Kondenswasser im WC-Lüftungsrohr nach Sanierung – Ursache und Lösung?

Diskutiere Kondenswasser im WC-Lüftungsrohr nach Sanierung – Ursache und Lösung? im Praxisausführungen und Details Forum im Bereich Architektur; Hallo zusammen, ich saniere aktuell mein Gäste-WC und habe seit Beginn der Arbeiten ein Feuchtigkeitsproblem im Bereich der WC-Lüftung, das ich...

  1. DTOTH

    DTOTH

    Dabei seit:
    Gestern
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Hallo zusammen,

    ich saniere aktuell mein Gäste-WC und habe seit Beginn der Arbeiten ein Feuchtigkeitsproblem im Bereich der WC-Lüftung, das ich mir bauphysikalisch erklären, aber nicht sicher bewerten kann. Vielleicht hat jemand von euch so einen Fall schon gehabt.

    Ausgangssituation (Bestand)
    • Gäste-WC ohne Fenster, mit mechanischer Abluft über Rohr nach draußen

    • Alte WC-Vorwand bestand aus 10 cm Porenbeton, raumhoch gefliest

    • Über viele Jahre keine Feuchteprobleme, kein Schimmel

    • Lüftungsleitung lief bereits damals durch die Vorwand bis nach außen
    Aktuelle Sanierung
    • Alte Porenbetonwand vollständig entfernt

    • Neue WC-Vorwand als Metallständer + 2× GKBI (grüne Rigipsplatten) erstellt

    • Unterputzspülkasten mit darüberliegender Ablage/Nische

    • Das bestehende Lüftungsrohr wurde in die neue Vorwand integriert

    • Bereich oberhalb des Spülkastens jetzt Hohlraumkonstruktion statt massiv
    ❗ Beobachtetes Problem
    Seit ca. 2 Wochen Bauzustand (noch unverfliest, offen):

    1. Kondenswasserbildung an der Decke rechts neben der Lüftungsöffnung

    2. Im temporär demontierten Lüftungsrohr sammelten sich
      → über 500 ml Wasser innerhalb von 7 Tagen

    3. Rohr führt durch die Vorwand, dann weiter Richtung Garage/Dachbereich nach außen

    4. Fotos zeigen:
      • offenen Vorwandbereich mit Lüftungsführung

      • Austritt des Rohrs im unbeheizten Bereich (Garage/Dach)

      • Feuchtebereich nahe Decke innen
    Meine Vermutung
    Ich gehe aktuell von einem klassischen Kondensationsproblem durch warme, feuchte Innenluft aus:

    • Warme WC-Luft → strömt ins kalte Rohr

    • Rohr läuft durch kalte Zonen (Vorwand, Garage, Dachbereich)

    • → Unterschreitung Taupunkttemperatur

    • → Kondensat läuft zurück Richtung WC
    Vorher:
    Massive Porenbetonwand + Fliesen = relativ warme Rohrumgebung

    Jetzt:
    Leichtbau + Hohlraum + kalte angrenzende Bereiche = stark abgekühltes Rohr

    Meine Fragen an euch
    1. Ist meine Tauwasser-Theorie plausibel oder übersehe ich etwas?

    2. Wie löst man das fachgerecht?

      Denkbare Maßnahmen, bei denen ich unsicher bin:
      • Rohr an der Wanddurchführung zur Garage mit PU-Schaum ummanteln?
      • Gefälle nach außen herstellen, damit Kondensat abläuft? Kondensatablauf einbauen? (War bisher nicht erforderlich)
      • Lüfter mit Nachlauf / Feuchtesteuerung sinnvoll?
    3. Muss die Vorwand zusätzlich gedämmt werden?

    4. Ist das ein typischer Fehler bei Sanierung von massiver zu Leichtbau-Vorwand?
    Wichtig
    Das Problem trat erst nach Öffnung der alten Wand und während der Bauphase auf.
    Zuvor gab es über Jahre keinerlei Feuchteanzeichen im Raum.

    Ich möchte vermeiden, die Vorwand jetzt zu schließen und später einen verdeckten Feuchteschaden zu haben.
    Über Einschätzungen wäre ich sehr dankbar.

    Viele Grüße
     

    Anhänge:

  2. chris84

    chris84

    Dabei seit:
    15.08.2023
    Beiträge:
    1.617
    Zustimmungen:
    920
    Bei der Rohrführung muss es im Rohr auch vorher schon Kondensat gegeben haben.
    Das muss ablaufen können, am besten draußen im kalten bereich, d.h. entsprechendes Gefälle vorsehen.
    Das Rohr muss Luftdicht in die Wand eingebaut werden. Ich würde hier für Luftdichtichkeit in der Massivwand und im Rigips sorgen.
    Hast du aktuell erhöhte Raumluftfeuchte?

    Da es sich um eine "kalte" Außenwände handelt, hat die alte PBWand als Innendämmung fungiert. Das hast du jetzt natürlich nicht mehr...
     
  3. DTOTH

    DTOTH

    Dabei seit:
    Gestern
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Guter Hinweis – dazu noch eine wichtige Beobachtung aus dem Rückbau:


    Zu Beginn der Arbeiten war das Lüftungsrohr innen deutlich verstaubt, aber vollständig trocken. Es gab weder feuchte Ablagerungen noch Laufspuren oder Verschlammungen. Wäre über längere Zeit regelmäßig Kondensat im Rohr angefallen, hätte sich der Staub entsprechend gebunden oder es wären Feuchtespuren erkennbar gewesen. Das spricht aus meiner Sicht dafür, dass die aktuelle Kondensatbildung in diesem Ausmaß neu ist und erst im Zuge der Sanierung auftritt.


    Zusätzlich hatte ich während der Bauphase eine temporär deutlich erhöhte Raumluftfeuchte: Die Wand im Gäste-WC wurde mit ca. 15–20 mm Haftputz neu verputzt. Anfang der Woche war die Wand noch sichtbar dunkelgrau und feucht, und eine davor angelehnte Rigipsplatte zeigte auf der Rückseite Feuchtigkeit. Erst durch zusätzliches Heizen ist die Restfeuchte inzwischen weitgehend aus dem Putz gewichen, die Wand ist nun hellgrau und trocken. In dieser Phase ist also von einer überdurchschnittlich hohen Feuchtebelastung der Raumluft auszugehen.
     
  4. chris84

    chris84

    Dabei seit:
    15.08.2023
    Beiträge:
    1.617
    Zustimmungen:
    920
    Wenn es da draußen im Winter 0°C hat, und durch das Rohr 20°C Raumluft tatsächlich in nennenswerter Menge nach außen entwichen ist, MUSS es m.E. bei der Rohrlänge nennenswert Kondensation gegeben haben. Wenn da im kalten Winter definitiv nichts angefallen ist, ist da nie luft rausgegangen. Oder der Raum hatte nur 20-25% Luftfeuchte bei 20°C....

    Dass da jetzt im Rahmen des Verputzes massiv höhere Luftfeuchte herrscht, und dementsprechend viel Wasser ausfällt, sollte denke ich normal sein.

    Saß da in dem Rohr zuvor ein Lüfter? Wo kommt die entsprechende Zuluft her?
     
  5. DTOTH

    DTOTH

    Dabei seit:
    Gestern
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Ein Lüfter war am Rohr auch vorher bereits montiert und in Betrieb. Die grundsätzliche Funktion als mechanische Abluft ist also nicht neu.


    Mit der angesprochenen Zuluft ist vermutlich die Nachströmung gemeint: Das Gäste-WC hat kein Fenster, die Zuluft kam und kommt über den Türspalt bzw. über Undichtigkeiten aus dem angrenzenden Flur. Ein spezielles Zuluftgitter oder Ähnliches ist nicht vorhanden.


    Was sich jedoch geändert hat, sind die Randbedingungen während der Bauphase: Durch den frischen Putz war die Raumluftfeuchte zeitweise deutlich erhöht. Zeitlich fällt genau in diese Phase auch die jetzt beobachtete starke Kondensatbildung im Rohr. Vor Beginn der Sanierung konnte ich – trotz demontiertem Rohr mit stark verstaubter, aber trockener Innenfläche – keinerlei Feuchteanzeichen im Rohr feststellen.
     
Thema:

Kondenswasser im WC-Lüftungsrohr nach Sanierung – Ursache und Lösung?

Die Seite wird geladen...

Kondenswasser im WC-Lüftungsrohr nach Sanierung – Ursache und Lösung? - Ähnliche Themen

  1. Kondenswasser hinter Rollladenkasten

    Kondenswasser hinter Rollladenkasten: Hallo ihre Alle, wahrscheinlich ein Thema welches schon öfter aufgegriffen wurde. Wir haben seit gefühlt 3 Jahren Probleme mit Kondenswasser...
  2. Neue Alu-Fenster - Kondenswasser auf der Dichtung?

    Neue Alu-Fenster - Kondenswasser auf der Dichtung?: Hallo zusammen, wir haben in unserer Maisonette-ETW in einem 70er-Jahre Hochhaus die Fassadenkonstruktion aus Aluminium austauschen lassen. Die...
  3. Freistehende Garage - Kondenswasser?

    Freistehende Garage - Kondenswasser?: Hallo zusammen, das ist tatsächlich mein erster Beitrag hier im Forum, daher bitte ich um Rücksicht, sollte das Thema im falschen Unterforum...
  4. Kondenswasser am Rahmen des Dachfenster

    Kondenswasser am Rahmen des Dachfenster: Hallo Zusammen, wir haben aktuell Probleme mit Kondenswasser am Rahmen zwischen zwei Dachfenstern. Ich habe letztes Jahr die Stelle mit Bauschaum...
  5. Lüftungsrohre Kondenswasser

    Lüftungsrohre Kondenswasser: Moin, unser Haus ist nun schon über 6 Jahre alt. Heute nacht plätscherte (ja, es plätscherte) aus dem Lüftungsrohr im Schlafzimmer. :yikes...