Fragen zum Schallschutz und Hellhörigkeit in Wohnungen

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  1. NeueWohnung

    NeueWohnung

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    Hallo,

    leider bin ich binnen eines Jahres 2x umgezogen und nun wieder in einer sehr hellhörigen Wohnung gelandet, wo man nachts alles hört und der Nachbar ständig Besuch an den Wochenenden hat. Leider bin ich sehr geräuschsensibel und mich stört das extrem. Schlafe schon seit vielen Jahren mit Ohropax und wache trotzdem teils auf. Leider hat der Rechtsschutz mir keinen sonderlich positiven Ausgang der Situation geschildert, daher muss ich wohl nochmal nach etwas Neuem suchen.

    Am Dienstag kann ich von der IGEWO eine Neubauwohnung in Holz-Hybridbauweise anschauen. Nun hab ich in Foren gelesen, dass selbst Neubauwohnungen hellhörig sein können. Könnt ihr mir zu dieser Bauweise etwas sagen? Wie ist eure Einschätzung dazu? Auf was muss ich achten bei der Wohnungssuche.

    Aktuell bin ich im Dachgeschoss und zuvor war ich im Erdgeschoss. Beides sehr laut, wenn der Nachbar es ist. Es ist zum Verzweifeln und geht langsam an die Substanz. Ich möchte endlich etwas finden, wo ich zur Ruhe kommen kann. Habe leider niemanden, der mich dazu beraten kann. Daher wäre ich sehr dankbar um euren Rat und Hilfe.

    Liebe Grüße
     
  2. nordanney

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    Es gibt einen Mindestwert für Schallschutz. Da aber das Empfinden subjektiv ist - ja natürlich kannst du im Neubau auch Lärm empfinden!

    Freistehendes Haus ist die ideale Lösung. Direkt danach ein Haus mit nur jeweils einer Wohnung pro Geschoss und dann ins DG ziehen. Also Minimierung der Lärmquellen. Ansonsten: ausprobieren und ggf. wieder umziehen. Leider habe ich kein Patentrezept für Dich
     
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  3. NeueWohnung

    NeueWohnung

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    Ich danke dir trotzdem sehr für deine Rückmeldung. Das ist schon mal hilfreich. Tatsächlich hat sich jetzt jemand noch gemeldet, der ein Haus an mich vermieten würde. Ist zwar leider etwas weiter weg von meiner Arbeit, aber es wäre eine Option die wohl am allerbesten für mich wäre.
     
  4. 11ant

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    Da kannst Du als Mietinteressentin praktisch auf garnichts achten, weil zum Besichtigungstermin ja alles schon fertig gebaut ist. Fortschritte im baulichen Schallschutz werden praktisch nur als Abfallprodukt vom Fortschritt im baulichen Wärmeschutz gemacht. Das bedeutet, auf den Schallschutz kommt es den Normgebern weniger an als auf den Wärmeschutz, und weniger Schallbrücken sind praktisch nur in Einzelfällen eine Nebenwirkung von weniger Wärmebrücken. Hybrid ist ein Modewort und wir wissen nicht genau, was in "Deinem" Einzelfall darunter verstanden wird. Grundsätzlich hast Du im Holzbau eher mit mehrkraftschlüssiger Vibrationsübertragung durch Bauteilanschlüsse (wie Decken an Wände und umgekehrt) zu rechnen. Beliebte und in der Planung vernachlässigte Übertragungswege für Nachbarnschall sind Steigleitungs- und Fallrohrstränge nebst den dazugehörigen Installationsschächten. Im Mehrfamilienhaus hast Du heutzutage ibs. beim Zweispänner (= zwei Wohnungen je Etage) die Konstruktion, daß im Grundriß ähnlich einer Stimmgabel eine zweihüftige Betonwand das Treppenhaus einschließt und sich hinter dem Fahrstuhlschacht als Wohnungstrennwand fortsetzt. Hier wird häufig der Treppenhaus- und Fahrstuhllärm ins gesamte Haus gebroadcastet. Bei einem hölzernen Haus haben die Decken auch mit den nichttragenden Wänden eine Verbindung durch ein direktes Aufliegen, während im steinernen Haus die nichtragenden Wände häufig weniger Verbindung zu den Böden und Decken haben. Generell sind mangelhafte Randdämmstreifen des Estrichs beliebte Schallbrücken. Die Baunormen sind sämtlich nicht an überdurchschnittlich sensiblen Menschen ausgerichtet, als solcher bleibt Dir am besten das Einsiedlertum. Aber dann ist meist auch gleich, ob es sich um Schall- oder Infraschallereignisse handelt. Ich versuche gleich einmal die "kati1337" aus dem ex orangen Forum anzupingen, ob sie zufällig auch hier ist, die ist wenn ich recht erinnere quasi eine Leidensgenossin von Dir.
     
  5. NeueWohnung

    NeueWohnung

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    Ich danke dir für deine Einschätzung. Ich hab ehrlich gesagt auch eher so den Eindruck, als wäre das wieder ein kalter Sprung ins kalte Wasser. Entweder man hat Glück oder eben nicht. Kann leider echt nichts machen. Je älter ich werde, umso geräuschsensibler werde ich. Ob ich da langfristig glücklich werde in Mietwohnungen, weiß ich nicht.

    Hab gerade das Haus angesehen. Wären 135m2 mit Garten, was natürlich für eine Person schon enorm viel ist. Man müsste auch alles renovieren. Alte Teppiche raus, neuen Boden rein, Tapeten raus und neu streichen. Da würde ich auch mithelfen, wenn ich es nehmen würde. Weil das mit Sicherheit viel Arbeit ist. Ist auch auf dem Land, was natürlich einen weiteren Arbeitsweg mit sich bringen würde. Aber ich glaube wenn man dafür nachts seine Ruhe hat und keine Ohropax mehr braucht, nimmt man auch das gerne in Kauf.
     
  6. kati1337

    kati1337

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    Liebe "Neue Wohnung" -
    mich hatte der 11ant kontaktiert und auf deinen Beitrag hingewiesen, ich musste mich hier erst mal registrieren. ;)

    Ich bin eine "ähnliche geplagte", was Geräusche angeht. Ich bin auch äußerst sensibel was sowas angeht, und ich kann dich nur in dem Bestreben unterstützen, ein freistehendes Gebäude zu wählen. Ich bin vor meinem Eigenheim viele Male umgezogen, und ich bin was die Geräuschkulisse anging in keiner einzigen Wohnung glücklich geworden. Ich glaube das können Leute, die unter solcher Geräuschsensibilität nicht leiden, einfach nicht nachvollziehen. Aber sei dir Gewiss, das ist weder Einbildung, noch kann man das einfach abschalten. Wenn das eigene Gehirn so "tickt" kann man das nicht einfach so abschalten. Ich hatte bessere und schlimmere Wohnungen, aber keine war je mal wirklich gut. Ich fühlte mich immer gestört.
    Im Bereich freistehender Häuser hast du auf jeden Fall schon einmal Ruhe, was Schritte und Musik aus Nachbarwohnungen angeht. Auch im Eigenheim bleibt es nicht völlig aus wenn man wirklich sehr sensibel ist, aber hier hat man auf jeden Fall meistens die Möglichkeit, dem aus dem Weg zu gehen.
     
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  7. NeueWohnung

    NeueWohnung

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    Hallo Kati,

    das ist ja nett, dass du dich extra registriert hast. Vielen Dank für deine Anteilnahme. Ja es ist echt ein Graus. Ich frage mich, wie oft ich noch in meinem Leben umziehen soll. Gestern hab ich ja ein Haus angeschaut, allerdings sind das 135m2 mit 2 kompletten Wohnungen plus Garten. Für eine Frau allein viel zu groß. Ich möchte da einfach realistisch bleiben. Die Mutter des Vermieters (wohnt nebenan im Haus) ist verstorben und lebte in dem Haus allein. Bin mir aktuell so unsicher, ob ich das machen soll. Denn man weiß ja nicht, ob er nicht doch in paar Jahren das Haus verkaufen möchte. Dann müsste man erneut umziehen.
     
  8. nordanney

    nordanney

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    1. Lieber einige Jahre tolle Zeit und Lebensqualität genießen als diese gar nicht zu haben
    2. Schutz vor Kündigung kann ein Verzicht auf die Möglichkeit der Kündigung sein (z.B. 5-10 Jahre für den Vermieter, maximal vier Jahre auf seiner Seite)
    3. Umziehen ist keine Last, sondern kann auch eine Bereicherung sein. Ich ziehe jedes Mal um, wenn es die Lebensumstände fordern (Single, Familie, Kinder, Scheidung usw. - und das sogar jedes Mal mit Eigentum. So what.€
     
  9. Kriminelle

    Kriminelle

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    Dazu sollte man auch erwähnen, dass ein freistehendes Haus auch meist Nachbarschaft hat, die Geräusche machen. Kati ist aus ihrem eigenen Haus raus und hat neu gebaut, allerdings spielten auch andere Gründe eine Rolle. Aus der Nummer mit den Geräuschen vom Nachbarn wäre sie nicht herausgekommen, hätte sie nicht ihre Lebenssituation umgekrempelt.

    In einer Gemeinschaft kann man Geräuschen nicht gänzlich ausweichen. Ist es bei EFHern das schreiende Kind, der Spielplatz oder die befahrene Straße, ist es im Doppelbüro der telefonierende Kollege, bei Partnerschaft der schnarchende im Bett. Viele Eheleute schlafen mit Ohropax! Ich nicht. Auch wenn der Partner schnorchelt.
    Freistehende Häuser auf dem Land haben auch wieder den Nachteil, dass Hahn oder Traktor früh laut ist. Oder der Marder sitzt in der Dämmung. Waschbären sind auch laut, wenn sie im Müll rumwühlen.

    Es gibt Hausblöcke, die haben in vielen Wohnungen laute Bewohner. Es gibt aber auch gesetztere Wohngegenden, wo man nicht nachts ständig Gäste bewirtet. Und wenn, dann gesittet und auch nur zwei mal im Jahr. Es gibt Wohnungen, da hat man drei Außenwände.
    Ich würde mich nicht scheuen, nach 22 Uhr mal die Ordnung wegen Ruhestörung zu rufen. Ansonsten ist wohl die Alternative Ohropax nicht die schlechteste, denn dafür sind sie ja da.
     
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