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  1. #1
    Avatar von parcus
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    Was haltet ihr von WhisperGen (Dish-Stirling-Anlagen) ?

    Leider scheint das Zenith Projekt noch nicht abgeschlossen zu sein.

    Die Gasversorger sind natürlich begeistert und die ersten Unternehmen fragen im Rahmen der KfW Beratungen.
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  2. Was haltet ihr von WhisperGen (Dish-Stirling-Anlagen) ?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Bitte etwas präziser.
    Meinst Du die gasbefeuerten BHWK oder die Projekte bei denen Solarenergie als Wärmequelle herhalten muss?

    Stirling ist ja nicht unbedingt innovativ, das gibt´s schon lange.
    Bei den Varianten mit Solar als Wärmequelle ist bis heute der Wirkungsgrad nicht gerade berauschend.

    Ich hatte mal in einem alten Beitrag geschrieben:

    Das Problem bleibt die benötigte Temperaturdifferenz die ja den Wirkungsgrad festlegt bzw. begrenzt. Wie man dem Bericht entnehmen kann, reden die von 150°C, also vielleicht 120-130K über Außentemperatur. Das ergibt einen theoretischen Wirkungsgrad von 30%, in der Praxis dürfte wohl die Hälfte übrig bleiben, zumal ein Generator betrieben wird dessen Wirkungsgrad auch nicht so berauschend ist.
    Das passt auch alles zu den Angaben mit der Pumpenleistung.

    Man darf jedoch nicht nur nach der Leistung schauen, sondern es geht letztendlich um den Ertrag (el. Arbeit in kWh).
    Gruß
    Ralf
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  4. #3

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    Ich hab mir das Ding aus persönlichem Interesse kürzlich mal näher angesehen (Gasversion).
    Und war sehr enttäuscht. Von deren großsprecherischer Werbung...
    Denn ich fand meine Bedenken mehr als bestätigt.

    Tipp:
    Finde heraus (das ist nicht so einfach, sie haben es aus gutem Grund ziemlich versteckt), welchen elektrischen Wirkungsgrad das Ding hat!

    Der ist so lächerlich gering, daß von nennenswerter Stromerzeugung nicht die Rede sein kann. Man erkauft ihn sich aber mit einer komplizierten (und daher wohl wartungsintensiven) Mechanik. Immens teuer ist die Kiste außerdem.

    Dagegen ist z.B. ein SENERTEC "Dachs" (Antrieb über konventionellen Kolbenmotor) ja um Welten besser. Und der hat schon keinen übermäßigen Wirkungsgrad.

    Die Überlegung der Kraft-Wärme-Kopplung ist an sich schon gut.
    Nur darf man das technische Gesetz der großen Zahl nicht außer Acht lassen!

    Derartige Maschinen lassen sich nämlich nicht beliebig skalieren. Macht man sie kleiner, sinkt zwangsläufig ihr Wirkungsgrad. Daher als Einzelanlage kaum sinnvoll, eher in Form von Gruppenversorgung (Nahwärmenetze) mit konventioneller Spitzenlastabdeckung bei der Wärme.
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  5. #4
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    @Ralf
    das Zenith Projekt ist Solar (Dish-Stirling-Anlagen),
    zusammen mit den Fraunhofer-Gesellschaft und der Ben-Gurion-Universität entwickelt.
    Angestrebt sind 70% Wirkungsgrad.

    @Julius
    http://www.energieeffizient-sanieren...hp?topic=271.0

    hier habe ich die Tage einen Praxistest vom MVV Energie eingestellt.
    die Stadtwerke Mainz machen gerade einen Feldversuch:
    http://www.energie-portal.info/cms/f...100&idart=1068
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  6. #5
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    Avatar von parcus
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    Hmm, gab es nicht auch ein suntherm-Projekt einer deutschen Uni, was scheiterte ?
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  7. #6

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    Ähm, wenn die 90% Gesamtwirkungsgrad schon als toll ansehen.
    Ich weiß ja nicht! So schlecht dürfte ja kein heutiger Gaskessel mehr sein...

    Nochmal: Schau vor allem auf den elektrischen Wirkungsgrad!

    Das ist alles Werbe-Blabla.
    Und dann auch noch als Contracting, angeblich "kostensparend".
    Da will ich erstmal Zahlen sehen!

    Unsere Stadtwerke bieten sowas auch an. Aber kaum ein privater, der rechnen kann, nimmt das. Im Gegenteil - wenn man im Bestand ohne Not auf Wärme-Contracting umstellt, bejahen deutsche Gerichte mittlerweile die Zulässigkeit von dauerhaften Kürzungen der Heizungs-Nebenkosten durch Wohnungsmieter, weil eine eigene Anlage i.d.R. deutlich billiger ist.

    Naja, wenn mir einer so ein Ding (wie in dem Feldversuch) kostenlos, mit Fernüberwachung und gratis Vollwartung sowie Rückbaugarantie für ein paar Jahre in den Keller stellen würde, wäre ich schon aus technischem Interesse durchaus dabei.


    Nun zu dem Bericht:
    Naja, ich kann nicht nachvollziehen, wie das Ding seine Wertes großartig übererfüllt haben soll, wenn es statt der nominal 12% im Jahresschnitt einen elektrischen Wirkungsgrad von knapp 10,7% erreicht hat.

    Aber viel schlimmer ist ja noch, daß es anscheinend bei einer max. el. Leistung von läppischen 1kW selbst im Winter nur etwa eine halbe Stunde täglich diese volle Leistung erbracht hat!
    Das ganze Jahr über wurden 3100kWh erzeugt, davon 1000kWh ins öffentliche Netz eingespeist. Und dafür der ganze Aufwand einer Einspeiseanlage??? Mit Regelung, Messung etc.???
    Ne wirklich effiziente Anlage sieht aber ganz anders aus.

    Leute, Leute, so retten wir die Welt aber nicht!
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  8. #7

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    Zitat Zitat von parcus Beitrag anzeigen
    @Ralf
    ......
    Angestrebt sind 70% Wirkungsgrad.
    70% bezogen auf was? Das ist hier die Frage.
    Das Thema el. Wirkungsgrad hat Julius schon beschrieben, wobei mir teilweise noch deutlich schlechtere Zahlen bekannt sind (im einstelligen Prozentbereich).

    Es gibt mehrere Projekte in diesem Bereich.

    Bei einem. Projekt macht man grob betrachtet nichts anders, als die Energie die auf 10qm niedergeht, auf einen kleinen Bereich zu konzentrieren. Dort werkelt aber immer noch eine Zelle mit mässigem Wirkungsgrad. Man hofft zwar durch Zellen mit mehreren Layern den Wirkungsgrad zu steigern, aber spruchreif ist das Ganze noch nicht.

    Die zweite Variante ist, daß man die Temperaturüberhöhung am Brennpunkt für BHKW nutzt. Das bringt mehrere Probleme mit sich (Bsp.: Materialanforderungen).

    Gruß
    Ralf
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  9. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  10. #8
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    Bei den vorgestellten 70% wird es auch etwas nebulös,...

    Das suntherm-Projekt der Uni Dresden scheint auch in einer Schublade verschwunden zu sein.

    Also ich das Thema erst einmal mit Distanz.
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  11. #9

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    Also grob geschätzt, dürfte man mit "normalen" Solarzellen (PV) in etwa den gleichen Wirkungsgrad erreichen wie mit dieser Stirling Variante, aber bei deutlich weniger Aufwand.

    Meine Meinung, man sollte die Solarenergie möglichst direkt, also ohne x Umwandlungen, nutzen, denn bei jeder Umwandlung entstehen zwangsläufig Verluste.

    Die Frage wäre also, was will ich bzw. welche Energieform wird benötigt. El. Energie, mechanische (kinetische) Energie, thermische Energie.....und dann muss man sich fragen, wie man die Sonnenenergie möglichst verlustarm in die benötigte Energieform umwandeln kann.

    Da könnte beispielsweise der Stirling gegenüber dem Umweg über el. Energie und E-Motor einen Vorteil haben. Ob dem wirklich so ist, muss man durch Betrachtung der Verluste verifizieren.

    Gruß
    Ralf
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