Abdichtung Dachüberstand Dachsanierung

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  1. MartinMae

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    Hallo zusammen,

    wir sanieren ein Fertigteilhaus aus 1994 und zerbrechen uns im Moment den Kopf über die Dachsanierung. Speziell geht es um die Dämmung/Abdichtung des Dachkastens. Anbei habe ich eine Skizze hochgeladen. Darin links zu sehen ist der Bestand und rechts ist der aktuelle Plan zur Sanierung dargestellt.

    Stand:
    • Dampfsperre unter Sparren und Kehlbalken (nicht verklebt und damit nicht dicht)
    • Zwischensparrendämmung 100mm Mineralwolle
    • Unterspannbahn defekt (ist wohl typisch für das Baujahr und auch der Grund der Sanierung
    Plan der Sanierung:
    • alte Dämmung und Dampfsperre soll raus
    • neue Dampfbremse über Sparren (soll von oben um die Sparren gelegt werden)
    • Dampfbremse soll um die Sparren in den Drempel geführt werden und dort auf einer OSB Platte verklebt werden
      • OSB Platte soll dazu auf die vorhandene Spannplatte im Drempel geschraubt werden
    • Neue Zwischensparrendämmung Mineralwolle
    • Aufsparrendämmung PU
    Das ist alles so in meiner Skizze dargestellt. Nun drehen sich meine Bedenken um den Bereich der Geschossdecke bzw. um den Dachkasten: Die Zwischendecke wäre nicht luftdicht nach außen und auch nicht in den Wohnraum (nach oben Spannplatte, nach unten Dampfsperre, die aber nicht zu 100% sauber eingebaut ist)

    Meine Bedenken:

    • Wir werden in der Zwischendecke warme Luft haben (mindestens in der Mitte, wo oberhalb und unterhalb beheizter Wohnraum ist), die auch eine gewisse Feuchtigkeit aus dem Wohnraum haben wird (keine 100% Abdichtung zwischen Zwischendecke und Wohnraum)
    • Es wird in einem gewissen Maß passieren, dass sich ein Luftstrom durch den Dachkasten bildet
    • Auf dem Weg der warmen feuchten Luft nach außen wird irgendwo der Taupunkt unterschritten werden und wir werden Kondenswasser in der Zwischendecke haben. Das ist zumindest meine laienhafte Befürchtung.
    Ist meine Befürchtung berechtigt? Gibt es Tipps wie eine saubere Ausführung der Sanierung aussehen müsste, um das Problem der „offenen“ Zwischendecke zu umgehen?

    Mein erster Gedanke ist die Dampfbremse und die Aufsparrendämmung um den Dachkasten herum zu führen. Das will bis jetzt kein Dachdecker machen, wäre auch teuer und würde den Dachkasten ziemlich „aufblähen“.

    PS: Die Spannplatte auf der Zwischendecke steift diese aus, weshalb ich diese ungern verändern/entfernen würde.

    Ich hoffe es hat jemand eine Tip, ich komme mit dem Problem nicht weiter.
     

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  2. ToTi

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    Schlaufenförmige Luftdichtheitsschicht, Fertigteilhaus mit "hinterlüfteter" Decke und das als Laie, das ist eine extrem schwierige Kombination. Ich als Fachmann würde diesen Aufbau auf keinen Fall so ausführen. Eine geschlaufte Dampfbremse ist extrem aufwendig, sehr fehleranfällig und es müssen ein paar Dinge beachten werden, wie Strahlungsabsortionsgrad der Eindeckung, Begrenzung der feuchtevariablen Luftdichheitsschicht usw. Wenn diese Parameter eingehalten werden, dann ist das eine nachweisefreie Konstruktion. Hälst du diese nicht ein, muss eine hygrothermische Simulation gemacht werden. Das ist ein Grund wieso ich diesen Aufbau seit bestimmt 15 Jahren nicht mehr mache. Zu komplex und fehleranfällig.
    Ich würde dir eine reine Aufsparrendämmung empfehlen. Auf die Außenwand wird zwischen den Gefachen eine alukaschierte PIR-Dämmung eingestellt, welche mit Kompribändern und PU-Schaum angedichtet wird. Dann folgt die Dampfbremse auf die Sparren, welche auf der PIR-Dämmung und an der Giebelwand angeschlossen wird. Das ist problemlos zu bewerkstelligen.
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  3. MartinMae

    MartinMae

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    Vielen Dank für die ausführliche Antwort! Selbst ausführen möchte ich die Arbeiten am Dach und der Dämmung nicht. Wir suchen aktuell einen Dachdecker dafür und haben auch schon welche dagehabt. Leider konnte uns noch keiner einen zufriedenstellenden konkreten Plan zur Umsetzung unterbreiten. Der konkreteste Plan daraus ist der rechts in meiner Skizze von oben. Der überzeugt mich aber aufgrund der Unsicherheit im Bereich des Dachkastens nicht.

    Ich habe deine vorgeschlagene Umsetzung mal in meine Skizze übernommen und hoffe es richtig verstanden zu haben. Sagt mir sehr zu, vielen Dank für die Hilfe!

    -alte Dämmung raus
    -alte Dampfsperre raus (rausschneiden, wenn Dach offen ist und alte Dämmung raus ist)
    -reine Aufsparrendämmung drauf mit eben verlegter Dampfbremse auf den Sparren
    -Im Drempel stehende PIR Dämmung um Sparren und Deckenbalken herum abgedichtet (Pfette hat unser Aufbau nicht)

    Das würde mir so sehr gut gefallen und erscheint mir auch als sichere Variante. Drei Gedanken und Fragen hätte ich allerdings noch:

    1. Um die stehende Dämmung im Drempel umzusetzen und auf die Außenwand zu kommen, muss die Spannplatte der Decke um etwa 25cm herausgenommen werden. Die Spannplattenlage ist laut Bauplanung die Aussteifung der Decke, weshalb ich mich da etwas scheue was zu entferne. Wobei die 25cm wahrscheinlich kaum ins Gewicht fallen sollten.

    2. Die Hinterlüftung der Decke würde mit dieser Umsetzung mindestens stark behindert. Sollte diese wenigstens innerhalb der inneren Gebäudehülle gewährleistet werden? Maßnahme dazu müsste ich mir noch überlegen.

    3. Muss die alte Dämmung und die Dampfsperre raus? Diese wäre ja zwischen neuer Dampfbremse und alter Dämmung noch hinterlüftet. Hintergrund ist, dass die Entsorgung und die Arbeit das zu entfernen nochmal einiges kosten.
     

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