Lärmproblem in Wohnung – ich verstehe nicht, wie der Schall übertragen wird und was man tun kann

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  1. Meerschwein

    Meerschwein

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    Grundriss markierte Wände.jpg

    Hallo, ich bin neu hier als Laie und hoffe, dass jemand Licht ins Dunkel bringen kann. Ich bin ziemlich ratlos.

    Ich wohne in einer 2-Zimmer-Wohnung im EG in einem Mehrfamilienhaus. Es ist eine Häuserreihe mit vielen gleich großen Wohnungen, d.h. die Nachbarwohnung aus der nächsten Hausnummer grenzt an meine Wohnung an, genauer gesagt an die beiden Zimmer. Ich habe ein Bild angehängt, damit man es sich vorstellen kann.

    Nebenan wohnt ein älterer schwerhöriger Herr, der tagsüber und auch nachts den TV laut an hat. Davon abgesehen, dass er sich nicht an die Ruhezeiten hält, ist mir Folgendes aufgefallen: Es klingt in meinen beiden Zimmern so, als kämen die Geräusche nicht von der Grenzwand, sondern als wäre der TV mitten bei mir in der Wohnung oder als kämen die Geräusche sogar von der anderen Seite. Ich habe ein paarmal mein Ohr an die Wände gedrückt und festgestellt: Man hört es am lautesten nicht an der Grenzwand (im angehängten Bild blau markiert), sondern an der Wand zwischen meinen beiden Zimmern (gelb markiert) sowie an der gegenüberliegenden Wand (rot markiert).

    Meine laienhafte Schlussfolgerung: Die (gelbe) Zwischenwand ist das Problem, irgendwie wird der Schall darüber übertragen. Kann das sein? Und wie könnte man das Problem beseitigen? Ich habe im Schlafzimmer (zuerst an der Grenzwand, inzwischen auch an der Zwischenwand) Verbundschaumstoffplatten angebracht, was natürlich nichts genützt hat. Hätte es Sinn, wenn ich dasselbe an den gegenüberliegenden Wänden mache? Oder ist das aussichtslos? Liegt ein Baumangel vor, den ich nicht selbst beheben (bzw. ausgleichen) kann?


    Danke fürs Lesen und ich freue mich über Antworten!
     
  2. Fred Astair

    Fred Astair

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    Schallprobleme lassen sich regelmäßig nur vor Ort ermitteln und das Unangenehmste für Dich ist: auf der Empfängerseite kannst Du nichts Sinnvolles tun. Beim Störer muss angesetzt werden.
     
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  3. Meerschwein

    Meerschwein

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    Hallo, ja, das ist mir eigentlich klar: Alles was in Richtung Wandverkleidung geht, müsste eigentlich auf der Störerseite sein. Aber ich dachte mir, die Situation mit der Wand ist so seltsam, vielleicht würde das ja auch nichts bringen. Ich finde es so komisch, dass der Lärm an der Wand zur Nachbarwohnung gar nicht am lautesten ist.
     
  4. Fred Astair

    Fred Astair

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    Komisch ist vermutlich das falsche Wort oder ist Dir zum Lachen?
     
  5. 11ant

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    Ach, so dunkel ist das garnicht, und insofern das Licht auch nicht schwer hineinzubringen, aber leider wird das Deine Ratlosigkeit nicht beseitigen. Wie Du zutreffend vermutest, übertragen die Wände die Schwingungen. Dabei verändern sich deren Frequenzen mit der Länge des Weges und verschieben sich bis zu den weiter entfernten Stellen in einen Bereich, in dem Du sie stärker "hörst". Eine nachträgliche Entkoppelung der Wände wirst Du in das Haus nicht mehr hineingeplant bekommen. Auch die Möglichkeiten der Schwingungsbedämpfung der Wände hat Grenzen und ist im Verhältnis von Aufwand zu Linderung als ineffizient zu bezeichnen.

    Allerdings macht Dein Nachbar den Lärm nicht mit dem Zweck, daß es für Dich zu laut ist - sondern nur, damit es für ihn laut genug ist. Bitte den Nachbarn, ihn auf Deine Kosten mit einem Hörgeräteakustiker besuchen zu dürfen. Wenn der Nachbar seinen Fernseher für sich nicht mehr so laut braucht, bringt er auch die Wände zu Dir hin nicht mehr so stark zum Schwingen. Das kostet Dich viel weniger als alles Baumaterial am falschen Ende der Kette.

    Ich hatte mal einen Nachbarn unter mir, da lagt das Problem komplexer: nicht er selbst war schwerhörig, aber einer seiner Bekannten oder Verwandten, mit dem er einmal wöchentlich telefonierte (und den er "anschreien" mußte). Freue Dich, daß Du es mit einem Verursacher erster Ordnung zu tun hast und das Problem so leicht lösen kannst.

    Es gibt leichte drahtlose Kopfhörer für seinen Fernsehgenuß, und Telefone mit Verstärkern direkt für Hörgeräte. Der Nachbar hat also Alternativen dazu, Dich unter seinem Lautstärkebedarf leiden zu lassen. Spendiere ihm technische Helferlein und gehe alle paar Monate zum Batterien wechseln rüber. Oder im Hörgeräteladen arbeiten so hübsche Mädels, daß er diesen Weg gerne selbst macht ;-)
     
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