Kellerdecke dämmen | Widersprüchliche Aussagen

Diskutiere Kellerdecke dämmen | Widersprüchliche Aussagen im Energiesparen, Energieausweis Forum im Bereich Altbau; Hallo Zusammen, wir haben im vergangenen Jahr ein älteres Haus BJ 1964 erworben. Außenwände 24cm Bimshohlblocksteine, ungedämmt. Decke bzw. Boden...

  1. filic1999

    filic1999

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    Hallo Zusammen,

    wir haben im vergangenen Jahr ein älteres Haus BJ 1964 erworben. Außenwände 24cm Bimshohlblocksteine, ungedämmt. Decke bzw. Boden im EG als "Massivdecke" (mehr gibt die Baubeschreibung nicht her)

    Der Energieberater hat uns von einer Außendämmung abgeraten, weil er Sie als nicht wirtschaftlich ansieht. Empfohlen wurde uns aber die Kellerdecke zu dämmen. Tatsächlich kühlt hier der Boden im EG gerade bei Frost stark aus.

    Im Keller haben wir im wesentlichen drei Räume:
    - Hobbyraum ca. 24 qm, mit Heizung für den Bedarfsfall
    - Heizungsraum 10qm, durch die Ölheizung immer "lauwarm"
    - Öltank.Raum ca. 10qm, selbstredend unbeheizt
    - Flur ca. 10qm, aber kräftig mit Rohren und Leitung durchsetzt

    Nun zum eigentlichen "Problem". Wir hatten 2 Stukkateure/Maler im Haus:
    - Stukkateur 1 war vor Ort: Angebot mit 10cm Linitherm (teuer) bzw. 10cm EPS Dämmplatten.
    Aussage: Das werden Sie im EG sehr merken, Füße bleiben warm!
    - Stukkateur 2: War vor Ort und hat uns davon abgeraten, da der Unterschied zwischen EG und UG nicht so eklatant wäre. O-TON: Stellen Sie lieber die Heizung im UG an, da haben Sie mehr davon.

    WIe ist denn eure Meinung dazu, lohnt sich die Dämmung?

    Danke!
     
  2. grozema

    grozema

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    wenn die Kellerräume kalt sind - also nicht beheizt werden, dann lohnt sich die Kellerdeckendämmung sehrwohl.
    Du hast ja auch beschrieben, dass die Betondecke sehr kalt ist. Die Fußkälte verschwindet danach, da die gesamte Deckenkonstruktion nach der Dämmmaßnahme sich im "Warmbereich" befindet und als Wärmespeicher fungiert.
     
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  3. nordanney

    nordanney

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    Ja. Und dann bitte selber machen. Einfach z.B. PUR alukaschiert an die Decke kleben. Das macht einen riesigen Unterschied.
    Beispiel bei mir: Keller = Nutzkeller, ist nach der Deckendämmung etwa 4 Grad kälter als vor der Dämmung. Dann weißt Du, wie sehr man den Keller mit dem OG heizt. Den Unterschied von oben kann ich nicht so sehr einschätzen, da ich direkt eine FBH verbaut habe im Rahmen der Sanierung. Und mit Parkett ist der Boden gefühlt eh nie wirklich kalt.
    DIY ist echt entspannt einfach. PU-Klebeschaum vereinfacht (egal für welche Dämmung Du Dich entscheidest) die Arbeit ungemein.
     
  4. Tikonteroga

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    Also wenn es angeblich nicht wirtschaftlich ist die Außenwände zu dämmen, dann muss das Dämmen der Kellerdecke sehr günstig ausfallen, damit dass dann wirtschaftlich ist. Also wenige EUR pro m². Das erreichst du, wenn du mit EPS dämmst und es selbst machst. Dann hast halt EPS an der Kellerdecke. Ist halt die Frage, ob man das dann toll finden soll oder nicht ...

    Wenn man im Rahmen der Heizlastberechnung die Transmissionswärmeverluste für die Räume durch bestimmte Bauteile nach Norm berechnet, dann sieht man, dass man über die Kellerdecke deutlich weniger Wärme verliert als über die Außenwände. Hier mal ein Beispiel:

    Parameter
    • Norm-Außentemperatur: -10 °C
    • Norm-Jahresmitteltemperatur: 10 °C
    • Norm-Innentemperatur: 20 °C
    • U-Werte
      • Außenwand: 1,30 W/(m²K)
      • Kellerdecke: 1,11 W/(m²K)
    Außenwände: Transmissionswärmeverlust [W] = F [m²] * 1,3 [W/(m²K)] * [ 20°C - (-10°C) ] * 1,0 = 33,3 W/m²
    Kellerdecke: Transmissionswärmeverlust [W] = F [m²] * 1,11 W/(m²K) * (20 °C - 10 °C) * 0,5 = 5,55 W/m²

    Dann kommt noch dazu:
    Der Hobbyraum ist beheizt, den müsstest du nicht dämmen. Der Heizraum ist quasi beheizt. Im Flur ist es ungünstig zu dämmen, da die Decke vollgebaut ist und im Öltankraum würde ich nicht mit Erdölprodukten die Decke dämmen.
     
  5. nordanney

    nordanney

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    Vergiss nicht, dass der Verlust in den Keller 24/365 erfolgt. Die -10 Grad außen maximal ein paar Tage. Insofern verlierst du übers Jahr eher viiiieeeel weniger durch die Wand (in Summe).

    Dazu - nicht in € messbar - der Wohlgühlfaktor und die Tatsache, dass du die Decke für vielleicht 10% der Kosten eines WDVS hinbekommst.

    Insofern widerspreche ich dir. Preis/Leistung ist unübertroffen bei der Kellerdecke.

    P.S. der Hobbyraum wird nicht beheizt. Nur im Bedarfsfall. Also eher meistens NICHT beheizt.
     
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  6. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    Denke daran dass die 10 °C im Keller auch nur für den Zeitraum gelten, in dem draußen die -10 °C gelten. Die Durchschnittstemperatur wird in beiden Fällen deutlich höher liegen und die Temperaturdifferenz demnach deutlich niedriger. Und wie schon angedeutett, im Heizraum ist es möglicherweise genau so warm oder sogar noch wärmer als in den beheizten Räumen im Erdgeschoss, im Hobbyraum ist die Temperaturdifferenz sehr niedrig, da zumindest mäßig beheizt. Und beim Öltankraum würde ich vorher prüfen, ob man überhaupt mit Dämmstoffen dämmen darf, die nicht "nicht brennbar" sind.

    Rechne es dir halt mal mit ein paar angenommenen Durchschnittswerten für die Temperaturdifferenz aus, das ist nicht wirtschaftlich, auch wenn du es noch so oft behauptest ohne es begründen zu können.
     
  7. Viethps

    Viethps

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    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Bei Kellerdeckendämmaktionen habe ich immer mal nachgemessen:
    Oberfläche - also untere Fläche der Betondecke nach Dämmung mit z. B. 80mm EPS 035 jeweils mindestens 6° wärmer.
    Um es kostengünstig zu machen kommt auch eine Verklebung mit Flexfliesenkleber infrage.
     
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