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Vorfertigung - wie und wo lässt sich sparen?

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  1. #1

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    Vorfertigung - wie und wo lässt sich sparen?

    Häufig wird auf Sparpotenzial durch industrielle Vorfertigung hingewiesen. Googelt man danach, so findet man eigentlich immer nur Fertighausfirmen, die zumeist in Holz, manchmal auch massiv, vorgefertigte Wandelemente fertigen.

    Ich gehe mal davon aus, dass Sparen durch "Vorfertigung" eine breitere Palette von Möglichkeiten beinhaltet, die neben kompletten Wänden auch die Verwendung von Standardmaßen (z.B. Fenster) beinhaltet, so dass keine Sonderanfertigungen vonnöten sind. Eine gute Kenntnis über die Möglichkeiten wäre sicher in mehrerlei Hinsich für viele Bauherren hilfreich: Man kann sich schon im Vorfeld damit beschäftigen, womit man gut leben könnte, und womit weniger. Man kann bei seinem Architekten Vorschläge und Anregungen einbringen (wie in jedem Beruf ist wohl kaum einer mit der sicher großen Bandbreite des Möglichen vertraut). Man kann auch bei Bau mit GU/BT etc. besser verhandeln, etc.

    Dass es immer Einschränkungen gibt, ist klar: Nicht jede Sparmöglichkeit durch Vorfertigung passt optisch oder technisch zu jedem Objekt, und die regionalen Verfügbarkeiten schwanken sicher auch erheblich.

    Um eine Sammlung und einen Überblick über die Möglichkeiten zu erhalten, würde ich mich (und sicher auch andere) freuen, wenn die mitlesenden Profis und "fortgeschrittenen Bauherren", die damit direkte oder indirekte Erfahrungen haben einfach mal erzählen und auflisten könnten, was sie diesbezüglich bereits selbst geplant, verbaut oder bei Kollegen oder Bekannten gesehen haben !
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  2. Vorfertigung - wie und wo lässt sich sparen?

    Schau dir mal diesen Ratgeber an. Dort findet man Infos und Antworten.

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  3. #2

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    Klar kann man individuell alles vorfertigen lassen. Spart aber, da eben individuell, bestenfalls Zeit auf der Baustelle. Großartig Geld wirst Du damit nicht sparen können, da durch die Individualität beim gemeinen EFH eben die Kosten in's Fertigungswerk respektive Transport verlagert werden.
    Ganz anders sieht es für Massenprodukte aus, wo ein BT z.B. für ein paar Dutzend Wohnungen vorfertigen lässt.
    Da lohnt sich das.
    Extrembeispiel für Vorfertigung ehem. DDR - Plattenbauten - Typenreihen: Die Wände und Decken kamen vorgefertigt incl. montierter Fenster, Türlaibungen auf einfachstem Niveau, Bäder komplett eingerichtet als Badzelle, Schlitze und Durchbrüche für E - und Heizungsinstallation schon an den richtigen Stellen usw.,
    E - Installation kam in großen Teilen vorkonfektioniert, ebenso Wasser und Heizung.
    Nach Montage stand da dann ein geschlossener Rohbau, bei dem fast nur noch Arbeiten im inneren Ausbau erfolgten - Beiputzarbeiten, Estrich, Bodenbeläge usw.
    Dummerweise sah durch diese Standardisierung auch alles sehr einheitlich aus, obwohl die Möglichkeiten des "Systems Platte" mehr hergegeben hätte - siehe z. B. Nikolaiviertel in Berlin.

    Gruß Stoni
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  4. #3
    Avatar von floba arb
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    Wie schon Stoni geschrieben ist ist bei einem EFH oder ähnlichem "Großprojekt" nicht oder kaum mit monetären Einsparungen durch Fertigbauweise zu rechnen.

    Fenster als Standardmaß gibt es nicht, Fenster werden immer - ausnahme die Ramschware im Baumarkt - auf Bestellung gefertigt. Bei Türen sieht's da wieder anders aus, Haustüren, Innentüren und Garagentore sind in den "Norm"-Maßen (z.B. 88,5x201 cm für ein Innentür) günstiger als die Sondermaße. Hier geht's meist aber auch nur um etwa 100 EUR.

    Die beste Devise zum Sparen ist flächenoptimiert zu Planen und den Satz "Rohbau = Ausbau" zu beachten.
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  5. #4

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    es gibt etliche beispiele mit katastrophaler optik - plattenbauten - in der DDR gab es auch passende namen zum plattensystem. das thema standartisierung gibt es seit 1919, überlegungen dazu auch schon vorher. im großen Stil hat es sich nicht bewährt. im industrie- und gewerbebau mit wiederkehrenden veränderung funktioniert es bei umbau.
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  6. #5
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    Danke für die Antworten!

    Schade... Frage mich warum das dann immer in Artikeln perpetuiert wird, aus dem Lesekontext heraus zueht man idR den Schluss,, das gelte auch für EFH

    Dann wären wir wieder beim Klassiker, dem platzoptimierten Planen...

    Wie sieht es mit anderen Dingen aus, die man sich zumindest einmal anschauen sollte, um zu prüfen, ob man sich damit anfreunden kann? Sich mitten in der Planung zu informieren, ist zeitlich ja nicht immer machbar, oder eine an sich gute und kostengünstige Idee passt da nicht mehr ins Gesamtkonzept. Ich finde eben, so etwas sollte man sich anschauen, bevor der Architekt etwas derartiges anspricht, falls er es denn überhaupt tut. Bei aller zu erhoffender Professionalität sind das ja auch nur Menschen, die unbewusst die ein oder andere Idee ausblenden können, weil sie ihnen selbst nicht gefällt oder als unstimmig im selbst präferierten Gesamtkonzept empfunden wird, obwohl der Bauherr sehr gut damit leben könnte und wollte, hätte er davon gewusst.

    Dinge, von denen ich z.B. vor ein paar Monaten noch nichts wusste:
    - Industrieparkett statt großformatigen Dielen
    - Angestrichener Estrich statt Bodenbelag
    - Einfache Schiebe-Lärchengitter an einer Schiene statt Raffstore
    - Industrielle Stahltreppe
    - Wandhohe Fensteröffnungen (Verzicht auf Sturz)
    etc.

    Da gibt es sicher vieles mehr…

    Vielleicht könnten wir ja einmal so etwas sammeln? Ob's im Einzelfall passt und technisch möglich ist, muss dann eben mit dem Planer des Vertrauens individuell entschieden werden.
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  7. #6

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    Gäbe es die eierlegende Wollmichsau des kostengünstigen Bauens, dann würde sie sicher reichlich, geschoren, gemolken und in die Pfanne gehauen.
    Nur gibt es sie leider nicht.

    Obwohl, eigentlich gibt es sie, nur schmecken deren Milch, Eier und Fleich den meisten Bauherren nicht und die Wolle juckt gewaltig:

    Sie besteht in einfachen Grundrissen ohne jeden Schnickschnack, optimierten Leitungswegen, Leitungen auch mal auf Putz oder im Rohrkasten, einfachen Bodenbelägen, Fliesen nur da und nur so hoch nötig (warum muss eine Wand im Bad, an der nichts stattfindet, gefliest sein und dann noch raumhoch mit Fliesen zu 75 €/m²), einfachen Bodenbelägen lose verlegt, Stors statt eingebauten Rollläden usw usw.

    Diese Wollmichsau hat nur blöderweise den Haken, eben nicht repräsentativ zu sein.
    Wer meint statt mit Ich hab mir für kleines Geld ein schickes Haus gegönnt lieber mit Oberflächlichkeiten Boah, tolle Fliesen in Holzoptik, geile Küche, schicke Türen darstellen zu müssen, der muss eben mehr Zwiebel im Leder ertragen!
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  8. #7

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    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Vielleicht könnten wir ja einmal so etwas sammeln? Ob's im Einzelfall passt und technisch möglich ist, muss dann eben mit dem Planer des Vertrauens individuell entschieden werden.
    Wir könnten hier huinderte, wenn nicht tausende solcher Punkte auflisten, aber 99 Prozent davon wären für die Tonne, denn es geht ja um die Suche nach den passenden Ansätzen. Und genau dafür engagierst Du eine Planerin - wenn Du eine engagierst. Und im Dialog mit dieser hilft beständiges kritisches Nachfragen hervorragend!
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  9. #8

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    Liesepetz - angestrichener estrich, parkett statt dielen, sind keine sparpotentiale aus einer vorfertigung. ich fürchte, das erst einmal sparpotential und vorfertigung definiert werden muss.
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  10. #9
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    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Gäbe es die eierlegende Wollmichsau des kostengünstigen Bauens
    (...)
    Sie besteht in einfachen Grundrissen ohne jeden Schnickschnack, optimierten Leitungswegen, (...)
    Wundervolle Metaphorik, Ralph

    Um daran anzuknüpfen: Natürlich ist dieses Biest als mächtiges Alphatier des kostengünstigen Bauens jedem aufmerksamen Leser hier bekannt. Aber es ist in Gesellschaft von einer fast unüberschaubaren Menge an Kleinvieh, das bekanntlich auch Mist macht,
    Und ich glaube auch, dass sich viele Bauherren sich aufs Zähmen des Monsters konzentrieren (und sich Fertighausanbieter, GUs und Konsorten sogar darauf spezialisiert haben, um ihre Marge zu vergrößern)
    Aber am Ende haben sie nicht gemerkt, dass das sich das Kleinvieh hinter ihrem Rücken zusammengetan hat, laut "zusammen sind wir stark!" ruft, und einen größeren Haufen gesetzt hat als das eierlegende Wollmilchsau-Biest.

    Und beide im Blick zu haben, schadet nicht. Manchmal kann auch ein Häufchen vom Kleinvieh das Fakalienfass zum Überlaufen bringen.
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  11. #10
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    Zitat Zitat von rolf a i b Beitrag anzeigen
    Liesepetz - angestrichener estrich, parkett statt dielen, sind keine sparpotentiale aus einer vorfertigung. ich fürchte, das erst einmal sparpotential und vorfertigung definiert werden muss.
    Das war für mich nach den ersten drei Antworten eigentlich klar. Da für ein EFH bezüglich industrieller Vorfertigung nicht viel Potenzial zu bestehen scheint, wollte ich mit der Anschlussfrage den Fokus aufs Machbare verschieben.
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  12. #11
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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Wir könnten hier huinderte, wenn nicht tausende solcher Punkte auflisten
    Ich bin absolut überzeugt, dass das Forum sehr davon profitieren kann, wenn diese Hunderte von Dingen einfach mal aufgelistet wären. Dafür gibt es doch gute Gründe, und ich glaube viele wissen und wünschen sich so etwas.

    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    ... aber 99 Prozent davon wären für die Tonne, denn es geht ja um die Suche nach den passenden Ansätzen. Und genau dafür engagierst Du eine Planerin - wenn Du eine engagierst. Und im Dialog mit dieser hilft beständiges kritisches Nachfragen hervorragend!
    Das ist doch der Punkt, den ich oben angesprochen habe... Welcher Planer kennt denn schon die gesamte Bandbreite? Wer vergisst nicht einfach mal etwas, hat etwas zwar schonmal gehört/gesehen aber bei der Planung eines Objektes gerade nicht im Hinterkopf aktiviert? Ist vielleicht auch mal etwas stolz auf einen tollen Entwurf, der mit diesem und jenem Teil tatsächlich schicker und stimmiger ist, als in einer 1000€ günstigeren Variante. Diese wird vielleicht auch aus völlig wohlgemeinter Überzeugung, damit letztlich dem Interesse des Bauherren zu dienen, gar nicht erst erörtert. Passiert im Alltag von Psychologen, Rechtsanwälten, Medizinern doch auch ständig, sind eben alles nur Mennschen. Eine gute und im Idealfall systematische Auflistung hilft den Bauherren, ihrer Eigenverantwortung im Prozesse besser gerecht werden zu können. Und selbstverständlich ist es dann Aufgabe des Profis, die (Nicht-)Passung zu einem konkreten Objekt zu prüfen (erklären) und ggf. aufzugreifen. Und: auch das eine Prozent kann was bringen!

    Und dann noch die Bauherren: Es gibt doch ein großes Spektrum zwischen den Endlos-Online-Recherchierenden und alle Messen Besuchenden einerseits und dem anderen Extrempol (echt wahr: Bekannte von uns haben aus ihrer Verwandtschaft von positiver Erfahrung mit einem Fertighausanbieter gehört, sind einmal zum Musterhauspark nach Mühlheim-Kärlich, dann zum lokalen Büro des Vertreters, und hatten zwei Wochen später alle Details vereinbart und einen Vertrag über 270T€ unterschrieben [Bank war wegen deren goldene-Nase-Festanstellung kein Thema]). Dazwischen hat ein gewisser Teil vielleicht mal was gehört davon, dass Industrieparkett eine etwas günstigere Variante für Echtholzboden sein könnte, oder dass sich Sichtbeton ggf. lohnen könnte, weil er den Putz und die Tapete spart. Aber von den angesprochenen weiteren Hunderten von Möglichkeiten haben sie nie etwas gehört.

    Und was ich nicht kenne, damit kann ich mich nicht auseinandersetzen. Wer erst im Treffen mit dem Planer von einer Idee hört, muss dann ggf. erstmal losziehen und sich etwas live anschauen, um ein Urteil zu fällen, ob er damit gut leben kann. Den Planer von sich aus ansprechen können auch nur die, die überhaupt wissen, dass es (neben der einfachen Konstruktion) auch noch vielfältige kleinere Einsparmöglichkeiten gibt. Und wer weiß, vielleicht können sie sogar mal dem Architekten eine Idee geben, auf die der nicht gekommen wäre. Ich lerne jedenfalls viel von den Menschen, für die ich Dienstleistungen erbringe.

    Zitat Zitat von Ralf Dühlmeyer Beitrag anzeigen
    Leitungen auch mal auf Putz oder im Rohrkasten, einfachen Bodenbelägen, Fliesen nur da und nur so hoch nötig (warum muss eine Wand im Bad, an der nichts stattfindet, gefliest sein und dann noch raumhoch mit Fliesen zu 75 €/m²), einfachen Bodenbelägen lose verlegt, Stors statt eingebauten Rollläden usw usw.
    Wäre es nicht toll, diese Liste einfach mal fortzuführen (neuer Thread?) und so lang wie möglich werden zu lassen? Ob's passt oder nicht, lokal ggf. sogar mehr kostet als die "teure" Variante, etc. muss dann jeder mit seinem Planer selbst entscheiden. Aber so könnten Bauherren schonmal die Gelegenheit ergreifen, sich über Möglichkeiten konkreter zu informieren, Dinge kennenzulernen, ggf. live anzuschauen, sich mit vermeintlichen Abstrichen anzufreunden, etc.
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  13. #12

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    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Ich bin absolut überzeugt, dass das Forum sehr davon profitieren kann, wenn diese Hunderte von Dingen einfach mal aufgelistet wären. Dafür gibt es doch gute Gründe, und ich glaube viele wissen und wünschen sich so etwas.
    Ja, interessant ist diese Fragestellung, aber wenn man ihr in dem Umfang nachgehen würde, den Du es hier vorschlägst, so müsste man viele hundert Stunden dafür aufwenden, denn was im Detail die jeweils günstigste Lösung ist, lässt sich oft erst nach genauerer Betrachtung sagen. Das Aufstellen entsprechender Listen kommt im Alltag zur Entscheidungsfindung des Bauherrn öfter vor als mancher denkt. Aaaaaaber: Die Idee hatten schon andere und habe ganze Bücher darüber geschrieben. Ich empfehlen manchen meiner Bauherrn dieses Buch: http://www.randomhouse.de/Buch/Attra...dt/e322473.rhd Und da es dieses Buch schon gibt und einige mehr und jedes Jahr noch mehrere weitere dazu kommen, verwende ich meine Zeit lieber für anderes als allgemeine Listen aufzustellen. In meinem Leben habe ich schon viele solcher und ähnlicher Listen zu verschiedensten Themen mit aufgestellt - meist als beabsichtigte Hilfestellung für unerfahrene Kollegen. Ich musste dann immer wieder ansehen, wie schnell dieses Wissen veraltete und an Nutzwert verlor. Für mich bin ich zum Schluß gekommen, dass derartiges Fachwissen nur mit ständiger Pflege und Aktualsierung lebendig bleiben kann - und dass Erfahrung einen großen Wert hat und sich nur zu einem kleinen Teil überhaupt verschriftlichen und für Dritte nutzbar machen lässt. Ich gebe mein Wissen gerne an Dritte weiter, bevorzugt aber gegen Bezahlung, denn mein Bäcker möchte für die von Hand geformten Brötchen echtes Geld sehen.

    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Das ist doch der Punkt, den ich oben angesprochen habe... Welcher Planer kennt denn schon die gesamte Bandbreite? Wer vergisst nicht einfach mal etwas, hat etwas zwar schonmal gehört/gesehen aber bei der Planung eines Objektes gerade nicht im Hinterkopf aktiviert?
    Gute Handwerker / Planer / Forscher / Wissenschaftler haben eine ausreichend hohe Anwendungsquote und der Rest ist dann eben Pech. Gute Planung ist wahnsinnig viel Transpiration und nur ganz wenig Inspiration. Aber ich schweife ab.

    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Ist vielleicht auch mal etwas stolz auf einen tollen Entwurf, der mit diesem und jenem Teil tatsächlich schicker und stimmiger ist, als in einer 1000€ günstigeren Variante. Diese wird vielleicht auch aus völlig wohlgemeinter Überzeugung, damit letztlich dem Interesse des Bauherren zu dienen, gar nicht erst erörtert. Passiert im Alltag von Psychologen, Rechtsanwälten, Medizinern doch auch ständig, sind eben alles nur Mennschen. Eine gute und im Idealfall systematische Auflistung hilft den Bauherren, ihrer Eigenverantwortung im Prozesse besser gerecht werden zu können. Und selbstverständlich ist es dann Aufgabe des Profis, die (Nicht-)Passung zu einem konkreten Objekt zu prüfen (erklären) und ggf. aufzugreifen. Und: auch das eine Prozent kann was bringen!
    Ich will Dir Deinen Glauben ja nicht nehmen, aber um ein Ergebnis von 95 % des Optimums zu erreichen sind schon 150 Prozent der "Mittelleistung" erforderlich. Die mag ich oft auch erbringen, aber nicht mehr für umme und wenn's nicht darum geht eigene kreative Ansätze für einen konkretes Projekt zu realisieren.

    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Und dann noch die Bauherren: Es gibt doch ein großes Spektrum zwischen den Endlos-Online-Recherchierenden und alle Messen Besuchenden einerseits und dem anderen Extrempol ... Und was ich nicht kenne, damit kann ich mich nicht auseinandersetzen.
    Ich empfehle ganz ernsthaft einen batscheler und dann eine master in Architektur und 5 - 10 Jahre Entwurfs- und Planungspraxis in den besten Architekturbüros der Welt, dann kommt das von alleine!

    Zitat Zitat von Liesepetz Beitrag anzeigen
    Wäre es nicht toll, diese Liste einfach mal fortzuführen (neuer Thread?) und so lang wie möglich werden zu lassen? Ob's passt oder nicht, lokal ggf. sogar mehr kostet als die "teure" Variante, etc. muss dann jeder mit seinem Planer selbst entscheiden.
    Ich empfehle erstmal wieder das Buch oben, ggf. auch die Ausbildung oder eben den Gang zum Profi. Und nein, ich habe kein praktisches Jahr in einer Klinik gemacht, bevor ich zum Arzt gegangen bin. Ich lese immer nur dann nach, wenn akut etwas ansteht. Deshalb: Listen ohne mich, definitiv!

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  14. #13
    Themenstarter

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    Zitat Zitat von Skeptiker Beitrag anzeigen
    Ich empfehlen manchen meiner Bauherrn dieses Buch: http://www.randomhouse.de/Buch/Attra...dt/e322473.rhd Und da es dieses Buch schon gibt und einige mehr und jedes Jahr noch mehrere weitere dazu kommen, ...
    Ich kenne das Buch bereits und war sehr froh über den Kauf - wenn es noch mehr in der Richtung gibt (oder meiner Listen-Idee), wäre ich sehr dankbar für weitere Literaturhinweise !!!

    Was ich natürlich verstehen kann, ist dass sobald es an eine sinnvolle Systematisierung ginge, wohl einiges an Arbeitsaufwand enstünde, den niemand gerne pro bono erbringt.
    Klar auch, dass die Architekten hier statt einfach mal ins Blaue hinein eher dann Spaß an so etwas fänden, wenn es um kreative Lösungen für konkrete Probleme geht, die der (dann wohl oft GU/Fertiganbieter interne) Planer des Bauherren nicht zufriedenstellend gelöst hat.

    Ansonsten: Niemand bestreitet, dass 99,9% aus einer ausführlichen Liste bei den meisten keine unmittelbare Anwendung fände aus bereits mehrfach genannten Gründen. Deshalb würde ich das auch eher als eine Art Brainstorming erachten, als Sammlung zur Anregung, zum Nachdenken, zum Überhaupt-Mal-Kennenlernen von Optionen. So wie blättern im Einrichtungskatalog: "Da ist ja ne tolle Idee, wär ich nie drauf gekommen... Hmmm, passt aber leider gar nicht zu meinen Möbeln... aber ich könnte doch...?!?"

    Vielleicht finden sich ja ein paar Bauherren, die von gefundenen Lösungen berichten? Dazu dann wohl besser ein neuer Thread!
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  15. Schau dir mal das Bauherren-Handbuch an.. Sehr viele nützliche Infos!
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  16. #14

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    Aber Holz lässt sich in der Regel nachbereiten...dadurch würde man schon viel Geld sparen....
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  17. #15

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    Buchtips für Bauherren fehlen im Forum, oder?! Ich habe mir mal og. das Buch bestellt. An der richtigen Stelle sparen ist ja nix schlechtes.
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