Glaswolle 035 Zwischensparrendämmung bei Hitze

Diskutiere Glaswolle 035 Zwischensparrendämmung bei Hitze im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Unser Haus Bj. 2009, Holzrahmenbau mit 15 cm Zwischensparrendämmung WLG035, 10 cm EPS 035, Vormauerwerk aus Vollziegeln, zwei Vollgeschosse und...

  1. #1 capslock, 27.06.2026 um 08:39 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 27.06.2026 um 09:54 Uhr
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    Unser Haus Bj. 2009, Holzrahmenbau mit 15 cm Zwischensparrendämmung WLG035, 10 cm EPS 035, Vormauerwerk aus Vollziegeln, zwei Vollgeschosse und Dachboden ohne Kniestock, 30 cm Zwischensparrendämmung, Spanplatte 13 mm, 3 cm PU 024, Gipskarton 9 mm kommt normalerweise mit Kaminlüftung in der Nacht und Verschattung am Tag gut durch den Sommer, jedoch wird der Dachboden immer sehr unangenehm warm. Wenn dann die Nachtemperaturen mehr als 2 Tage nicht mehr unter 20° fallen, wird es auch im OG ungemütlich.

    Gerade noch rechtzeitig vor der aktuellen Hitzewelle habe ich eine Portasplit mit 3,5 kW Kühlleistung ergattert. Die tut nun an einem der Giebelfenster auf dem Dachboden, Rolladen bis zur Nabelschnur runtergelassen und die Ritzen ziemlich gut mit Handtüchern abgedichtet.

    Wir kommen tatsächlich nach einem halben Tag auf 21° am Boden des Dachbodens, maximal 25,5° im OG (statt ohne 27,5°) und im EG bleibt es auch bei 25° wie vorher. Da auch kräftig entfeuchtet wird, wird man auch nicht mehr erschlagen, wenn man die Treppe ins OG hochgeht. So weit, so gut.

    Was mich aber wundert: wieso brauche ich 3,5 kW, um den Dachboden auf im Mittel 10° Differenz zur Außentemperatur zu bringen, während im Winter die 5,6 kW der WäPu locker für das ganze Haus (Dachboden und Keller sind ungeheizt, aber in thermischer Hülle) und Warmwasser dazu reicht und auch bei -15° der Heizstab nicht angeht und die WäPu auch nur zu 80% läuft.

    Ich habe dann gestern mal die Dachziegel (Ton, dunkelrot glasiert) gemessen. Auf der SW-Seite sind es mit Thermokamera 60°, unter den Ziegeln mit klassischem Glasthermometer 52°C. Es sind also ca. 30° Delta, aber nur auf einer Seite des Daches (und die SW-Wand ist gut mit Sonnensegeln verschattet).

    Gibt es irgendeinen Mechanismus, dass Glaswolle Strahlungswärme schlechter abhält? Immerhin hat das Zugeben von Graphit EPS ja auch von 035 nach 032 gebracht (wobei ich hier nicht nach 10%-Effekten suche). Die Verfechter von Holzwolle behaupten ja immer besseren Hitzeschutz, aber da scheint es mehr um die Wärmekapazität und thermische Trägheit zu gehen.
     
  2. capslock

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    Überschlägige Rechnung zum Austausch über Strahlungswärme (T1^4-T2^4):
    52°C sind 325 K und ^4 sind es 11,2e9 K^4
    22°C sind 295 K und 7,6e9 K^4
    -8^C sind 265 K und 4,9e9 K^4

    Bei -8° Außentemperatur ist der Strahlungsaustausch proportional zu 7,6 - 4,9 = 2,7
    Bei 52°C Dachziegelinnentemperatur ist er proportional zu 11,2 - 7,6 = 3,6

    also auch nur 30% mehr. Und dazu kommt, dass es hier durchaus -15°C werden kann und wir im Winter oft sternenklaren Himmel haben und die Dachziegel durch Strahlungsaustausch mit dem Weltraum deutlich kälter als Lufttemperatur werden.

    --> Strahlungsaustausch als Kurzschluss für die Wärmeleitung in der Glaswolle kann also nicht erklären, warum ein halbes Dach fast so viel Kühlleistung schluckt wie das komplette Haus Heizleistung im Winter braucht.
     
  3. #3 profil, 27.06.2026 um 10:01 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 27.06.2026 um 10:11 Uhr
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    • Temperatur -1°C (Kelvin) Kühlen braucht deutlich mehr Energie (Faktor 2-3) als +1°C (Kelvin) Heizen.
    • Dachziegel werden bei Hohen Temperaturen im Sommer in der prallen Sonne über 70°C heiß (Je nach Farbe/Neigungswinkel/... auch deutlich mehr) dieser "Dachziegel Wärmespeicher" gibt sehr viel mehr Wärme in dein Haus ab als Du denkst.
    • Bauweise..... = beim Sommerlichen Wärmeschutz bitte nicht nur das Dämmmaterial berücksichtigen.... z.B. Hinter Lüftung unter den Ziegeln....oder Überbau von PV-Modulen mit genügend Abstand kann die Dachziegel Temperatur = Temperatur Abgabe der Dachziegel inns Haus erheblich senken.
    • Wände mit Vormauerwerk und Senkrechte Fenster mit Außenrolladen = Optimaler Sommerlicher Wärmeschutz...
     
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    Die Energie zur Entfeuchtung der Luft kommt auch noch hinzu. Das kann - je nach Luftfeuchte 500W und mehr ausmachen. Die KI berechnet für 1l Wasser aus der Luft zu bekommen ca. 0,7kWh...
     
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    Hinzu kommt die Bauphysik/.... durch die Klimaanlage im Dachboden wird Decke des Obergeschosses oben gekühlt.
    Es wird so sein das an der "Kalten" Decke zum Dachboden gekühlte Luft nach unten fällt und wärmere Luft von unten nach oben steigt (Prinzip= Heißluftballon...).
    Bei deinem Haus (das wir nicht kennen) könnte hinzukommen das durch den Lüftungs-Kammin und durchs Treppenhaus und/oder Offene Bauweise(?) die Luft im Haus gut Zirkulieren kann... somit kühlt die kleine Klimaanlage im Dachboden wie von Dir beschrieben das ganze Haus.
     
  6. driver55

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    Jetzt sieht sich bereits ein Tischlermeister veranlasst, einem Physiker grundlegende physikalische Zusammenhänge zu erläutern.

    Zum Vergleich stehen hier zwei völlig unterschiedliche Systeme:
    Eine Luftkühlung, die gegen Dachtemperaturen von etwa 60°C bis 70°C arbeiten muss und dabei Luft als Wärmeträger nutzt – ein Medium mit vergleichsweise geringer Wärmekapazität und somit eingeschränkter Effizienz.

    Demgegenüber steht eine wassergeführte Flächenheizung (Fußbodenheizung), die selbst im ungünstigen Fall gegen Außentemperaturen von etwa −15°C betrieben wird. Hier fungiert Wasser als deutlich leistungsfähigerer Wärmeträger, unterstützt durch die thermische Speichermasse des Estrichs. Zusätzlich ist die wirksame Fläche mit vermutlich über 150 m² um ein Vielfaches größer als die eines typischen Dachraums mit Schrägen.
     
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