Entlastungsringleitung = Dränage?

Diskutiere Entlastungsringleitung = Dränage? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Das Bodengutachten hat in meinem Fall ergeben, dass wir eine "Entlastungsringleitung" benötigen: Zitat: "Entlastungsringleitung (DN 50) max. 1,4...

  1. #1 HoisleBauer22, 01.10.2022
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    Das Bodengutachten hat in meinem Fall ergeben, dass wir eine "Entlastungsringleitung" benötigen:
    Zitat: "Entlastungsringleitung (DN 50) max. 1,4 m über Gründungssohle, Arbeitsraumverfüllung mit Material kf > 10 hoch-4 m/s"
    [Anm.: Wir haben aber schon einen Keller W 2.1-E Situation 1 Drückendes Wasser, Kellerbauer schreibt "Dränung nach DIN 4095 wird nicht ausgeführt"]
    Der Begriff "Entlastungsringleitung" heißt doch nichts anderes als Ringdrainage oder?
    ABER ich lese im Netz: "Die Verlegung einer Drainage muss nach der DIN 4095 erfolgen. So muss das Rohr unterhalb des Kellerbodens in ein Kiesbett verlegt werden. Zusätzlich ist um das Drainagerohr ein Vlies vorgeschrieben, um zu verhindern, dass das Rohr über die Zeit verstopft. Für eine regelmäßige Spülung der Drainage muss ein Revisionsschacht an jeder Ecke gebaut werden, wo die Drainage ihre Richtung ändert."

    -> Das heißt eine Entlastungsringleitung ist doch keine Drainage nach DIN 4095 sondern ein Zwischending? Denn 1,4 m über Gründungssohle wäre ja viel höher als unterhalb des Kellerbodes!

    Geschätzte Experten des Forums, darf ich euch hier um eine Beurteilung bitten?
     
  2. BaUT

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    Da solltest du den Bodengutachter direkt fragen was er mit Entlastungsgrundleitung meint und warum er die unbedingt haben will. Seine Telefonnummer steht auf dem Deckblatt des Bodengutachtens.
     
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  3. #3 simon84, 02.10.2022
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  4. #4 HoisleBauer22, 02.10.2022
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    Boden ist lehmig, ja. Und den Bodengutachter werde ich mal anhauen.
    Wenn man Entlastungsringleitung googelt, findet man quasi nichts außer einem anderen Bodengutachten. Daher dachte ich, hier hätte jemand evtl. Spezialwissen.
     
  5. SIL

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    Da wir hier nur einen Teil erfahren , ja es gibt Stufen und Ring oder Flächendrainagen , diese liegen nicht immer bis auf die Sohle respektive +Streifenfundamente - warum der Gutachter hier eine vorschlägt und dann noch DN 50 ... eventuell um Einspülung in dein Polster zu verhindern..
     
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  6. #6 HoisleBauer22, 05.10.2022
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    Habe nun mit dem Dipl. Geol. gesprochen. Es geht einfach darum, zu verhindern, dass der Keller angehoben wird, also eine Art Auftriebssicherung. Er hat explizit gesagt, es sei keine Dränage nach DIN. Idee ist, dass das Wasser abgehalten wird, noch tiefer in den Boden zu sickern und irgendwann unter die Sauberkeitsschicht (Schotter) zu laufen und den Keller anzuheben. Man hätte also noch 1,40 m "Luft" nach unten, wenn die Entlastungsringleitung versagt.
    @SIL hatte also recht. Problem ist jetzt, dass ich die Entlastungsringleitung gemäß Wasseramt nicht in das Regenwasser leiten darf...
     
  7. BaUT

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    Stimmt, Drainagewasser darf man nicht ohne besondere Erlaubnis in den Regenwasserkanal einleiten.
     
  8. Mok

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    Ist das nur so ein Gefühl des Geologen oder ist Auftriebssicherheit tatsächlich ein Problem bei euch (rechnerischer Nachweis?)? Wenn es ein Problem ist, dann ist eine Drainage vorallem langfristig kein geeignetetes Mittel um ein Aufschwimmen zu verhindern. Wenn es kein Problem ist, dann braucht es auch die Drainage nicht.
     
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  9. #9 HoisleBauer22, 06.10.2022
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    Also ich vermute, da wird kein rechnerischer Nachweis oder irgendwas gemacht. Das sind sicher Standardfloskeln, die die Geologen-Firma von Rechtsansprüchen / Haftung schützen sollen...
    Im Gutachten steht nirgends, dass etwas berechnet wurde. Die haben ja keine Daten zum Keller, also wie tief er im Boden ist, welcher Beton/Abdichtung/Dämmung verwendet wird, wie dick, ob WU-Keller oder nicht usw. Die haben nur die geologischen Informationen aus 3 Bohrungen. Man müsste ja die Wasserdurchlässigkeit aller Materialien kennen, die für die Wiederverfüllung der Baugrube rings um den Keller genutzt werden. Außerdem müsste man wissen, welches Pflaster später bei den Außenanlagen verwendet wird und wie die Entwässerung über Birco o.ä. aussieht, um mögliche, nach unten durchsickernde Wassermengen abzuschätzen. Auch die Wasseraufnahmefähigkeit der Gartenerde + Pflanzenwurzeln (falls Pflanzen oberhalb sind) müsste man mit einrechnen. Oder liege ich da falsch? Kurzum: Wissenschaftlich ist was anderes.
     
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