Innenwände vorgebaut mit Heraklith/Rigips - Was tun?

Diskutiere Innenwände vorgebaut mit Heraklith/Rigips - Was tun? im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich hoffe das Thema wurde nicht schon X-mal durchgekaut, zumindest konnte ich nichts wirklich vergleichbares finden und auch mein...

  1. Altbau1971

    Altbau1971

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    Hallo zusammen,

    ich hoffe das Thema wurde nicht schon X-mal durchgekaut, zumindest konnte ich nichts wirklich vergleichbares finden und auch mein Offline-Netzwerk inklusive Energieberater hat unterschiedliche Meinungen bzw. unterschiedliches gehört und gesehen. Meine eigentlich Frage folgt unten.

    Kurz zum Objekt und dem Vorhaben:

    Ich saniere ein Haus aus dem Baujahr 1971, zwei Wohneinheiten (EG+DG), vollunterkellert, gebaut aus Betonstein mit 30cm Stärke bei den Außenwänden. Tragende Innenwände 24 cm, restliche Innenwände 11,5 cm. Nicht mehr Stand der Zeit aber substantiell alles in Ordnung.

    Gepflegt und teilsaniert (Wasserleitungen vor ca. 5 Jahren vom Fachbetrieb, Keller nach Rohrbruch über Versicherung runderneuert von Fachfirma. Keine Bekannten Mängel wie Feuchte, Schimmel etc. .
    Eine Außenwand wurde in den 90ern mit ca. 10 cm vorgedämmt und mit Zierplatten statt Putz versehen (diese werde ich sicherheitshalber auf Asbest testen lassen, da die Vordämmung dann auch irgendwann weichen wird).

    Vorgesehen ist im Zuge der Sanierung neben dem Einbringen einer Fußbodenheizung durch Fräsen (wir haben Estrich, keinen Asphalt) und der Installation einer Wärmepumpe (statt Gasheizung BJ 96) + Pufferspeicher eine Aufdachdämmung und auch die Dämmung der Gebäudehülle über BAFA-Maßnahmen. Ebenfalls kommen Dachfenster (3) und die Hauseingangstüre dran. Die restlichen Fenster sind hochwertige Holz-Alu-Fenster, doppelt verglast, ohne geringste Mängel...sicherlich ein Streitpunkt, aber die werde ich behalten.

    Ziel 2026: Innenausbau EG + Dach
    Ziel 2027: Dämmung Außenhülle

    Involviert sind Energieberater, Heizungsbauer, Zimmermann sowie fähige (Fach)leute in Familie und Freundeskreis. Alles Leute denen ich vertraue, ihre Expertise kenne und einschätzen kann oder im Falle der Heizungsfirma bereits andere Projekte durchgeschoben habe.

    Jetzt zur eigentlichen Frage: Die meisten Wände sind Innen statt verputzt mit Heraklith+Rigips vorgebaut. Decken sind abgehängt. Die Wände stehen nicht auf dem Estrich sondern dieser verläuft bis zur vorgebauten Wand.

    Dadurch ergibt sich überall ein Hohlraum von schätzungsweise 5cm. An den reinen Innenwänden sehe ich hier gar kein großes Problem, an den Außenwänden schon eher --> Kondensat, Schimmel etc...

    Generell kann ich gut mit den "Hohlwänden" leben und habe kein dringendes Bedürfnis diese auszubauen und die Wände stattdessen zu verputzen. Technisch wirds bezüglich neuer Elektrik und ein paar Dingen sicher ab und etwas tricky, aber nichts was sich nicht lösen lässt.

    Vorgesehen ist dann ein Sperrgrund und Streichputz (evtl. auch Reibputz) in allen Räumen bis auf Bad/Toilette.

    Irgendwie beschäftigt mich das Thema aber doch und ich hätte gerne Meinungen und vor allem Erfahrungswerte, wenn vorhanden, was wohl die beste Lösung ist. Ich möchte hier kein böses erwachen haben, wenn die Wohneinheit fertig ist und habe jetzt noch Handhabe.

    Die Meinungen im Netzwerk reichen von "unkritisch" zur "würde ich auf jeden Fall rausreißen" die Argumente liegen dabei von rein ästhetischen Punkten bis zu Schimmelgefahr etc. .

    Laut Vorbesitzer und Energieberater war diese Art des Wandaufbaus bzw. der Wandverkleidung wohl durchaus üblich (Energieberater bspw. sieht es als unkritisch an, solange ich mich nicht an hohlen Wänden störe), daher wundert es mich, dass ich im Netz so wenig dazu finde.

    Ich freue mich wirklich auf fundierte Rückmeldungen!

    Vielen Dank vorab und viele Grüße.
     
  2. simon84

    simon84
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    Details bitte
    Gibt es einen Keller
    Wird der auch von außen abgedichtet und gedämmt ? Falls nein bis wohin wird die Wand Dämmung runter gezogen ?


    umgekehrt faende ich persönlich sinnvoller aber man kann beides machen

    sonst sehe ich an sich HWL Platten nicht kritisch
    Beton Außenwaende schon
    Innendämmung auch

    also ich würde es vermutlich raus reißen wenn sich das vom Budget ausgeht

    Asbest unwahrscheinlich aber testen bringt Ruhe

    wie sieht es mit dem Lüftungskonzept aus ?
     
  3. Altbau1971

    Altbau1971

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    Schon mal Danke für die schnelle Antwort :)

    Zur Dämmung der Gebäudehülle habe ich eigentlich keine wirklichen Details ausgelassen, hier rechnet der Energieberater noch. Da ich persönlich zum Wohnen und nicht zum Energiesparen saniere, möchte ich nach dem Vorsatz "so viel wie nötig, so wenig wie möglich" arbeiten, was die Dämmung bzw. generell energetische Maßnahmen angeht. Also immer so, dass sich Preis-/Leistung und Förderung auch ausgehen und keine Nachteile (außer evtl. höherer Energieverbrauch, vor allem aber keine Bauschäden) entstehen.
    Ich kann also konkret noch kein Material und keine Stärke nennen.

    Das Gebäude ist vollunterkellert und an den komplett unterirdischen Teilen auch abgedichtet, aber nicht gedämmt. Eine Giebelseite und die Hälfte einer Längsseite liegen frei und schließen hier auf Gartenniveau ab. Diese Stellen werden alleine schon wegen der Optik mit gedämmt.

    Der Energieberater setzt die Kellerdecke als Abschluss des zu dämmenden Bereichs an und empfiehlt, diese ebenfalls zu dämmen. Ehrlicherweise sehe ich darin wenig reellen nutzen, der mir irgendwie zu Gute kommt.


    Die Reihenfolge erst Dach und dann Fassade wurde mir so von eigentlich allen Beteiligten empfohlen. Dass der Innenausbau des EG ebenfalls vor der Dämmung der Gebäudehülle erfolgt, liegt am geplanten Umzugsdatum.

    Inwiefern siehst du die Betonwände kritisch? Diese lassen sich ja nicht erneuern.

    Eine Innendämmung liegt eigentlich an keiner Stelle vor, die Vorbaukonstruktion habe keine Dämmzwecke erfüllen sollen laut Energieberater sondern war wohl einfach eine gängige (und vermutlich kostengünstigere) Alternative zum Verputzen der Wände.
     
  4. chris84

    chris84

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    Betonwände haben einen ziemlich hohen U-Wert.
    Wenn aber ein WVDS drauf kommt, ist das quasi egal.
    So ist es, und in Verbindung mit dem geplanten WDVS würde ich das Geld, was der Rausriss der Platten + das Neuverputzen kostet in zusätzliche Dämmaßnahmen stecken. Da ist es definitiv besser aufgehoben. Die Plattenkonstruktion sollte bei einem fachgerecht ausgeführten WDVS kaum noch bauphysikalische Nachteile haben. Der Innenputz würde dich ne ziemliche Stange Geld kosten und massiv Feuchtigkeit einbringen, die auch erst mal wieder raus muss.
    Das freiwerdende Geld wäre sehr gut in Form von Dämmung unter der
    aufgehoben :28:
    Wenn du nämlich im EG FBH einfräst, heizt du damit vermutlich den Keller in maßgeblichem Umfang mit. Oder es wird im EG einfach nicht warm genug, weil die FBH nicht in der Lage ist, den Raum darunter und darüber zu heizen ;)

    Dabei bitte folgendes beachten:
    Entweder: du wohnst die nächsten 50-60 Jahre da drin, und jeder Euro jährliche Kosten durch unterlassene energetische Maßnahmen versechzigfacht sich
    oder: du verkaufst irgendwann, und das ganze spiegelt sich dann im Zeitwert des Gebäudes.
    Also nicht sparen, koste es was es wolle ;)
     
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  5. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    Kannst du nochmal prüfen, ob es sich tatsächlich um Betonsteine handelt und nicht eher um Leichtbetonsteine?

    Besser wäre es meiner Meinung nach schon, wenn man die Innenverkleidung entfernt. Aber das könnte zu zusätzlichen erforderlichen Maßnahmen in Folge dessen führen. Möglicherweise hast du dann z. B. eine sehr dicke offene Fuge zwischen dem Estrich und den aufsteigenden Wänden. Entweder verdecken die Platten die gesamte Wand, also auch im Querschnitt des Estrichs/Fußbodenaufbau oder nur oberhalb. Wenn es nur oberhalb wäre, würde dies dafür sprechen, die Platten zu entfernen.
     
  6. Altbau1971

    Altbau1971

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    Klar, gerne...ich muss mich da allerdings auf die Baubeschreibung, siehe angehängte Bilddatei, verlassen.

    Also es wäre auf jeden Fall so, dass zwischen allen Wänden und Estrich dann eine Fuge wäre. Diese müsste man dann ggf. eben verfüllen. Darin sehe ich kein großes Problem...eher mit dem dann nötigen Verputzen des kompletten EGs inklusive Trockenzeit und natürlich enormer Feuchtigkeit, die das ins Gebäude bringt, wie @chris84 ja richtigerweise auch angemerkt hat. Kostentechnisch ist das ebenfalls etwas, dass ich nur mitnehmen muss, wenn es nicht anders geht.
     

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  7. Tikonteroga

    Tikonteroga

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    So wie ich das Bild verstehe, ist das Untergeschoss mit den das Erdreich berührenden Wänden aus Betonsteinen und das Erd- und das Obergeschoss sind aus Hohlblocksteinen. Das sind vermutlich Leichtbetonsteine, die eine deutlich niedrigere Wärmeleitfähigkeit haben, als die Betonsteine hätten.
     
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