Keller oder nicht?

Diskutiere Keller oder nicht? im Tiefbau Forum im Bereich Neubau; Guten Morgen Zusammen, wie oben bereits geschrieben, ist das momentan die Frage bei uns. Bestimmt wurde die Frage schon oft gestellt, aber es...

  1. Joergi

    Joergi

    Dabei seit:
    Heute
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Guten Morgen Zusammen,

    wie oben bereits geschrieben, ist das momentan die Frage bei uns. Bestimmt wurde die Frage schon oft gestellt, aber es ist ja jedes Bauprojekt individuell zu betrachten.

    Meine Frau hat das Grundstück von ihren Eltern geerbt.
    Infos zum Grundstück:
    - noch nicht erschlossen
    - 900m2 Grundfläche
    - Straße am Grundstück ca. 3% Gefälle
    - Grundstück gleiches Gefälle im Bereich der Straße
    - Grundstück liegt im Bereich der Straße (Norden) ca. 1,2 Meter unter der Straße
    - Grundstück steigt nach Süden/hinten an, Richtung Süd-Osten wird Straßenniveau ereicht, Richtung Süd-Westen fast
    - Kanal liegt ca. 1,5 Meter unter der Straße
    - ca. 60 Meter von Grundstücksgrenze Richtung Westen ist die nächste Kreuzung mit Strom, Wasser und evtl. Kanal (dazu weiter unten)
    - 3-Kammer-Grube notwendig OHNE Klärteich. Dieser ist Zentral fürs Dorf


    Wir hatten bereits ein Begutachtung des Bodens, welche mit zwei Kleinrammbohrungen durchgeführt wurde:
    - Bohrung eins nahe der Straße am tiefsten Punkt: nach 1,4 Meter unter Grasnabe bebaubarer Grund. Saisonal-drückendes Wasser ab 0,9 Meter. 1,4m + 1,2m = 2,6m unter Straße fester Grund
    - Bohrung zwei ziemlich mittig im Grundstück: nach 2 Meter unter Grasnabe bebaubarer Grund. Wasser ab 2,9 Meter. 2m + 0,7m = 2,7m unter Straße fester Grund

    Zusätzlich haben wir ein paar wichtige Höhepunkte ausgemessen. Daher konnte ich auch die oben genannten Messungen beifügen.

    Grundriss Haus wäre ca. 40m2 größer, wenn ohne Keller gebaut wird. Zusätzlich bräuchten wir wohl noch ein Gartenhäuschen oder ähnliches für Rasenmäher, Terrassenmöbel usw.
    Dieses würde wegfallen, wenn mit Keller gebaut wird.

    Garage wird auch gebaut, aber diese soll eine Hebebühne bekommen und ist deswegen nicht gut für die Einlagerung von Gegenständen geeignet.

    Der Keller bräuchte am Besten eine weiße Wanne mit entsprechender Dämmung gegen Kälte.

    Unsere Schätzung nach, wäre der Keller ca. 30 - 40 Tausend Euro teurer.

    Was sagt ihr dazu?
    Macht ein Keller Sinn?
    Wie hoch schätzt ihr die Kosten? (Mit und ohne Keller)
    Muss zwingend eine Hebevorrichtung mit Sperre gegen Wasser/Kanal verbaut werden? Oder wäre es möglich, das Abwasser nach der Grube bis zur Kreuzung im Westen zu verlegen, so dass man auf natürliche Art genug Gefälle und Höhenunterschied hat?
    Was gibt es sonst zu beachten, bei Bau mit Keller? Vorallem bezogen auf Grundwasser, Regenwasser usw.?

    Die Nachbarsgrundstücke werden zu 99% nicht bebaut und es sollte kein Problem sein, diese für Baggerarbeiten zu benutzen.

    Ich hoffe, ich habe an alles gedacht.

    Danke im Vorraus,
    Jörg
     
  2. ichweisnix

    ichweisnix

    Dabei seit:
    21.11.2022
    Beiträge:
    1.866
    Zustimmungen:
    694
    Spar dir das Geld für den Keller, und baue, wenn du kannst in Eigenleistung, einen Schuppen. Ist billiger und musst nicht immer die Treppen steigen.
     
    Hark gefällt das.
  3. VollNormal

    VollNormal

    Dabei seit:
    20.11.2021
    Beiträge:
    4.166
    Zustimmungen:
    2.812
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Bochum
    Wofür?

    Niemand zwingt dich, irgendwelche Entwässerungsgegenstände unterhalb der Rückstauebene anzuordnen. Sofern alle Abläufe hoch genug liegen, brauchst du keine Rückstausicherung.

    Darf das Grundstück denn überhaupt bebaut werden?
     
    11ant und driver55 gefällt das.
  4. driver55

    driver55

    Dabei seit:
    22.02.2008
    Beiträge:
    6.860
    Zustimmungen:
    1.790
    Beruf:
    Dipl.-Ing.
    Ort:
    Pforzheim
    Jau, am besten schon mit 30 Jahren die Bewegung einstellen…man, man,…
     
  5. Joergi

    Joergi

    Dabei seit:
    Heute
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Differenz bzgl Grundstück auffüllen, bis Haus auf Straßenniveau gebaut werden könnte, oder eben Keller?

    Ja, darf bebaut werden
     
  6. ichweisnix

    ichweisnix

    Dabei seit:
    21.11.2022
    Beiträge:
    1.866
    Zustimmungen:
    694
    Wo steht das er 30 ist?
     
  7. VollNormal

    VollNormal

    Dabei seit:
    20.11.2021
    Beiträge:
    4.166
    Zustimmungen:
    2.812
    Beruf:
    Bauingenieur
    Ort:
    Bochum
    Wer soll da bei den spärlichen Informationen irgendetwas zu sagen können?

    Zeig doch mal:
    • Umgebungslageplan
    • Lageplan des Grundstücks mit den relevanten Höhenangaben
    • relevante Geländeschnitte
    • Wunschgrundrisse
    • Bohrprofile und Schichtenverzeichnisse
    • Fotos von Grundstück und Umgebung
    ... und was immer noch wichtig zu wissen sein könnte.
     
    11ant und driver55 gefällt das.
  8. driver55

    driver55

    Dabei seit:
    22.02.2008
    Beiträge:
    6.860
    Zustimmungen:
    1.790
    Beruf:
    Dipl.-Ing.
    Ort:
    Pforzheim
    Die Wenigsten bauen mit 70...
     
  9. ichweisnix

    ichweisnix

    Dabei seit:
    21.11.2022
    Beiträge:
    1.866
    Zustimmungen:
    694
    naja, Hauptsache was geschrieben, mann mann
     
  10. Kriminelle

    Kriminelle

    Dabei seit:
    16.05.2013
    Beiträge:
    3.690
    Zustimmungen:
    2.035
    Beruf:
    .
    Ort:
    Niedersachsen
    Also, Du hast zwar einige Antworten bekommen, aber eigentlich ist das Thema hier völlig falsch, weil Du keine Frage zum Tiefbau/Kellertechnik hast, sondern zur Hausplanung! Das ist im allgemeinen Forum besser aufgehoben.

    So pauschal würde ich das nicht sehen. Für Technik und HWR bzw. Abstellfläche reichen mehr oder weniger 7qm Grundfläche bei einem zweigeschossigen Haus aus. Dann kommt es auf das Haus selbst an bzw auch an den Bedürfnissen der Bewohner. Ich habe für mich zb festgestellt, dass ich eine Abneigung gegen diese unterirdischen dunklen Räume im Keller habe und ziehe Technik und HWR sowie Lagerfläche in meinem kleinen Lebensradius auf maximal 2 Geschosse vor. Wenn man 4 Kinder hat und entsprechend viel Gedöns oder auch 1-2 Räume extra braucht, was auf einer bebaubaren Grundfläche nicht möglich ist, dann wäre ein Keller vorteilhaft.
    Rasenmäher und co schleppt man freiwillig auch nicht ins Haus und dann ein Geschoss tiefer.
    Eine Gartenbutze ist quasi Pflicht.
    Eine Garage darf auch nicht zur Lagerung irgendwelcher Gegenstände dienlich sein, sondern rechtlich nur zum Abstellen von Fuhrpark gedacht.
    Siehe oben. Aber das Grundstück sollte in die Planung eingreifen. Viel Gerede um das Grundstück herum ist selten hilfreich, gerade auch, wenn ein Hang vorhanden ist. Da muss man an die Planung ran, ggf. beides als Option. Für eine Hausplanung sind wiederum die Bedürfnisse und das Leben der Bauherren wichtig. Dafür gibt es zb ein Fragenkatalog im „richtigen“ Unterforum.
     
  11. 11ant

    11ant

    Dabei seit:
    28.02.2017
    Beiträge:
    2.480
    Zustimmungen:
    1.557
    Beruf:
    Bauherrenberater
    Ort:
    RLP Nord
    Benutzertitelzusatz:
    bringt Sie gut beraten ins Eigenheim
    Individuell zu betrachten ja, aber es gibt dennoch einfache Regeln, die diese Frage systematisch leicht und laienverständlich klären helfen. Zur "Ersten 11ant Kellerregel" findest Du einfach durch anklicken des Gründrucks (Link). Im Ergebnis bedeutet sie in Deinem Fall, daß bei 3% Gefälle - also praktisch 30 cm Höhenspiel bei 10 m Haustiefe - ein Keller hier zu 85% Luxus ist, weil Du nur 15% seiner Kosten auch bei einem Hausbau ohne Keller für Geländemaßnahmen aufzuwenden hättest. Kosteneffekte wie oberirdischer "Kellerersatzraum" sind darin bereits berücksichtigt, 40 qm mehr Grundfläche halte ich allerdings für ein Märchen.
     
  12. Joergi

    Joergi

    Dabei seit:
    Heute
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Wenn ich die Regeln so lese, dann bin ich fast dazu gezwungen einen Keller zu bauen.

    Deine Angaben bzgl. 85% Luxus verstehe ich nicht. Wir müssten ca. zwei Meter ausschütten, um dann mit der Vorbereitung für die Bodenplatte beginnen zu können.
    Alleine das Ausschütten mit Verdichten wir wohl im Bereich von 30 Tausend Euro liegen.
    Wenn man dann noch die größere Grundfläche für Technikraum, Eingangsbereich und Speisekammer dazu addiert geht die Tendenz noch mehr Richtung Keller.

    Mir bereitet vorallem das Thema Abwasser und die Feuchtigkeit im Erdreich und deren Zusatzkosten Kopfzerbrechen
    Drainage, evtl. Hebevorrichtung.
    Oder doch die Drei-Kammergrube so tief setzen, dass natürliches Gefälle entsteht.

    Wie stark müsste ein Gefälle zwischen Hausausgang und der Grube sein?
     
  13. Kriminelle

    Kriminelle

    Dabei seit:
    16.05.2013
    Beiträge:
    3.690
    Zustimmungen:
    2.035
    Beruf:
    .
    Ort:
    Niedersachsen
    Oder eben nicht, sondern zu einem UG mit EG und Dach druff.

    Wenn man denn den beschriebenen Hang bloss verstehen könnte? :cool:
    .. dann könnte man Dir das sagen.
     
  14. 11ant

    11ant

    Dabei seit:
    28.02.2017
    Beiträge:
    2.480
    Zustimmungen:
    1.557
    Beruf:
    Bauherrenberater
    Ort:
    RLP Nord
    Benutzertitelzusatz:
    bringt Sie gut beraten ins Eigenheim
    Das ist doch ganz einfach: Du sprichst von 3% Gefälle, das sind 30 cm Höhenunterschied auf ein 10 m tiefes Haus bezogen. Nach der Regel entsprechen 30 cm 15% Kellerbaukostenäquivalent, die auch für Geländemodellierung ohne Kellerbau anfallen würden. Ein Keller kostet 100% seines Preises. Wenn Du davon nur 15% auch ohne ihn anfallende Kosten "gegenrechnen" kannst, ist der gebaute Keller also noch 85% seines Preises teurer als ungebaut (/ durch andere Maßnahmen zu ersetzen). Das sind, wenn auch pauschalisiert, empirische Werte, nach denen die Faustformel beinahe erschreckend genau ist.

    Du sprichst von 90 cm unter der Geländeoberkante bis zum Grundwasser. So tief mußt Du für keine Bodenplatte ausheben, wenn das Haus nicht unterkellert ist. Mit Keller bedeutete es einen entsprechend hohen Sockel oder aber Grundwasser gegen dessen Außenwände. Wenn der Grund nicht tragfähig ist (bspw. weil sumpfig), ist eher eine Pfahlgründung als ein Bodenaustausch angesagt. Eine Hausabwassergrube steht auf einem anderen Blatt als ein Keller und muß nur so tief liegen, daß zwischen dem tiefsten Abwassereinleitungsniveau und dem Grubeneinlauf ein ausreichendes Gefälle herstellbar ist. In einem Keller sollte demnach kein Abwasser anfallen, also weder ein Bad noch eine Waschküche sein, sonst würde auch noch eine Hebeanlage erforderlich. Ich lese also nur Kontraindikationen für einen Keller. Im übrigen höre ich schon seit Jahrzehnten nur von stillgelegten Hausabwassergruben und von keinerlei neu angelegten. Wenn das Grundstück keine Erwartung eines Kanalanschlusses hat, betrachte ich es als praktisch nicht erschlossen und bezweifle eine Widmung zu Bauland (?)

    Ein Erbfall allein macht aus einer Wiese noch kein Baugrundstück, egal welche Eigenheimträume es auslösen mag.
     
  15. Joergi

    Joergi

    Dabei seit:
    Heute
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    20260406_225310.jpg Screenshot_20260409_204809_WEBDE Mail.jpg Hab mal die Bohrungen angehängt.

    Das Gebiet ist als Mischgebiet eingestuft, das Nachbargrundstück hatte bereits eine Baugenehmigung.
    Somit sollte das klappen
     
  16. chris84

    chris84

    Dabei seit:
    15.08.2023
    Beiträge:
    1.757
    Zustimmungen:
    1.021
    Ist das in DE? :yikes
     
Thema:

Keller oder nicht?

Die Seite wird geladen...

Keller oder nicht? - Ähnliche Themen

  1. Keller tieferlegen

    Keller tieferlegen: Hallo, ich überlege ein Zweifamilienhaus aus der Verwandtschaft zu übernehmen und habe mir die Baupläne mal angeschaut. Das hat rechts und links...
  2. Kabeldurchführung Keller Hohlbetonstein

    Kabeldurchführung Keller Hohlbetonstein: Hallo ihr lieben, ich brauche mal eure Hilfe.Für Wallbox, Strom, Licht und Netzwerk außen, muss ich mehrere Kabel durch die Kellerwand bekommen....
  3. Stoßfuge Keller WU Beton

    Stoßfuge Keller WU Beton: Hallo, Unser Neubau-Keller wurde mit WU Beton (20cm Stärke) errichtet und im Herbst abgenommen. Nun komme ich erst zum Keller Ausbau. Mir ist...
  4. Keller dämmen - Kappdecke, Kieselbeton

    Keller dämmen - Kappdecke, Kieselbeton: Hallo, ich möchte jetzt erstmal meine Kellerdecke diffusionsoffen dämmen. Bauweise: Kappendecke mit Stahlträgern EG: Holzbalkenboden mit...
  5. EFH Bj. 2000, Feuchte Stellen im Keller, kaufen oder lieber nicht?

    EFH Bj. 2000, Feuchte Stellen im Keller, kaufen oder lieber nicht?: Moin zusammen, ich würde mich sehr über eure Meinung zu folgender Situation freuen: Meine Frau und ich würden gerne ein EFH aus dem Baujahr 2000...