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  1. #1

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    Welche Farbe im Neubau auf Gips-Kalk-Putz

    Hallo Zusammen,

    wir haben in unserem Neubau Knxxx MP75 G/F Gips-Kalk-Putz, den der Stukkateur in der Oberflächenstruktur auch genau so hingekriget hat, wie wir es uns vorgestellt haben.
    Deshalb wird es aus keine Tapete geben, der Putz wird direkt gestrichen.
    Welche Produktklassen (und eventuell auch per PM konkrete Produkte) sind empfehlenswert.
    Ich denke im Neubau sollte man hier mit diffussionsoffenen Farben arbeiten, da es noch einige Zeit dauert, bis die Feuchte komplett aus dem Bau ist.
    In der Küche wollte ich dennoch mit Latex-Farbe arbeiten, einfach um Spritzer besser abwaschen zu können (kein Fliesenspiegel!!)
    1. Kann man trotz der Sperrwirkung an einzelnen Wänden Latexfarbe verwenden?
    2. Welche difusionsoffene Farbe ist für die übrigen Wände geeignet?
    3. Welche Farbe kommt ins Spiel, wenn es zwar diffusionsoffen aber auch leicht seidenmatt glänzend sein soll (also wie Latex, aber halt kein Latex)

    Danke und Gruß
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  2. Welche Farbe im Neubau auf Gips-Kalk-Putz

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2
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    Die Diffusionsfähigkeit einer Schicht wird in der Regel mit dem Sd-Wert angegeben (luftäquivalente Schichtdicke). Der Sd Wert ist eine Multiplikation aus µ (my) Wert, also des spezifischen Diffusionsverhaltens eines Stoffes gegenüber eines Anderen (in dieser Diskussion immer Wasser) - Je niedriger dieser Wert desto größer ist das Diffusionsvermögen.

    Wasserdampfdiffusion passiert immer von warm nach kalt da warme Luft ein höheres Energiepotential hat als kalte Luft. Wasser fließt ja auch nicht nach oben. Da im Sommer annähernd gleiche Temperaturen im Hausinneren und vor der Tür herrschen spielen Diffusionsprozesse im Sommer kaum eine Rolle. Im Winter, wenn die Luft innen wärmer ist (falls geheizt wird), dann würde durch einen Diffusionsprozess Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen. Dies wird im Allgemeinen als schädlich angesehen wenn diese Feuchtigkeit auch noch im Mauerwerk kondensiert.

    Allerdings spielen bei den anfallenden Wassermengen im Haus die Diffusionsprozesse nur eine kleine Rolle. Einfach ab und zu lüften und die Sache passt.

    Nach diesem kleine Exkurs in die Bauphysik jetzt zu deinen Fragen:

    Zitat Zitat von homerjaysimpson Beitrag anzeigen
    1. Kann man trotz der Sperrwirkung an einzelnen Wänden Latexfarbe verwenden?
    Latexfarben haben keine Sperrwirkung. Matte Typen sind in der Regel als hoch diffusionsfähig nach DIN 13300 eingeteilt. Seidenglänzende und glänzende Typen haben eine geringere Diffusionswirkung, macht aber nix (siehe Erklärung oben)

    2. Welche difusionsoffene Farbe ist für die übrigen Wände geeignet?

    Eigentlich alle! Standard Dispersionsfarben Nassabriebklasse 3, hoch diffusionsfähig nach DIN 13300.

    3. Welche Farbe kommt ins Spiel, wenn es zwar diffusionsoffen aber auch leicht seidenmatt glänzend sein soll (also wie Latex, aber halt kein Latex)?

    Nimm eine seidenmatte oder seidenglänzende Latex und zerbrich dir nicht den Kopf über die Diffusionsfähigkeit. Die Bindemittelbasis ist heute bei allen Innendispersionen ein Acrylat. Abgesehen davon gäbe es noch Innensilikatfarben, deren Bindemittel ist Kaliwasserglas) und die haben eine höhere Diffusionsfähigkeit (macht aber nix, siehe Erklärung oben), allerdings bleibt die Frage wozu. Silikatfarben sind nicht gut mit gipshaltigen Untergründen verträglich und müssen deswegen immer zusätzlich grundiert werden.

    Danke und Gruß
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  4. #3
    Themenstarter

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    Hallo Hundertwasser,

    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
    Vielleicht habe ich mich etwas mißverständlich ausgedrückt, mir geht es um die Menge an Baufeuchte, die noch im Putz, im Mauerwerk und den Stürzen steckt. Diese wird ja über viele Monate und ggf. Jahre abgegeben.
    Vielleicht ist Diffusion der falsche Ausdruck aber es finden ja sicher Feuchtetransportprozesse statt, die diese Baufeuchte in die Raumluft transportieren. Je wärmer und trockener die Raumluft ist, umso stärker sind diese Transportprozesse (Verdunstung).
    Und diese Transportprozesse will ich halt nicht unnötig erschweren.

    Bedeutet also dann doch eher die diffusionsfähigen Latexfarben im Küchenbereich zu nutzen?

    Wie sollte eigentlich der Untergrund bei dieser Putzvariante vorbehandelt werden? Der Stukkateur meinte, bei normalen Dispersionsfarben würde ein Voranstrich aus verdünnter Farbe genügen.

    Gibt es konkrete Produkte (per PN), die besonders geeignet sind sprich welcher Hersteller und welches Produkt sind empfehlenswert.
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  5. #4
    Avatar von Hundertwasser
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    1. Gegen die Baufeuchte hilft heizen und regelmäßiges und richtiges Lüften.
    2. Auch unter den von dir genannten Umständen sind normale Dispersionsfarben für deinen Untergrund durchaus geeignet wenn du Antwort 1 beachtest
    3. Nimm in deiner Küche eine seidenglänzende Latexfarbe
    4. Verarbeite alle Materialien nach Herstellervorschrift, nicht nach Putzerempfehlung
    5. hast ne PN
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