Unterputzdosen (Schalter, Thermostat) in Schornstein

Diskutiere Unterputzdosen (Schalter, Thermostat) in Schornstein im Elektro 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo, wir haben ein EFH BJ. 1954 kernsaniert und dabei einen zuvor nicht genutzten Schornstein im Spitzboden hochgemauert und an ihn im EG einen...

  1. Martinnn

    Martinnn

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    Hallo,

    wir haben ein EFH BJ. 1954 kernsaniert und dabei einen zuvor nicht genutzten Schornstein im Spitzboden hochgemauert und an ihn im EG einen 5kW Kaminofen angeschlossen. Leider haben weder wir noch die diversen beteiligten Gewerke (Bauleitung, Elektriker) bemerkt, dass einige Elektroinstallationen am Schornstein vorgenommen worden sind: Im EG eine Steckdose (unterhalb des Kaminanschlusses), ein Lichtschalter (etwa auf Höhe des Kaminanschlusses), zwei Thermostate für die Fußbodenheizung (30 cm oberhalb des Kaminanschlusses); im OG dann nochmal ein Lichtschalter und ein Thermostat.

    Die Außenmaße des Kaminzuges sind ca. 42 cm * 48 cm; Innenmaße soweit ich das durch die beiden Klappen messen kann ca. 15 * 18 cm. Mauerwerk und Putz dementsprechend ca. 13,5 - 15 cm. Installiert sind Gira E2 für den flachen Einbau, Gerätedosen also mit ca. 6cm Tiefe, weshalb zu befürchten ist, das sich zwischen den verlegten Kabeln und dem Kaminzug nur etwa 7-9 cm Mauerwerk befinden.

    Immerhin sitzt die Elektroinstallation nicht genau mittig auf dem Schornstein, die Mitte des Schalters im EG ist in etwa 16cm rechts vom Mauerwerk, also ungefähr dort, wo der Innenzug beginnt.

    Zulässig dürfte das so sicher nicht sein, weshalb sich mir schon auch die Frage stellt, weshalb das weder unserem Bauleiter noch den Handwerkern aufgefallen ist, und warum auch der Schornsteinfeger, der während der Bauphase und jetzt auch zur Feuerstättenschau im Haus war, keine Einwände hatte.

    Was mich gewundert und ein klein wenig optimistisch gestimmt hat, war, das die von den im Schornstein installierten Termostaten (Gira System 3000) angezeigte Temperatur nach zwei Stunden Kaminbetrieb lediglich bei 28 Grad Celsius lag, bei einer Raumtemperatur von 24 Grad. Ich hätte angesichts der Nähe zum Zug deutlich höhere Temperaturen erwartet. Habt ihr dafür eine Erklärung?

    Die praktische Frage ist: Wir werden den Kaminofen nur gelegentlich, vielleicht 10-30 mal im Jahr betreiben. Ist das aus eurer Sicht vertretbar, was sind die Risiken?

    Vielen Dank!
     
  2. thomenec

    thomenec

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    Hallo,
    das ist ja doof gelaufen...

    Ich würde sagen das Problem steckt darin, dass niemand sagen kann was bei den Stemm- und Schlitzarbeiten passiert ist. Wahrscheinlich wurde für die 6 cm tiefen Dosen nicht genau 6.5 cm tief gebohrt und gestemmt. Es könnte sogar mal lokal durchgebohrt worden sein oder die Reststärke verschwindend gering sein. Der Schornstein könnte Haarrisse und Undichtigkeiten bekommen haben.

    Was könnte passieren ? Es könnte zu Rausgasdurchtritt kommen oder lokaler Überhitzung und Beschädigung von Teilen der Elektroinstallation bis zum Durchbrand.

    Niemand kann halt sagen wie es genau aussieht und vermutlich auch nicht feststellen können. Mehrdimensionales Röntgen Deines Schornsteines wird auch Niemand tun. Je nach Einstellung des Schornsteinfegers dürfte dieser Dir vielleicht auch den Schonstein sperren wenn er davon erfahren würde, am Ende wird er nicht großzügig sagen "passt schon" und dafür Verantwortung übernehmen wollen.

    Nicht umsonst wurde der Schornstein mit seiner Wandstärke für eine Anschlussleistung X eines Kamins ausgelegt und abgenommen. Mit (lokaler) Wandstärke "Unbekannt" dürfte die Zulässigkeit in Frage stehen.

    Ich sehe das ausführende Unternehmen in der Haftung wenn es durch die Bauunterlagen von dem Kamin wusste, evtl. auch der Bauleiter. Man kann auch den Schornstein abreissen und neu errichten und die Installationen daneben verschieben. Aufwändig und teuer ohne Frage, evtl. ein Fall für die Haftpflichtversicherung des Unternehmens.

    Grüße
     
  3. Martinnn

    Martinnn

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    Vielen Dank für deine Antwort!

    Hast du denn eine Erklärung dafür, dass die Thermostate nur 28 Grad gemessen haben, also etwa 4-5 Grad über Raumtemperatur?

    Ich habe noch überlegt, ob es etwas nützen würde, nach zwei Stunden Kaminbetrieb mal die Temperatur in den Unterputzdosen zu messen; da müsste es ja Grenzwerte geben, ab denen eine Beschädigung der Elektronik auftreten kann.

    Verlegen der Elektroinstallation stelle ich mir sehr aufwändig vor. Die Kabel neu zu ziehen würde ja bedeuten, die Decke und die Wände an der Stelle wieder auf zu machen. Ist ja gerade alles neu gemacht worden vor einem Jahr ..
     
  4. driver55

    driver55

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    So blind kann man normalerweise nicht sein. Und dann auch noch alle Beteiligten!

    Der Vorbesitzer hatte das durchgeführt oder ihr habt das bei der Kernsanierung vorgenommen? (Das geht aus der Beschreibung nicht hervor.)
    Es liest sich doch so, als ob dies bei der Kernsanierung …

    zeig mal die betreffenden Bereiche…
     
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  5. thomenec

    thomenec

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    Ich denke einfach niemand kann und will (wegen Haftung) genau sagen was wo wie stark an dem Schornstein beschädigt wurde und welche Gefahren so entstehen könnten. Frage den Schornsteinfeger, ich vermute er wird Dir den Schornstein sperren wenn er die Fakten wie hier geschildert erfährt.

    In diesem Fall kannst Du die ausführenden Firmen in Haftung nehmen und Abriss und Neuerrichtung verlangen. Oder Du verzichtest auf die zukünftige Nutzung des Schornsteins, dann kann alles bleiben wie es ist.

    Tut mir leid für Dich ...
     
  6. chris84

    chris84

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    Wenn du schon Grenzen ausloten willst, musst du einen Kaminbrand "simulieren". Informiere aber bitte vorher die Feuerwehr :closed:

    Der Kamin muss eine definierte Feuerwiderstandsklasse aufweisen. Kein Mensch wird dir so aus dem Stehgreif sagen können, ob er die noch einhält, nachdem dort Dosen eingebaut worden sind.
     
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  7. #7 Martinnn, 05.04.2026 um 17:36 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 05.04.2026 um 17:49 Uhr
    Martinnn

    Martinnn

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    Genau, bei der Kernsanierung. Ja, im Nachhinein wundert es mich auch sehr, aber wir selbst haben das natürlich zum ersten mal gemacht und mussten an viele Dinge denken... Profis hätten es schon sehen sollen.

    Hier Bilder vom jetzigen Zustand - Erdgeschoss Ansicht vom Esszimmer, da sieht man rechts den Flur, dann ein Bild vom Flur aus und eines vom Anschluss des Kamins selbst. Und Bilder von der Sanierung, da sieht man die leider zahlreichen Stemmarbeiten im EG (Flur und Esszimmer) und auf einem zweiten Bild im OG (der Schornstein ist links im Bild)

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  8. Martinnn

    Martinnn

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    Nächste Woche will der Bauleiter sich das vor Ort ansehen. Nicht nutzen wäre nach den Investitionen (Schornstein hochmauern und durchs Dach führen, neue Kaminhaube, raumluftunabhängiger Kaminofen .. schon ca. 7.000 € zusammen.) natürlich ziemlich ärgerlich.

    Meine beiden Gedanken als Laie wären: Verrohrung des Schornsteins; und/oder Verlegen der Elektroinstallation und Verschließen der durch Stemmarbeiten beschädigten Stellen im Mauerwerk mit Schamottemörtel.

    Über Gedanken, die uns bei den Gesprächen mit dem Bauleiter und Elektriker helfen können, freue ich mich. Mit der Schornsteinfeger würde ich im Anschluss sprechen.
     
  9. Fred Astair

    Fred Astair

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    Der kann den zertöpperten Schornstein nicht gesundbeten und wird höchstens noch mehr lebensgefährlichen Pfusch initiieren.
    Du brauchst keine zwei, es reicht Einer: Sofort den Schornsteinfeger ehrlich mit dem Zustand und den Fotos ins Benehmen setzen und mit dem und nur mit dem nach Lösungen suchen!
     
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