Sanierung EFH 1970

Diskutiere Sanierung EFH 1970 im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo, ich habe im Forum schon etwas gestöbert aber habe doch noch einige Fragen zu meinem Sanierungsprojekt: Ich kaufe mit meiner Familie ein...

  1. #1 Sanierungsneuling337, 26.05.2026 um 19:36 Uhr
    Sanierungsneuling337

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    Hallo,

    ich habe im Forum schon etwas gestöbert aber habe doch noch einige Fragen zu meinem Sanierungsprojekt:

    Ich kaufe mit meiner Familie ein EFH, 1970 gebaut, ca 160m2 Wohnfläche mit Keller (bis auf einen Raum nicht beheizt), Dachboden nicht ausgebaut. Einiges wurde im Laufe der Jahre bereits erneuert.

    Ein Gutachter war mit im Haus und hat in etwa folgende Eckpunkte angemerkt:
    - Dach noch ca 10 Jahre Laufzeit, aktuell gut und vor ca 20 Jahren gedämmt (Dachschrägen)
    - Gasheizung (Brennwert), läuft gut, ca 22 Jahre alt, alte Heizkörper in allen Räumen
    - Fenster in den Wohnräumen 3-fach verglast, neue Türen sind drin
    - Elektrik gut, neuer Schaltkasten wäre nötig
    - keine Aussendämmung, Fassade ist noch gut
    - insgesamt fand er das Haus sehr gut in Schuss und meinte, man müsste eigentlich fast nichts daran machen

    Wir planen in etwa Folgendes:
    - Elektriker beurteilt nochmal ob Elektrik so passt, dann würden wir nur einen neuen Schaltkasten mit ggf Vorbereitung für Wall Box machen (wobei hier auch die Frage aufkam, ob es hier rechtliche Vorgaben gibt, wenn man irgendwas an der Elektrik ändert, die dazu führen, dass wir sowieso alles machen müssten?)
    - FBH falls sinnvoll als Vorbereitung für Wärmepumpe
    - falls möglich wasserführender Kamin um Gasheizung schon mal zu entlasten
    - neue Türen/Zargen
    - Dämmung oberste Geschossdecke
    - Bäder könnte man erstmal so lassen, langfristig soll ein Bad um eine Dusche erweitert werden, daher die überlegen ob man alle Bäder inkl. Leitungen lieber direkt macht
    - Küche ist drin und funktionsfähig, mit neuen Fronten und neuer Arbeitsplatte könnte man sie auch noch gut einige Jahre nutzen, aber hier gleiches Prinzip wie mit den Bädern: macht es Sinn gleich einmal alles zu mache (insbesondere wegen Elektrik und Leitungen?)
    - Aussendämmung und wärmepumpe jeweils mit KfW Förderung in den nächsten 2-3 Jahren
    (- wenn in 10 Jahren neues Dach: PV und ggf. Ausbau Dachboden)
    - Wände Q3 oder tapezieren, boden vinyl

    nun zu den Fragen:
    - eine FBH würden wir vor allem machen als Vorbereitung auf die Wärmepumpe und weil wir jetzt nicht neue Böden machen wollen um sie dann in ein paar Jahren dafür wieder rauszumachen. Eigentlich kommen wir mit regulären Heizkörpern auch gut zurecht - hat jemand Erfahrung damit, ob es Sinn macht, die Heizkörper zu belassen? Oder braucht man eh neue für eine Wärmepumpe? Falls FBH würden wir die FBH lieber als Aufbau machen (fürs einfräsen ist der estrich wahrscheinlich zu dünn, muss noch geprüft werden) dann müsste aber eine Außentür ausgetauscht werden. Oder aber wenn nötig Estrich komplett neu - ob sich das dann lohnt?
    - Bäder / Küchen Überlegungen s.o., wir könnten alles jetzt machen, aber auch erstmal noch gut und gerne ein paar Jahre damit leben und jetzt noch kleine Schönheitsreparaturen in Eigenleistung machen - wir wollen auch aus ökologischen Gründen eigentlich nicht alles neu machen nur weil man es machen könnte..
    - wir haben von verschiedenen Seiten als Kosteneinschätzungen von 180-220.000€ für alles inkl Dach bis 450.000€ gehört - hat hier jemand Erfahrung, womit wir (in etwa) tatsächlich rechnen müssen bei den geplanten Maßnahmen? Die Preisspannen liegen ja doch sehr weit auseinander und bei 450.000€ würden wir auf jeden Fall erstmal nur das nötigste machen…
    - da wir am Grundriss außer bei einem Bad nichts ändern wollen, ist die Frage, wer hier der richtige Ansprechpartner für die Koordination ist und ob es zB einen Architekten oder Bauleiter überhaupt braucht? Die energetischen Sanierung würde mit Baubegleitung laufen, da fällt das meiste ja schon rein, aber braucht man für den Rest, also Bäder und ggf Küche nochmal jemanden außerhalb der zuständigen gewerke?

    Also viele Fragen, wie ihr seht sind wir etwas überfordert aus Mangel an Erfahrung :-) Ich freue mich über Tipps und Anregungen!
     
  2. Kriminelle

    Kriminelle

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    Hast Du mal ein paar Bilder oder die Offerte für den ersten Eindruck?
    Es macht in meinen Augen schon Sinn, die Heizkörper auszutauschen, aber was weiss ich schon? Was liegt denn da für ein Boden?
    Falls zwei Bäder existieren, könnte man die auch nach Einzug machen. Aber gerade Bäder sind ein hoher Kostenfaktor. Und wenn man sich den Betrag finanzieren lassen muss, sollte man überlegen, ob man nicht gleich die Bäder mit in die Finanzierung packt. Man kann auch später einiges in Eigenleistungen machen, aber vielleicht hast Du zwei linke Hände, Deine Frau ebenso? Letztendlich ist alles eine Kostenfrage. Beim Dach, und auch nicht nur hier auch eine Größenfrage - das wissen wir alles nicht.
    Gerade letztens, also vor ein paar Tagen war eine ähnliche Frage gerade hinsichtlich der Leitungen. Hier zu finden: Komplette Rohrsanierung EFH mit Einliegerwohnung
     
  3. nordanney

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    Das ist rausgeworfenes Geld. Kamin fürs Wohlbefinden, aber nicht für mehr (oder habt Ihr einen eigenen Wald?)
    Ja, funktioniert mit knapp über 30 Grad Vorlauf im kernsanierten Haus (energetisch Neubauniveau). 33er Heizkörper.
    Was ist Aufbau? Alten Estrich einfach am WE rausmachen und neu mit richtigem Aufbau rein.
    Ja, alles kann möglich sein. Dafür kennen wir das Haus zu wenig. Aber 450k sehe ich nur bei einer Luxussanierung - das sind fast Neubaukosten ohne Keller.

    Ansonsten noch ein guter Tipp: Wenn der Aufbau der FBH zu hoch mit viel Dämmung wird (davon kannst Du ausgehen), dann einfach die Kellerdecke von unten dämmen. Kostet zwar Raumhöhe, ist aber eine ganz low hangig fruit.
     
  4. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    Hier würde ich zuerst in Erfahrung bringen, welche Höhe für den Fußbodenaufbau insgesamt, also mit Dämmung, FBH, Estrichüberdeckung, Fußbodenbelag möglich ist. Es ist ja durchaus zu erwarten, dass in einem Haus mit Baujahr 1970 der aktuelle Fußbodenaufbau relativ niedrig ist und durch Treppen, Türen, bodentiefen Fenstern in der Erhöhung begrenzt wird.

    Um die Anforderungen für eine BAFA-/KfW-Förderung zu erfüllen, müssen die Referenzwerte für Neubauten (Anlage 1 GEG, Referenzgebäude) um 30 % unterschritten werden. Die Referenzwerte für das Dach und die Außenwände für Neubauten unterscheiden sich jedoch von den Einzelbauteilanforderungen für Sanierungen im Bestand (Anlage 7 GEG):

    Außenwände:
    • Referenzwert für Neubauten: 0,28 W/(m²K)
    • Einzelbauteilanforderungen für Sanierungen im Bestand: 0,24 W/(m²K)
    • BAFA-Anforderung: 0,20 W/(m²K)
    • Differenz: 0,24 W/(m²K) - 0,20 W/(m²K) = 0,04 W/(m²K)
    Dach (auch oberste Geschossdecke)
    • Referenzwert für Neubauten: 0,20 W/(m²K)
    • Einzelbauteilanforderung für Sanierungen im Bestand: 0,24 W/(m²K)
    • BAFA-Anforderung: 0,14 W/(m²K)
    • Differenz: 0,24 W/(m²K) - 0,14 W/(m²K) = 0,10 W/(m²K)
    Da du für das Dach den U-Wert um 0,1 W/(m²K) unterbieten musst, während bei der Außenwand nur ein Unterbieten von 0,04 W/(m²K) erforderlich ist, wäre es vielleicht eine Option das Dach ohne Förderung und die Außenwände mit Förderung zu dämmen. Dann ist es beim Dach wohl ausreichend mit Mineralwolle oder Holzfasern diffusionsoffen zu dämmen. Mit Förderung läuft es dann stattdessen möglicherweise auf ein PIR-/PUR-Aufsparrendämmung hinaus.
     
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