Wechsel von Gasheizung (9 Jahre) auf Luftwärmepumpe

Diskutiere Wechsel von Gasheizung (9 Jahre) auf Luftwärmepumpe im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo Ihr Lieben, ich bräuchte euer Schwarmwissen. Wir überlegen unsere 9 Jahre alte Gastherme (Vaillant) mit Solarthermie gegen eine...

  1. #1 Mimamo3108, 13.09.2026 um 15:38 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 13.09.2026 um 16:30 Uhr
    Mimamo3108

    Mimamo3108

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    Hallo Ihr Lieben,

    ich bräuchte euer Schwarmwissen.

    Wir überlegen unsere 9 Jahre alte Gastherme (Vaillant) mit Solarthermie gegen eine Luftwärmepumpe anstauschen zu lassen.

    Fakten:

    - Bungalow mit EG von 122qm + Obergeschoss ein Zimmer mit 25qm. Massiv gebaut mit 3fach Verglasung der Fenster - 2017 gebaut
    - aktuell Gasthermie mit Solarthermie
    - ganzes Haus mit Fußbodenheizung
    - 19 Kwp Photovoltaikanlage, Jahreserzeugung 18.600 Kwh, Verbrauch Gesamt: 5120 kwh davon 2290 kwh aus dem Netz gekauft
    - E Auto
    - Förderung: 30% Grundförderung und 10% Förderung (Einkommen unter 50k + 10k für ein Kind) - Elternzeit sei Dank!

    Nun zu meiner Frage: Ist es Austausch sinnvoll (Gasthermie erst 9 Jahre, Preis im Jahr abzüglich Boni ca. 1250€)

    Falls Umtausch - was mit Solarthermie machen ? Kann an diese Stelle keine neuen PV Platten bauen und bräuchte wenn dann den dann schon 3. Wechselrichter im Haus...

    Was würde mich denn so ca. preislich vor Förderung erwarten? Der Weg für die Bohrung wäre extrem kurz, da das Außengerät direkt vor den Hauswirtschaftsraum gestellt werden könnte.

    Ich freue mich auf eure Antworten.

    Kostenpunkt Aktuell mit Gas
    Brennstoff / Energie 1.100 € (Gas)
    Grundgebühr / Zähler 150 €
    Schornsteinfeger & Wartung 150 €
    Gesamtkosten pro Jahr 1.400 €

    Kostenpunkt Zukunft (Wärmepumpe)
    477 € (Netzstrom) + 91 € (entg. Einspeisung) = 568 €
    Grundgebühr / Zähler 0 € (Gasanschluss wird abgemeldet)
    Wartung 100 € (nur Wartung, kein Schornsteinfeger)
    Bonus Netzentgelte (§ 14a EnWG) 0 € – 150 € (Gutschrift vom Netzbetreiber)
    Gesamtkosten pro Jahr 518 €

    jährliche Ersparnis bei den Betriebskosten: 882 €
     
  2. markus180

    markus180

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    Bei deinem Setup spricht technisch schon einiges für eine Wärmepumpe: Fußbodenheizung, 3fach verglastes Haus, relativ moderner Bau und viel PV. Entscheidend ist aber nicht das Baujahr der Gastherme, sondern die nötige Vorlauftemperatur. Wenn das Haus mit 30 bis 35 Grad Vorlauf warm wird, ist eine Luftwärmepumpe meist gut machbar. Wenn ihr im Winter eher 45 Grad und mehr braucht, wird es deutlich teurer im Betrieb.

    Die 1250 Euro pro Jahr für Gas sind der Punkt, an dem man genau rechnen muss. Wenn das der komplette Heiz- und Warmwasserverbrauch ist, ist der finanzielle Hebel durch den Wechsel nicht riesig. Dann lohnt es sich eher aus Zukunfts- und Unabhängigkeitsgründen als rein wegen der laufenden Kosten. Mit eurer PV und dem E-Auto kann eine Wärmepumpe aber gut ins Gesamtsystem passen, vor allem wenn sie tagsüber mit PV-Strom läuft und ein Puffern über den Warmwasserspeicher möglich ist.

    Zur Solarthermie: Die würde ich nicht automatisch rausreißen. Wenn sie zuverlässig läuft, kann sie Warmwasser im Sommer weiter übernehmen und die Wärmepumpe entlasten. Ob das sinnvoll integriert werden kann, hängt vom konkreten Hydraulikaufbau ab. Manchmal ist die bestehende Solarthermie aber so alt oder kompliziert eingebunden, dass man sie bei einer Sanierung eher stilllegt als weiter nutzt. Komplett entfernen würde ich sie nur, wenn sie Probleme macht oder die Einbindung unnötig teuer wird.

    Preislich musst du für eine Luftwärmepumpe bei so einem Einfamilienhaus grob mit etwa 25.000 bis 40.000 Euro vor Förderung rechnen. Mit aufwendiger Hydraulik, Speicherumbau, Elektroarbeiten und Demontage der alten Anlage kann es auch darüber liegen. Nach Förderung kann das je nach förderfähigen Kosten und Deckelung deutlich runtergehen, aber die genaue Summe hängt stark davon ab, was alles als förderfähig anerkannt wird.

    Wichtig ist noch: 19 kWp PV klingt gut, aber im Winter kommt davon fürs Heizen oft wenig. Die Wärmepumpe muss also trotzdem effizient laufen, sonst frisst sie euch den Netzbezug hoch. Vor einer Entscheidung würde ich eine Heizlastberechnung und eine Prüfung der tatsächlichen Vorlauftemperaturen machen lassen. Ohne die ist jede Aussage nur grob.
     
  3. Mimamo3108

    Mimamo3108

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    die aktuelle Vorlauftemperatur bei der Gastherme liegt bei 38 Grad. Vielleicht hilft das. die Solarthermie ist auch erst 9 Jahre.
     
  4. nordanney

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    Ganz ehrlich? Versuche, das System zu optimieren. Vorlauftemperatur, Laufzeiten.

    Wenn WP, dann entweder die Solarthermie weg (weil die im Winter wohl eher kein WW macht und im Sommer die PV günstigen Strom liefert) oder in das System einbinden (was wieder Geld kostet).
    Wenn Du den Vorteil der WP im Betrieb noch etwas schlechter hinbekommst, also die Gasheizung effizienter, kannst Du ja mal rechnen (ab besten über diesen Winter mal ausprobieren).
    Eine WP wird Dich all in einen Betrag X kosten - diesen Betrag musst Du erst einmal erarbeiten durch die Betriebskostenersparnis. Sind es 15k (nach Förderung), brauchst Du vielleicht 15-20 Jahre und bis dahin gerne auch schon eine neue WP - irgendwas geht bestimmt kaputt. Sind es nur 10k nach Förderung, so bleiben immer noch 10-15 Jahre Amortisationszeit über (und dann geht bestimmt genau passend die WP kaputt - Karma is a bitch).

    Insofern würde ich aus meiner Brille heraus nicht wechseln. Erst mal optimieren.
     
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  5. Deliverer

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    Also Ökologisch rechnet es sich vom ersten Tag an. Finanziell hat nordanney ja schon grobe Hinweise gegeben.
    In Eigenleistung baust du für unter 10k um, dann natürlich machen.

    Jeden Euro, den du noch in die ST steckst, holst du, sobald die WP läuft, nicht mehr rein. Die WP mit PV macht fast kostenlos Warmwasser. Also wenn du umsteigen solltest, dann die ST einfach abklemmen.

    Was ich an deiner Stelle machen würde: Die Therme optimieren, als wäre es eine WP und dann ein, zwei Klimasplits einbauen. Die machen im Sommer Spaß und heizen ein so kleines Haus bis tief in den Winter hinein vom kostenlosen Strom. Und im (Gas-Preis-)Notfall auch durchgängig.
    Und dann ganz gemütlich, in ein paar Jahren, sauber geplant umsteigen. In dem Haus ist das Risiko gering.
     
  6. chris84

    chris84

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    Beim Therme optimieren kann man übrigens gut lernen, wie das System funktioniert, und sich über 1-3 Jahre auf einen Umbau in Eigenleistung vorbereiten. Das ist keine Raketenwissenschaft, und bei Eigenleistung vermutlich unter 10k€ zu realisieren. Wenn man Bock drauf hat :e_smiley_brille02:
     
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  7. nordanney

    nordanney

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    Da kann ich Dir Pana wärmstens ans Herz legen. Da kostet die WP (als Monoblock) bereits ab 3,5k (+ Leitungen und ggf. Extras) bzw. bei der neueren L-Version ab etwa 4,2k. In EL (es braucht keinen Kältetechniker) eher deutlich unter 10k.
     
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  8. Mimamo3108

    Mimamo3108

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    Danke für eure Beiträge.

    Bin nicht so der Handwerker wegen eigener Installation der WP - Ich rede aber kommende Woche einmal mit unserem Klempner.

    Die Entscheidung ist nicht so einfach. Ich habe auch keine "Lust" auf eine Amortisation von 20 Jahren. Anderseits ist es sehr nervend was ständig mit den Gaspreisen passieren kann...
     
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