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DIN für Außenmauerwerk? Zulässige Bautoleranzen?

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  1. #1

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    DIN für Außenmauerwerk? Zulässige Bautoleranzen?

    Hallo zusammen,

    gibt es eine DIN, die festschreibt wie dick das Außenmauerwerk (bei Verklinkerung) sein muß?

    Unser Bauträger behauptet er müssen eine DIN einhalten, die 41,5 cm vorschreibt. Die 41,5 cm setzen sich zusammen aus Mauerstein, Klinker, Dämmung und Luft.
    Der Architekt hat in der Zeichnung jedoch nur 39cm vorgesehen.
    ???


    Hintergrund: Unser Innenmaß im Erdgeschoß ist deutlich kleiner als gedacht:
    Von 6,20 Hausbreite würden wir 58,5cm cm abziehen (Wand1: Stein 17,5cm, 2cm Dämmung, Wand2: Stein 17,5cm, 11,5cm Klinker, 10cm Dämmung) und kämen damit auf ein Innenmaß von 5,615m. Gemessen haben wir aber nur 5,55m. Eine Differenz von 6,5 cm!!
    Der Bauträger bestätigt zwar, daß die Breite zu klein ist, rechnet aber nur eine Differenz von 4cm aus (6,20 - 61cm= 5,59m).

    Daraus ergibt sich die zweite Frage: welche Toleranzen sind beim Bau üblich und müssen geschluckt werden?


    Wäre schön, wenn jemand darauf eine Antwort wüßte! Vielen Dank!

    Grüße
    Katharina
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  2. DIN für Außenmauerwerk? Zulässige Bautoleranzen?

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  3. #2
    Lebski
    Gast
    Die Zulässigen Tolleranzen sind in der DIN 18 201 Definiert (die Begriffe) und in der DIN 18 202 aufgelistet. Diese Din-Normen entsprechen den a. R. d. T. und sind als Mindestanforderungen automatisch geschuldet, wenn nichts anderes Vereinbart wurde.

    http://www.architekt-buxtehude.de/Da...toleranzen.pdf

    Tabelle 1, Spalte 3, Zeile 1 läßt +/- 16 mm zu.

    Somit hat Ihr BT ein Problem, wenn in den Plänen die Innenmaße angegeben sind. Allerdings gehe ich davon aus, oder?
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Herr Lebski,

    Danke für den Link!!!

    Ja, die Innenmaße sind angegeben. Der BT gesteht auch ohne Umschweife an, daß die Abweichung zu groß ist.
    Um abwägen zu können, ob der Abriß einer kompletten Außenwand gerechtfertigt ist oder ob wir uns mit Ausgleichszahlungen begnügen wollen oder zusammen mit dem BT bspw. über dünnere Innenwand und Putz die Zentimeter teilw. wieder versuchen rausholen, wollten wir gerne die definierten Toleranzen kennen, in denen die Abweichungen zulässig sind.

    Vielen Dank nochmal!
    Grüße
    Katharina
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  5. #4
    Bauexpertenforum
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    hallo katharina,
    zunächst mal die din-normen für mauerwerk:
    zweischaliges mauerwerk ist in der din 1053 geregelt.

    bevor man über "toleranzen" spricht, sollte man sich allerdings erst mal im klaren sein, was man bestellt hat.

    zweischaliges mauerwerk mit kerndämmung, zweischaliges mauerwerk mit dämmung und luftschicht?
    welcher vormauerziegel? wie stark ist dieser?
    mindest-dämmstärken (enev-nachweis!) ist dies so ausgeführt worden? ist die richtige dämmung eingebaut?
    welcher Schalenabstand?
    dann: welches maß hat die innenschale? in der regel rechnet der statiker erst mal das mindestmaß aus (ich nehme mal an, 17,5cm wird ausreichen, der architekt zeichnet dann in absprache mit dem bauherren die ausführungsplanung und legt das endgültige maß fest. gibt es eine ausführungsplanung? wenn nein, warum nicht? ist der architekt von dir beauftragt oder ein anhängsel des bauträgers? ich bezweifle mal an dieser stelle, dass es sich um einen architekten handelt. ob es einer ist, kannst du bei der architektenkammer deines bundeslandes erfahren. ich merke dies immer mal an, da von bauträgern oft nutella verkauft wird, obwohl keins drin ist.. ;-)
    du siehst, das thema "zweischaliges mauerwerk" ist komplex. von der richtigen sockelausbildung haben wir ja noch gar nicht gesprochen, war ja aber auch nicht das thema.. )
    in den angesprochenen bereichen kann der handwerker schon ein dutzend fehler machen, deshalb ist eine gute planung bis ins detail notwendig. ich würde an deiner stelle mal überprüfen (lassen), ob konstruktiv auch alles richtig gemacht wurde.
    stichworte:
    mauerziegel: format, verband, typ
    luftschicht: drahtanker, öffnungen, mörtelbrücken?
    dämmung: stärke, typ, verlegung, befestigung, enev-konform?
    hintermauerwerk: statik?, druckfestigkeit, format, typ, enev-konform?
    generell: sperrschichten richtig eingebaut? handwerkliche ausführung? sockelausbildung richtig?

    wenn die ausführung der aussenwand geklärt ist, kann man sich um die toleranzen kümmern. diese sind ja offensichtlich heftig überschritten worden. ich würde mir fachleute ins boot holen, die dich unabhängig (!) beraten können.
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