Rückstau-Problematik Altbau (1960) – Fäkalienhebeanlage im Keller vs. Gartenschacht

Diskutiere Rückstau-Problematik Altbau (1960) – Fäkalienhebeanlage im Keller vs. Gartenschacht im Sanierung konkret Forum im Bereich Altbau; Hallo zusammen, ich stehe vor einer komplexen Rückstau-Problematik in meinem Einfamilienhaus (Baujahr ca 1960) und suche einen fachlichen Rat zur...

  1. Dominik 2

    Dominik 2

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    Hallo zusammen,

    ich stehe vor einer komplexen Rückstau-Problematik in meinem Einfamilienhaus (Baujahr ca 1960) und suche einen fachlichen Rat zur optimalen Sanierungsstrategie.

    Ausgangslage:

    • System: Es handelt sich um ein klassisches Mischsystem. Alle Abwässer (WC, Dusche, Waschküche, sowie Regenwasser von der Treppe und Nordseite) laufen laut beigefügtem Entwässerungsplan unter der Bodenplatte in einem zentralen Revisionsschacht im Werkzeugkeller zusammen.

    • Gartenschacht: Von dort führt eine Leitung in einen großen, 3 Meter tiefen Revisionsschacht im Garten (Durchmesser 78 cm, mit eisernen Steigeisen ausgestattet). Dieser Schacht weist ein offenes Gerinne auf, durch das das Abwasser in den öffentlichen Kanal fließt.

    • Problem: Bei Starkregenereignissen kam es zum Rückstau. Das Wasser wurde aus dem Kanal bis in den inneren Revisionsschacht im Werkzeugkeller gedrückt und trat dort aus.

    • Bisherige Maßnahmen: Ich habe bereits Rückstauverschlüsse in den Abflüssen der Waschküche und des Heizungskellers nachgerüstet. Diese konnten das Problem am zentralen Knotenpunkt im Werkzeugkeller jedoch nicht lösen, da der Druck direkt über die Hauptleitung kommt.
    Meine Überlegungen zur Sanierung:

    1. Gartenschacht: Wäre es sinnvoll, eine Fäkalienhebeanlage direkt in den Gartenschacht zu setzen? Hier stellt sich die technische Frage, wie man das offene Gerinne bei 78 cm Durchmesser und vorhandenen Steigeisen sinnvoll in ein geschlossenes System (Pumpensumpf) umbaut, ohne den Schacht komplett zu zerstören.

    2. Keller-Lösung: Alternativ überlege ich den Einbau einer Unterflur-Hebeanlage direkt im Werkzeugkeller, um das gesamte Abwasser (Mischwasser) vor dem Verlassen des Hauses abzufangen und sicher über die Rückstauebene zu fördern.
    Meine Fragen an die Experten:

    • Ist bei einem Mischsystem in einem Altbau der Einbau einer Fäkalienhebeanlage für das gesamte Haus (inklusive Regenwasseranteil) die sicherste Lösung, um das Haus hydraulisch komplett vom Rückstau zu entkoppeln?

    • Wie ist die Einschätzung zur Einbausituation in einem Gartenschacht mit offenem Gerinne (78 cm Durchmesser)? Ist das technisch sinnvoll oder ist die Lösung im Keller (Unterflur) aufgrund der besseren Kontrolle der Zuleitungen vorzuziehen?

    • Gibt es hierbei wichtige Aspekte (z.B. Ausfallsicherheit, Doppelpumpen, Wartung, Zulassung), die bei dieser spezifischen Konstellation im Altbau zwingend beachtet werden müssen?
    Anlagen:

    • Entwässerungsplan Hedwigstr. 11a.pdf


    • Fotos: Offenes Gerinne im Gartenschacht

    • Fotos: Revisionsschacht im Werkzeugkeller

    • Fotos: Einbausituation des Kunststoff-Schachtdeckels im Gartenhaus
    Über eine fachliche Einschätzung zur Vorgehensweise wäre ich sehr dankbar. Vielen Dank für eure Mühe!
     

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  2. VollNormal

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    Dann solltest du da ansetzen und das Revisionsstück sowie erforderlichenfalls die defekte Leitung erneuern lassen. Einen Reparaturversuch halte ich angesichts des fortgeschrittenen Alters und schlechten Erhaltungszustands für nicht zielführend.

    Nein. Die Abwässer von oberhalb der Rückstauebene sollen auch im Rückstaufall im freien Gefälle abgeführt werden. Falls im Keller zwingend benötigte Entwässerungsgegenstände vorhanden sind, sollten deren (fäkalienfreie!) Abwässer mit einer Hebeanlage über die Rückstauebene geführt werden und alle anderen Abflüsse im Keller stillgelegt und dauerhaft verschlossen werden.

    Kam der Rückstau denn aus dem öffentlichen Kanal? Wurde deine Anschlussleitung inspiziert? Nicht dass du dir deinen ganz eigenen privaten Rückstau machst ...
     
    Viethps und seaway gefällt das.
  3. Dominik 2

    Dominik 2

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    Hallo zusammen,

    danke für die bisherigen Rückmeldungen. Um meine Situation klarer zu formulieren und die Diskussion zu fokussieren:

    Ursache: Bei den Starkregenereignissen waren auch die Nachbarn betroffen, der Rückstau kommt also zweifelsfrei aus dem öffentlichen Kanal.

    Erkenntnis: Ich habe verstanden, dass eine Fäkalienhebeanlage für das gesamte Haus (inklusive Obergeschosse) technisch nicht sinnvoll ist, da die Abwässer der oberen Etagen weiterhin im freien Gefälle entwässern müssen.

    Meine Frage zur weiteren Vorgehensweise:
    Wenn das Haus bei Extremwetter unter der Rückstauebene liegt – wie trenne ich den Keller am besten fachgerecht ab? Ist in diesem Fall die Unterflur-Hebeanlage nur für die Keller-Abläufe (bei gleichzeitiger Stilllegung der ungenutzten Abläufe) die gängige Lösung, oder gibt es bei 1960er-Jahre-Systemen noch andere bewährte Methoden, um den Rückstau aus dem Kanal nicht ins Haus zu lassen?

    Vielen Dank für eure Hilfe!
     
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Rückstau-Problematik Altbau (1960) – Fäkalienhebeanlage im Keller vs. Gartenschacht

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