Hohe Luftfeuchtigkeit nach Dämmung der obersten Geschossdecke

Diskutiere Hohe Luftfeuchtigkeit nach Dämmung der obersten Geschossdecke im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo Zusammen, Mein Name ist Mike und ich komme aus Hessen. Ich bewohne ein Haus Bj. 1959. Ich habe in der obersten Geschossdecke im Sommer die...

  1. Mike1970

    Mike1970

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    Hallo Zusammen,

    Mein Name ist Mike und ich komme aus Hessen.
    Ich bewohne ein Haus Bj. 1959.

    Ich habe in der obersten Geschossdecke im Sommer die alte Dämmung ( ca. 8 cm Glaswolle ) und die darauf liegenden OSB Platten entfernt.
    Dann habe ich mit 24 cm Mineralwolle gedämmt und oben offen gelassen.
    Dampfbremse wäre in diesem Fall ( Holzbalkendecke ) nicht nötig wurde mir gesagt und habe ich auch mehrfach so gegoogelt. Sonst hätte ich gar nicht angefangen, da eine korrekte Dampfbremse nicht möglich ist, ohne das obere Geschoss längerfristig unbewohnbar zu machen.

    Nun habe ich ein Problem mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, die an den Ziegeln ( keine Unterspannbahn ) und Fußpfetten kondensiert. Manchmal ist die Dämmung oberflächlich klamm, was aber rasch wieder abtrocknet.
    Es gab auch vor der neuen Dämmung immer mal Phasen mit Kondensation im Dachstuhl...aber nach der Dämmung hat es sich sehr verschlimmert.

    Ich habe zur Zeit einen Energieberater, der das nicht so dramatisch sieht wie ich und meint, im Sommer trocknet das alles wieder ab. Ich habe ihn an der Seite, da evtl. demnächst ein neues Dach gemacht werden soll. Vorher möchte ich natürlich das Feuchtigkeitsproblem in den Griff bekommen.

    Meine Frage: Würde das Entfernen der neuen Dämmung etwas bringen?
    Meine Logik ist folgende: Mit 8 cm Dämmung und OSB-Platten gab es manchmal Kondensation. Mit 24 cm Dämmung kondensiert es permanent. Würde es dann vielleicht ohne Dämmung gar nicht mehr kondensieren, weil der Dachstuhl etwas wärmer würde und das Temperaturgefälle nicht so groß wäre?

    Ich weiß, das ist energetisch nicht sinnvoll ( und der Energieberater meint, ich solle sie auf jeden Fall drin lassen ), aber ich habe Angst, dass mir die Fußpfetten weggammeln.

    Ich hoffe, ich habe den Sachverhalt einigermassen verständlich erklären können.

    Viele Grüße
    Mike
     
  2. BaUT

    BaUT

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    Keine gute Idee.

    Mit der alten Dämmung kam feuchtwarme Raumluft von unten durch die Decke und verteilte sich schnell im kalten Dachraum sobald sie an den 8 cm Dämmung vorbei war.
    Mit der neuen 24 cm Dämmung ist der Strömungsweg der feuchtwarmen Raumluft durch die Decke zwischen Dämmung und Fußpfette 3x so lang wie vorher. Damit hat die Luft viel mehr Zeit sich abzukühlen und überschüssige Feuchte als Tauwasser zurück zu lassen.

    Lösung:
    Du musst auf der Unterseite der Decke verhindern, dass dort durch Fugen, Risse oder eine poröse Fläche zu viel Feuchtigkeit ungebremst eindringt.

    Bitte beschreibe uns doch mal den kompletten Aufbau der obersten Geschossdecke. Welche Bekleidung ist unterseitig dran? Vielleicht kann man da was nachrüsten. Bin erschüttert, dass dein EnergieEffizienzExperte da keine Lösungen präsentiert und das Problem einfach nur wegquatschen will.
     
    Piofan und Viethps gefällt das.
  3. nordanney

    nordanney

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    Die Frage ist, wie feucht ist es tatsächlich dort oben?

    Persönlich sehe ich es auch zunächst unkritisch. Dachboden ist auch gut belüftet? Wir haben hier eine ähnliche Situation, aber ohne Feuchteprobleme, da der Dachboden gut belüftet wird.
     
  4. Mike1970

    Mike1970

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    Hallo BaUT,

    Der Aufbau vorher war:
    Rigips 12,5mm
    Dann kam eine Luftschicht 16 cm ( durch Sparren und Lattungen )
    Dann diese Brettchen, wo man früher die Schüttung drauf hatte
    Aufdiesen Brettchen lagen dann ziemlich lose 8 cm Glaswolle
    OSB-Platten ( diese waren auf der Unterseite beim Ausbau ziemlich angegammelt/schwarz )

    Neu:
    Rigips 12,5mm
    16 cm Mineralwolle
    Die Brettchen
    8 cm Mineralwolle
    ( an einigen Stellen habe ich jetzt wieder OSB Platten lose hingelegt, damit es nicht von den Ziegeln auf die Dämmung tropft )

    Nachtrag: Im Treppenaufgang und Flur sind statt Rigips Holzdecken ( Nut und Feder ) verbaut.

    Der Energieberater sagt auch, es müsste "eigentlich" eine Dampfbremsfolie eingebaut werden...sieht aber auch die Schwierigkeit bei den baulichen Gegebenheiten ( viele Rigipswände, zugemauerte Hohlräume, Einbauschränke ). In den Zimmern würde ich mir zutrauen, die Folie nachträglich einzubauen, aber ich würde höchstens auf eine Abdeckung von 90-95% kommen - und das ist dann wohl nichts wert.

    @nordanney: Es ist schon sehr feucht. Ich habe seit 4 Wochen 2 Hygrometer aufgestellt und messe immer zwischen 94% und 99%, selbst wenn die Aussenluft nur ca. 70 % hat. An den Giebelseiten habe ich je 3 Lüftungsöffnungen mit je 100 mm Durchmesser.
     
  5. nordanney

    nordanney

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    Also typisch für die Baujahr und Kaltdächer - identisch zu meinem Dachboden aus Mitte 60er. Wobei es bei mir bei einem vergleichbaren Aufbau keine besondere Feuchte im Dach gibt. Ja, mal ein ganz klein wenig Kondensat auf der Oberfläche der MiWo (ich habe 24cm auf den Dachboden gelegt). Aber das war es auch schon. Wurde mir auch genau so empfohlen.
     
  6. Mike1970

    Mike1970

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    Hast du denn eine Dampfsperre?
     
  7. nordanney

    nordanney

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    Nein.
    Wenn ich mal die Decke im OG zum DG renoviere (ist noch als Einliegerwohnung vermietet), dann kann man dran denken, aber aktuell nicht,
     
  8. Fasanenhof

    Fasanenhof

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    Spricht das Gesamtbild nicht dafür, dass irgendwo warme/feuchte Zugluft durch die Dämmung strömt und im Anschluss kondensiert?
    Da könnte die schlecht isolierte/zugige Dachluke der Grund sein.

    Ist Zugluft feststellbar?
     
  9. Viethps

    Viethps

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    Techniker kriegen das hin....wie auch immer
    Bei einer Holzbalkendecke muß natürlich die raumseitige, dicht verklebte Dampfsperre rein. Das wußte man schon vor über 40 Jahren ( Alukaschierung )........
     
  10. nordanney

    nordanney

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    Und warum hat das in der Vergangenheit kaum jemand gemacht? Und warum MUSS sie rein? Ich sehe bei einem belüfteten Kaltdach dafür keinen Grund. Kann man übrigens auch gut berechnen.

    Und zuletzt: Warum weiß meine Decke nicht, dass sie eigentlich nicht funktionieren darf wie sie es tut? :bierchen:
     
  11. chris84

    chris84

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    Das erklärt doch alles.
    Was vorher unter der OSB-Platte niedergeschlagen ist, schlägt jetzt unter den Ziegel nieder. Gleichzeitig wird deutlich weniger Wärme ins Gebälk eingebracht, d.h. die Feuchte bleibt länger dort.
    Wenn du verhindern willst, dass das Gebälk mit der Zeit wegfault (das ist m.E. nicht zu unterschätzen, v.a. wenn das Tauwasser irgendwo "zusammenläuft" und Holz punktuell dauerhaft durchfeuchtet, gibt es zwei Möglichkeiten:
    - Unter dem Dach stärker durchlüften (ggf. zwangsbelüften)
    - Luftdurchtritt aus dem Wohnraum auf ein Minimum reduzieren, d.h. offensichtliche Löcher und spalten abdichten wo immer das möglich ist.

    (Ich beobachte den Effekt beim Haus meiner Schwiegereltern auch - Bj. 88, da sind jetzt die ersten Biberschwänze wg weggefaulter Nägel runter gekommen. Die Dachlatten sehen da stellenweise nicht mehr gut aus...)

    Meiner Erfahrung nach hättest du vermutlich mit einer Zellulosedämmung ein deutlich besseres Ergebnis erzielen können, da die Zellulose ein großes Wasseraufnahmevermögen hat, und die Feuchtigkeit langsamer / regulierter nach oben abgibt, das reduziert das Kondenationsrisiko. Allerdings brauchst du da nach unten eine einigermaßen geschlossene Fläche, da die Zellulose eben nicht gebunden ist....
     
  12. chris84

    chris84

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    Alles steht und fällt mit der "Qualität" der Belüftung. Bei guter Thermik kann das tatsächlich sehr gut funktionieren. Leider sind nicht alle Dächer dahingehend "optimiert"...
    Und auch nicht jeder Deckenaufbau ist gleich dicht. Bei uns hier liegt ein wenig hinterlüftetes Sandwichdach auf einer Gipsdecke. Die Gipsdecke ist aber so gut verarbeteitet, dass da quasi keine Luft nach oben entweicht (gleichzeitig: geringer Dampfdruck da Bungalow-Bauweise) --> da entsteht auch nie kritische Feuchte im Kaltdach...
     
  13. Mike1970

    Mike1970

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    Vielen Dank für die Antworten!
    Ich konnte für morgen einen Termin mit einem Sachverständigen für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik bekommen. Er schaut sich das Ganze mal an. Ich hoffe, dass er vielleicht Möglichkeiten sieht.
    Auf jeden Fall habe ich hier schon mal etwas input für das Gespräch bekommen.
    Ich werde dann mal berichten, was er vorschlägt.
     
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