Dach und Kellerdeckendämmung im Jugenstilhaus 1911

Diskutiere Dach und Kellerdeckendämmung im Jugenstilhaus 1911 im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, wir haben uns an ein spannendes, aber auch herausforderndes Projekt gewagt: Ein Einzelhaus aus dem Jahr 1911 mit ca. 130 m²...

  1. spaulding

    spaulding

    Dabei seit:
    17.03.2026
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Hallo zusammen,

    wir haben uns an ein spannendes, aber auch herausforderndes Projekt gewagt: Ein Einzelhaus aus dem Jahr 1911 mit ca. 130 m² Wohnfläche. Aktuell liegt der Energiewert bei stolzen 180 kWh/(m²a) (Klasse F). Unser Ziel ist es, das Haus fit für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zu machen.

    Hier die Eckdaten & unser grober Plan:

    • Baujahr: 1911 (Massivbau, Fassade ungedämmt und soll es aus optischen Gründen auch bleiben).

    • Fenster: Geplant ist ein Tausch gegen 2-fach-Verglasung mit einem Uw-Wert von ca. 1,2. Bewusste Entscheidung, damit das Fenster der kälteste Punkt bleibt (Vermeidung von Taupunkt-Problemen an der ungedämmten Wand).

    • Dach: Das Dach ist top in Schuss und wurde vor 2 Jahren versiegelt inkl. 10 jähriger Garantie. Wir wollen zuerst die alte dünne Dämmung entfernen, dann von innen die Sparren aufdoppeln und eine 20 cm Holzfaser-Dämmung (Zwischen- und Untersparren) einbringen.

    • Heizung: Einbau einer Wärmepumpe. In der Küche (EG) und im Bad (OG) kommt eine Fußbodenheizung rein, der Rest bleibt (vorerst) bei großflächigen Heizkörpern.
    Mein aktuelles Kopfproblem: Der Keller Wir haben einen Nutzkeller (Deckenhöhe unter 2 m). Da wir nicht die Größten sind, wären 1,80 m lichte Höhe für uns völlig okay. Allerdings verlaufen viele Rohre unter der Decke und die Kellerfenster reichen fast bis zur Decke hoch.
    Der Keller ist insgesamt relativ trocken. Wir haben mehrere Punkte an der Wand bei einer Außentemperatur von leichten Minusgraden gemessen.
    Einige Rohre werden

    Ich schwanke hier zwischen zwei Varianten für die Kellerdeckendämmung (ca. 7–8 cm Stärke):

    1. Dämmplatten (z.B. Kork oder Holzfaser) direkt kleben: Erscheint mir bei den vielen Rohren sehr fummelig (viel Verschnitt/Stückelarbeit).

    2. Unterkonstruktion & Ausblasen/Dämmen: Ich habe ein Video gesehen , wo eine UK gebaut wird. Wäre das bei Rohren flexibler? Oder baue ich mir da eher ein Problem mit der Feuchtigkeit, wenn der Hohlraum nicht perfekt dicht ist?
    Meine Fragen an euch:

    1. Haltet ihr das Paket (Dach 20 cm + Fenster Uw 1,2 + Kellerdecke) für ausreichend, um eine Wärmepumpe in diesem Altbau effizient (und ohne Strom-Schock) zu betreiben?
    2. Kellerdämmung bei niedriger Decke und Rohren: Was ist in der Praxis bei Bj. 1911 sinnvoller? Platten kleben und Rohre "umschneiden" oder eine UK-Lösung?
    3. Gibt es bei den Uw 1,2 Fenstern in Kombination mit der ungedämmten 1911er Wand noch etwas Kritisches zu beachten, was ich übersehe?

    Vielen Dank schon mal für eure Einschätzungen!
     

    Anhänge:

  2. Fasanenhof

    Fasanenhof

    Dabei seit:
    20.02.2023
    Beiträge:
    1.433
    Zustimmungen:
    798
    Beruf:
    Ing für Maschinenbau
    Ort:
    Norddeutschland
    Moin,
    das Kellerproblem hatte ich auch.

    Das Kernproblem sind nicht die niedrigen Rohre (Bild 2) sondern der Umstand, dass es sehr dicke Rohre mit alter Gips/Miwo-Dämmung sind. Damit haben einzelne Rohre mal eben 120-150mm Breite, die natürlich bei der Kopffreiheit zuschlägt.

    Ich habe zu Beginn meines Projekts die alte Infrastruktur komplett herausgerissen, die 1 1/4" und 1 1/2" Heizungsrohre wurden durch 3/4" Kompositrohre getauscht, mit Schaumdämmung wanderten diese Stoßkanten dann gemütlich aus dem Gefahrenbereich.

    Allgemein ist Stückeln/Kleben mit EPS die Lösung für DIY, wobei man dann die ganz friemeligen Ecken mit Schaum verfüllt.
     
    spaulding gefällt das.
  3. Hark

    Hark

    Dabei seit:
    19.04.2010
    Beiträge:
    463
    Zustimmungen:
    299
    Beruf:
    Dachdecker
    Ort:
    Schleswig Holstein
    Du meinst: Es wurde mit Farbe übergepinselt.

    Wie alt ist denn das Dach? Und mach doch mal ein Foto von dem Dach (von innen und außen), damit wir dein "top in Schuss" bestätigen können :) - da gibt es schon ein paar Sachen zu berücksichtigen, bevor man sich an die Innendämmung wagt.

    Glasbausteine und das einfach verglaste Dachfenster sind sicher auch Dinge über die man sich Gedanken machen sollte.

    Worauf beruht die Aussage "der Keller ist relativ trocken"? .. Anhand der Fotos hätte ich jetzt so auf den ersten Blick das Gegenteil vermutet.
     
    Fasanenhof, spaulding und Viethps gefällt das.
  4. VollNormal

    VollNormal

    Dabei seit:
    20.11.2021
    Beiträge:
    4.150
    Zustimmungen:
    2.794
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Bochum
    Die inneren Leibungen müssen gedämmt werden. Dabei ist die Dämmung bis über den Fensterrahmen zu führen. Das ist der kritische Bereich für den Tauwasserausfall. Sofern die Dämmung ordentlich gemacht wird, auch an den Stürzen und unter den Fenstern (erforderlichenfalls Fensterbänke ausbauen), sollten auch Fenster mit einem besseren uWert möglich sein.
     
    spaulding gefällt das.
  5. nordanney

    nordanney

    Dabei seit:
    15.09.2021
    Beiträge:
    6.220
    Zustimmungen:
    3.582
    Beruf:
    Finanzierer/Investor/Bau- und Sanierungslaie
    Ort:
    Niederrhein
    Zu 1. ja
    Zu 2. PUR Alu. Kannst Rohre umlegen oder alternativ verbleibende Zwischenräume z.B. mit Stopfwolle füllen. Achtung: der Keller wird anschließend deutlich kälter werden. Kann zu Feuchte im Sommer führen.
    Zu 3. Nimm 3-Fach mit deutlich besserem u-Wert und mach eine kleine Laibungsdämmung. Und verbau dezentrale Lüfter.
     
    spaulding gefällt das.
  6. VollNormal

    VollNormal

    Dabei seit:
    20.11.2021
    Beiträge:
    4.150
    Zustimmungen:
    2.794
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Bochum
    Vorsicht bei den ummantelten Heizungsrohren. Solche Gipsbinden habe ich schon positiv auf Asbest beproben lassen. Im Zweifel ist hier also ein Test angeraten.
     
    spaulding gefällt das.
  7. Tikonteroga

    Tikonteroga

    Dabei seit:
    18.06.2016
    Beiträge:
    1.308
    Zustimmungen:
    296
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Meiner Meinung nach solltest du die Raum-Heizlast für die beheizten Räume möglichst genau und nach dem normierten Standardverfahren berechnen. Oft wird der Wärmebedarf pro Raum durch Richtwerte geschätzt, das führt aber oft zu höheren Werten (Worst-Case Betrachtung). Dann kann man ermitteln welche Vorlauftemperatur mit den größtmöglichen Heizkörpern erforderlich ist. Es ist dann vorstellbar, dass einige Räumer mehr oder weniger problematisch sind. Vielleicht ist es ja möglich eine Dämmmaßnahme auszuführen, die speziell den problematischen Räumen zu gute kommt. Für die Dimensionierung der Nennleistung der Wärmepumpe solltest eine Gebäude-Heizlast nach dem normierten Standardverfahren berechnet werden. Diese ist niedriger als die Summe der Raum-Heizlast aller beheizten Räume.

    Da ihr eine Deckenhöhe von weniger als 2 m habt, würde ich eine Dämmung der Kellerdecke von der Unterseite möglichst vermeiden. Im Sinne des GEG wäre in diesem Fall möglicherweise die Dämmstärke aus technischen Gründen (hier: Deckenhöhe) begrenzt und ihr müsstet demnach nicht einen U-Wert von 0,3 W/(m²K) erreichen. Du hast geschrieben, dass ihr in bestimmten Räumen auf eine Fußbodenheizung umrüsten wollt. Könntet ihr euch vorstellen sämtliche Estriche in den beheizten Räumen über dem unbeheizten Keller zu erneuern und dabei die Dämmung unter dem Estrich zu verbessern?

    Die Gebäudehülle wird durch die neuen Fenster vermutlich luftdichter. Du musst demnach mehr lüften. Du könntest falls möglich darauf achten, dass Innenputz und Innenfarbe eine möglichst ähnliche Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl haben, wie das Mauerwerk der Außenwände. Vielleicht macht es ja Sinn, wenn du ein "kontrollierte Belüftung" vorsiehst wie z. B. Abluft im Bad, Zuluft in der Küche in Verbindung mit einem Dunstabzug, Fensterfalzlüfter in Wohn- und Schlafräumen.
     
    spaulding gefällt das.
  8. spaulding

    spaulding

    Dabei seit:
    17.03.2026
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Danke für die zahlreichen Anregungen und Antworten. Ich versuche die chronologisch zu beantworten.

    - Ich werde das nächste Mal vor Ort Fotos vom Dach aus dem Dachfenster machen. Ich habe leider keine guten Aufnahmne. Fallrohre und Rinnen wurden erneuert und es sieht soweit gut aus. Gibt es Tipps, wie ich den Zustand der Ziegel bewerten kann?

    Ich habe einige Stellen im Keller mit dem Feuchtigkeitsmesser getestet und die Werte waren niedriger als in unserer aktuellen Wonung an den feuchten Außenwänden.
     
  9. spaulding

    spaulding

    Dabei seit:
    17.03.2026
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Das wird der nächste Schritt werden, die Heizungsbauer anzufragen. Ich wollte aber einen groben Plan vorlegen, um die Heizlast zu reduzieren und dachte die Kellerdecke wäre hier geeignet.

    WIr haben überall, bis auf Klo und Küche, Holzböden, die wir wieder aufbereiten. Daher wäre das nur in 2 Räumen im EG möglich.

    Das geht ja in die Richtung, was "nordanney" erwähnte. Ich schaue mal was man bzgl der Belüftung machen kann.
     
  10. VollNormal

    VollNormal

    Dabei seit:
    20.11.2021
    Beiträge:
    4.150
    Zustimmungen:
    2.794
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Bochum
    Auch diese lassen sich energetisch ertüchtigen, indem zwischen den Lagerhölzern Dämmung eingebaut wird. Falls die Dielen nicht aufgenommen werden sollen, kommt eventuell eine Einblasdämmung in Frage.
     
    nordanney, Fasanenhof und spaulding gefällt das.
  11. spaulding

    spaulding

    Dabei seit:
    17.03.2026
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Danke für den Hinweis. Das wird auch auf die Todo-Liste gesetzt
    Anscheinend stehen die Chancen für die Einblasdämmung unter die Dielen in Hamburg bei Häuser aus dem Baujahr gut.
     
  12. Tikonteroga

    Tikonteroga

    Dabei seit:
    18.06.2016
    Beiträge:
    1.308
    Zustimmungen:
    296
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Kommt drauf an wie gut das Bauteil "Kellerdecke" aktuell gedämmt ist. Ist denn der Fußbodenaufbau dokumentiert oder dir in andere Weise bekannt? Wenn es dir nicht bekannt ist, wäre es vielleicht schon gut, wenn du ihn "aufmachst" und dann auch erneuerst. Dann weißt du es und kannst den realen U-Wert berechnen und in die Heizlastberechnung einbringen.

    Dass ihr die Holzböden wieder aufbereiten und demnach nicht zurück- und wieder aufbauen wollt, steht im aktuellen Fall wohl schon damit in Konflikt, in dem ihr das "alte" Haus für eine Wärmepumpe energetisch sanieren wollt.
     
  13. nordanney

    nordanney

    Dabei seit:
    15.09.2021
    Beiträge:
    6.220
    Zustimmungen:
    3.582
    Beruf:
    Finanzierer/Investor/Bau- und Sanierungslaie
    Ort:
    Niederrhein
    Keine gute Idee. Die machen gerne 08/15. Plan deine Sanierungen (entweder unter den Dielen dämmen und/oder die Kellerdecke, wobei gerade die Decke von unten eine der sinnvollsten Maßnahmen ist - Preis/Leistung). Dann mit deinem Plan zu einem externen Ing. Büro. Dort dann die Heizlast berechnen lassen und auch die WP + Heizkörper + FBH auslegen lassen. Nach deinen konkreten Wünschen (gewünschte Raumtemperatur, VL/RL, Art und Größe Heizkörper etc.). Gut angelegte 200-300!
     
  14. Fabian Weber

    Fabian Weber

    Dabei seit:
    03.04.2018
    Beiträge:
    16.274
    Zustimmungen:
    6.452
    Lass Dir mal die Zusammenhänge von einem Bauphysiker erklären, der verstehst Du dass Du kein Taupunkt-Problem auf der Wand, wegen besser gedämmter Fenster bekommst.

    Die Wand wird ja nicht plötzlich kälter?!

    Du musst nur dafür sorgen, dass die relative Luftfeuchtigkeit im Bereich von 50% bleibt bei ca. 20Grad Raumtemperatur.

    Ein kaltes Fenster ist lediglich durch Tauwasser ein Indikator für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, aber das Fenster saugt Dir nicht die Feuchtigkeit aus der Luft.
     
Thema:

Dach und Kellerdeckendämmung im Jugenstilhaus 1911

Die Seite wird geladen...

Dach und Kellerdeckendämmung im Jugenstilhaus 1911 - Ähnliche Themen

  1. EPDM-Folien Dach mit Zwischensparrendämmung

    EPDM-Folien Dach mit Zwischensparrendämmung: Hallo zusammen, ich baue aktuell ein gedämmtes Gartenhaus und hoffe auf fachliche Unterstützung und Eure Expertise für einen Laien, der sich nun...
  2. Asbest auf dem Dach?!

    Asbest auf dem Dach?!: Hey, wir haben uns eine Wohnung gekauft, durch eine undichte Stelle, wohl im Dach und daraus resultierenden Schimmel an der Wand, sind wir nun 2...
  3. Gartenhaus dach wird mir nicht dicht

    Gartenhaus dach wird mir nicht dicht: Hallo ich weis nicht was ich falsch gemacht habe aber es tropft hier und da einfach rein, Habe dachpappen oben überlappen befestigt und natürlich...
  4. nbekanntes Rohrstrang vom Dach ins Bad (70er-Jahre-Whg., DG) – vermutlich Entlüftung. Wie fachgerech

    nbekanntes Rohrstrang vom Dach ins Bad (70er-Jahre-Whg., DG) – vermutlich Entlüftung. Wie fachgerech: Hi zusammen, wir bauen in einer Eigentumswohnung aus den 1970ern (oberstes Geschoss/Dachgeschoss) das bestehende Bad zu einer offenen Wohnküche...