Dampfbremse Dachfenster

Diskutiere Dampfbremse Dachfenster im Dach Forum im Bereich Neubau; Hallo zusammen, bei einem Achtfamilienhaus wurde im September vergangenen Jahres das Dach vollständig saniert. Dabei wurde unter anderem eine...

  1. Cello88

    Cello88

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    Hallo zusammen,

    bei einem Achtfamilienhaus wurde im September vergangenen Jahres das Dach vollständig saniert. Dabei wurde unter anderem eine Aufsparrendämmung eingebaut und mehrere Dachflächenfenster erneuert beziehungsweise neu eingebaut.

    Im Nachhinein sind Zweifel aufgekommen, ob die luftdichte beziehungsweise dampfbremsende Ebene fachgerecht ausgeführt wurde.

    Auf vorhandenen Fotos ist zu erkennen, dass die unterhalb der Aufsparrendämmung verlegte Dampfbremse offenbar nicht bis unmittelbar an die Dachfenster herangeführt und auch nicht luftdicht mit dem Fensterrahmen beziehungsweise einem geeigneten Anschlussset verbunden wurde. Stattdessen endet die Folie augenscheinlich mit Abstand zum Fenster. Der Bereich zwischen Folie und Fenster wurde anschließend von innen mit Gipskartonplatten verkleidet.

    Bei einzelnen Dachfenstern sind außerdem bei stärkerem Wind Luft- beziehungsweise Windgeräusche hinter den angrenzenden Gipskartonverkleidungen wahrnehmbar. Bei geschlossenem Fenster scheinen die Geräusche aus dem Bereich hinter der Innenverkleidung zu kommen.

    Zusätzlich wurden mehrere Lüftungsleitungen durch die Dachkonstruktion geführt. Auch dort ist nicht erkennbar, dass die Dampfbremse mit geeigneten Manschetten oder Klebebändern luftdicht an die Rohre angeschlossen wurde. Teilweise scheinen die Leitungen lediglich durch eine Öffnung in der Folie geführt worden zu sein.

    Hierzu hätte ich folgende Fragen:

    1. Muss die Dampfbremse beziehungsweise luftdichte Ebene bei einer Aufsparrendämmung grundsätzlich luftdicht an die Dachflächenfenster angeschlossen werden?
    2. Können die innenseitigen Gipskartonplatten diesen fehlenden Anschluss ersetzen, oder ist unabhängig von der Innenverkleidung ein definierter luftdichter Anschluss der Folie erforderlich?
    3. Sind wahrnehmbare Windgeräusche hinter der Fensterverkleidung bereits ein deutlicher Hinweis auf Undichtigkeiten der luftdichten Ebene?
    4. Wie sind Lüftungsrohre und sonstige Durchdringungen fachgerecht an eine Dampfbremse anzuschließen? Sind hierfür grundsätzlich geeignete Rohrmanschetten oder vergleichbare Systemlösungen erforderlich?
    5. Welche bauphysikalischen Risiken bestehen durch solche Fehlstellen, insbesondere hinsichtlich Konvektion, Feuchteeintrag in die Dachkonstruktion, Tauwasser und möglicher Schimmel- oder Holzschäden?
    6. Wie kann die Ausführung nachträglich sinnvoll überprüft werden? Wäre ein Blower-Door-Test in Verbindung mit Thermografie oder einer Leckageortung geeignet?
    7. Ist eine fachgerechte Nachbesserung von innen möglich, oder müssten hierfür die Gipskartonverkleidungen an den Fenstern und Lüftungsdurchführungen vollständig geöffnet werden?
    8. Handelt es sich nach der Beschreibung voraussichtlich um einen Ausführungsfehler, den das ausführende Dachdeckerunternehmen nachbessern müsste?
    Fotos der betreffenden Fensteranschlüsse und Lüftungsdurchführungen kann ich zur Beurteilung ergänzen.

    Vielen Dank im Voraus für eine fachliche Einschätzung.
     

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  2. Hark

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    Nach meinem Wissenstand, sind Gipskartonplatten allein nicht ausreichend - ja, ein luftdichter Anschluss ist erforderlich.

    könnte sein, vorstellbar wäre aber auch eine Schallübertragung von außen.

    Systemlösungen nicht unbedingt, ist aber in der Regel einfacher und schneller zu montieren und in der Regel besser. Aber auch eine handwerkliche Lösung ist möglich.

    ist alles möglich.

    Ohne Rückbau der Gipskartonbekleidung wird es nicht gehen.


    Ich bin kein Richter und kein Sachverständiger, aber nach meiner Meinung wäre eine Nachbesserung erforderlich (wenn die Folie wirklich nicht an die Fenster angeschlossen wurde, das ist auf den Bildern ja nicht eindeutig zu sehen)

    hier ein beispielhaftes Video eines Fenstereinbaus von Bauder:



    Blower Door ist Im Altbau vermutlich schwierig. Thermografie wäre möglich (im Winter) und eine Bauteilöffnung könnte man machen. Leckageortung (mit Nebel?) hab ich im Steildach noch nicht gesehen, aber theoretisch vorstellbar.

    So eine Aufsparrendämmung ist eigentlich schon "aus sich selbst heraus" im Bereich der Velux Dachfenster relativ winddicht. Wenn da jetzt ein Problem besteht, dann kann man den Verdacht äußern, daß an der Traufe oder am Giebel eventuell nicht korrekt gearbeitet wurde.
     
  3. ToTi

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    Ich habe da noch eine Frage. Wo ist das untere (und obere) Wechselholz bei den Dachfenster?? Wurde das noch eingebaut und ist auf den Bildern nicht sichtbar? Was ich persönlich eigentlich nicht glaube. Die Wechselhölzer sind statisch gesehen extrem wichtig! Bitte auch noch Bilder von dem fertigen Innenfutter posten.
     
  4. Cello88

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    Zunächst einmal vielen Dank für die bisherigen ausführlichen Antworten, Einschätzungen und Hilfestellungen. Das hat mir bereits sehr geholfen, die Situation besser einzuordnen.

    Ich habe inzwischen noch einige Bilder aus der Bauphase aufgetrieben. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Sparrenwechsel offenbar teilweise ausgelassen wurde. Nach Aussage bzw. Einschätzung der ausführenden Firma war man wohl der Auffassung, dass dies nicht erforderlich sei.

    Vor der Sanierung waren kleinere Dachfenster eingebaut. Im Zuge der Dachsanierung wurden größere Dachfenster eingesetzt. Der Dachdecker hat die Fenster von außen eingebaut, den Ausschnitt im Dach bzw. die Öffnung aber offenbar nicht entsprechend hergestellt oder angepasst, sondern im Wesentlichen so belassen. Der Trockenbauer war darüber nach meiner Erinnerung sehr verärgert, da dies offenbar Auswirkungen auf den weiteren Innenausbau hatte.

    Wenn ich die bisherigen Hinweise richtig verstehe, ergibt sich daraus nun das Problem, dass ein fachgerechter luftdichter Anschluss der Dampfbremse an die Dachfenster in dieser Ausführung praktisch nicht oder jedenfalls nicht sauber hergestellt wurde. Genau das bereitet mir aktuell Sorgen, insbesondere im Hinblick auf Luftdichtheit, Feuchteschutz und mögliche spätere Bauschäden.

    Meine Frage wäre daher: Verstehe ich das richtig, dass ich an diesem Punkt sinnvollerweise einen unabhängigen Sachverständigen hinzuziehen sollte, um die Ausführung vor Ort prüfen und dokumentieren zu lassen? Und falls sich dabei tatsächlich Ausführungsfehler bestätigen, läuft es dann vermutlich darauf hinaus, die Mängel formal geltend zu machen und gegebenenfalls den Rechtsweg zu beschreiten?

    Mir geht es zunächst darum, die Situation fachlich richtig einzuschätzen und keine vorschnellen Schritte zu unternehmen. Über weitere Einschätzungen wäre ich sehr dankbar.
     

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  5. ToTi

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    Wenn die Dampfbremse nicht fachgerecht angeschlossen ist, wieso hat der Trockenbauer dies dann überbaut und hat keine Bedenken angemeldet. Ich würde mir vom Dachdecker schriftlich geben lassen, dass die Dampfsperranschlüsse fachgerecht ausgeführt worden sind. Dazu schriftlich geben lassen, dass die Dachfenster einschließlich der dazu gehörigen Wechselarbeiten am Dachstuhl fachgerecht ausgeführt worden sind. Wenn sie so gemacht sind wie bei den Bilden zu sehen, bitte ihn um die Fachregel oder DIN, welche diese Ausführung zulässt. Zusätzlich eine Mängelrüge wegen der nicht angeschlossenen Durchbrüche melden, mit einer Frist von 14 Tagen.
    Bilder von den jetzigen Innenfutter einstellen, bitte.
     
  6. Cello88

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    So sehen die Innenleibungen nun aus.
     

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  7. Hark

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    Bei den Dachfenstern kann man das anhand der vorliegenden Bilder so nicht eindeutig sagen. Die zeigen ja nur einen Zwischenstand. Es ist theoretisch durchaus möglich, daß die Dampfbremse noch angeschlossen wurde, auch wenn die Ausführung der anderen Arbeiten (Z.B. die Bedenken von @ToTi bezüglich der Wechsel) jetzt eher einen Mangel an handwerklicher Sorgfalt und Qualität vermuten lassen.
     
  8. Cello88

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    Ich kann sicher bestätigen, dass ein fachgerechter Anschluss der Dampfbremse an die Dachfenster nicht erfolgt ist. Der vorhandene Zustand wurde durch den Trockenbauer lediglich mit Gipskartonplatten verkleidet. Ich war am Tag der Ausführung vor Ort und habe die Arbeiten mitverfolgt; zu diesem Zeitpunkt war mir jedoch noch nicht bewusst, dass dieser Anschluss bauphysikalisch wesentlich und zwingend erforderlich ist.
     
  9. Hark

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    Ok, die Info hatte ich ja nicht :) - dann würde ich zunächst einmal das Gespräch mit den ausführenden Firmen suchen. Sollte das keinen Erfolg bringen, bleibt wohl nur der juristische Weg.
     
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