Sanierung Flachdach eines Bungalows Bj 1964 (Kaltdach, Holzbalkenkonstruktion)

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  1. Senkkopfnagel

    Senkkopfnagel

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    Liebes Forum und liebe Experten,

    nachdem ich mich mit diesem Thema jetzt viele Jahre - u.a. als stiller Leser in diesem Forum - beschäftigt habe und denke, ein ganz gutes Verständnis für die Problematik bekommen zu haben, möchte ich euch gerne meine Situation schildern:

    Ich bewohne seit guten 6 Jahren ein Flachdachbungalow Bj 1964, das Dach ist als Kaltdach mit Holzbalkenkonsturktion errichtet worden und wurde seitdem soweit nachvollziehbar nie relevant verändert bzw. saniert.

    Eine Beschreibung zum Ist-Zustand:

    Der aktuelle Aufbau von innen nach außen:
    1. Putz auf Schilfmatten
    2. Lattung als Träger der Matten
    3. Holzbalken 25 cm x 5,5 cm
    4. zwischen den Balken Dämmmatten ca. 8 cm aus Glas- oder Steinwolle
    5. quer auf den Balken 7,5 cm x 7,5 cm Kanthölzer
    6. Dachschalung Nut und Feder ca. 24 mm
    7. bituminöse Abdichtung mit beschieferten Bahnen
    8. Kiesschüttung 5 - 8 cm hoch
    • Eine Folie unterhalb der Balkenlage liegt nicht vor, die Gipsdecke ist an mehreren Stellen für Kabel oder durch Rollladenkästen durchbrochen und damit sicherlich nicht luftdicht.
    • Die Entwässerung erfolgt über zwei innenliegende Regenfallrohre, es gibt keine Notüberläufe.
    • Von Innen gesehen gibt es keine Zeichen von Undichtigkeit, einzelne feuchtigkeitsverdächtige Flecken an der Zimmerdecke haben sich in den 6 Jahren nicht verändert.
    • Eine Seite des L-förmigen Bungalows grenzt direkt an das Nachbardach, die darunter liegende Mauer zeigt keinen von außen sichtbaren Trennspalt.
    • Die Balken liegen auf einer Trennschicht direkt auf der gemauerten Ziegelaußenmauer auf, es gibt keinen Ringanker.
    Meine Motivation, das Dach zu sanieren ist ganz klar da. Was jetzt mutmaßlich noch dicht ist, wird keine weiteren 60 Jahre mehr halten. Außerdem soll die Dachfläche für PV genutzt werden, die auf ein nicht saniertes, 60 Jahre altes Dach zu setzen wäre unsinnig und kurzsichtig.

    Meine große Sorge und der Grund warum ich seit Jahren gehemmt bin das anzugehen ist das altbekannte Feuchtigkeitsproblem einer solchen Dachkonstruktion, wenn die aktuell gut funktionierende Belüftung (mit üppigem Luftraum) verändert wird (eindrücklich u.a. hier zu dargestellt: "Zuverlässigkeit von Holzdachkonstruktionen ohne Unterlüftung der Abdichtungsoder Decklage" von Rainer Oswald u.a).
    Ich halte es nicht für realistisch machbar von innen her eine entsprechende Folie nachträglich so lückenlos und perfekt anzuschließen, dass keine Raumluftfeuchtigkeit in die Konstruktionsebene kommt. Das Ausdämmen des Zwischensparrenraums und Verschließen der Belüftung kommt daher für mich nicht in Frage.

    2023 habe ich eine etablierte Dachdeckerfirma hier gehabt und um eine Empfehlung mit entsprechendem Angebot gebeten. Der Vorschlag war dabei, eine Aufdachdämmung mit neuer Abdichtung zu installieren, die Belüftungsebene aber zu erhalten. Den Ansatz konnte und kann ich nicht nachvollziehen. Zwar schafft man damit kein Feuchtigkeitsproblem und die neue Abdichtung wird auch länger halten als die alte, die aufwändig verlegte Dämmschicht bleibt dabei nach meinem Verständnis aber weitestgehend nutzlos - als würde ich mir im Winter eine Wollmütze 5 cm über den Kopf halten.

    Es bleiben für mich zwei denkbare Möglichkeiten:
    1. Erhalt der belüfteten Konstruktion, allerdings Reduktion des aktuell üppigen Belüftungsquerschnitts durch Einblasdämmung zwischen den Dachbalken, Erneuerung der Dachabdichtung, idealerweise mit Erstellen eines Gefälles zu den Innenliegenden Abläufen + Installation Notüberläufe
    2. Umbau zu einem Warmdach durch Aufdachdämmung mit Gefälledämmplatten auf der aktuellen Schalung und anschließende neue Dachabdichtung + Notüberläufe; alles unterhalb der Dachschalung läge dann "im Warmen", der Raum oberhalb der Zimmerdecke könnte als Installationsebene gut genutzt werden
    zur Möglichkeit 2: Ich halte es für problematisch, die Dampfsperre auf der Dachschalung, die ja dann als Luftdichtigkeitsschicht herhalten muss, nach innen zu führen und dort luftdicht an den Innenputz anzuschließen. In einer Detailzeichnung auf der Seite des IVPU (s.u.) ist die Luftdichtheitsschicht / Dampfbremse außen an das Mauerwerk angeschlossen, was ich für praktikabler halte. Unsere Fenster haben allerdings Holzbalken als Stürze, die auf der Mauer aufliegen, es gibt wie gesagt keinen durchgehenden Ringanker. Ist ein luftdichter Anschluss dann überhaupt so machbar?

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    Ich hoffe, ich habe meine Gedanken verständlich machen können. Ich erwarte hier keine kostenlose Planung als Ersatz für eine Beratung Ort. Rückmeldung im Sinne von "das wird nicht klappen" oder "damit fahre ich schon lange gut" von Leuten, die damit praktische Erfahrung haben, finde ich aber Gold wert.

    Für eure Einschätzung und Rückmeldung bin ich dankbar.
     
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Sanierung Flachdach eines Bungalows Bj 1964 (Kaltdach, Holzbalkenkonstruktion)

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