Balkonsanierung 50er Jahre Schaumglas

Diskutiere Balkonsanierung 50er Jahre Schaumglas im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben einen "Anbau" im EG in Keilform. Dieser war 1957 teil der Planung und gehörte zum "Design" des Hauses, wurde also nicht...

  1. #1 Lupo13, 30.04.2026 um 09:50 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 30.04.2026 um 10:00 Uhr
    Lupo13

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    Hallo zusammen,

    wir haben einen "Anbau" im EG in Keilform. Dieser war 1957 teil der Planung und gehörte zum "Design" des Hauses, wurde also nicht nachträglich angebaut.
    • Der Anbau ruht auf der "herausgezogenen" Betonplatte des EG, beherbergt Eingangstür, Gäste-WC, Speisekammer und Teil der Küche, ist keilförmig und verschmählert sich von Eingangstür zur Küche hin.
    • ist nicht unterkellert, hat ein eigenes Streifenfundament, ca 80cm in der Erde
    • Die Decke ist die Betonplatte des OG und ist als Balkon begehbar (180cm breit über Eingangstür, 11m lang, hinten über Küche 110cm breit)
    Aufbau des Balkons (von oben nach unten):
    • Abdeckung: klassich Fliesen mit Estrichmatten --> bereits entfernt
    • zwischen Estrichmatten und Bitumenlage: Plastikfolie lose aufgegelgt
    • 2-3 Lagen Bitumenbahn (an manchen Stellen ist die Oberfläche leicht rissig; habe mit Bohrhammer auch an manchen Stellen die Bitumenbahn durchbrochen beim Wegstemmen des Oberbelags). Die Oberfläche ist auch nicht ganz gerade und hat an manchen Stellen leichte Mulden (wurde ja durch Estrich ausgeglichen).
    • Schaumglas
      --> an Balkontür ca. 10cm dick, mit Gefälle hin zu Regenrinne
    Erkenntnis während Rückbaus:
    • Wie erwartet war an manchen Stellen Wasser unter die Fliesen gelangt und hat an den Stellen auch den Zement zersetzt, der dann teilweise schon Sand-Charakter hatte
    Einschätzung Nachbar (arbeitet bei Dachdeckerbetrieb):
    • Schaumglas belassen; 2 neue Lagen Bitumenplane obendrüber; Anschluss am Haus auf 15cm hochziehen, Türbereich mit Flüssigkunststoff abdichten, genauso wie die Füße des Geländers; Schaumglas sei sehr hochwertig und langlebig. Eine neue Lösung aus EPS wäre nicht viel besser gemäß Aufwand und Kosten.
    Was ich mir denke:
    • Da man nicht weiß, ob Wasser eingedrungen ist, kann sich das im System befinden, daher lieber neu machen. Allerdings gibt es noch keinen Hinweis dafür, dass das passiert ist.
    Leider findet man zu Schaumglas aus den 50ern kaum was im Internet. Meine Sorge wäre, dass die Dampfsperre darunter nicht richtig verlegt wurde und das "System" an sich aus bauphysikalischer Sicht nicht richtig funktioniert.
    Im WC, welches bis an die Decke gefliest war, ist Schimmel an der Stelle der Decke zu sehen, die freilag und das auch nur punktuell und oberflächig. An der Stelle, wo die Rigipswand mit den Fliesen von unten an die Decke traf, war "hinter" der Rigipswand an der Decke keine Schimmelspuren. Daher schliesse ich hier auf eine Lüftungssituation, vor allem da im WC lange Zeit das Wasser tröpfelte, da der Spülkasten nicht richtig eingestellt gewesen ist. Daher gibt es keine Anzeichen, dass an der Decke innen sich Kondensat bildet.

    Bzgl. Schaumglas: ich habe gelesen, dass dieses unten heutzutage gar nicht mit eine Dampfsperre versehen wird, sondern direkt mit Bitumen auf das Bauwerk geklebt wird. Sollte dies bei uns auch so gemacht worden sein, wäre das ja eigentlich vorteilhaft.

    Meine Frage:
    Schaumglas raus und alles neu, oder Schaumglas als Dämmung behalten und darauf aufbauen?

    Hinweis:
    • Höher als das aktuelle Niveau kann ich aufgrund der Balkontür nicht kommen, vielleicht 1-2cm.
    • Ich möchte gerne später PVC-Dielen verlegen
     

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  2. BaUT

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    Es handelt sich hier nicht um einen Balkon, sondern um eine Dachterrasse (begehbares Flachdach über beheizten Räumen), weshalb natürlich eine Dämmung gebraucht wird.

    Sanierungsempfehlung:
    Estrich und Fliesenbelag weglassen. Bituminöse Abdichtung überarbeiten und die Schwellenanschlüsse mit Flüssigkunststoffabdichtung gemäß Flachdachrichtlinie 2026 ausführen.
    Statt Estrich und Fliese zuküftig:
    - Plattenbelag auf Stelzlager oder
    - Holzdielen auf Stelzlager.
    In beiden Fällen unbedingt im Bereich der Terrassentürschwelle einen Gitterrost in den Belag integrieren.
     
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  3. ToTi

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    Der Kollege hat vollkommen recht, kann man so machen :biggthumpup:
    Überraschung! Du hast wahrscheinlich gar keine Dampfbremse. Das besondere an Schaumglas ist, es ist Wärmedämmung und Dampfsperre in einem. Es ist möglich (und sehr wahrscheinlich ), dass das Schaumglas mit Heißbitumen direkt auf die Betondecke gegossen wurde. Schaumglas lässt auch kein Wasser durch und saugt sich auch nur oberflächlich in den offenen Poren mit Wasser voll. Kann man absaugen. Der Nachteil an Schaumglas von damals ist der unfassbar schlechte Dämmwert von ca WLS 045-055.

    Die Frage die sich mir stellt, was hast du mit dem Gebäude in Zukunft vor? Ist ein WDVS geplant? Wenn ja, würde ich das Schaumglas abnehmen und durch eine PUR-Gefälledämmung ersetzen. Der Dämmwert von PUR-aluminiumkaschiert (WLS023) ist fast doppelt so gut (laienhaft dargestellt).
    An deiner Stelle würde ich auch mal das Geländer richtig prüfen. Bei diesen Konstruktionen durch die Abdichtung hindurch, gammelt der Stahl gerne im Bereich der Dämmung vor sich hin, ohne das man was merkt. Bei 80 Jahren Standzeit kann das sehr gut sein. Wenn das Geländer auch noch einen Schaden hat, das neue bitte von außen an die Wand befestigen. Mit dem Schlosser es aber so planen und ausführen, dass es später bei Verlegung von einem WDVS einfach demontierbar und umbaubar ist.
    Ansonsten folgst du noch @BaUT seinen Rat.
     
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  4. Lupo13

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    Hallo ToTi,
    bei uns wird eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen, und da wir Photovoltaik aufs Dach packen, lohnt sich das eher als zu dämmen. Mit anderen Worten: es wird keine Fassadendämmung geben. Danke für den Hinweis bzgl. Geländer, das schaue ich mir an.

    @BaUT Auch dir danke für deine Einschätzung.

    Ich bin geneigt vorerst das so zu belassen und nur zur erneuern, aber nicht zu ersetzen.
     
  5. nordanney

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    PV und WP sind unterschiedliche Dinge.

    Doofe Frage an Dich: Wie groß wird die WP nebst Speicher, damit Du von November bis März täglich 10-20kWh und mehr ernten kannst? 150kWp?
    Falls nicht, wirst Du in der Heizsaison 90% des Stroms aus dem Netz holen müssen.
    Lieber dämmen, als auf PV als Lösung setzen (zumindest für die Heizung). WP lohnt sich auch so
     
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