Sanierung Dach eines Bauernhauses - Aufbau

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  1. Hawk

    Hawk

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    Ich bin gerade dabei ein altes Bauernhaus kernzusanieren. Ziel ist es den EE Standard 55 zu erreichen.

    Abstimmungen und Planung mit einem Architekten laufen. Folgender Dachaufbau für ein Satteldach ist geplant (Energieberater hat es abgenickt):
    • Dachpfanne
    • Dachlattung 4/6cm
    • Konterlattung 4cm
    • Unterspannbahn pro clima
    • Sparren 10/24 cm neu (Höhenlage: aufgelagert auf vorhandene Mittelpfette, also Oberkante 12cm höher als jetzt)
    • Volldämmung Holzwolle 24cm
    • Dampfdiffusionshemmende Folie pro clima Intello+
    • Sparschalung 2cm
    • Gipskarton 1,25cm
    Wichtig ist, dass es auch im Hochsommer im DG nicht stark aufheizt. Ist das mit diesem Dachaufbau gegeben?

    Im Internet liest man viel zum Thema Phasenverschiebung und für einen effizienten Hitzeschutz 14h notwendig sind, damit die Hitze nicht eindringen kann.
     
  2. artibi

    artibi

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    Das Dach alleine zu betrachten bei einer 55er Sanierung macht wenig Sinn. Egal wieviel Dämmung du auf das Dach packst, irgendwann dringt die Hitze durch. Und dann hast du das umgekehrte Problem, dass du die Hitze nicht mehr wegbekommst. Die einzige Lösung die garantiert funktioniert ist eine Klimaanlage.
    Sparschalung 2cm meint die Stärke? 2cm reichen nicht um die erforderliche Einschraubtiefe zu erreichen. Und ggf. würde ich über eine Installationsebene nachdenken.
     
  3. Hawk

    Hawk

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    Welche Stärke sollte es sein? Was genau ist mit "über eine Installationsebene nachdenken" gemeint?

    Grundsätzlich wird das ganze Haus gedämmt. Das DG auch von außen + neue Dachfenster mit der Möglichkeit von außen abzudunkeln. Ich dachte die Phasenverschiebung ist genau die Idee, das man tagsüber die Hitze raushält, dadurch dass die Hitze in einer gewissen Zeit nicht eindringen kann und abends wenn es abkühlt auch das Dach wieder abkühlt. Ich hätte die Vorstellung, dass es bei einem Sommer wie dem dieses Jahr im DG nicht über 23 Grad wird. Vermeiden möchte ich v.a. Temperaturen von über 30 Grad, zu mal oben auch ein Schlafzimmer sich befinden soll.

    Zur Diskussion steht im DG auch eine Deckenheizung.
     
  4. ToTi

    ToTi

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    Schöner Traum, wird aber nicht passieren, außer du reißt deinen Dachstuhl ab, und machst dein Dachstuhl aus Beton!
    Phasenverschiebung ist schön, wenn es Nachts auch dementsprechend kühler wird. Wenn aber das Mauerwerk/Dämmung 28C° hat und deine Raumtemperatur aber nachts auch nicht wirklich sinkt, wie soll dann ein Wärmeaustausch statt finden? Das hat man diesen Sommer extrem gemerkt. Hier hilft nur noch aktive Kühlung (Klimaanlage) wie es schon @artibi geschrieben hat.
    Ich hab auch das mit der Phasenverschiebung nie verstanden. Wieso sollte ich wollen, das ein Baustoff (hier Dämmung) Wärme aufnimmt um sie nachts wieder abzugeben?! Wäre es nicht besser, meine Dämmung nimmt gar keine Wärme auf ?!?! Dann muss ich nur die Raumluft kühlen, die Innenbekleidung usw. und nicht noch zusätzlich die Dämmung, die viel Energie speichert. Nur mal so ein Gedankengang.
     
  5. Tikonteroga

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    Ich würde sagen, dass das mit diesem Dachaufbau nicht gegeben ist. Laut DIN 4108-2 ist auch die Speicherfähigkeit der Innenbauteile von Bedeutung für den sommerlichen Wärmeschutz. Die Schwachstelle ist also die 12,5 mm starke Gipskartonplatte. Eine "einfache" Knauf Bauplatte (blau und grün) hat eine Rohdichte von 680 kg/m³ und eine spez. Wärmekapazität von 1000 J/(kg*K). Daraus ergibt sich eine Wärmekapazität von 0,125 m * 680 kg/m³ * 1.000 J/(kg*K) = 8.500 J/(m²*K). Diesen Wert solltest du erhöhen. Das mindeste was du m. M. nach tun solltest wäre die Dicke auf 20 mm zu erhöhen und stattdessen eine Knauf Massivbauplatte zu verwenden. Dann kämst du auf 0,02 m * 800 kg/m³ * 1.000 J/(kg*K) = 16.000 J/(m²*K). Noch besser wäre eine doppelte Beplankung mit 12,5 mm starken Gipsfaserplatten. Dann kämst du auf 0,025 m * 1.150 kg/m³ * 1.100 J/(kg*K) = 31.652 J/(m²*K). Dann könntest du noch einen mineralischen Putz als Armierung ergänzen.
     
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  6. Hawk

    Hawk

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    Vielen Dank für die ausführliche Darstellung.
    Einziger Nachteil wäre vermutlich der Preis für die Gipsfaserplatten?
    Oder gibt es auch weitere Punkte zu berücksichtigen?
     
  7. chris84

    chris84

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    Den gleichen Wert kannst du überschlägig auch mit 40mm Strohbauplatten (*) erreichen. Aber das dürfte preislich teuerer werden (zumindest bei der Anschaffung, im Falle eine späteren Entsorgung dreht sich das um)

    (*) 379kg/m³ bei ekopanely, 2000J/(kg*K) für Stroh
     
  8. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    Hier würde ich mich korrigieren, dass die Dicke auf 25 mm nicht 20 mm erhöht werden sollte: 0,25 m * 800 kg/m³ * 1000 J/(kg*K) = 20.000 J/(m²*K).

    Die Anforderungen an die Statik erhöhen sich. Irgendjemand muss die schweren Platten nach oben ins Dach tragen und die Verarbeitung ist anders. Es ist z. B. nicht so einfach die Gipsfaserplatten mit dem Teppichmesser anzuschneiden und dann abzubrechen. Es tendiert eher dazu, dass man sie mit einer Stichsäge mit Führungsschiene zuschneidet.

    Es gibt z. B. von Knauf und auch von Fermacell ein Detailblatt, in denen die erforderliche Unterkonstruktion (Achsabstand) für unterschiedliche Beplankungen unterhalb der Dachsparren beschrieben sind. Falls eine Feuerwiderstandsklasse (z. B. F30) gefordert ist, dann sind die entsprechenden Anforderungen auch enthalten.

    Quelle: Knauf D61 - Dachgeschosssysteme
     
  9. Hawk

    Hawk

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    Was wäre der Vorteil? Mit 4cm wäre diese auch dicker. Entsorgung ist zu vernachlässigen. Nach der Sanierung, werde ich das Haus nicht mehr grundlegend anpacken.
     
  10. chris84

    chris84

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    Dicker, aber trotzdem leichter bei gleichem Wärmespeichervermögen. Könnte bzgl. Statik relevant sein. Wenn Platz vor Statik geht, und Nachhaltigkeit egal ist, ist das Material raus.

    Wobei ein erster Blick auf die Preise vermutlich ggü. doppelt beplankter Gipsfaser 12,5mm konkurrenzfähig ist.
     
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Sanierung Dach eines Bauernhauses - Aufbau

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