Erfahrungen Fernwärme- Verbrauch etc.

Diskutiere Erfahrungen Fernwärme- Verbrauch etc. im Heizung 1 Forum im Bereich Haustechnik; Hallo liebes Forum, ich habe ein paar grundsätzliche Fragen zu Fernwärme: Bei uns in der Straße wird kurzfristig Fernwärme verlegt. Ein Wohnblock...

  1. #1 Handwerkerlaie78, 12.06.2026 um 20:05 Uhr
    Handwerkerlaie78

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    Hallo liebes Forum,

    ich habe ein paar grundsätzliche Fragen zu Fernwärme:
    Bei uns in der Straße wird kurzfristig Fernwärme verlegt. Ein Wohnblock gegenüber wird komplett mit Fernwärme versorgt. Im Zuge dessen haben wir auch von den Stadtwerken ein Angebot erhalten, da wir auf der gegenüberliegenden Seite in einem Reihenendhaus leben.
    Die Anschlusskosten und Fördermöglichkeiten hat uns gestern ein Mitarbeiter der Stadtwerke erklärt.
    Nun ist es so, dass wir derzeit noch mit Öl heizen. Die Anlage ist von 1996-der Brenner wurde 2024 getauscht.
    Das Haus hat eine Wohnfläche von ca. 130 qm2. Bisher haben wir ca.1500 Liter Öl im Jahr verbraucht (ohne Warmwasser).
    Der Energieberater sagte uns, dass 1500 Liter Öl ungefähr 15.000 kWh Gas bedeute. Wir würden durch Fernwärme einen deutlich niedrigeren Verbrauch haben (so der Berater der Stadtwerke...Ich habe ihm auch gesagt, dass er dies sagen muss ;)). Er sprach von 12.000 kWh.
    Nun meine Frage:
    Hat jemand von Euch von Öl auf Fernwärme gewechselt und wie sind da Eure Erfahrungen bzgl. des Verbrauchs. Wir können es gar nicht einschätzen.
    Aber bitte Erfahrungen nur zum Thema- nicht zu Monopolstellung, Anschaffungskosten, warum keine Wärmepumpe etc.
    Vielen Dank
     
  2. Fred Astair

    Fred Astair

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    Ich habe keine Umstellungserfahrung, aber welche von Objekten mit Gas-, Öl und Fernwärme.
    Prinzipiell ist es so, dass nicht die Art der Heizung den Wärmeverbrauch bestimmt sondern das Haus, Nutzer und die Gradtagszahlen des Betrachtungszeitraums.
    Beim Vergleich fossile Wärmeerzeugung zu Fernwärme besteht der Unterschied darin, dass die Literzahl Öl die gesamte Sekundärenergie beinhaltet. Auch eine Brennwert-Ölheizung liefert nur max. 80-90% als Endenergie, die an den Heizkörpern ankommt. Bei der Fernwärme ist hingegen die gezählte Wärmemenge auch die Endenergie.
    Das macht den Unterschied.
     
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  3. #3 Handwerkerlaie78, 13.06.2026 um 16:44 Uhr
    Handwerkerlaie78

    Handwerkerlaie78

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    Danke für Deine Antwort.
     
  4. nordanney

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    Na ja, wenn das Haus eine Energiemenge x braucht, ist es so was von egal, wir die bereitgestellt werden. Also der Verbrauch bleibt gleich. Nur die Kosten ändern sich, da Öl einen anderen Preis hat als Fernwärme oder Strom für die WP. Auch die Effizienz der Heizung kann sich ändern - bei Öl geht einiges durch den Schornstein, ne WP ist effizienter.

    Ansonsten sieht Antwort von Fred
     
  5. nordanney

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    P.S. Bei Fernwärme bindest du dich an einen Monopolisten. Wäre für mich DAS KO Kriterium. Dafür verbessert sich im Schnitt dir Energieeffizienz deines Hauses um wahrscheinlich zwei Stufen (nur einen Rechentrick durch die Fernwärme - also auf dem Papier, nicht in echt). Kann beim Verkauf viel ausmachen.
     
  6. chris84

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    Ich habe zwar auch keine Erfahrungen diesbezüglich, aber 12.000kWh vs. 15.000kWh sind etwa 80%, das kommt als Wirkungsgrad bei einem ollen Kessel durchaus hin. Bei relativ niedrigem Verbrauch und großem Kessel kann der Wirkungsgrad durchaus noch deutlich schlechter sein. Selbst Brennwertgeräte sind bei unsgünstigen Konstellationen in der Lage über 25% des Brennstoffs aus dem Kamin zu werfen...
     
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  7. #7 GreatScott83, 13.06.2026 um 22:53 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 13.06.2026 um 23:00 Uhr
    GreatScott83

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    Puh, ich glaube Erfahrungswerte bringen da nicht so ultra viel. Fernwärme, wie hier schon richtig geschrieben, ist regional Stark monopolisiert. Wir sind Planungsgebiet, es gab nur mal eine Voranfrage ob ein grundsätzliches Interesse bestehen würde. In dem Rahmen hatte ich es mal grob überschlagen lassen wo wir da mit aktuellen Preisen und Förderung rauskommen. 1977/78er Haus aktuell ~2.000 Liter Öl im Jahr bei 140m² beheizter Wfl. aber mit den (low Cost) Maßnahmen noch nicht ganz durch um das noch etwas runter zu bekommen.

    (Sehr grob) gerechnet mit den aktuellen Preisen und ohne Solaranlage sind wir mit einer WP irgendwo nach ~15 Jahren am Break Even Point im Vergleich zur Fernwärme. Installationskosten sind bei uns etwas höher. Das wurde mit um die 30-35k gerechnet, nach Abzug der Förderung, da z.B. auch ein bisschen was an der Elektrik gemacht werden muss und alle Heizkörper getauscht werden müssten. Bei der Fernwärme kommen wir irgendwo bei 6-8k Installationskosten raus. Aber die Endpreise ist halt entsprechend ordentlich, so dass uns Fernwärme um die 3.300€ pro Jahr kosten würde und die WP ca. 1500€.

    Aufs Jahr gerechnet fährst du mit einer effizient laufenden Wärmepumpe deutlich günstiger. Wo dein persönlicher Break Even Point liegt hängt halt extrem stark davon ab wie viel du Investieren muss um eine effizent laufende Wärmepumpe ins Haus zu bekommen (JAZ >=3 würde ich mal in den Raum stellen) und mit der Preisentwicklung die im Moment keiner so wirklich Abschätzen kann. Wir liegen zum Beispiel in unserer Region ungefähr im deutschen Durchschnitt. Ist halt die Frage wo du da Regional liegst. In manchen Regionen ist es vergleichsweise günstig, in anderen reiner Wucher.

    Dazu halt noch deine persönlichen Planungen und vorlieben. Wenn man das von deinem Benutzernamen ableiten kann bist du jetzt 48. Bei deinem vergleichweise geringen Verbrauch würde ich mal schätzen, dass dein Break Even Point vielleicht irgendwo bei 8-12 Jahre liegen könnte, wenn du nicht so viel Investieren musst (wir haben hier wirklich viel zu wenig Angaben zu deinem Haus). Dann bist du 56-60. Hast also (hoffentlich) noch einige Jahre vor dir (im deutschen Durchschnitt um die 18 Jahre), dass du von den günstigeren Heizpreisen durch eine WP durchaus noch profitieren könntest und halt eventuelle Hinterbliebene wenn du irgendwann nicht mehr bist. Planst du allerdings mit 60 alles abzustoßen und irgendwohin auszuwandern, wäre die Fernwärme vielleicht eine "sorgenfreiere" Wahl, weils quasi einmal einbauen und nicht mehr so wirklich viel drüber nachdenken ist. Mit einer WP ist es gar nicht so schlecht wenn man sich ein bisschen mit beschäftigt.

    Du siehst, alles sehr individuell je nach Haus, Lebenssituation und Zukunftsplanung.

    P.S.: Was in der Rechnung noch fehlt sind z.B. Sonderausgaben. Größtenteils haben wir haben fast 50 Jahre alte Rippenheizkörper. Die haben ihr Lebensende auch irgendwann ereicht. Bei einer WP müssen wir sie definitiv tauschen, bei Fernwärme nicht zwingend, aber könnten in den nächsten 20 Jahren trotzdem kommen, bzw. sehr wahrscheinlich sogar und wären dann evtl. nicht Förderfähig wenn wir es nicht zusammen mit der WP machen würden. Von dem her könnte der Break Even bei uns auch eher niedriger ausfallen.
     
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