Kosten Kernsanierung

Diskutiere Kosten Kernsanierung im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo, Mein Mann und ich haben ein Haus gekauft welches wir jetzt sanieren wollen. Zunächst wollten wir auch noch anbauen, nach vielem hin und...

  1. Hannes1234567

    Hannes1234567

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    Hallo,

    Mein Mann und ich haben ein Haus gekauft welches wir jetzt sanieren wollen.

    Zunächst wollten wir auch noch anbauen, nach vielem hin und her haben wir uns aufgrund der Kosten jetzt dagegen entscheiden.

    Leider haben wir auch nur ein Angebot eines Generalunternehmers weshalb wir uns hier angemeldet haben um mal in den Austausch zu gehen ob die Preise angemessen sind.

    Das Haus ist BJ 1970, Nettowohnfläche 159qm.
    Geplante Sanierung. 12 Fenster neu, teilweise Öffnungen vergrößern bzw. zumauern + Eingangstür + Kellertür, 3 neue Dachfenster, Öffnungen herstellen, tragende Wand raus + Stahlträger, Dach von innen Nachdämmen, Fassade mit WDVS und neuem Putz ca 180qm, neue Wände Trockenbau 150qm, neue Treppe, FBH an bestehende Heizung, komplett sanitär, komplett Elektrik neu, neue Innentüren, Maler, Fliesenleger (Bäder), Bodenleger.

    Der Preis für alles 265.000€

    ist das realistisch ? Wir finden es relativ teuer, haben bei diesem Preis mit Anbau gerechnet.
     
  2. nordanney

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    Mal überlegen. Was wird nicht gemacht? Dach neu, Heizung neu, Teile der Bäder (warum werden die nicht komplett neu gemacht?), Keller abdichten/Kellerdecke dämmen.

    Dann finde ich den Preis sogar relativ günstig. Das wird am Ende bestimmt noch teurer werden, wenn erst einmal ganz konkrete Themen kommen.

    Was dachtet Ihr denn, wenn Ihr ein Haus fast komplett neu baut auf Basis des alten Rohbaus? Eine komplette Kernsanierung kostet i.d.R. denselben Preis wie der Neubau (gerne aber auch teurer, wenn so Spielereien wie Wände rein/raus, Fenster größer/ändern u.ä. dazu kommt). Der Neubau würde bei Euch um 450-500k kosten (ohne Keller). Da ist die Sanierung tatsächlich relativ preiswert bei der Menge an Arbeiten, die Ihr plant. Das sind keine 1.700€/qm. Noch einmal: Ich glaube nicht, dass es dabei bleibt, sondern dass es teurer wird.
     
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  3. chris84

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    Ich rechne bei ähnlicher Gebäudegröße und ähnlichem Sanierungsumfang mit >75% Eigenleistung mit ~250k€. Von daher halte ich die 265k ziemlich sportlich, und würde, wenn es auch in entsprechender Qualität hergestellt werden soll, eher von 350k ausgehen.
     
  4. ToTi

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    Dach ist jetzt 56 Jahre alt. Da sollte man sich schon darüber im Klaren sein, dass dieses Dach eigentlich das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat oder kurz davor steht. Ein bisschen nachdämmen reicht da nicht.
    Für das Dach kannst du etwa 500€/m2 Dachfläche rechnen. Bei einem normalen 1-Familienhaus mit durchschnittlich 140m2 sind das eben mal 70.000€.
    Vielleicht gibt es auch noch eine PV-Pflicht in deinem Bundesland? Dann kannst du gleich nochmals eine niedrige 5-stellige Zahl dazu packen.
     
  5. Hannes1234567

    Hannes1234567

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    Das Dach ist von 2020 und wird daher nur von innen etwas nachgedämmt um den aktuellen Anforderungen zu entsprechen.
     
  6. nordanney

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    Bevor ich ein 2020 gut gedämmtes Dach "etwas nachdämme", würde ich mir eher Gedanken über ein miserables WDVS machen, was Du planst und heutigen Anforderungen absolut nicht entspricht.
    10cm (EPS?) sind absolut nicht mehr zeitgemäß für so eine alte Hütte.

    Irgendwie ist die Sanierung noch nicht ausgegoren.
     
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  7. Hannes1234567

    Hannes1234567

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    Leider bekommen wir aufgrund des geringen Dachüberstands ohne deutlichen Mehraufwand nicht mehr Dämmung ran.
    Ein GEG Gutachten liegt zu den aktuell geplanten Maßnahmen vor und ist i.O.
     
  8. nordanney

    nordanney

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    Dass das Haus als ganzes und die Fassade mit einem Mindestwärmeschutz schön gerechnet werden, ist ja nur eine Seite der Medaille. Dass Du trotzdem nicht mehr zeitgemäße Maßnahmen machst und für so viel Kohle aus einem 65 Jahre alten Haus energetisch ein 30 Jahre altes Haus machst, ist die andere Seite.

    Ich mache aus einem Energieeffizienzlevel E auch ein C, indem ich statt mit Öl mit Fernwärme heize. Rechnet man ganz einfach schön. Ist das Haus dann besser, nur weil es ein GEG-Gutachten hat?

    P.S. Was ich auch nie verstehen ist, dass man sich ein gebrauchtes Haus kauft, und dann erst mühsam und teuer Grundrisse anpasst, Träger einzieht, Fensteröffnungen verändert usw.. Damit saniert man gegen statt mit dem Haus. Dabei gehen die ersten, mit den daraus folgenden Maßnahmen summiert, mittleren 5-stelligen Beträge raus, ohne dass man an der Substanz überhaupt etwas gemacht hat. Und dann bleibt nicht mehr genug Geld über, um das Haus umfassend zu ertüchtigen. Richtig?
     
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  9. tomtom84

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    Ganz wichtiger Beitrag in meinen Augen. Bin selber grad (am Anfang) einer Kernsanierung. Man denkt "ach, dann hier die EINE Wand raus und bei den 3 Fenstern nur unten die Heiznische weg" und zack sind 20k weg. Hübsch? Ja, vermutlich. Trägt das zu Ertüchtigung bei? No way.

    Bin übrigens bei 100qm bei 200k. Aber mit Heizungstausch. Denke also das euer Preis vom GU gut ist. Meine erste Anfrage an einen GU ohne Heizung, ohne Durchbruch etc. lag bei 225k.
     
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  10. Hannes1234567

    Hannes1234567

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    Vielen Dank für sie Antwort, auf solche Erfahrungsberichte haben wir gewartet.
    Wie habt ihr es jetzt gemacht ? Einzelvergabe ?
     
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  11. ToTi

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    Wieso kann man nicht alle relevanten Fakten einbringen, wenn man Sanierungsaufwand beurteilen soll?
    Wieso nicht? Ortgang abdecken, um Ziegelbreite verlängern, eventuell einen Hilfssparren an die Wand schrauben und wieder zudecken? Dauert in der Regel max 2 Tage mit 2 Mann bei einem 08/15 Haus mit Ortgang. Sowas mach ich laufend für 2-3 Stuckateure in meiner Gegend. Die verkaufen dem Kunde was vernünftiges, nachhaltiges und kein: " Hauptsache ich hab den Auftrag, egal ob sinnvoll oder nicht".
     
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  12. nordanney

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    Dann gebe ich Dir auch einen: Ohne Dach - nur Dämmung oberste Geschossdecke, aber mit Tausch Öl gegen WP. Bei 120qm Wohnfläche, die kernsaniert wurde und 80qm, die nur neue Fenster und Heizkörper bekommen hat (vermietete ELW). Reine Materialkosten ungefähr 130k. Lohnkosten bis auf Estrichleger keine.
    Preise mit Handwerkern? Wären irgendwo bei 250-300k gewesen - ist aber auch Resol-WDVS dabei.

    Nachtrag: Bin aber auch seit gut drei Jahren innen fertig und gerade an den Außenanlagen und der Garage dran.
     
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  13. tomtom84

    tomtom84

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    Ich hab Handwerksbetriebe eingeladen, mein Projekt vorgestellt, einige/viele Rückfragen bekommen und schnell gemerkt, ich hab keine Ahnung. Dann hab ich mir einen Planer gesucht, der dass nun für mich koordiniert. Habe gedacht ich kann mir das Geld für einen Planer sparen ABER da spart man sicher an der falschen Stelle.

    Eigentleistung hab ich trotzdem geplant und damit hab ich genug zu tun ohne mich um den Rest kümmern zu müssen.
     
  14. 11ant

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    bringt Sie gut beraten ins Eigenheim
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  15. 11ant

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    bringt Sie gut beraten ins Eigenheim
    Ein Haus aus 1970 von 159 qm würde heute neu ca. 480 k kosten. Da sind 265 k ein Indikator für einen großen Maßnahmenumfang, und der Neubaupreis würde nach Faustformel (wohlgemerkt ohne Anbau/Aufstockung o. dergl.) in dem Moment überschritten, wo der Standard über denjenigen von 1998 hinaus "moderner" werden sollte. Ich habe hier ja bereits (bei @Bikerin91) vorgerechnet, wie (mit Leichtigkeit !) ein Budgetrahmen um den Faktor 2,8 überschritten wird, wenn man das Maßnahmenpaket nicht gesamtheitlich plant, sondern nur die einzelnen Handwerker nach Angeboten fragt. Ein leider völlig falscher Schluß daraus ist der, daß ein Angebot von einem GU über das Gesamtpaket der sichere Weg wäre, diese Überschreitung auszuschalten.

    Ich empfehle dringendst die Einschaltung eines explizit im "Bauen im Bestand" erfahrenen Architekten einzuschalten und ihn die Gesamtmaßnahme vollumfänglich (LP 1 bis 8) planen zu lassen. Beim Stichwort neue Treppe erscheint in meinem Kopfkino eine Bolzentreppe (nicht selten mit kunststoffüberzogenem Handlauf), wie der diesbezügliche Marktführer Kenngott sie heute noch baut, und wie sie mit größter Selbstverständlichkeit als geschmackliches "NoGo" exorziert wird, obwohl sie regelmäßig tadellos in Schuß ist. Da kostet schon der Ausbau ein Vermögen. Und wofür dann noch Geld da ist, liegt um eindeutig mehrere Oktaven darunter. Ebenso nonchalant werden tragende Wände mit einem Satz "weggewischt" und sich kein Jota Gedanken gemacht, welche Heinzelmännchen den "Stahlträger" durch welches Fenster hineintragen sollen. Oft werden Architekten entweder ganz "eingespart" oder welche genommen, denen die Erfahrung im Bestand fehlt und die dann eine schlanke Planung (worst Case nur LP 3 und 4) verzapfen, nach der der Bauherr dann unbegleitet zu einem GU geht. Alle diese Fehler kosten (jeweils !) eine oder mehrere Stangen Geld, für das man auch noch nichts bekommt.

    Nun ja, "sportlich" (ich habe gottseidank gut gesessen, als ich das las) sind auch 75% Eigenleistung, die sind ggü. dem Durchschnitt schon als "Jahrhunderthochwasser" einzustufen.
     
  16. chris84

    chris84

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    davon kannst du ausgehen.
    Realisierungszeitraum: 6-8 Jahre. Das muss man sich leisten können :shades
     
  17. 11ant

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    Und zwar in allen Belangen (Nebenkosten wie Paartherapie nicht vergessen). Wohnen auf einer Baustelle (bzw. bei kürzeren Zeiträumen: Doppelbelastung bis zum Umzug).
     
  18. #18 11ant, 08.09.2026 um 16:03 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 08.09.2026 um 16:18 Uhr
    11ant

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    Drüben ist es ja unter Todesstrafe verboten, aber hier sollte man den Crosspost verlinken: https://www.hausbau-forum.de/thread...65-000-fuer-158-m-realistischer-preis.y8d6c4/

    ... es muß natürlich "auf den Faktor 2,8" heißen, und ich habe soeben mein Profil darum ergänzt, wo dieses Rechenexempel steht: Renovierung eines Altbaus I Hilfe bei dem Grundriss
     
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