquellen wirst du deine Freude haben die nassen Sägespäne zu entsorgen.
     
  14. nordanney

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    Dann hast Du Glück. In den meisten Bundesländern kannst Du praktische kein Brennholz aus dem Wald holen. Ich in NRW habe auch praktisch keine Chance. Hier gibt Dir niemand ein "Go" dafür.
     
  15. Fasanenhof

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    Bitte lasst die Diskussion zur Festholzheizung. Festholz ist eine Opportunitätsfrage. Wenn man das Holz "umsonst" bekommt lohnt sich die Investition, wenn man es vom Markt kaufen muss ist es irre teuer. Deshalb hilft es auch nicht, einem Heizölbenutzer der seine Heizung auf Pellets umstellen will zu Festholz zu überreden.
    Pellets sind so teuer wie Erdgas, haben aber bei der Modernisierung das Privileg des "grünen Daumen" und beim Einkauf die Flexibilität wie Heizöl.

    An sich sollte man Pellets oder Hackschnitzel dem Stückholz vorziehen, wenn man nicht Selbstversorger ist.

    Zum Haus:
    Bei Effizienzklasse H und 240m² sollte man zuerst das Modernisierungskonzept nach Energieeinsparungen aufreißen.
    Der 18kW Pelletkessel wird reichen, voraussichtlich. Aber die Heizkosten werden dir mehr Geld kosten, als der (geförderte) Modernisierungskredit abzieht.
     
  16. Ettlin

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    Mir ist bewusst worauf du hinaus willst. In den einschlägigen Foren zu Pelletkesseln, wird genau diese Theorie mehrheitlich vertreten. Ziel ist es, die Kesselleistung so niedrig wie möglich zu wählen, um die Brennerlaufzeit zu verlängern. Durch eine weitere Reduzierung der Leistung über die Kesselregelung, sind Brennerlaufzeiten von 10 - 12 h möglich.

    Meine Theorie geht in eine andere Richtung:

    Kesselhersteller entwickeln ihre Kessel für eine bestimmte Lebensdauer. Wie lange diese Lebensdauer angesetzt ist, bleibt für uns Endverbraucher ein Geheimnis. Ich gehe jedoch davon aus, dass die Hersteller von Pelletkesseln so ca. 15 - 20 Jahre Lebensdauer rechnen. Diese Lebensdauer gilt natürlich über alle Leistungsklassen. D.h. ein 10 kW Kessel hat die gleiche (15 - 20 Jahre) Lebensdauer wie ein 50 kW Kessel. Der 50 kW Kessel erzeugt jedoch viel mehr Wärme und verbrennt dabei viel mehr Pellets als der Kessel mit 10 kW Leistung. D.h. im Umkehrschluss: Je größer ein Kessel dimensioniert ist, desto länger ist die Lebensdauer wenn man die erzeugte Wärme ins Verhältnis zum Faktor Zeit setzt.

    Diese Theorie hat natürlich Grenzen:
    - Pufferspeicher hat Verluste u. sollte daher nicht zu groß sein
    - je größer der Kessel, desto teurer

    Der Idealfall aus meiner Sicht:
    - Kessel startet im Winter max. 2x (wenn es sehr kalt ist auch 3x) pro Tag
    - Laufzeit des Kessels dabei möglichst gering (2 - 3 Stunden nach dem Start bis Puffer voll geladen) = 4 - 6 Stunden Gesamtlaufzeit p. Tag

    Wie gesagt, es ist nur meine (Laien-)Meinung.
     
  17. chris84

    chris84

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    Ist dir bekannt, woran ein "Kessel" altert?
    Ich würde mal in den Raum werfen (ohne jeglichen Sachverstand dazu): Ein Kessel, der permanent mit konstanter Temperatur beheizt wird, hält praktisch unbegrenzt lange, egal wie dimensioniert. Er stirbt durch Kondensation und durch Temperaturwechsel.
    Das wäre dann also genau das Gegenteil deiner Ansicht - ein Kessel, der doppelt so groß als nötig ist, würde möglicherweise nur halb so lange halten.

    Aber hier muss ganz unabhängig davon tatsächlich die Frage lauten: Wie viel Heizkosten möchte sich der Nutzer dauerhaft leisten (oder "antun")? Bei 5000€ Verbrauchskosten spielen die viel zu teuren 60k€ Anschaffung auch nicht mehr so den wesentlichen Faktor - Die Bude ist ein Oldtimer, den man entweder nur noch Sonntags ausfährt, oder eben mal eine ordentliche Sanierung drüber laufen lässt, um für die nächsten 40-50 Jahre "flott" zu sein!
     
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  18. 415B

    415B

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    Ich kenne Feststoff- und Ölheizungen die seit fast 40 Jahren ohne größere Probleme arbeiten.
     
  19. Deliverer

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    Also für das Geld kannst du bequem das Haus dicht machen und ne WP einbauen. Dann hast du nicht zukünftig den Ärger mit Fördertechnik, CO2 (ja, auch Holz verbrennt), Schadstoffenregularien, Holzimporten, Pelletsqualitäten, Platzverbrauch...
     
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Einschätzung Pelletheizung EFH Bj. 1984 – Angebot 60.000 € realistisch?

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