Erfahrungen mit einvernehmlicher Vertragsaufhebung?

Diskutiere Erfahrungen mit einvernehmlicher Vertragsaufhebung? im Bauvertrag Forum im Bereich Rund um den Bau; Hallo zusammen, wir haben mit einem Fertighaushersteller im Mai 2025 einen Vertrag zur Herstellung eines EFH abgeschlossen - Rücktrittsrecht für...

  1. #1 ViKoNiBa, 07.03.2026
    ViKoNiBa

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    Hallo zusammen,
    wir haben mit einem Fertighaushersteller im Mai 2025 einen Vertrag zur Herstellung eines EFH abgeschlossen - Rücktrittsrecht für Grundstück eingeschlossen.
    Grundstück haben wir im November 2025 gekauft und daraufhin den ersten Termin mit dem Architekten des Fertighausherstellers wahrgenommen. Schon bei diesem Termin hatten wir den Eindruck, dass dieser unsere Vorstellung nicht ganz erfassen kann.
    Ende November 2025 erhielten wir eine Planung, welche nicht wie besprochen war und das Haus nicht an der besprochenen Stelle im Grundstück darstellte. Nach telefonischer Rücksprache und Zusendung von zeichnerischen Darstellungen zu den gewünschten Änderungen wurde uns vor Weihnachten 2025 ein „korrigierter“ Plan übermittelt, welcher wieder nicht dem Besprochenen entsprach.
    Im Januar 2026 beschwerten wir uns bei dem Fertighaushersteller über die bisherige Planung und forderten einen anderen Architekten. Der Fertighaushersteller teilte mit, dass ein Architektenwechsel nun nicht mehr ginge und der jetzige Architekt die Auflage erhalten habe, die Planung nun entsprechend vorzunehmen.
    Im Februar 2026 wurde uns dann der Bauantrag zur Freigabe zugeleitet, die Planung entsprach nun endlich dem im November 2025 Besprochenen.
    Leider wurde dann zuerst durch das Bauamt mitgeteilt, dass die falsche Zuständigkeit ermittelt wurde. Nach Hinweis darauf reichte der Architekt den Bauantrag bei der korrekten Stelle ein, jedoch ohne unsere Freigabe und abweichende Angaben zum vorherigen Antrag.
    Der Ferighaushersteller kam daraufhin auf uns zu und teilte mit, dass die Ausführung der Planung so nicht möglich sei und nochmal umgeplant werden müsste - die Wärmepumpe konnte nicht mit Luftzugang bei der Terrassenüberdachung ausgeführt werden. Konsequenz war, dass eine andere Variante der Wärmepumpe, Hochsetzen der Überdachung und Sonderanfertigungen bei den Fenstern im OG notwendig werden.
    Der Architekt hatte uns darauf zu keinem Zeitpunkt in der Planung hingewiesen.
    Nun sollten wir Mehrkosten von 2.900 € tragen, wobei man aus Kulanz eine Kostenbeteiligung von 1.000 € bei uns fordern würde.
    Da der Architekt uns weder darauf hingewiesen hatte, noch die Planung auf dem Hintergrund der Mehrkosten wissentlich so ausgeführt werden sollte, forderten wir, von einer Kostentragung unsererseits abzusehen.
    Nach zweimaliger Fristsetzung und langen Schilderungen, dass die Umplanung auch bei uns begründet sei, lenkt nun der Ferighaushersteller ein und übernimmt die Kosten.

    Wir haben leider durch den Umgang mit uns und der fehlenden Beratung durch den Architekten das Vertrauen in den Ferighaushersteller verloren.
    Eine ordentliche Kündigung des Vertrags beinhaltet allerdings eine mögliche Werklohnersatzleistung von 10% des Bruttokaufpreises (ca. 40.000 €).

    Hat jemand dahingehend bereits Erfahrungen mit einer einvernehmlichen Vertragsaufhebung gemacht? Wir würden selbstverständlich für die bisher tatsächlich angefallenen Kosten aufkommen.
     
  2. #2 Fabian Weber, 07.03.2026
    Fabian Weber

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    Wegen sowas würde ich nicht kündigen.
     
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  3. #3 Kriminelle, 07.03.2026
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    Ich wohl auch nicht.
    Im Prinzip kann man hier auch nichts bewerten, wer hier im Recht ist. Zumindest hat die Firma ja schon Zugeständnisse bei den 2900€gemacht.

    Ich bin seit über 10 Jahren beratend in Foren zum Thema Grundrisse und Lage auf dem Grundstück aktiv, und wenn man zu 90% so bauen würde, wie es die Bauherren wollen, würden massive Mehrkosten, unfunktionelle Häuser und schlecht zu nutzende Grundstücke das Resultat sein.

    Was bei Euch also kommuniziert wurde oder wie oder was weiss ich, das können wir hier nicht herauslesen.

    Auch setze ich voraus, dass man weiß, dass man beim "schlüsselfertige Bauen" nicht die Betreuung bekommt, wie man es denkt oder erwartet.

    Augen zu und durch.
     
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  4. #4 simon84, 07.03.2026
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    Mit sind Anbieter bekannt die zumindest erstinstanzlich die volle Vertragsstrafe durchziehen

    die sind meist recht gut das zurecht zu rechnen ….

    Ich würde daher erstmal davon ausgehen alles zahlen zu müssen und wenn es weniger wird zu feiern

    Eine ausführliche Rechtsberatung gibts nur beim
    Anwalt vor Ort und zu den anderen Kommentaren möchte ich mich nur äußern falls vom Fragesteller gewünscht und mehr Infos vorliegen
     
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  5. #5 driver55, 09.03.2026
    Zuletzt bearbeitet: 09.03.2026
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    Jetzt, wo ihr quasi am Ziel seid?
    Wg. dieser Summe einen Aufstand machen?
    Habt ihr euer Projekt „Hausbau fix und fertig“ mal durchkalkuliert? Puffer heißt das Zauberwort.

    Bei dem Geschilderten könnte man meinen, mehr als 2x sind Archi+Bauherr nicht zusammengesessen.
    Gab es keinen intensiven Austausch?
     
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  6. 11ant

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    Also wenn ich der Story recht folgen kann, müßt Ihr nun einige wenige architektonische Krötchen schlucken, aber das war es dann im wesentlichen auch schon. Ihr habt also nicht frei von eigener Schuld / Dämlichkeit etwas Ärger und Zeitverlust gehabt. Nun denn - in allen Foren, in denen ich tätig bin, wird man vor der Schnapsidee gewarnt, die Architekterei einem Beauftragten des Auftragnehmers (GU) zu überlassen/übertragen. Das war dumm - aber so kurz vor dem Ziel den Schleudersitz zu betätigen, würde das nochmals deutlich übertreffen.
     
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  7. Sokolov

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    Hallo,
    bei unserem Bau gab es ebenfalls mehrere Planungsrunden mit Missverständnissen und widersprüchlichen Zeichnungen. Im Nachhinein war das zwar nervig, aber kein Hinweis darauf, dass die eigentliche Bauausführung schlecht wird. Deshalb würde ich jetzt nicht automatisch die Reißleine ziehen.
     
  8. hampshire

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    Das Wesen von einvernehmlichen Vertragsauflösungen ist, dass beide Parteien sich einigen.
    Es gibt keinen Grund für den Fertighaushersteller, auf die vertraglich vereinbarten 40.000€ zu verzichten, sollten sie das Haus nicht bauen.

    Wie die Kommunikation genau gelaufen ist, erschließt sich mir nicht. Dass ausschließlich der andere Dinge falsch versteht, ist sehr selten.

    Es ist mir kein einziger Bau bekannt, bei dem es nicht zu Fehlersituationen gekommen wäre, die Klärung erforderten. Eigentlich könnt ihr froh sein, dass das technische Problem mit der Luftzuführung für die Wärmepumpe bereits jetzt erkannt wurde. Ein Problem früh zu erkennen und anzusprechen ist ein wünschenswertes Verhalten.
    Wenn die Bauherren sich grundsätzlich auf den Standpunkt „ist nicht mein Problem, muss der Anbieter lösen“ stellen, wird dieser die Lust daran verlieren, offen über Fehler zu sprechen. In der Konsequenz wiird das Haus schlechter. Als Bauherr muss man Probleme annehmen und sich an der Lösung beteiligen, wenn man ein gutes Ergebnis wünscht. Hier geht es nicht um „Rechthaben“, sondern um Ergebnissteuerung.

    Was soll nach der Vertragsauflösung passierein?
    Ihr sucht einen anderen Baupartner. Angenommen, ihr neigt dazu, Kommunikationsprobleme auf der anderen Seite zu suchen und zu erwarten, dass Probleme nicht auftauchen und wenn doch, dass der Baupartner diese ohne Rücksicht auf Kosten perfekt löst, werdet ihr ganz schnell den Wunsch haben, den nächsten Vertrag aufzulösen. Natürlich kann es auch sein, dass ihr jetzt gerade wirklich die „Zitrone“ unter den Fertighausherstellern erwischt habt. Keines der beiden Extrem-Szenarien muss zutreffen.
     
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  9. driver55

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    @Sokolov @hampshire
    Schonmal auf die rege Teilnahme des TE geachtet?
    Auch interessiert das nach 3 Monaten sicherlich keinen mehr.
     
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  10. hampshire

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    Nö, ist mir entgangen. Wurde mir in "neu" eingespült. Da war ich nicht sehr aufmerksam.
     
  11. 11ant

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    Ach - bei einem Bauherrn der selber Architekt ist, gibt es dennoch mehrere Planungsrunden und ein chaotisches Dokumentenmanagement - wie das ?
     
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  12. hanghaus2000

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    Der @Sokolov holt hier wohl einige Leichen aus dem Keller. Ist mir auch schon aufgefallen. Habe aber trotzdem Alles gelesen und erst am Ende Sokolov gesehen.

    Was meint der TE warum die 40 k im Vertrag stehen? Um Streit zu vermeiden. Da verlierst doch jede Klage.
     
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