Kupfer-Stehfalzdach – Dachfenster (1,20 × 1,00 m) dauerhaft zurückbauen/ Fläche schließen

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  1. Jack76

    Jack76

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    Kupfer-Stehfalzdach – Dachfenster (1,20 × 1,00 m) dauerhaft zurückbauen und Fläche schließen – beste Vorgehensweise?


    Hallo zusammen,

    ich habe eine technische Frage zum fachgerechten Rückbau eines Dachfensters in einem flach geneigten Kupfer-Stehfalzdach.

    Es handelt sich um ein Dachfenster/Lichtkuppel mit einer Größe von ca. 1,20 × 1,00 m, eingebunden in ein Stehfalz-Kupferdach. Die Fläche ist relativ flach geneigt. Seitlich befindet sich eine Attika/Wandanschluss, oberhalb eine weitere Dachfläche mit Anschlussblech, daneben ein Kamin.


    Ziel ist:
    • vollständiger Rückbau des Fensters
    • dauerhafte, absolut dichte Lösung
    • optisch homogene Kupferfläche
    • innen wird die Öffnung später mit Dämmung + Dampfbremse + Trockenbau geschlossen

    Mir geht es ausdrücklich nicht um eine provisorische „Blech drauf“-Lösung, sondern um eine dauerhaft fachgerechte Integration in das bestehende Stehfalzsystem.


    Meine konkreten Fragen an euch:
    1. Würdet ihr die angrenzenden Stehfalzbahnen öffnen und neu einarbeiten oder eher komplette Bahnen ersetzen?
      (Stichwort: Querstoß im Wasserlauf vermeiden)
    2. Wie würdet ihr die Unterkonstruktion nach Rückbau des Aufsetzkranzes herstellen?
      Vollschalung angleichen und neue Trennlage großzügig unter Bestand führen?
    3. Ist es bei dieser Größe sinnvoller,
      • nur das Feld zu schließen
        oder
      • zwei bis drei komplette Kupferbahnen neu zu fertigen?
    4. Gibt es bei flach geneigten Kupferdächern besondere Punkte, die beim Stilllegen eines Fensters unbedingt beachtet werden müssen (Wasserführung, thermische Längenänderung etc.)?


    Mir ist bewusst, dass das eine Arbeit für einen erfahrenen Spengler ist – ich möchte nur vorab verstehen, wie eine technisch saubere Lösung aussehen sollte, um Angebote besser beurteilen zu können.


    Vielen Dank für eure Einschätzung!
     

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  2. Hark

    Hark

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    Neue Scharen, bei der kurzen Abwicklung ist der Aufwand viel zu hoch um da etwas einzuarbeiten, zudem müsste das ehemalige Anschlußblech an die Fassade ja auch ersetzt werden, da würden ja weniger als 2m Kupferscharen im Bestand übrig bleiben.

    Die 4-5 Scharen komplett zu erneuern ist wesentlich einfacher, kostengünstiger und technisch (im Hinblick auf die Regensicherheit) besser als dort etwas mit Querverfalzung zu ergänzen.

    Schalung ergänzen, und die Trennlage (je nach Fabrikat) sofern möglich an den Bestand anschließen bzw von Traufe bis Wandanschluß im Bereich der neuen Scharen erneuern.

    ___

    Alternativlösung:

    Man könnte auch das Fenster ausbauen und einen Deckel aus Kupfer über den Aufsatzkranz setzen und sonst alles so belassen. Das dürfte die kostengünstigste Methode sein
     
    ToTi und simon84 gefällt das.
  3. Jack76

    Jack76

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    @Hark

    vielen Dank für deinen ausführlichen und aufschlussreichen Beitrag!


    Ergänzend hätte ich noch folgende Fragen:

    Ich plane eine Dachterrasse auf diesem bestehenden Kupfer-Stehfalzdach (Dach hat ca. 13 % Gefälle). Das Dach ist konstruktiv in gutem Zustand und soll grundsätzlich erhalten bleiben.


    Die Terrasse soll über eine separate Tragkonstruktion realisiert werden. Aktuell ist vorgesehen, an mehreren Punkten durch das Kupferdach zu gehen, die Dachfläche an diesen Stellen auszuschneiden, die tragenden Elemente einzubringen und anschließend die Durchdringungen wieder fachgerecht einzubinden bzw. abzudichten.


    Mir ist bewusst, dass Kupfer thermisch stark arbeitet und ein Stehfalzdach konstruktiv auf durchgehende, bewegliche Bahnen ausgelegt ist. Daher stellen sich mir folgende Fragen:
    1. Wie problematisch sind mehrere Durchdringungen in einem Stehfalz-Kupferdach hinsichtlich:
      • thermischer Längenänderung
      • Spannungsrissen / Falzbelastung
      • Langzeitdichtigkeit
    2. Gibt es bewährte Detailausbildungen für bewegliche Durchdringungen in Stehfalzsystemen (z. B. mit Manschetten, Gleitanschlüssen o. Ä.)?
    3. Ist es aus eurer Sicht grundsätzlich vertretbar, bei 13 % Gefälle mehrere Durchdringungen vorzunehmen – oder würdet ihr dringend zu einer durchdringungsfreien Lösung (Lastabtragung über Attika/Mauerwerk) raten?
    4. Ab welchem Punkt würdet ihr sagen, dass ein Systemwechsel auf eine klassische Flachdachabdichtung sinnvoller wäre?

    Ziel ist eine dauerhaft technisch saubere Lösung – keine provisorische Abdichtung. Die Terrasse wird später dauerhaft genutzt, daher ist Wartungsfreundlichkeit ebenfalls ein Thema.

    Ich freue mich über fachliche Einschätzungen, insbesondere von Spenglern bzw. Planern mit Erfahrung im Stehfalzbereich.


    Vielen Dank!
     
  4. ToTi

    ToTi

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    Die Längenausdehnung ist weniger das Problem. Alles steht und fällt mit dem Profil der Dachdurchdringung. Sollte es wie üblicherweise mit einem H-Profil gefertigt werden wäre der Anschluss an das Kupferdach nur mit Flüssigkunststoff möglich. Die technisch bessere Variante wäre ein Rundprofil. Diese kann man deutlich leichter eindichten oder was noch viel besser wäre, eine Kupferhülse zum einlöten. Hoch genug, mit etwas Luft zum Pfosten als "Dehnausgleicher" von oben dauerelastisch eingedichtet oder mit einer Gummidichtung, das wäre die Ideallösung.
     
Thema:

Kupfer-Stehfalzdach – Dachfenster (1,20 × 1,00 m) dauerhaft zurückbauen/ Fläche schließen

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