Angestellter als Entwurfsverfasser

Diskutiere Angestellter als Entwurfsverfasser im Sonstiges Forum im Bereich Sonstiges; Hallo zusammen, ich weiß nicht genau in welche Kategorie mein Thema gepasst hätte, da es sich u.a. um ein rechtliche Frage handelt. Und zwar...

  1. #1 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
    Hallo zusammen,

    ich weiß nicht genau in welche Kategorie mein Thema gepasst hätte, da es sich u.a. um ein rechtliche Frage handelt.

    Und zwar arbeite ich als Architekt in einem Büro, in dem der Chef selbst kein Architekt ist.
    Ich bin Bauvorlageberechtigt und soll für das Büro die Bauanträge bearbeiten und dementsprechend unterzeichnen.

    Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich auf folgende Passage einer Veröffentlichung der Architektenkammer Niedersachsen gestoßen:

    „Missachtet der Entwurfsverfasser diese Verpflichtung in mindestens fahrlässiger Weise, droht ihm - hier also den angestellten Architekten persönlich - die Verhängung einer Geldbuße bis zu 500.000,- € (vgl. § 80 Abs. 1 Nr. 9 NBau0). Auch wenn in der Praxis solche Bußgelder eher selten von den Baubehörden verhängt werden, sollte der Architekt sich stets seiner besonderen Verantwortung als Entwurfsverfasser bewusst sein. Derartige Geldbußen werden natürlich nicht von einer Berufshaftpflichtversicherung des Arbeitgebers getragen.“

    Wie ist diese Aussage einzuordnen?
    Sind hier angestellte Entwurfsverfasser, die mir ihre Erfahrungen mitteilen können?
    Worauf muss achten bzw. Muss ich privat eine zusätzliche Versicherung abschließen?
    Welchem privaten Risiko setze ich mich aus?

    Vielen Dank im Voraus und einen schönen Sonntag wünsche ich.
     
  2. #2 hanghaus2000, 12.05.2024
    hanghaus2000

    hanghaus2000

    Dabei seit:
    24.11.2021
    Beiträge:
    1.215
    Zustimmungen:
    456
    Beruf:
    Bauleiter, Kalkulator, Controller, Salzdesign
    Ort:
    Bayern
    Um welche Verpflichtung geht es denn da?
     
  3. #3 simon84, 12.05.2024
    simon84

    simon84
    Moderator

    Dabei seit:
    11.11.2012
    Beiträge:
    20.997
    Zustimmungen:
    5.670
    Beruf:
    Schrauber
    Ort:
    Muenchen
    Na das ist die typische “Stempelaugust” Situation.

    Ich würde eben nichts Stempel / unterschreiben nur weil es der Chef so sagt sondern immer prüfen
     
  4. SIL

    SIL

    Dabei seit:
    06.05.2018
    Beiträge:
    9.201
    Zustimmungen:
    3.379
    Beruf:
    M. Sc. Dipl. Ingenieur
    Ort:
    6210
    Na na wohl eher nicht , es gibt unzählige Architekten im Angestelltenverhältnis, sämtliche Versicherungen und Kammerbeiträge trägt dein Arbeitgeber, d.h aber auch je nach Bundesland darfst du max 3 zusätzliche Projekte/Entwürfe welche auch noch in der Bausumme gedeckelt sind per anno ( mitteilen an Kammer musst trotzdem) erbringen privat , ansonsten ist dies ein Angestelltenverhältnis wie viele andere auch oder ist jeder Inhaber CEO im Bausektor Arch TWP Geologe etc wohl kaum.
     
  5. #5 Fabian Weber, 12.05.2024
    Fabian Weber

    Fabian Weber

    Dabei seit:
    03.04.2018
    Beiträge:
    13.725
    Zustimmungen:
    5.230
    Für grob fahrlässige Fehler bzw. Vorsatz gibt es keine Versicherung.

    Der Entwurfsverfasser haftet für die Richtigkeit der Planung vor allem hinsichtlich der bauordnungsrechtlichen Belange.

    Das geht dem Bauleiter aber genauso.

    Also wenn Du immer alles korrekt nach Gesetzt usw. planst, dann gibt es auch kein Problem.

    Was ist denn das für ein Architekturbüro, wo der Chef nicht vorlageberechtigt ist?!
     
  6. SIL

    SIL

    Dabei seit:
    06.05.2018
    Beiträge:
    9.201
    Zustimmungen:
    3.379
    Beruf:
    M. Sc. Dipl. Ingenieur
    Ort:
    6210
    Muss er dies ...meine Chefin ist es auch nicht :e_smiley_brille02:

    Nicht mehr und nicht weniger.
     
  7. #7 Fabian Weber, 12.05.2024
    Fabian Weber

    Fabian Weber

    Dabei seit:
    03.04.2018
    Beiträge:
    13.725
    Zustimmungen:
    5.230
    Weil der TE von Büro schrieb, bin ich von einem Architekturbüro ausgegangen, klar kann auch BT oder GU oder so sein.
     
  8. #8 Fabian Weber, 12.05.2024
    Fabian Weber

    Fabian Weber

    Dabei seit:
    03.04.2018
    Beiträge:
    13.725
    Zustimmungen:
    5.230
    Naja zivilrechtlich haftet dann vielleicht noch das Büro, bei Planungsmängeln die aber bauordnungsrechtlich irrelevant sind.
     
  9. #9 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
     
  10. #10 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
    Es sind schon meine Entwürfe und Bauanträge die ich erstellt habe. Natürlich stempel ich auch nur die Anträge die ich gemacht habe. Aber es geht mir hier um die „Haftbarkeit“ im Falle eines Bauordnungsrechtlichen Fehlers und einem damit verhängtem Bußgeld.
     
  11. #11 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
     
  12. #12 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
    Entschuldigt meine „leeren“ Antworten.
    Ich bin neu hier und bin mit den Funktionen noch nicht vertraut.
     
  13. #13 simon84, 12.05.2024
    simon84

    simon84
    Moderator

    Dabei seit:
    11.11.2012
    Beiträge:
    20.997
    Zustimmungen:
    5.670
    Beruf:
    Schrauber
    Ort:
    Muenchen
    wenn du unterschreibst, bist du haftbar, egal ob du bei einer Firma angestellt, selbständig, für dich selber oder BV in der Familie oder Freundschaftskreis oder sonstig tätig bist.

    deshalb, immer genau prüfen und schauen was man unterschreibt.
    Ist nicht nur bei Architekten so, Statiker, Brandschutzplaner etc ist doch genau das gleiche

    Im Einzelfall wird das dann in der Regel vor Gericht entschieden und beurteilt
     
  14. #14 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
    Vielleicht verwirrt mich die Tatsache auch eher, dass ich zuvor nur Büros kannte, in denen der Chef Architekt war und alle Anträge unterschrieben hat und somit für sein Büro jegliche Haftungen übernommen hat. Die Situation, dass ich als Angestellter das Risiko trage, obwohl ich eben „nur“ Angestellter mit entsprechenden Angestellten-Gehalt und ohne Beteiligung am Honorar bin ist mir neu.
    dann fragt man sich, warum man nicht direkt auf selbständiger Basis arbeitet dann.
     
    Oehmi und simon84 gefällt das.
  15. #15 Mmitarchitektur, 12.05.2024
    Mmitarchitektur

    Mmitarchitektur

    Dabei seit:
    12.05.2024
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    3
    Aber wie ich rauslese, ist das grundsätzlich ein Vorgehen, welches öfter praktiziert wird auch wenn es mir neu ist.
     
    simon84 gefällt das.
  16. #16 Fabian Weber, 12.05.2024
    Fabian Weber

    Fabian Weber

    Dabei seit:
    03.04.2018
    Beiträge:
    13.725
    Zustimmungen:
    5.230
    Darum kannst Du doch versuchen, bei der nächsten Gelegenheit einen Risikozuschlag zum Gehalt rauszuhandeln.
     
  17. #17 simon84, 12.05.2024
    simon84

    simon84
    Moderator

    Dabei seit:
    11.11.2012
    Beiträge:
    20.997
    Zustimmungen:
    5.670
    Beruf:
    Schrauber
    Ort:
    Muenchen
    Ja, wie @Fabian Weber und @SIL schreiben ist das völlig normal in größeren Firmen und Büros.
    Und muss auch nicht unbedingt mehr risikobehaftet sein als sonst.

    Ja das kannst du dir nur selber beantworten :)

    Aufpassen musst du meiner Meinung nach nur, dass du nicht zum "Stempelaugust" wirst, also sprich du so viele Sachen zu bearbeiten hast, die du gar nicht vollständig oder exakt genug kontrollieren kannst, oder auf Weisung von Vorgesetzten etwas unterschreibst, was deiner Meinung nach in einem zu dunklen Graubereich ist, bzw. gar nicht geht.

    Das ist manchmal bei Firmen so, die aus einer anderen Struktur bestehen, als es @SIL und @Fabian Weber beschrieben haben,
    also z.B. Hausverwaltungen/allgemeine große Immo Firmen, komplett branchenfremde Firmen oder kleinere "GU" Konstrukte, wo es z.B.
    dann einen Elektrikermeister als Chef gibt und 3-4 Angestellte.
    Da musst du halt besonders vorsichtig sein.

    Den Unterschieb zwischen Fahrlässigkeit, grober Fahrlässigkeit und den verschiedenen "Vorsatz" Stufen kannst du dir bei Gelegenheit ja mal im Detail im Internet durchlesen, aber üblicherweise bist du, wenn du deine normale zu erwartende Arbeit durchführst auf der sicheren Seite, auch kleinere Detailfehler sind nicht automatisch Fahrlässigkeit, das wird dann wie gesagt im Einzelfall vor Gericht entschieden. Grobe Schnitzer wie Brandschutzanforderung an einem Bauteil komplett übersehen etc. ist natürlich ein anderes Kaliber.

    Einfach nach dem Prinzip handeln, alles anschauen, nix übersehen oder als gegeben ansehen, nix blind und nur deshalb abzeichnen weil der Chef es sagt, wenn man was nicht weiss, nachschlagen oder jemanden fragen/unterbeauftragen der es beantworten kann.
     
    Jo Bauherr und SIL gefällt das.
  18. BaUT

    BaUT

    Dabei seit:
    30.10.2019
    Beiträge:
    6.880
    Zustimmungen:
    4.180
    Beruf:
    Bau-Ing.
    Ort:
    Berlin
    Benutzertitelzusatz:
    Erklärbär
    Mal eine Haftungsfrage an alle Stempelinhaber:
    Wenn ich als freiberuflich tätiger und bauvorlageberechtigter Bauingenieur tätig bin, muss ich lt. Baukammer eine meinem Tätigkeitsfeld gemäße Haftpflichtversicherung abschließen. Tue ich das nicht, hafte ich im Schadensfall mit meinem Privatvermögen.

    Wenn ich als bauvorlageberechtigter Bauingenieur eine Planungs- und Bauleitungs GmbH betreibe zahlt diese meine Kammerbeiträge und meine Haftpflichtversicherung und wenn außerhalb der Haftpflichtversicherung privatrechtlich in Haftung genommen werden, dann übernimmt die GmbH den Schaden. Mein Privatvermögen ist doch dann komplett raus - außer vielleicht bei Haftungsansprüchen aus Verstößen gegen das öffentliche Baurecht...
    Aber wie oft im Leben kommt da was - Bußgeld vom Bauamt?
     
  19. #19 SIL, 13.05.2024
    Zuletzt bearbeitet: 13.05.2024
    SIL

    SIL

    Dabei seit:
    06.05.2018
    Beiträge:
    9.201
    Zustimmungen:
    3.379
    Beruf:
    M. Sc. Dipl. Ingenieur
    Ort:
    6210
    In der Regel rechtlich ja , finanziell je nach Inhaber oder Anteilen .
    Nein , nur wenn die Gesellschaft entsprechend versichert ist erweiterte Planungs VS etc
    Nope - hier gibt es leider weitere Aspekte wie Vorsatz / Fahrlässigkeit etc und ganz zu schweigen von Strafrecht , falls du leitende Position hast oder selber CEO etc
    OWI geht schnell , aber hier wird eher gegen BL SiGe etc verhängt , gegen Entwurfsverfasser kommt auch vor , tritt aber eher bei komplexen innerstädtischer Bebauung auf oder Gewerbebau.

    Problem ist hier eher das Angebot der Versicherung, es gibt da ab einer Bausumme xx nur 3 relevante Anbieter wobei 2 dabei auch noch "verhandelt" sind
     
Thema:

Angestellter als Entwurfsverfasser

Die Seite wird geladen...

Angestellter als Entwurfsverfasser - Ähnliche Themen

  1. Angestellter Bauleiter - Versicherung

    Angestellter Bauleiter - Versicherung: Hallo, ich bin Bauleiter bei einem jungen Holzbauunternehmen. Aktuell gibt es keinerlei Firmenversicherungen o.ä. , eine private Absicherung...
  2. Als Zimmerer in einer Dachdeckerei angestellt, Frage:

    Als Zimmerer in einer Dachdeckerei angestellt, Frage:: Hallo alle miteinander! Ich bin Zimmerergeselle und bin mit 24 in eine Dachdeckerei gewechselt, da diese Dachstühle zu richten hatte.Wenn mal...
  3. BG - und was wenn es ein Angestellter ist?

    BG - und was wenn es ein Angestellter ist?: Servus bei usn kommen ja auch Eigenleistungen. HAbe mich durch die BG-Threads fast komplett durchgearbeitet. Ich möchte meine Helfer auf jeden...