Sommerlicher Hitzeschutz und Klimaanlage im KfW-40 Neubau

Diskutiere Sommerlicher Hitzeschutz und Klimaanlage im KfW-40 Neubau im Bauphysik allgemein Forum im Bereich Bauphysik; Hallo zusammen, wir befinden uns aktuell in der Planungsphase unseres Einfamilienhauses. Dabei stellen wir uns die die Frage, ob wir im Rohbau...

  1. #1 lkutschino, 05.07.2026 um 23:42 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 06.07.2026 um 08:22 Uhr
    lkutschino

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    Hallo zusammen,

    wir befinden uns aktuell in der Planungsphase unseres Einfamilienhauses. Dabei stellen wir uns die die Frage, ob wir im Rohbau bauliche Vorbereitungen für eine eventuell später nachrüstbare Multi-Split-Klimaanlage treffen sollten (z. B. Leerrohre, Kondensatleitung, Stromversorgung, etc.) oder ob das eher unnötig ist.

    Zu unserem Haus:
    • Holzfertighaus im KfW-40-Standard
    • Hersteller: Regnauer Fertigbau
    • Holzfaserdämmung an Fassade und Dach U-Werte: 0,13W/m²K (Wand), 0,15W/m²K (Dach)
    • Standort: Fürstenfeldbruck (Nähe München)
    • 2 Vollgeschosse, Satteldach
    • OG firstoffen
    • ca. 145qm Wohnfläche + Keller
    Wir planen bereits verschiedene Maßnahmen, um der sommerlichen Hitze entgegenzuwirken:
    • Luft/Wasser-Wärmepumpe mit aktiver Kühlfunktion über die Fußbodenheizung
    • Automatische außenliegende Verschattung sämtlicher Fenster an der Ost-, Süd- und Westfassade mittels Raffstore
    Außerdem ist eine zentrale Lüftungsanlage vorgesehen. Für diese bestünde auch die Möglichkeit ein Kühlmodul nachzurüsten.

    Aufgrund der Bauphysik und der genannten Maßnahmen habe ich den Eindruck, dass das Haus bereits sehr gut gegen sommerliche Hitze aufgestellt sein sollte.
    Gleichzeitig nehmen Hitzewellen aber immer weiter zu, und ich frage mich, wie sich vergleichbare Häuser in der Praxis nach mehreren aufeinanderfolgenden Tagen mit Temperaturen von 35 °C oder mehr tatsächlich verhalten.

    Deshalb interessieren mich vor allem Erfahrungen von Eigentümern und Fachleuten:
    • Reichen die genannten Maßnahmen in der Praxis aus, um auch längere Hitzeperioden komfortabel zu überstehen?
    • Mit welchen Raumtemperaturen (insb. im OG) muss ich an sehr heißen Sommertagen rechnen?
    • Wer hat trotz eines vergleichbaren Hausstandards später noch eine Split-Klimaanlage nachgerüstet und warum?
    • Wie effektiv kann ein Kühlmodul in der Lüftungsanlage sein?
    • Würdet ihr heute die baulichen Voraussetzungen im Neubau vorsorglich schaffen oder würdet ihr darauf verzichten?
    Freue mich auf eure Erfahrungen und Experteneinschätzungen!

    Grüße
    Lars
     
  2. nordanney

    nordanney

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    Grds. ja, wobei Du Dir von der Kühlfunktion der FBH nicht zu viel versprechen darfst. Insbesondere erhöht sie die Luftfeuchtigkeit in den Räumen, wobei sie aber auch nur +/- 3 Grad schafft (von 27 Grad 60% rel. Feuchte geht es dann auf 24 Grad 72% rel. Feuchte). Mag ich persönlich gar nicht und nutze die Funktion daher nicht mehr.
    Irgendwann ist die Hitze auch im Haus. Wenn es auch nachts draußen nicht besonders abkühlt, bekommst Du die Hitze auch nicht mehr raus (wie im Winter die Wärme - im gut gedämmten Haus soll ja die Energie erhalten bleiben).
    Mit Pech ungefähr mit dem, was Du draußen auch hast...
    Dieses Jahr läuft noch der Monoblock, im nächsten Jahr kommt ein größeres Gerät. Wird bei mir (sanierter Massivaltbau auf fast KfW 40) aufgrund nur eines Geschosses für alle Räume reichen.
    Würde ich heute vorsehen. Hatte auch gedacht, dass die FBH-Kühlung reicht - siehe oben.
     
  3. chris84

    chris84

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    Einer der wichtigsten Faktoren bei sommerlicher Hitze: thermische Speichermasse.
    Die beste Dämmung hilft gar nichts, wenn du nichts hast, was die passive Abwärme im Haus aufnehmen kann.
    Da summiert sich die Wärme der sich im Haus aufhaltenden Personen mit der Abwärme der technischen Geräte (jedes einzelne Netzteil...) und dann kommt auch noch kochen etc. hinzu. Bei geringer thermischer Masse kann das genügen, um die Außentemperatur bereits am 2. Tag zu "toppen"...
    Beispiel: In 100m² KS-Wand mit 13cm Stärke können mit 1K Temperaturunterschied etwa 7kWh thermische Energie eingebracht werden.
    Die gleiche Wärmeenergie in eine 100m² Rigips-Wand mit 25mm Stärke eingebracht führt hingegen zu einer Temperaturerhöhung von ~12,5K.
    (Stark vereinfachtes Beispiel, um mal die Größenordnungen zu zeigen....)

    --> ich würde die Splitklima gleich mit umsetzen, nicht nur einplanen oder vorsehen. Gleich realisieren!
     
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  4. Deliverer

    Deliverer

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    Jop. Gerade Neubauten brauchen auf jeden Fall eine Klima. Nicht erst nachrüsten.
    Wenn das Kühlmodul für die Lüftungsanlage auch wirklich eine Wärmepumpe mit > 3 kW ist, genügt auch das. Aber dafür müssen die Lüftungsleitungen schon vor Einbau gedämmt werden.
    Viel Leistung oder viele Innengeräte brauchst du nicht. Aber an einer Stelle zentral entfeuchten ist super wichtig, dann funktioniert nämlich auch die Fußbodenkühlung.

    Ich besitze selber einen KfW55er Neubau (der inzwischen zwei Klimas hat) und kenne mehrere 55er und 40er unterschiedlicher Bauweise. Entweder haben sie schon Klima oder sie jammern. Dazwischen habe ich in meiner Stichprobe noch niemanden gefunden.
    Da du nach Temperaturen gefragt hast: Kleines KfW40er Holzständerhäuschen in der Nachbarschaft, mit aktiver Fußbodenkühlung, hatte in der letzten Hitzewelle bis zu 29°.
     
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