Sanierung Fertighaus

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  1. Dandan1807

    Dandan1807

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    Wie der Titel beschreibt geht es um den aktuellen Wandaufbau eines Fertighauses welches wir kaufen und sanieren möchten. Der jetzige Besitzer ist 85 und top fit, ebenfalls konnte kein muffiger Geruch festgestellt werden und ein Lufttest auf Formaldehyd und Feuchtigkeit war ebenfalls gut (Habdmessgerät). Nun zur frage: was sollte neu und was kann bleiben? Wollen den Klinker erhalten und von innen eine neue Installationsebene schaffen und ggf. Mit Schafwolle für das Raumklima dämmen. Außerdem sind folgende Maßnahmen geplant: neue Fenster, neue WP, EG Decke von oben dämmen, Keller Decke (EG Boden) dämmen und zentrale/dezentrale Lüftung.

    Baujahr 1974 in Holzständerbauweise

    Finger weg oder Sanierung möglich?
     

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  2. Viethps

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    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Das sieht vollkommen machbar aus. Mal mit dem Ubakus durchspielen, wieviel man mindestens ergänzen muß.
     
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  3. Dandan1807

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    Was meinst du mit mindestens? Bezüglich des Taupunktes? Ich denke am „einfachsten“ wäre es die innere Spanplatte zu übeplanken und in diesen neuen Zwischenraum dann Elektrik und Dämmung + ggf. Dampfsperre zu errichten, oder? Aus den Unterlagen geht leider nicht hervor, ob eine dampfsperre verbaut ist. Es handelt sich aber auf jeden Fall um ein zweischaliges Gewerk (leider zu wenig Zwischenraum für Einblasdämmung).
     
  4. 11ant

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    Wenn das Haus so bleiben soll, dann nehmt es; wenn Ihr das DG ausbauen wollt, dann vielleicht besser nicht: Fertighäuser mit reinen Abstell-Dachräumen waren früher häufig nicht für einen Wohnraum-Dachausbau geeignet. Hier KANN (muss aber nicht) es problematisch werden, ein schwereres gedämmtes Dach aufzulasten, die "thermische Hülle" mit der Dämmung der EG-Decke abzuschließen sollte hingegen kein Problem sein. Wie ich bereits früher sagte (im ex orangen Forum mit dem Stichwort "Kampa" in meinen Beiträgen nachzulesen), sind Wohnraumgifte in den Baustoffen bei diesem Hausalter meist kein Thema, da die Restbelastung unterhalb der Emmissionen neuer Materialien liegen wird. Was versprecht Ihr Euch von der Nachrüstung einer damals nicht vorgesehenen oder auch nur erahnten Installationsebene ? - bedenkt meine beiden Grundsätze für das "Bauen im Bestand":
    2. haltet Maß mit Euren Träumen vom möglichen Maß an Indieneuzeitportierung der Immobilie. Nach Faustregel hat ein Haus aus 1974 zu erwarten, daß man es auf einen Standard des Baujahres 2000 (= halbes Alter) aufholen kann, bis die Kosten in dem Sinne kippen, daß ein Neubau nicht mehr teurer wäre.
    1. plant SÄMTLICHE Maßnahmen in EINEM Gesamtzusammenhang, auch wenn ihr sie in mehreren Bauabschnitten erledigen wollt und mit einem einschlägig erfahrenen Planer - wer die Einschätzung aus Handwerkerangeboten zusammenstoppeln und hochrechnen will, wird sein Budget deutlich sprengen und mit Leichtigkeit beinahe das dreifache (2,8 x) der vorveranschlagten Kosten erreichen. Das gilt übrigens für alle Bauweisen identisch.

    Hier liegen ja offenbar viele wesentliche Unterlagen zum Hausmodell (als Auszüge aus der Bauakte ?) vor. Das wird viel Aufklärung vor der Planung erleichtern. Ich beschäftige mich allerdings erst seit 1982 mit Fertighäusern und kenne Senne wie auch viele regionale Anbieter nicht, nach meiner Kenntnis gibt es kein auf die Sanierung derer Modelle spezialisiertes Unternehmen und auch keinen bis heute fortbestehenden Übernehmer des Herstellers, somit also wohl kein greifbares Werksarchiv. Die ehemaligen Beschäftigten dürften auch langsam aussterben, sind aber zuweilen noch auffindbar (weil oft in der Region ansässig geblieben).

    Macht beim Erwerb ggf. vom Instrument des Besserungsscheines Gebrauch, um preislich besser zueinander zu finden. Ich kenne auch eine Anwältin mit dem Schwerpunkt Erbrecht, bei einem 85jährigen Verkäufer können ja Stichworte wie Leibrente interessant sein.
     
  5. 11ant

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    P.S.: der Dämmstoff in einer WDIS-Wand hat auf das Raumklima praktisch keine Wirkung: den Gipskartonplatten ist egal, was sie hermetisch zwischen sich einschließen. Dieser Hinweis gilt übrigens für Ökobioträumer gleichermaßen wie für Chemtrailphobiker. Bei gleicher Wärmeleitgruppe ist das völlig schnuppe, ob Himbeercreme oder Steinlauslarvenkokonplatten Verwendung finden.
     
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  6. Dandan1807

    Dandan1807

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    Das war eher so gedacht, dass die Wolle noch mögliche Schadstoffe die im Holz sein könnten / sind aufnehmen kann.
     
  7. Dandan1807

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    Richtig, es liegt eine komplette Akte mit statischen Berechnungen, Materialien etc. Vor. Der Erbauer war Schreiner und Architekt und hat die Teile für das Haus in seiner kleinen Bude hergestellt und selbst verbaut. Dementsprechend ist es jetzt kein typisches Fertighaus wie O*** oder ähnliche, die quasi auf Masse produziert wurden. Laut aktuellem Besitzer hat man ihm damals versichert, dass Formaldehyd und Asbest in der Bausubstanz kein Thema sind (im Sinne von Belastung, sprich sind so gut wie oder gar nicht vorhanden). Eventuell kann bestätigt der Besitzer dass nochmal im Kaufvertrag sodass man bei einem späteren Fund von Asbest nochmal Kosten vom Kaufpreis zurückbekommt?
    Die aktuellen Leitungen für Wasser und Strom liegen hinter der inneren Spanplatte. Um diese also zu erneuern müssten wir die Spanplatten entfernen. Diese haben aber wiederum eine aussteifende Funktion. Deswegen war der Gedanke, direkt auf diese Wände Holzrahmen vertikal zu schrauben, Dämmung einzubringen, Elektrik und ggf. Leitungen rein und dann mit osb oder fermacell Platten zu schließen. So verständlich?
     
  8. 11ant

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    Das ist noch mehrere Meilen weiter weg von Sinnhaben und Funktionierenkönnen.

    Formaldehyd & Co. werden wie gesagt als Restbeleastung deutlich unter dem liegen, was man mit neuen Spanplatten eintragen könnte. Asbest wird erst bei Ausbau, Abrieb oder Zerspanung gefährlich.
    Kurz gesagt: nein, vergesst das komplett.

    Noch viel lernen Ihr müßt. Im ex orangen Forum könnt Ihr in https://www.hausbau-forum.de/threads/schwedisches-elementhaus-ab-elementhus-umbau-vs-abriss.f3y2v2/ nachlesen, wie sich andere einer vergleichbaren Aufgabe gestellt haben. Die Aussteifung wird zwar von der Beplankung besorgt, aber es gibt ja auch noch die äußere, die Ihr unberührt lassen könnt. Die Leitungen für Trink- wie auch Heizungswasser würde ich prüfen und vermutlich zu einem großen Teil austauschen. Klärt zunächst mit Plänen und ggf. Leitungssuchgeräten deren Verlauf, entplankt dann die Wände von innen und revidiert die Dämmung. Ich berate übrigens gerne auch bei Sanierungs- und Umbauprojekten. Drauflosfleißigsein kostet immens viel Zeit und Lehrgeld, da erzeugt man sich leicht eine Baustellenruine und wird dabei arm.
     
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  9. Dandan1807

    Dandan1807

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    Danke für die Tipps. Wenn ich deine Tipps mit dem Austausch der inneren Spanplatten und der alten Dämmung berücksichtige, was hältst du dann von diesem Aufbau (von außen nach innen):

    1. Bestehender Klinker + Luftschicht + äußere Spanplatte

    2. Bestehendes Holzständerwerk (100 mm) mit neuer Dämmung (z. B. flexible Holzfaserdammung).

    3. Dampfbremsfolie / Klimamembran: Wird stramm auf das offene Holzständerwerk getackert und alle Anschlüsse luftdicht abgeklebt.

    4. Querlatte / Installationsebene (40 x 60 mm Latten waagerecht):
    - Durch die waagerechten Latten können Stromkabel, Steckdosen und Rohrleitungen verlegt werden, ohne die dahinterliegende Dampfbremsfolie auch nur ein einziges Mal zu durchstoßen.
    - Die Zwischenräume der Latten (40 mm) werden mit einer zweiten, dünnen Dämmschicht ausgefüllt (sogenannte Untersparrendämmung).

    5. Beplankung: OSB-Platte (12 mm) + Gipsfaserplatte (12,5 mm).
     
  10. 11ant

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    Full Quote tut übrigens nicht Not. Und die Profilnachricht habe ich in eine PN übertragen und darin beantwortet.

    1. bleibt unverändert
    2./3. die Dämmung wird wie gesagt revidiert: sie kann zusammengesackt sein (was jedoch noch keine Öffnung erfordern würde, sondern bereits im Wärmebild erkannbar sein sollte); vom Zustand her sollte sie ansonsten intakt sein und müßte insofern nicht ausgewechselt werden. Ggf. ersetzt man sie dennoch (hier) durch eine einer effizienteren Wärmeleitgruppe (und verwendet sie an anderer Stelle, bspw. auf/in der Decke weiter). Eine komprimierbare Dämmung kann natürlich den Einbau von Installationen erleichtern.
    4. Dachlatten sind zwar nicht un-, aber doch mäßig geeignet. Die Installationen sollten gründlich geplant werden.
    5. Wie gesagt, würde ich die Spanplatten eher wieder verwenden. Ob eine Gipskartonplatte darauf kommt, ist dann von der gewünschten neuen Wandoberfläche abhängig (also durchaus raumweise unterschiedlich). In der Stärke 12,5 sehe ich hier keinen Vorteil ggü. 9,5 mm.
     
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  11. Dandan1807

    Dandan1807

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    upload_2026-8-3_14-27-18.png

    Laut Unterlagen ist das entfernen der inneren Spanplatten nur unter Zerstörung möglich. Ob die danach also Wiederverwendung finden kann, bezweifle ich. Ansonsten danke für die Tipps.

    upload_2026-8-3_14-29-17.png

    wie hier zu sehen ist die Erdgeschossdecke ebenfalls mit 80mm Mineralfaserplatte gedämmt. Sollte die Dämmung aus der Wand, sofern noch funktionsfähig, dann einfach auf die Decke oder ebenfalls in das Gefach?
     
  12. 11ant

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    Und ichsachnoch, Full Quote tut nicht not.

    Sobald sie frei liegen, sieht man auch ihre Befestigung, dann weiß man mehr.

    Ich sehe b.a.W. keinen Grund für die Öffnung der Decke. Eventuell will man im Dachraum noch eine Abstellkammer dämmen.
     
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  13. Sanierungsdax

    Sanierungsdax

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    Hallo Dandan1807,

    das Vorhaben ist machbar, aber die Reihenfolge entscheidet über die Kosten. Zwei Punkte, die ich früh klären würde:

    1. Hülle vor Technik. Wenn Fenster, EG-Decke und Kellerdecke gemacht werden, sinkt die Heizlast deutlich. Wird die WP vorher ausgelegt, kaufst du dir eine überdimensionierte Maschine, die den Rest ihres Lebens taktet. Also: Heizlast nach DIN EN 12831 einmal für den Ist-Zustand und einmal für den Zielzustand rechnen lassen und die WP auf den Zielzustand auslegen – oder die WP zeitlich ans Ende der Maßnahmen legen.

    2. Der Wandaufbau ist der kritische Punkt. Bei einem 74er Holzständer mit Klinkervorsatzschale liegt die aussteifende Spanplatte innen, und dahinter irgendeine Form von Dampfbremse oder Bitumenpappe – oft gar keine definierte. Wenn du davor eine neue Installationsebene mit Schafwolle setzt, verschiebst du den Taupunkt weiter in den Bestand hinein. Schafwolle ist ein sympathischer Dämmstoff, ersetzt aber keine funktionierende luftdichte Ebene. Rechne den geplanten Aufbau vorher mit Ubakus oder besser hygrothermisch (WUFI) durch und öffne an einer unkritischen Stelle die Wand, damit du weißt, was tatsächlich drinsteckt. Die neue Ebene muss raumseitig vor der Dampfbremse liegen, damit sie beim Verkabeln nicht durchstoßen wird – das ist der ganze Sinn einer Installationsebene.

    Zur Wirtschaftlichkeit: Kellerdecke (ca. 30–60 €/m²) und oberste Geschossdecke (ca. 30–50 €/m²) sind mit Abstand die günstigsten Maßnahmen und sollten zuerst kommen.

    Förderung: Fenster und Dämmung 15 % (mit iSFP-Bonus 20 %) auf maximal 30.000 € je Wohneinheit, Fenster mit U_W ≤ 0,95 W/(m²K). Wärmepumpe über KfW 458, 30 % Basis auf max. 28.000 €, mit Boni bis 70 %. Energieberater und Antrag jeweils vor Beauftragung.

    Es gibt Vergleichsdienste für förderkonforme Sanierungsangebote, zum Beispiel Prepair – Angebote einholen kostet dort nichts: angebotsservice.prepair.house/s/handwerker
     
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  14. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    In der Baubeschreibung der Außenwände ist mir aufgefallen, dass das Holzständerwerk außen und innen mit den 13 mm dicken Spanplatten beplankt ist. Für diese Spanplatte könnte man eine Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl von µ = 50 annehmen. Daraus ergibt sich ein Wasserdampfdiffusionswiderstand für innen und außen von 0,013 m x 50 = 0,65 m.

    In der DIN 4108-3 für den Feuchteschutz sind Außenwandkonstruktionen in Holzständerbauweise beschrieben, die ohne rechnerischen Tauwassernachweis zulässig sind. Hier hat man dann aber z. B. innen und außen Verkleidungen wie folgt:
    • Innen: ≥ 2 m
    • Außen: ≤ 0,3 m
    Im Vergleich zu den Außenwandkonstruktionen in der DIN 4108-3, die ohne Tauwassernachweis zulässig sind, hast du außen einen höheren Wasserdampfdiffusionswiderstand. Da musst du aufpassen, dass du keine Konstruktion herstellst, die später Problem mit Tauwasser bereitet.

    Vielleicht wäre es gut, wenn du jemand einen Aufbau erstellen lässt, der auch die Tauwasserfreiheit durch normierte Verfahren nachweißen kann.

    Da kann man prüfen welchen Wasserdampfdiffusionswiderstand (SD-Wert) die Dampfbremsfolie mindestens haben sollte, ob sie feuchtevariabel sein sollte oder ob eine Dampfbremsfolie mit einer Spanplatte kombiniert werden kann und sollte. So wie ich mich flüchtig erinnere steht ja auch zur Diskussion ob du die innere Spanplatte zur Aussteifung benötigt.
     
  15. Dandan1807

    Dandan1807

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    Danke für die Hinweise. An wen wende ich mich damit am besten? Kann das bzw. Sollte das auch der Energieberater machen können? Den habe ich zwecks Förderung sowieso.
     
  16. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    Das geht eher in die Richtung Bauingenieur, Architekt, Bauphysiker, ... Also z. B. ein Ingenieursbüro einer geeigneten Fachrichtung. Ein Energieberater ist ja eher ein Vermittler von Förderungen. Frag halt mal ChatGPT, ob er im Umkreis des jeweiligen Postleitzahlenbereich nach einem jemandem sucht der das kann.
     
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