Heizungssanierung MFH Baujahr 1952. Gasetagenheizung auf Zentralheizung. Neue Steigestränge?

Diskutiere Heizungssanierung MFH Baujahr 1952. Gasetagenheizung auf Zentralheizung. Neue Steigestränge? im Heizung 2 Forum im Bereich Haustechnik; Hi, ich bin Eigentümer eines Mehrfamilienhauses mit 8 Parteien. Das Haus ist ursprünglich mit Koks-Heizungen als Schwerkraftheizung konzipiert...

  1. fmms

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    Hi,

    ich bin Eigentümer eines Mehrfamilienhauses mit 8 Parteien. Das Haus ist ursprünglich mit Koks-Heizungen als Schwerkraftheizung konzipiert worden und dann wohl in den 1960er/70er auf Gasetagenheizungen umgebaut worden.

    Die Heizungsinstallation hat aufgrund der Rohrdimension erhebliche Rohrdurchmesser. Es gib in jeder Wohnung eigenständige Kreisläufe. Die Vorläufe sind in die Decken eingegossen, die Rückläufe sind in die Böden eingegossen. An den Rohren ist seit 1952 nichts gemacht worden.

    Die Installation sieht in so aus:
    upload_2026-5-7_23-31-3.png

    Ich habe mich jetzt mit zwei Heizungsbauern vor Ort getroffen für den Einbau einer Zentralheizung. Allerdings sind die Einschätzungen vollkommen gegenteilig. Das Haus steht in einem Gebiet mit Fernwärme.

    Heizungsbauer 1:
    - Einziehen vier neuer Steigleitungen, da die 70 Jahre alten Rohre ein viel zu großes Wasservolumen führen und von innen wohl viel Dreck enthalten, den man nicht im neuen System haben möchte.
    - Austausch aller gut 50 Heizkörper. Es sind Gussheizkörper mit einer Speichenhöhe von 70 Zentimetern und einer Länge von bis zu knapp 3m. Laut Heizungsbauer wohl ein Vorkriegsmodell und damit 1952 gebraucht eingebaut.

    Heizungsbauer 2:
    - An der Stelle der Gasthermen in den Küchen in beiden Häuserseiten eine neue Steigleitung einziehen
    - weiterverwenden der Rohrleitungen aus 1952 und je Wohnung einfach einen Wärmemengenmesser
    - alte Heizkörper in den Wohnungen lassen.

    Das Haus steht in einer gehobenen Wohnlage einer.größeren Stadt. Ich möchte eine Lösung die für die nächsten 50 Jahre gut ist.

    Was ist eure Einschätzung? Welche weiteren Informationen sind hierfür relevant?

    Vielen Dank euch
     
  2. GreatScott83

    GreatScott83

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    Ich bin jetzt kein Sanitärler, aber ob die 70 Jahre alten Rohre und Heizkörper nochmal 50 Jahre mitmachen, daran könnten durchaus Zweifel aufkommen. Willst du denn alles auf einmal machen oder Stück für Stück? Ist das Haus leer oder komplett vermietet?

    Du hast denke ich 2 Themen, einmal die Verrohrung und Abnehmer in den Wohnungen und einmal das Heizsystem an sich. Wenn du die Wohnungen komplett sanierst und die Verrohrung auch so lala ist, wäre evtl. eine Überlegung auf Fußbodenheizung zu gehen. Die alte Verrohrung einfach drin lassen soweit möglich und die Heizkörper abbauen. Alternativ, wenn da eh so riesige Trümmer dranhängen, lassen die sich vermutlich auch gegen entsprechend große Typ 33 Heizkörper tauschen, dass du auf eine ordentliche Heizfläche kommst. Dann wäre aber denke ich mal eine ordentliche Spülung von nöten und einige Gebete, dass die Rohre halten.

    Eine Alternative zur Zentralheizung würde mir aber noch einfallen, was man sich mal anschauen könnte: Im Stuttgarter Großraum gibts eine Firma namens Heatpump 23 (keine bezahlte Werbung, habs nur in einem Zeitungsartikel gelesen), die speziell Wärmepumpen für nen 1:1 Tausch mit Gasetagenheizungen entwickelt hat. Das hätte VIELLEICHT den Charme, dass du die Wohnungen sequenziell sanieren lassen kannst und auch evtl. separat Fördern lassen könntest. Die Mieter zahlen es dann normal mit ihrer eigenen Stromrechnung (einfacher für Abrechnung?) mit und bei einem Ausfall der Heizung ist nicht das ganze Haus kalt.
     
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  3. 415B

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    Finger weg von Fernwärme außer du hast reichlich Kohle.
    Bei Fernwärme hast du nur einen Anbieter und der kann nehmen was er will. Da gibt es reichlich unzufriedene Kunden und selbst ARD und ZDF warnen davor.
     
  4. am1003

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    Ich als Installateur würde erst einmal grob die Heizlast ermitteln und sehen, ob wirklich ein Austausch der HKs nötig ist. Zentralheizung im Keller. Neue Stränge in der passenden Dimension. Also errechnet nach benötigter Heizleistung und gewünschter Spreizung. Die alte Anlage dort anschließen. Evt. lässt sich die Heizung ja sogar anhand der Dimension der Anlage sogar schon mit Wärmepumpe betreiben.
    Eine Wärmepumpe benötigt einen relativ hohen Volumenstrom mit geringer Spreizung. Also Differenz zwischen Vor-und Rücklauftemperatur. Um dort anhand des Volumenstromes keine großen Strömungsgeräusche zu haben, benötigt man relativ große Leitungen.
    Im Nachhinein kann man nach und nach, wenn nötig, die Heizleitungen in den Wohnungen erneuern, wenn nötig auch die Heizkörper.
     
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  5. fmms

    fmms

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    Derzeit ist das Haus vollständig vermietet. Ich habe eine Wohnung nur befristet vermietet, damit im Sommer in gut zwei Jahren eine Wohnung leersteht und ein Heizungsbauer in der Wohnung sich niederlassen kann.
    Ich habe auch bedenken, dann 120 Jahre alte Rohre in den Decken zu haben...

    Heizungsbauer 1 überlegt, ob das Haus auch mit ener Wärmepumpe betrieben werden könnte. Ich habe die Heizlast mit Heiz.report berechnet. Ich komme auf ca. 52kW bei einer Fläche von gut 650qm. Quasi alle Heizkörper müssten 33 werden, um mit der Vorlauftemperatur unter 55 zu bleiben.
    Vor das Haus müsste eine Kaskade aus drei Wärmepumpen.
    Heizungsinstallateur 1 würde es mit Wärmepumpe probieren, hat aber kein entsprechendes Referenzobjekt.
    Heizungsinstallateur 2 hat selbst mehrer MFH im eigenen Bestand und sagt, er habe sich da für Fernwämeentschieden. Weil das selbst für ihn wartungsfreier und sorgloser sei.

    ja, da habe ich viel drüber nachgedacht. Das Haus befindet sich in Kiel. Die Fernwärme dort gehört derzeit zu den günstigeren in Deutschland. Es ist in einer innerstädtischen Lage und vor einigen Wochen sind die Stadtwerke auf mich zugekommen, da die Fernwärme in der Straße erneuert werden soll. Fragen Sie bei den verbleibenden Eigentümern nach. Von den 20 Häusern in meinem Straßenabschnitt sind derzeit 16 an das Fernwärmenetz angeschlossen. Ich habe mir die Pläne der Netzauskunft besorgt und die Aussage ist nicht Vertrieb sondern korrekt.

    Dies ist meines Erachtens nicht oder nur sehr unangenehm möglich. Entweder mache ich jetzt Steigestränge durch die Küchen wo derzeit die Gastetagenheizungen hängen. Dann habe ich zwei Steigestänge. Allerdings ist es von da sehr schwer in das Wohnzimmer zu kommen man müsste durch mehere Zimmer, es ist ausgeschlossen, dass man nicht über Türen muss. Es wäre wohl ein Aufputzinstallation quer durch die Wohnung.
    Im anderen Fall gibt es links und rechts im Haus einen Steigestrang, der die direkt die Wohn- und Esszimmer anbindet und einen der im Bad hochgeht und damit Küche, Bad und Schlafzimmer erreichen kann.


    Ein Problem der aktuellen Installation ist, dass die Rohre in den Decken wohl auch teils starre Verbindungen mit dem Gebäude haben und es somit deutlich knackt. Daher hatte ich mir bis jetzt vorgenommen die Heizung komplett zu erneuern.

    Die beiden Heizungsbauer sagen das Gegenteil obwohl sie dasselbe Haus besichtigt haben... Daher bin ich derzeit etwas ratlos. Für den Fernwämeanschluss müsste ich nur in den nächsten Monaten zusagen, weil während der Kompletterneuerung der Straße für die nicht angeschlossenen Eigentümer Sonderkonditionen bekommen sollen...
     
  6. fmms

    fmms

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    danke für eure Antworten @GreatScott83 , @415B , @am1003 . Ich hoffe mit den weiteren Informationen wird es etwas klarer.
     
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Heizungssanierung MFH Baujahr 1952. Gasetagenheizung auf Zentralheizung. Neue Steigestränge?

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