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  1. #1

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    Zinkdach nicht mit Zisterne?

    Tach zusammen,

    Joke oder Wahrheit: Wir planen eine Zisterne fürs Auffangen von Regenwasser und hörten nun, dass die Kombination mit einem Zinkdach nicht möglich sei, da dieses nach Oxidation das ablaufende Wasser verunreinigt?

    Im Internet findet man hierzu einiges unter dem Stichwort "Weissrost" - aber hat jemand zu dieser Kombi Erfahrungen? Komisch ist auch, dass sogar Zinkzisternen angeboten werden - haben die denn nochmal eine spezielle Beschichtung?

    Grüße
    joopy66
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  2. Zinkdach nicht mit Zisterne?

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  3. #2

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    Zitat Zitat von joopy66 Beitrag anzeigen
    hörten nun
    Von Wem? In welchem Zusammenhang?
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  4. #3
    Bauexpertenforum
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    ganz heißes Thema, insbesondere dann, wenn der Überlauf der Zisterne versickert werden soll, wie das eigentlich ja Sinn macht.

    Dann kann es nämlich dazu kommen, dass die Behörden vor der Versickerung noch den Einbau eines teueren und pflegeaufwändigen Filters verlangen.

    Welche Auswirkungen sich tatsächlich aus dem Zinkdach auf die Zusammensetzung des vom Dach abfließenden Wassers ergeben hängt stark von den örtlichen Verhältnissen (Zusammensetzung Regenwasser, Dachneigung, Alter des Metalldaches etc.) ab.

    Insbesondere wegen des behördlichen Umgangs mit diesem Thema würde ich die Kombination nicht wählen.
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  5. #4
    Themenstarter

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    Dann wohl doch eher Wahrheit als Joke... Dann stellt sich weiterhin die Frage, welche Dacheindeckung wir für unser geplantes 8 Grad Pultdach verwenden sollen, s. auch den hier bereits gestarteten thread:
    http://www.bauexpertenforum.de/showt...ferrerid=64544

    Spricht unter dem Gesichtspunkt der Wasserqualität etwas gegen die anderen Alternativen Kupfer, Alu, Folien oder Bitumen (UV-beständig?). Wenn alles nicht passt, käme auch noch ein begrüntes Dach in Frage, da ist wohl nur der Wirkungsgrad für die Zisterne recht gering, da die Pflanzen ja auch Durst haben.
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  6. #5
    Bauexpertenforum
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    stellt sich doch wohl eher die Frage, ob man nicht auf das Hobby Zisterne verzichten sollte.

    Die Art der Dacheindeckung würde ich nach den für das Thema Dacheindeckung geltenden Kriterien abklären.
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  7. #6

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    Hallo,

    als Mitarbeiter des Titanzinkherstellers Rheinzink versuche ich mich bei der Beantwortung auf einige Fakten zu beschränken:

    Alle unbeschichteten metallenen Oberflächen korrodieren im chemischen Sinn bei der Bewitterung. Dies ist i. d. R. sogar gewollt, da oft erst die mit dieser gewünschten Korrosion entstehende Patina für eine im weiteren Verlauf hohe Widerstandsfähigkeit sorgt die damit für Metalldächer typische lange Lebenserwartung sorgt. Ein Teil der Korrosionsprodukte wird abgeschwemmt. Nach neueren Studien ergeben sich mittlere Abschwemmraten für Mitteleuropa für Titanzink von etwa 3,0 g/m²/a. Bezogen auf eine mittlere Regenmenge von etwa 700 l/m²/a ergibt sich hieraus eine Menge von ca. 4 mg Zink pro Liter Regenwasser.

    Zum Vergleich: Die europäische Richtlinie für Trinkwasserqualität und die Trinkwasserverordnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreiben einen Zinkgehalt von 5 mg/l (Richtwert nicht Grenzwert) als zulässig für Trinkwasser. Seit Januar 2003 wird in der deutschen Trinkwasserverordnung aufgrund fehlender Relevanz, kein Richt- oder Grenzwert für Zink mehr angegeben.

    Richtig ist gleichzeitig auch der von Manfred Abt gegebene Hinweis, dass von Behördenseite teilweise restriktive Vorgaben gemacht werden – ob das vor dem Hintergrund der vorab geschilderten Fakten nun sinnvoll ist oder nicht.

    Konkrete Handlungsempfehlungen zu diesem Thema gibt es z. B. von der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e. V. (www.fbr.de). Im Bereich Publikationen gibt es eine Downloadmöglichkeit der „fbr-top 11“, dies sich der Kombination von Regenwassernutzung und Metalldächern widmet.


    Kurz zu den genannten Alternativlösungen: Kupfer wird behördlich wie Zink behandelt. Dachabdichtungen (Bitumen/Folien) sind aus meiner Sicht bezüglich der Dauerhaftigkeit nicht mit Metalldeckungen gleichzusetzen. Wenn eine unbeschichtete Dachdeckung in Stehfalztechnik also tatsächlich aufgrund wasserrechtlicher Bedenken abgelehnt werden sollte, blieben auch noch beschichtete Metalldeckungen – z. B. auch aus Titanzink möglich.

    Viele Grüße

    Rüdiger Niewind
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  8. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  9. #7
    Themenstarter

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    Wow, danke für Eure Beiträge, bin begeistert.

    Auch eine schöne Lobbyarbeit von beiden Lagern.

    Da ich mich bei der Investition nicht darauf verlassen möchte, dass es schon gut geht: bei wem kann man sich denn vorab eine Genehmigung einholen? Wer würde im Zweifel die Zisterne schließen, ist das Ländersache oder Entscheidung der Kommune? Fällt sowas in das Metier des Wasserschutz- oder Bauamtes?

    Danke schonmal für die guten Tipps.
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  10. #8
    Bauexpertenforum
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    Untere Wasserbehörde, Ratingen = Kreis Mettmann

    bzgl. Lobbyarbeit: zwei Lager habe ich hier nicht erkannt
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