Wärmebrücke bei Altbau aus 1960er mit dezentraler Lüftung

Diskutiere Wärmebrücke bei Altbau aus 1960er mit dezentraler Lüftung im Sanierungskonzept & Kostenschätzung Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich überlege eine 4-Zimmer-Eigentumswohnung (Eine Fassade ist gedämmt aber der andere ungedämmte Backsteinfassade, Energieklasse...

  1. #1 Harymac, 01.06.2026
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    Hallo zusammen,

    ich überlege eine 4-Zimmer-Eigentumswohnung (Eine Fassade ist gedämmt aber der andere ungedämmte Backsteinfassade, Energieklasse E) zu kaufen und später zu vermieten. Innen würde vor ca. 10 Jahre komplett saniert.

    Es gibt laut Protokollen im Haus wohl ein paar Feuchtigkeitsprobleme bei den Nachbarn. In der Wohnung selbst gibt es zwei bekannte Kältebrücken/Wärmebrücken an den Ecken zur Außenwand. Ein Nachbar hat bei sich wohl schon einen Wandlüfter eingebaut und Ruhe.

    Da ich vermieten will und nicht weiß, wie ordentlich die Mieter lüften, kam mir die Idee, an den zwei kritischen Ecken dezentrale Lüfter mit Feuchtigkeitssensor nachzurüsten.

    Meine Fragen:

    1. Reicht so ein dezentraler Lüfter an der Ecke aus, um Schimmel/Kondensat im Winter sicher zu verhindern, oder bekämpft das nur die Symptome?

    2. Schadet die ungedämmte Wand dem Gebäude langfristig, wenn die WEG die nächsten 10 Jahre gar nichts dämmt?

    3. Mit was für Kosten muss ich pro Lüfter inklusive Kernbohrung durch den Backstein ungefähr rechnen?
    Danke für eure Einschätzung!
     
  2. mmalle

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    Ich würde da nicht blind auf zwei Lüfter setzen. Du senkst nämlich nur die Luftfeuchte, aber die Wärmebrücke selbst ist leider weiter da. Außerdem würde ich vor dem Kauf eher einen Sachverständigen mit Messung draufschauen lassen. Gerade bei einer Vermietung willst du später mit keiner Schimmel-Diskussion konfrontiert sein.
     
  3. #3 Harymac, 01.06.2026
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    In der Wohnung selbst gibt es noch kein Problem zu Feuchtigkeit. Da sind 3-Fach verglasung für die Fenster eingebaut. Aber wegen die Backsteine würde diesen Wand nicht gedämmt. Die Probleme zu Feuchtigkeit kam nur bei einem Partei die 3. Stockwerke oben wohnt und das war wegen die schlechte Lüftung durch unbeheizte Zimmer. Die Energieberater hat hierzu auch keine Empfehlung gemacht. Für mich stellt die Frage, wenn ich selbst diese Ecke gut beheizen würde, hilft diese schon und muss man wirklich irgendwann die Dämmung auf alle Seiten bauen?
     
  4. BaUT

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    Hoffentlich mit Fensterfalzlüftern!!!
    Wenn nicht solltest du gleich nach Wohnungskauf ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erstellen lassen und entsprechende Lüftungselemente nachrüsten lassen. Dass das Objekt energetisch unsaniert bzw. unzureichend teilsaniert ist, wird bei dem Lüftungskonzept mit berücksichtigt.

    Im Mietvertrag sollten die kritischen Bereiche der Wohnung benannt werden und eine Möblierung dieser Bereiche untersagt oder eingegrenzt werden.
     
  5. #5 Harymac, 02.06.2026
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    Vielen Dank für Ihre Ausführliche Erklärung. Zu mein Verständnis nochmal: Besteht einen Risiko bei Kauf solche Wohnungen? Wie ist es in normalen Fall bei eine Teilsanierte Haus? Ist einen Kompletten Sanierung den Einzige Weg, sicher zu stellen, dass da keine Probleme auftreten wird? Hat so ein Haus einen Wiederverkaufswert in 15-20 Jahre?
     
  6. #6 Fred Astair, 02.06.2026
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    Ja.
    Besonders riskant wird es durch die Weitervermietung.
    Gewöhnlich ist in teilsanierten Häusern, die Kellerdecke ungedämmt oder alte undichte Fenster verbaut. Dass eine Fassade gedämmt und die andere nicht ist, macht es komplizierter.

    Kommt darauf an, würde der Jurist sagen. Wenn Dein Mieter daraus eine Schimmelhöhle gemacht hat und die Energiepreise durch die Decke gehen, eher bescheiden.
     
  7. #7 Harymac, 02.06.2026
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    Wäre dann die einzige Lösung die unsanierte Fassaden noch mit eine Dämmung zu sehen damit diese Wärmebrücke nicht entsteht oder welche anderen günstigeren Maßnahmen könnte noch funktionieren?
     
  8. #8 Fred Astair, 02.06.2026
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    Wir kennen die Hütte nicht. Was gibts denn zur ungedämmten Wand noch für Schwachstellen? Elektroinstallation, Heizung, Sanitär, Lüftung, Dach, Boden...
     
  9. mmalle

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    Ein gutes Beheizen hilft da schon, aber eine saubere Prüfung muss da sein. Weil, die Wand wird dadurch ja nicht wärmer konstruiert, sondern nur weniger kritisch genutzt. Bei der Vermietung wäre mir das zu dünn. Ich würde vor dem Kauf ein Lüftungskonzept und eine Einschätzung der Oberflächentemperaturen machen lassen. Dann sieht man eher, ob Lüfter, Heizverhalten und freie Ecken reichen.
     
  10. #10 Tikonteroga, 08.06.2026
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    Wie kann man sich das vorstellen, dass ein Teil der Außenwände gedämmt ist und ein anderer Teil nicht? Befinden sich die Heizkörper an den gedämmten oder den ungedämmten Außenwänden?
     
  11. 007Chris

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    Die Kombination aus neuer Dreifachverglasung und ungedämmtem 1960er Backstein ist der Klassiker für Schimmel, erst recht bei einer Vermietung. Durch die dichten Fenster fällt die natürliche Fugenlüftung weg. Die Scheibe ist nun warm, wodurch die ungedämmten Außenwandecken zum kältesten Punkt im Raum werden, also zur geometrischen Wärmebrücke.

    Dezentrale Lüfter mit Feuchtigkeitssensor bekämpfen hier allein leider nur das Symptom. Schimmel entsteht nämlich nicht erst bei Kondenswasser, sondern sobald die Luft an der eiskalten Wandecke dauerhaft 80 % Feuchtigkeit erreicht. Steht dann ein Möbelstück davor oder spart der Mieter beim Heizen, schimmelt es trotz Lüftung. Dem Außenbackstein schadet es die nächsten 10 Jahre zwar nicht, aber das Problem wandert komplett nach innen. Die kalte Wand zieht die Wärme extrem an, und wenn durch ungünstige Heizkörper die Luftzirkulation in den Ecken fehlt, stürzt die Temperatur dort ab.

    Finanziell musst du bei den Lüftern mit ca. 400 bis 700 € netto pro Gerät (z. B. Südwind oder Inventer) plus 300 bis 500 € für die Kernbohrung und Montage pro Wandöffnung rechnen. Insgesamt landet man da schnell bei 2500 € bis 3500 € brutto für beide Öffnungen, sofern Strom liegt.

    Um die Sache wirklich mietersicher zu machen, fährst du mit einem Kombi-Konzept aus Lüftung und Wärmeschutz am besten. Da dichte Fenster ohne Falzlüfter verbaut wurden, ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ohnehin rechtlich Pflicht, um den nötigen Mindestluftwechsel zu bestimmen.

    Damit die Lüfter aber nicht im Dauerbetrieb laufen müssen und die Ecke eiskalt bleibt, solltest du parallel eine Flankendämmung an den kritischen Stellen prüfen. Mit keilförmigen Innendämmplatten aus Kalziumsilikat holst du die Wärme in die Ecke zurück und hebst die Oberflächentemperatur dauerhaft an. Die Lüftung reguliert dann die Luftfeuchtigkeit der Wohnung, während die Platten die kalte Ecke entschärfen. Erst diese Kombi löst das Problem an der Wurzel, selbst wenn mal ein Schrank im Weg steht.
     
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